Selbstständigkeit im Handwerk

    • Selbstständigkeit im Handwerk

      Off-Topic:


      cristalero schrieb:

      Up to date ist man im Grunde nur zum Zeitpunkt der Meisterschule
      Da möchte ich mal ein ganz dickes Fragezeichen dran machen!

      cristalero schrieb:

      Das Problem im Handwerk ist, jeden Tag kommt eine neue Regel oder Vorschrift raus.
      Das widerstrebt aber der Formulierung und Definierung der a.R.d.T . Denn die sind in aller Regel praxisbewährt und in der Fachwelt auf Zustimmung gestoßen. (Skeptiker, siehe mir die Formulierung bitte nach :p )

      Das Problem ist eher, dass Meistern nicht beigebracht wird wie man sich entsprechend fortbildet. Die meisten glauben doch wirklich ein Seminar von einem Hersteller genügt um ein Thema neutral zu betrachten. Das kann maximal nur so gut sein wie der Referent der da tagt. Die können aber auch meilenweit daneben liegen und haben eben noch den Umstand dass dieses Seminar nicht eigennützig ist. Das sieht man auch an deiner Argumentation. "Der Hersteller gibt vor, der Hersteller sagt" Seien wir doch ehrlich, würdest du kein Kunde von ihm sein, dann würde er sich einen Dreck um dein Befinden scheren. Die Motivation ist also klar. Unternehmen sind nicht dafür da Nestwärme zu verteilen. Sofern der Hersteller keine Haftungsübernahme ohne merkwürdige Klauseln für sein Handeln rüberwachsen lässt kann man es genau dabei belassen - ihn sabbeln lassen.

      Hier muss der Meister auf der Höhe sein. Der Meister ist eben kein Persilschein der Kraft des Erlangen selig macht. Danach geht es doch erst richtig los. Es mag ja löblich sein seine Mitbewerber nicht anzuschwärzen, dennoch sollte man im Stande sein Fehler klar aufzuzeigen, andernfalls wird sich nie etwas ändern.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Hast Du absulut Recht, kein Widerspruch.
      Habe das Thema auch schon bei unserer Innungsversammlung angesprochen und
      ich behaupte Mal, dass das nicht nur ein Glaserproblem ist.
      Antwort der Kollegen: Der Tag hat nur 24 Std.....

      Was Schulungen angeht, hast Du Recht. Muss man immer etwas vorsichtig betrachten.
      Denke aber mal, das in diesen Schulungen meistens nur die korrekte Montage der Produkte vermittelt wird.
      Führe ich die korrekt aus und es passiert etwas, tritt, glaube und hoffe ich, die Produkthaftung des Herstellers ein.

      Fortbildung im Handwerk ist ein grauenhaftes Thema. Im Norden hatte ich das Glück, einen Topchef
      zu haben, der mich zu allem geschickt hat, was es gab.
      Dazu muss man sagen, das Fortbildungen meistens in der Woche stattfinden und kaum ein Mitarbeiter von sich aus dafür Urlaub nehmen würde und die meisten Arbeitgeber nicht bereit sind,
      die Kosten dafür zu übernehmen.

      Das fängt bei der Lehrlingsausbildung schon an. Die meisten Glaser haben sich spezialisiert auf etwas. Duschkabinenbau, Bauverglasungen, Bleiverglasungen und Fensterbau.
      Wir haben hier eine Firma, die zu 90 % nur Fensterbau macht. Dem seine Lehrlinge fallen beim 1. Mal grundsätzlich durch die Prüfung. Wir waren schon drauf- und dran dem Betrieb die Ausbildung zu verbieten.
      Nun sollten die Lehrlinge innerhalb der Lehre zwischen den Betrieben " getauscht" werden.
      Da zanken die sich schon seit 3 Jahren drum. Zu teuer, Blödsinn etc.
    • Off-Topic:


      cristalero schrieb:

      ich behaupte Mal, dass das nicht nur ein Glaserproblem ist.
      Keineswegs, das ist im gesamten Handwerk so.


      cristalero schrieb:

      Antwort der Kollegen: Der Tag hat nur 24 Std.....
      Dann entgegne doch mal, dass man 24 Std. auch unproduktiv verplempern kann. Organisation und Zeitmanagement ist das halbe Leben. Ja, auch Bürowege und Prozesse kann man verschlanken, und sich Zeit erkaufen. Erkaufen deswegen, weil wenig davon kostenlos umsetzbar ist.


      cristalero schrieb:

      Führe ich die korrekt aus und es passiert etwas, tritt, glaube und hoffe ich, die Produkthaftung des Herstellers ein.
      Sei gewiss dass der Hersteller genug Rechtsjuristen beschäftigt die im Falle des Falles, wenn es um richtig Kohle geht, den Schaden abwenden werden. Du bist dann der geeierte und kannst am Ende abschließen gehen. Aber hier kommen wir auch schon zu dem Punkt den Skeptiker so "argwöhnisch" betrachtet. Die Verarbeitungsrichtlinien sind ein Teil von dem was du rechtlich zu erfüllen hast. Darüber stehen eben die Baubestimmungen die sich vielfältig gestalten können. Privasierte DIN-Normen, Fachregeln, Merkblätter usw. Sicherlich ist das nicht einfach zu überblicken, ist man aber drin im Thema ändert sich nicht viel. Und es ist verdammich die Aufgabe der Kreishandwerkerschaft Dich über Änderungen zu informieren, wenn du schon Mitglied bist!


      cristalero schrieb:

      Dazu muss man sagen, das Fortbildungen meistens in der Woche stattfinden und kaum ein Mitarbeiter von sich aus dafür Urlaub nehmen würde und die meisten Arbeitgeber nicht bereit sind,
      die Kosten dafür zu übernehmen.

      Warum nicht anders machen? Wieso nicht mal die Ausnahme sein und aufzeigen das es geht? Ist das nicht Sinn und Zweck eines Unternehmertums? Eben nicht Einheitsbrei sondern das zu machen wo für man steht? Auch damit mag man vielleicht bei den Arbeitern zum Umdenken anregen und dieses "ich mach Dienst wie ich es gelernt habe" einzudämmen. Ich finde das so eine ernüchternde, unsägliche Aussage...


      cristalero schrieb:

      Das fängt bei der Lehrlingsausbildung schon an. Die meisten Glaser haben sich spezialisiert auf etwas. Duschkabinenbau, Bauverglasungen, Bleiverglasungen und Fensterbau.
      Unternehmerisch betrachtet doch eine gute Sache. Muss dann aber auch in Gänze durchgeführt sein, eben auch das Wissen darauf abzurichten. Es beginnt mit der Ausbildung und endet nicht im Meister... Ich bin ja gerade in der Meisterausbildung Teil 3. Wer ernsthaft glaubt dieser Teil würde annähernd das betriebliche Denken in den Kopf pflanzen liegt aber Meilenweit daneben. Stumpfes Auswendig lernen, Lehrmittel die haben diesen Namen nicht verdient. Ich mag Glück haben vorher 2 Jahre Wirtschaftschule und 3 Jahre Kaufmannsausbildung genoßen zu haben um das da alles etwas selektierter sehen zu können. Müsste ich Rechnungswesen mit den Mitteln im Kurs lernen, wäre ich wie die anderen wohl hoffnungslos überfordert.

      Wenn wir fertig sind, wette ich mit dir dass von 16 Leuten vielleicht 3 eine BWA gelesen bekommen oder mit den Zahlen aus Rechnungswesen und Finanzen etwas anfängen können und ihre Betriebsstruktur im Zahlenwerk erkennen. Wenn du mich fragst muss der ganze entscheidende Apparat im Handwerk gegen frisches, junges, talentiertes Fleisch aussortiert werden um dieses altertümliche Handwerk in eine moderne Richtung zu bekommen. In einer Idealen Welt würden Jung und Alt von einander profitieren, viele Charaktereinstellung stehen diesem Austausch, der eigentlich unfassbar wichtig ist, entgegen. Also bleibt am Ende alles beim alten, auf ewig dreht sich die Windmühle.

      Falls mehr Austausch besteht sollten wir evtl. ein neues Thema aufmachen und die hier gemachten Aussagen verschieben, was meinst Du? Wir sind ja weit weg vom Ursprung :D
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    • @Kalle.

      In vielen Dingen hast Du Recht bei der Meisterausbildung, auch das was Du mit der Buchhaltung beschrieben hast ist richtig
      Oton unseres Buchhaltungslehrers: Später habt ihr einen Steuerberater dafür.
      Das ist ja auch ein Grund, warum viele Handwerksbetriebe innerhalb der ersten 5 Jahre pleite gehen.

      Bei den " Traditionen" im Handwerk hast Du Recht.
      Als ich angefangen habe zu lernen, durfte ich die Gesellen bis zum 3. Lehrjahr nicht dutzen.
      Hat der Meister gesagt: Spring, kam als Antwort nur: Wie hoch?

      Das ändert sich aber zum Glück langsam, so kann man keinen Betrieb führen und keine Mitarbeiter halten.

      In meinem Betrieb halte ich es so: Meistens bin ich der erste mit Kundenkontakt und mach mir Gedanken wie man es am besten macht.

      Bei der Montage mit Kollegen, schauen sie sich die Sache an und ich frage:
      Wie machen wir es?
      Sie machen ihre Vorschläge und wenn sie besser sind als meine, machen wir es so.
      Wenn nicht, wird es gemacht wie ich es will.

      Das hat sich wunderbar bewährt!
      Der Grund dafür ist aber, das mir der Weg egal ist und nur das Ergebnis wichtig ist.

      Diese Einstellung haben aber leider nicht alle Meister. Wenn ich andere Meister treffe, denke ich manchmal, bin ich doof? Die anderen können bei Bedarf sogar fliegen, nur ich nicht.
      Schaut man dann hinter die Kulissen, kochen die anderen auch nur mit Wasser.
      Sie würden es aber nie zugeben, sind ja schliesslich Meister....
    • Off-Topic:


      cristalero schrieb:

      Das ist ja auch ein Grund, warum viele Handwerksbetriebe innerhalb der ersten 5 Jahre pleite gehen.
      Das würde ich nicht unbedingt zwingend nur an den Finanzen fest machen. Die meisten Businesspläne dürften hinsichtlich kurz, mittel und langfristigen Zielen nicht angepasst werden, man verzettelt sich und der Rattenschwanz folgt. Aber die beste Vorbildung schützt einen nicht vor Schiffbruch. Der wird kommen, egal wie gut man vorbereitet ist. Ob man sich erholt wird wohl an der Reaktionsgeschwindigkeit und Verständnis hängen. Deshalb ist es eben so entscheidend wichtig zu wissen welche Regelungen einen betreffen. Ich behaupte mal, dass jeder Meister jeden Tag in der Akquise unbewusst oder bewusst den Stein für einen Schiffbruch in die Wege leitet. Viele werden einfach Glück haben, weil die Ahnungslosigkeit auf der anderen Seite überwiegt.

      Wenn ich bedenke, dass ich als Unternehmer das Risiko zwingend aus meiner Brieftasche bezahle, denn nicht anderes ist das EK im Betrieb, dann bin ich doch ausreichend motiviert mich auf dem laufenden zu halten? In einer Welt wo Kunde und Handwerker die selbe Sprache sprechen würde es vermutlich einen Komplettverlust der Sparte geben.

      Daher kann ich es eben nicht nachvollziehen, dass man sich hinstellt und sagt Theorie und Praxis sind zwei paar Schuhe. Das beginnt schon in der Ausbildung, exponiert sich im Meisterkurs (warum muss ich das wissen, brauch ich nicht) und verfestigt sich in der "gewählten" Praxis. In der Ausbildung wird das Verhalten was man selber pflegt weiter gegeben. Was nicht zwingend dazu führt, dass sich Dinge ändern werden.

      Es kann doch nicht sein das am Ende nur die Sachverständigen über das Wissen verfügen was eigentlich jeder haben sollte. Zu mindestens was das Einhalten von Bauvorschriften, Regelungen und Richtlinien anbelangt. Das soll dir keinen Vorwurf machen, du hast es ja bis jetzt auch so geschafft. Das sollte man ebenso honorieren. Ich will nur daran appellieren Erfahrungen nicht dazu zu benutzen sich vor Entwicklungen zu verschließen.
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    • oh, oh, liebster Kalle.
      Da möchte ich Dir aber wehemend widersprechen!
      Mangelnde BWL Kenntnisse sind der überwiegende Grund für Pleiten!
      Wenn man seine Zahlen nicht kennt und nicht rechtzeitig gegensteuert, bist Du Pleite.
      Der Steuerberater warnt Dich im Idealfall nach 6 Monaten oder mit dem Jahrerabschluss,
      dann ist es meistens zu spät!

      Deinen Businessplan, sorry, den kannste Dir einrahmen und über das Bett hängen,mehr ist er nicht wert! Das ist das optimale Beispiel für Theorie und Praxis!
      Mit hilfe mehrere Betriebsberater der HWK habe ich damals meine Selbstständigkeit geplant.
      Weisst Du wie Du deinen theoretisch möglichen Jahresumsatz errechnest?

      Wir haben das gemacht und dann habe ich mich mit dem Kerl gefetzt.
      Im ersten Jahr war der Umsatz so hoch, das hätte man mit einer Neugründung von 0 an nie geschafft.
      Die jährlichen Steigerungen waren sehr schön, laut Plan hätte ich wohl den Laden nach 5 Jahren
      wieder zu gemacht. Nicht das ich pleite gegangen wäre, nein, das war so viel das ich 2 Ferraris und
      mehrere Mietshäuser hätte.
      Mit diesem Papier gehste zur Bank und sagst: Gib Geld, haste es, schmeiss ihn weg und schau ihn nie wieder an!

      Tust Du es doch, bist Du nach 6 Monaten suizidgefährdet, weil Du den Umsatz nie erreichen wirst.

      Ich hatte das Glück in meinem Berufsleben bei mehr als 10 verschiedenen Firmen gearbeitet zu haben. Überall habe ich gutes und schlechtes mitgenommen.
      Die grösste Hilfe für mich war, ich habe in einem Konzern mit mehr als 2000 Mitarbeitern deutschland weit gearbeitet.

      Ich habe eine Niederlassung mit 20 Glasern geleitet und habe Kalkulationen von 50 bis 100 TsD € selbständig gemacht. Dort konnte ich die " Selbstständigkeit" ohne finanzielle Risiken für mich üben.
      Die dort gemachten Erfahrungen helfen mir heute noch.
    • cristalero schrieb:

      oh, oh, liebster Kalle.
      Da möchte ich Dir aber wehemend widersprechen!
      Mangelnde BWL Kenntnisse sind der überwiegende Grund für Pleiten!
      Wir sollten fairerweise schon darauf abstellen das Finanzbuchhaltung ein Punkt in der BWL ist. Von VWL wollen wir gar nicht erst anfangen. Es bringt mir nichts, wenn ich Zahlenkenntnisse habe mir das Gegenüber aber fehlt, nämlich die Mittelverwendung. Insofern liege ich mit meiner Annahme nicht ganz so verkehrt. Idealerweise muss ich den SB nicht dazu bemühen wo ich im Monat stehe. Beispiel:

      Kunde droht mit Großauftrag. Jetzt gäbe es zwei Varianten:

      - Machen, anbieten und die Hände reiben, am Ende aber Dicke Augen machen weil Pleite.
      - Zahlen schnappen, prüfen ob der Auftrag die Liquidität gefährdert, wenn ja ablehnen.

      Macht sicherlich jeder. So wie jeder sich zu mindestens rudimentär Gedanken darüber macht welches Risiko im Auftrag X schlummert und wie ich diesen bewerte. Geht ja nicht, weil keine Zeit.


      cristalero schrieb:

      Deinen Businessplan, sorry, den kannste Dir einrahmen und über das Bett hängen,mehr ist er nicht wert! Das ist das optimale Beispiel für Theorie und Praxis!
      Ich komme mir vor wie im Unterricht. Da wird das im plural posaunt. Wie können bloß diese ganzen Betriebsberater, BWL'er, VWL'er überleben und Kohle scheffeln. Fliegst Du im Jahr mal irgendwo hin? Ist das kein Ziel? Klappt bei den meisten. Du sagst mir jetzt aber das eine Zieldefinition im Handwerk nicht möglich ist. Wo von lebt Ihr alle? Wo verwendet Ihr die erzielten Mittel? Ach, es gibt ja gar keine Ziele. Und vor allem wie weiß jemand Fremdes überhaupt was ich erreichen will?


      cristalero schrieb:

      Tust Du es doch, bist Du nach 6 Monaten suizidgefährdet, weil Du den Umsatz nie erreichen wirst.
      Selbstüberschätzung oder vor Selbstbelügen schützt das Papier nicht, das stimmt. Es stimmt auch dass die Annahmen, Statistiken und Analysen meist fiktiver Natur sind. Wer sich aber nicht völligst belügt wird irgendwas verwertbares kreieren. Dass den meisten das nicht gelingt liegt aber nicht am Konzept.
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    • Kalle schrieb:

      cristalero schrieb:

      oh, oh, liebster Kalle.
      Da möchte ich Dir aber wehemend widersprechen!
      Mangelnde BWL Kenntnisse sind der überwiegende Grund für Pleiten!
      .... Du sagst mir jetzt aber das eine Zieldefinition im Handwerk nicht möglich ist. Wo von lebt Ihr alle? Wo verwendet Ihr die erzielten Mittel? Ach, es gibt ja gar keine Ziele.
      ich würde gerne mal hören, von was du so lebst, da du meinst, dem glasermeister
      den spiegel vor augen halten zu müssen....(passt doch.... :D ).

      ist das alles nur gerede, oder finanzierst du dich mit deiner
      vision vom handwerk tatsächlich?

      antworten bitte, in großschrift, ich bin ein blindfisch.... :D
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • @Kalle
      ok, wie willst Du das z. Beispiel bei einer Neugründung machen?
      Dein möglicher Jahresumsatz wird vom Betriebsberater anhand der Formel berechnet, dazu kömmt eine jährliche Steigerung in %.
      Das ist utopisch. Da sind viel zu viele unbekannte Variabeln drin.
      Kunde, Einkaufskonditionen, manchmal must Du auch Aufträge ausführen, wo nur ne schwarze 0 hängenbleibt.
      Ein guter Rat aus meiner praktischen Erfahrung mit der Neugründung:
      Schmeiss den Businessplan weg. Notier Dir die täglichen Umsätze und am 31.12
      werden die Leichen gezählt.

      Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, warum sind nicht alle Betriebsberater Millionäre?
      Sie wissen doch anscheinend wie man Geschäfte macht
    • Alle über einen Kamm scheren ist auch nicht Fair. In meiner Alter FA. haben wir mit den Beratern der HWK recht gute Erfahrungen gemacht. Zugegeben, war keine Neugründung. Ein wenig BWL würde bestimmt nicht Schaden, aber VWL braucht' s erst Mal nicht. Aber einen gesunden Menschenverstand sollte man schon haben...
    • cristalero schrieb:

      ok, wie willst Du das z. Beispiel bei einer Neugründung machen?
      Ich habe doch geschrieben dass die meisten Ermittlungen auf Annahmen basieren und weniger auf Tatsachen. Nur irgendwo musst du doch anfangen. Anstelle es anhand einer Formel zu errechnen, die im Endeffek nur zwei unbekannte in Relation setzt kann man doch schon mal nach links und rechts schauen? Wie macht es der Mitbewerber? Und wer spricht davon, dass man Neugründen muss? Betriebsübernahme oder Kauf gibt es auch noch. Genauso wie die Möglichkeit nicht den harten Cut zu erwägen sondern es schleichend von Vollzeit hin zur Selbstständigkeit zu lösen.

      Alle diese Überlegungen bringe ich zu Papier und am Ende habe ich ein Konzept. Ich würde den Markt erst Mal analysieren, mir über die Statistikämter Daten holen, mir die Zahlen der GmbH's ansehen. Wer ist mein Konkurrent? Was macht der? Verwandte oder Bekannte einspannen um Angebote zu erhalten und damit Zahlen. Schauen welchen Investitionsbedarf ich habe, wie ich ihn decken kann und ggf. Änderungen vornehmen. Gründe ich gleich eine GmbH, starte ich erst Mal mit einer GBR? Halte ich die Kosten gering und expandiere dafür schneller?


      cristalero schrieb:

      Notier Dir die täglichen Umsätze und am 31.12
      werden die Leichen gezählt.
      Was mache ich mit dem Rest der im Plan steht? Und warum sollte ich erst zum Jahresende nachsehen? Ist es nicht sinnvoller gerade am Anfang zu sehen ob die Kalkulation passt? In den ersten 2 Jahren wird am Jahresende doch eh eine rote Zahl stehen. Außer man hat die Mittel als EK irgendwo liegen oder erbt die Butze vom Vater/ Onkel/ Opa what ever.


      cristalero schrieb:

      Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, warum sind nicht alle Betriebsberater Millionäre?
      Sie wissen doch anscheinend wie man Geschäfte macht
      Weil es wie im Handwerk solche und solche gibt. Gibt ja auch ausreichend Handwerker die gut über die Runden kommt und nicht unbedingt sich der Hoffnungslosigkeit einer Marktbestimmung durch den Kunden hingeben muss.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • @Kalle
      Bist Du sicher, den Meisterbrief zu machen, um selbstständig zu sein oder nur als
      Angestellter mehr Geld zu verdienen.
      Deine Äusserungen lassen den Schluss zu, das Du Dich noch nicht ausreichend mit dem Thema selbstständigkeit beschäftigt hast!
      Kauf eines bestehenden Betriebes? Weisst Du was der Betriebsinhaber für seinen 50 Jahre alten Schrott und seine ach so hoch gelobte und tolle Kundenliste haben will?
      Vergiss es, hab ich alles durchexerziert.
      Marktanalysen? Vergiss es, egal was Du eröffnest, das gibt es schon. Du machst es und setzt Dich durch oder Du vergisst es, ganz einfach!
      GmbH gründen? Die ist teuer, wenn, dann eine UG, die kannste mit nem gammligen € eröffnen.

      Was Du mit Deiner Kalkulation machst? In der ersten Zeit kalkulierst und kalkulierst Du und merkst dann: Mist, ich kriege keine Aufträge. Dann passt Du Dich den marktüblichen Preise an und dann merkst Du, ich bin wider erwartend nach dem 3. Auftrag immer noch kein Millionär.
      Das erste Jahr lebst Du eigentlich im Grunde nur von der Hoffnung das es am Ende des Jahres nicht gar so übel aussieht.
      Die nachfolgenden Jahre müssen wirtschaftlich besser werden, wenn nicht, ist es besser gleich wieder den Laden zu schliessen
      Nachkalkulation ist mit der wichtigste Teil deiner täglichen Arbeit, nach einer gewissen Zeit hast Du genug Erfahrung, dann machst Du sie nebenbei.
      Ich, z. Beispiel mach sie schon im Auto auf der Rückfahrt vom Kunden teilweise sogar im Kopp.
      Ist nur eine Frage der Übung.
    • cristalero schrieb:

      Bist Du sicher, den Meisterbrief zu machen, um selbstständig zu sein oder nur als
      Angestellter mehr Geld zu verdienen.
      Mein Meisterwunsch realisiert darauf mir die grösst möglichste Entwicklungschance zu geben. An Ihn ist keine zwingende Selbstständigkeit gekoppelt. Sollte sich etwas ergeben würde ich sicherlich drüber nachdenken. Was unumstößlich in diesem Vorhaben integriert ist, ist das Bestreben einer Sachverständigen Tätigkeit. Es geht mir weder um mehr "Kohle", eher um die Formalität die dem Brief inne liegt. Ggf. werde ich noch den Betriebswirt im Handwerk zur Vertiefung betriebswirtschaftlichen Wissens forcieren. Das muss aber eben auch alles finanziert werden ;)


      cristalero schrieb:

      Deine Äusserungen lassen den Schluss zu, das Du Dich noch nicht ausreichend mit dem Thema selbstständigkeit beschäftigt hast!
      Kauf eines bestehenden Betriebes? Weisst Du was der Betriebsinhaber für seinen 50 Jahre alten Schrott und seine ach so hoch gelobte und tolle Kundenliste haben will?
      Auch eine Betriebsaufgabe folgt einem Prinzip. Entweder weil man Rentenalter erreicht hat, weil man körperlich nicht mehr in der Lage ist oder aus Insolvenz. Gibt sicherlich noch mehr Gründe aber das wären für mich die wichtigsten. Ob der Unternehmer da in der hervorragenden Rolle für Verhandlungen ist? Klar, wenn es Leute gibt die das auf den Tisch legen sicherlich. Da wären wir wieder beim eigentlichen Beispiel angekommen. "Die Marktkaputtmacher". Wir sind da unterschiedlicher Auffassung, deine Erfahrungen sei dir Unbenommen - meine möchte ich gerne noch machen bevor ich etwas in die Rundablage lege.


      cristalero schrieb:

      Marktanalysen? Vergiss es, egal was Du eröffnest, das gibt es schon. Du machst es und setzt Dich durch oder Du vergisst es, ganz einfach!
      Marktanalyse ist nicht nur ob etwas auf dem Markt schon existiert oder nicht? Angenommen ich würde in meinem Betrieb die Leistung "Kranstunden" anbieten, weil ich vorhabe Geld darin zu investieren. Dann ist dies sicherlich nichts neues, dennoch werde ich doch auf die Blicken mit denen ich in Konkurrenz treten will? Und ich werde in dieser Überlegung abschätzen wollen was ich besser oder anders machen könnte. Ist ebenso eine Marktanalyse. Warum also soll ich das weg lassen? Es gibt meinem Vorhaben doch Struktur.


      cristalero schrieb:

      GmbH gründen? Die ist teuer, wenn, dann eine UG, die kannste mit nem gammligen € eröffnen.
      12.500 anfänglich findest du teuer? Okay, dann machen wir halt alternativ die Sachgründung.

      Man muss ja nicht sofort als GmbH starten und erst Mal als GbR agieren wo das Risiko noch überschaubar ist. Mit zunehmenden Wachstum wäre aus Haftungsgründen die GmbH sicherlich dienlicher. Dann muss ich mir nur überlegen wie mir die liebe Bank Geld leihen will, wenn da die Haftung eben begrenzt ist. Verdammich, ich wäge schon wieder ab in meinem Handeln. All das was ich in diesem seltsamen Plan auch tue.


      cristalero schrieb:

      Was Du mit Deiner Kalkulation machst? In der ersten Zeit kalkulierst und kalkulierst Du und merkst dann: Mist, ich kriege keine Aufträge. Dann passt Du Dich den marktüblichen Preise an und dann merkst Du, ich bin wider erwartend nach dem 3. Auftrag immer noch kein Millionär.
      Was ist der marktübliche Preis? Beispiel: Kunde Schulz kleines EFH, 2 Gebrauchtwagen, durchschnittliches Einkommen. Kunde Meier, wohnhaft im Blankenese (HH), Protzkarre, sehr gut situiert. Wo ist hier jetzt der marktübliche Preis? Oder sind das am Ende zwei unterschiedliche Märkte? Wie komme ich an Kunde Meier? Ideen dazu würden sich im Plan befinden - ob die funktionieren ist eine andere Sache. Ist das mögliche scheitern dem Instrument "Plan" anzulasten? Nein.


      cristalero schrieb:

      Die nachfolgenden Jahre müssen wirtschaftlich besser werden, wenn nicht, ist es besser gleich wieder den Laden zu schliessen
      Wie besser? Definiere mir besser! Im übrigen wieder ein Punkt, hier wohl mittelfristige Zielsetzung. Halten wir fest, kurzfristig wäre am Markt zu agieren, mittelfristig wäre aus den roten Zahlen zu kommen, langfristig Gewinn erwirtschaften und Investitionen tätigen. Nun beginnt das Spiel von neuem. Führst Du ohne konkrete Ziele? Ohne Wünsche? Was ist so verkehrt das zu definieren und auf Papier zu bannen? Kannst du dir alles im Kopf merken?



      cristalero schrieb:

      nach einer gewissen Zeit hast Du genug Erfahrung, dann machst Du sie nebenbei.
      Eben. Für die Erfahrung braucht es aber auch Tiefschläge aus denen man lernt. Warum aber darf ich diese Tiefschläge nicht im gewissen Maße versuchen einzudämmen und das Risiko für mich zu mindern?
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    • Baumal schrieb:

      von was lebst du denn so, wenn du dich nicht
      einer "marktbestimmung" durch kunden hingeben musst?
      Du bist der Auffassung der Kunde bestimmt ausschließlich den Preis am Markt? Angenommen FB würde morgen seinen Dienst nur noch gegen Entgeld zur Verfügung stellen. Glaubst du FB würde kaputt gehen? Es würde Kunden verlieren. Sagt jetzt der Nutzer, bitte bitte FB mach das kostenpflichtig? Meinst Du deren Dienst ist kostenlos, weil es sonst keiner nutzt? Oder weil über das Hintertürchen doppelt soviel eingespült wird als man mit einer Mitgliedschaft verdienen könnte?

      Nehmen wir den Bauboom. Du bist der Meinung die Marktlage wird durch den Kunden bestimmt? Attestiere mir also bitte nicht, ich lebe in einer anderen Welt, in einem Luftschloss oder in Traumvorstellungen. Frag doch mal die HW in Ballungsgebieten, die mit Arbeit dicht sind ob sie den Kleinauftrag von Oma Erna, zum Billigpreis, nötig haben? Haben sie nicht, bis deren Absatz einbricht und sich der Markt reguliert.

      Muss ich jetzt der sein, der verpennt hat seinen Absatz auszurichten und auf Märkten zu agieren die profitabel sind? Klar, wenn ich am Telefon auf Aufträge warte, dann muss ich nehmen was kommt. Unbenommen, dass man am Anfang nicht die dicken Fische am haken hat und buckeln muss. Man kann sich aber ein Ziel setzen. Schon wieder dieses schlimme Wort!


      ---------- 5. Februar 2017, 21:44 ----------

      alfred1 schrieb:

      Kalle, DU hast Visionen, und Du wirst deinen Weg gehen, davon bin ich überzeugt !
      Ich mach mir nichts vor. Ich bin jung, habe keine 20 Jahre Berufserfahrung und ich ticke in vielen Dingen deutlich anders. Mir ist klar, das sowas das Rezept dafür ist nicht ernst genommen zu werden. Ich ändere aber nicht meine Ansichten bei Gegenwind, eher bekräftigen sie mich und wenn ich am Ende mit der denke in der Privatinsolvenz lande, dann ist das so. Ich will es vermeiden, wenn ich es nicht abwenden kann bin ich eine Erfahrung reicher.

      Ich beneide cristalero um seine Berufserfahrung und da will ich gar nicht entgegen argumentieren. Ich will es nur eben nicht so machen wie es eine breite Masse macht. Das mag ggf. der sichere Weg sein, weil ja viele so überleben können. Ist halt nur nicht mein Weg und ja ich finde viele betrieblichen Aussagen von Handwerkern fragwürdig. Das wird sich mit X Jahren Erfahrung nicht ändern, weil andere Wirtschaftsbereiche auch existieren und da kennt man das Handeln wie im Handwerk praktiziert nicht.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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