Top 10 Baurechtsurteile in 2016 - ein Jahresrückblick

    • Das auf Platz 7 könnte bei uns auch noch kommen.

      Wir haben auch eine Bürgschaft,die für Mängel in Höhe von 75.000 greifen sollte,wenn der Insolvenz geht.

      Bei uns ist es nur etwas anders,da der abgestritten hat,und im Fall der Insolvenz,wir den Bürgen die Mängel vorhalten werden.
    • rolf a i b schrieb:

      das urteil platz 9 stimmt mich bedenklich!
      Wieso genau?

      Nach lesen des kompletten Urteils wirkt es so, dass beide Seiten erheblich bei Ihrem Abrechnungsstreit wg. unterschiedlicher Interpretation von DIN-Normen gepokert haben.

      Der eine weil er 100T€ einfach nicht bezahlt hat, der andere weil er deswegen den Baustopp angedroht und dann durchsetzt hat.
      Der eine weil er 630m2 in seiner Leistungsbeschreibung als Rechenansatz verwendet hat und dann eine DIN anwendet bei der er nur 330m2 (sichtbare Fläche, -300m2) bezahlen will, der andere weil er die andere DIN nimmt und auf 788m2 (verbaute Fläche, +150m2) kommt.

      Zwei haben gezockt, das Gericht hat dann durch Gutachter entscheiden lassen, welcher Zocker recht bekommt. Den langen Ausführungen im Urteil folgend sich auch intensiv in die Materie eingearbeitet?

      Spannend fände ich jetzt höchstens, welcher Rechenansatz bei gebotenem Einheitspreis zu einem 'fairen' Gesamtpreis geführt hätte. Also ob sich der Kläger durch den 'hohen' Rechenansatz unfair bereichert hat.
      Das könnt ihr Experten aus dem Bauch sicherlich gut bewerten.
      Meine persönliche Vermutung (sonst hätte er die ganze Streiterei nicht so durchgezogen: beim niedrigem Rechenansatz wäre er im Minus gelandet)

      Was ist an dem Urteil bedenklich?
    • der AN hat meiner ansicht nach nur das recht seine arbeiten einzustellen, wenn der AG eindeutig zu erkennen gibt, dass er überhaupt nichts mehr zahlt - keinen cent.

      aus der beschreibung - kürzung eines mengenvordersatzes - schließe ich, dass es sich um eine einzelne position handelt, vielleicht zwei oder drei, aber nicht um den kompletten leistungsumfang. werden unbestrittene beträge bei abschlagsrechnungen gezahlt, steht dem AN nicht das recht zu, seine arbeiten vollständig einzustellen.

      sollte es sich hier um einzelne positionen handeln, würde das urteil die bisherige handhabung unterlaufen.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • Hi Norbert, im Urteil gibt es in der Tat um eine einzelne Position.
      Allerdings wurden 100T€ einbehalten. Im Nachhinein sogar unberechtigt. Wenn jemand das als Materialkosten schon vorgestreckt hat, fände ich es verständlich, das er da sehr ungehalten reagiert. Es ging auch nicht um Streit über Mängel, sondern nur noch um Interpretation der vertraglichen Auslegung des Zahlungssoll.

      Der Auftragnehmer hat lt. Urteil nach dem Baustopp auch die Arbeit wieder aufgenommen, ohne die komplette strittige Summe zu bekommen (nur einen ganz kleinen Teil hat der AG noch nachgeschossen).
      Am Schluss gerichtlich aber eben doch die komplette ausstehende Summe zzgl. der extra Kosten für den Baustopp bekommen.

      Mein Gefühl sagt mir, dass jetzt hier ein bisschen mehr Chancengleichheit zwischen AG und AN entstanden ist.
      Das Risiko für den AN ist bei solch drastischen Maßnahmen wie einem Baustopp aber immer noch erheblich groß (Kündigung seitens des AG wenn er im Recht ist), so dass ich weniger glaube, dass sich jetzt jeder auf das Urteil berufen wird.

      Die Lektüre des gesamten Sachverhalts ist zumindest sehr spannend zu lesen.
      Die verkürzte Darstellung im ersten Abstrakt lässt viele Besonderheiten des Einzelfalls weg.
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