DG-Ausbau - Anbindung Dampfbremse

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    • DG-Ausbau - Anbindung Dampfbremse

      Hallo allerseits,

      bei mir steht zur Zeit der DG-Ausbau (zur Zeit kalter Dachraum - nur Unterdeckbahn in Sicht und DFF verbaut) an und ich befinde mich hier in der Vorplanung, an sich ist alles soweit geklärt bis auf die Anbindung der im DG noch zu installierenden Dampfbremse, da bin ich mir nicht ganz sicher und bitte um Ratschläge, im Folgenden der Aufbau der versch. Systeme (siehe Skizze):

      Wand: 15mm Kalkzementputz; 175mm Porenbeton; 140mm Steinwolle WLG 035; 10mm Fingerspalt; 115mm Klinker

      Decke 1.OG: 12,5mm GK; 30mm UK Fi/Ta; Dampfsperre sd >145m; 240mm Balkenlage mit 240mm Miwo WLG 035; 21mm Rauspund; (geplant: Estrichelement mit unterliegender Miwo von F****c***; darauf Bodenbelag)

      Dach: (geplant: 12,5mm GK; 30mm UK Fi/Ta; Dampfbremse sd = 0,25->25m); 240mm Sparren mit (geplant Vollsparrendämmung Steinwolle WLG 035); Unterdeckbahn sd=0,2m; Lattung/Konterlattung; Tondachziegel



      Die in der Skizze gelbe Linie gibt den Verlauf der vorh. Dampfsperre im 1.OG sowie den geplanten Verlauf der Dampfbremse im DG an. Die Frage die sich stellt ist, ob es sinnvoll wäre die Dampfbremse oberhalb des Rauspunds komplett in horizontaler Ebene mit zu verlegen und im Bereich des Treppenaufgangs an die vorh. Dampfsperre anzubinden?
      Vllt. kann sich der ein oder andere Bauphysiker dazu auslassen...

      Danke schonmal
    • @ Roth: Außenwände (Kniestock; Giebelwand und Gebäudetrennwand Giebel DHH) nicht verputzt - an diesen Flächen soll ebenfalls die Dampfbremse von Anbindung Rauspund in voller Fläche bis an die DB der Dachschrägen gezogen und angebunden werden.

      @all: KWL ist vorhanden und die entstehenden Bereich im DG werden mit angebunden - Reserve ist vorhanden.
    • Fachgerecht wäre, die Dampfsperre im DG an die luftdichte Ebene im 1. OG anzuschließen. Alternativ müsste das DG für sich komplett eine Dampfsperre erhalten. Bei den vielen Durchdringungen durch Treppe, Heizungs-, ggf. Wasser-/Abwasserrohre, Elektro-/Telefon-/Antennen-/Datenleitungen wird die Alternative wahrscheinlich aufwändiger als ersteres.

      Die Decke muss wohl oder übel umlaufend an den Rändern von oben geöffnet werden, um an den Wandputz im OG oder an die vorh. Dampfsperre der Decke anschließen zu können.

      Ansonsten - viel Glück!
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Nicht verputz? Und warum nicht????

      An unverputztes Mauerwerk dicht anzuschließen ist nur schwer möglich (nicht unmöglich!), weil häufig Risse, Fehlstellen, Ausbrüche oder einfach unsauber gearbeitetes Mauewerk hier keine ebene, glatte Oberfläche hergeben, an die man anschließen kann.

      Insofern würde ich in diesen Bereichen zum Verputzen anraten.
    • Im Konzept ist wohl schon damals, spätestens als die Holzbalkendecke über OG verkleidet wurde versäumt worden, den späteren DG-Ausbau vorzubereiten.
      Ist ein häufiges Problem, weil die kurzfristige Ersparnis in den Vordergrund gestellt wird.

      Richtig fachgerecht wird man das vermutlich nur lösen können, wenn man diese Decke entlang der Außenwände wieder öffnet und dort die Luftdichtheitsebene der Außenwände bis Oberkante Decke hoch-/durchführt, einschließlich des luftdichten Anschlusses an die Deckenbalken (umlaufend).

      Andere Lösungen können damit nur Bastellösungen sein. Ich würde für diesen Fall eine Lösung wählen, welche zwar in energetischer Sicht nicht ganz optimal wäre (weil ggf. die Decke durchströmt werden kann), aber zumindest bei fachgerechter Ausführung das Bauschadensrisiko infolge konvektiv bedingten Feuchteeintrag begrenzt. Vermutlich das Fortführen der Dampfsperre über den Boden und Anbinden an alle Öffnungen und Durchdringen (schwer genug, wurde oben von Thomas T schon geschrieben). Das setzt aber voraus, dass die Dampfsperre im OG fachgerecht dicht verlegt wurde.

      Folglich gilt der Rat: Das muss aber vor Ort unter Kenntnis aller Randbedingungen festgelegt werden.
    • So dann möchte ich mal zu den Antworten/Ratschlägen noch kurz was schreiben (war gestern aufm Seminar Schallschutz - deswegen keine Zeit mehr gehabt):

      Allgemein: Während der Bauphase wurde einfach nicht bedacht, für den späteren DG-Ausbau entsprechend die Vorleistung wie DB, Innenputz etc. vorzunehmen - aus diesem Grund ist mit dem jetzigen Ist-Zustand zu Arbeiten - blöde aber aus Fehlern lernt man...

      1.) Den Anschluss an die DS des 1.OG umlaufend an allen Seiten wäre sicherlich technisch möglich - Rauspund dafür aufnehmen ist auch kein Riesenproblem - jedoch wie bereits beschrieben eine S*****arbeit mit dem fachgerechtem Abkleben der Balkenlage - diese Version würde ich deshalb nicht unbedingt bevorzugen

      2.) Der Anschluss an unverputztem MW würde ja entfallen, da die neue DB komplett an allen aufgehenden Bauteilen neu gezogen wird - Kniestock; Dachschräge; Giebelwände; Somit hätte man - bis auf den Boden - den kompletten Raum einmal sozusagen "ausgekleidet"

      3.) Die von Hr. Fischer angesprochene Lösung mit dem Verlegen der DB zusätzlich im Bereich über dem Rauspund und Anschluss im Treppenloch an die vorh. DS favorisiere ich ebenfalls - die Durchströmung der Holzbalkendecke mit kalter Luft dürfte sich - da vollflächig mit Miwo gedämmt - in Grenzen halten

      4.) Das bei allen Arbeiten der DB sehr akribisch an sämtlichen Durchdringungen gearbeitet werden muss ist mir klar, das ist aber ein lösbares Problem - bei der Verlegung der DS im 1.OG habe ich akribisch darauf geachtet das alles vernünftig abgeklebt wird - z.T. habe ich noch selber am WE nachgearbeitet...

      5.) Zur Planung: das ganze plane ich für mich selber - zusätzlich habe ich noch ein Bauphysikbüro dazu befragt mit denen ich beruflich zu tun habe - dieses gibt ebenfalls den Vorschlag von Pkt. 3 als sinnigste Lösung an (Vergleich Aufwand zu Erfolg)

      Ich wollte die ganze Geschichte nur nochmal von externer Seite her bewerten lassen...
    • sollte die Variante mit der über den Boden fortgeführten Luftdichtheitsebene umgesetzt werden gebe ich zu bedenken:
      • diese Bahn bzw. Schicht sollte möglichst keine zu dichte Dampfsperre sein, weil bei ggf. vorhandenen Undichtheiten im Ausbau des OG in die Balkenlage eingetragene Feuchte sonst gar nicht wieder austrocknen kann. Feuchteursachen können vielfältig vorhanden sein, beispielsweise Konvektion oder auch mal ein ganz banaler Wasserschaden. Sowas kann auch durch einen versehentlich umgeschütteten Putzeimer passieren.
      • Diese Schicht muss also zur Bahn im OG passen, ggf. sogar nur eine Luftdichtheitsfolie mit extrem niedrigen sd-Wert. Dies betrifft auch den späteren Bodenaufbau. Also eine Austrocknungsreserve planen.
      • es werden sicherlich noch Installationsdurchdringungen vom OG ins DG gemacht werden müssen. Diese sind natürlich auch in die bestehende Dampfsperre des OG fachgerecht dicht einzuarbeiten. Man muss prüfen, dass man deren Anzahl, Lage und Abstand zueinander so wählt, dass dies ggf. von oben passieren kann. Sonst hat man im OG auch noch eine größere Baustelle...
    • Alfons Fischer schrieb:

      diese Bahn bzw. Schicht sollte möglichst keine zu dichte Dampfsperre sein, weil bei ggf. vorhandenen Undichtheiten im Ausbau des OG in die Balkenlage eingetragene Feuchte sonst gar nicht wieder austrocknen kann. Feuchteursachen können vielfältig vorhanden sein, beispielsweise Konvektion oder auch mal ein ganz banaler Wasserschaden. Sowas kann auch durch einen versehentlich umgeschütteten Putzeimer passieren.

      Diese Schicht muss also zur Bahn im OG passen, ggf. sogar nur eine Luftdichtheitsfolie mit extrem niedrigen sd-Wert. Dies betrifft auch den späteren Bodenaufbau. Also eine Austrocknungsreserve planen.

      es werden sicherlich noch Installationsdurchdringungen vom OG ins DG gemacht werden müssen. Diese sind natürlich auch in die bestehende Dampfsperre des OG fachgerecht dicht einzuarbeiten. Man muss prüfen, dass man deren Anzahl, Lage und Abstand zueinander so wählt, dass dies ggf. von oben passieren kann. Sonst hat man im OG auch noch eine größere Baustelle...

      1.) Als DB für den Fussboden würde ich die gleiche wie an Wand und Dachschräge verwenden - p**cl*** int**** sd = 0,25-25m

      2.) die Durchdringungen der Installation ins DG (Lüftung und Heizung) sind bereits so geplant, dass diese nicht als dickes Geflecht sondern sauber einzeln getrennt voneinander nach unten eingeführt werden, Abklebung von oben wie ist eh geplant - da von hieraus die Zugänglichkeit besser gegeben ist

      3.) Abklebung im Bereich der Deckenbalken zu MW bzw. an vorh. DB vom OG halte ich auch für ein sehr sportliches Unterfangen - deshalb eher die Tendenz zu Version DB über Fussboden

      Vielen Dank für die Erläuterungen bzw. Einschätzungen und auch Einwände!
    • Alfons Fischer schrieb:

      nur wird man dort, wo die bestehenden Deckenbalken auf der Wand liegen, einen dichten Anschluss an die Außenwand von unten nicht herstellen können.
      Da gabs in der aktuellen Quadriga einen interessanten Artikel über den nachträglichen Dachgeschossausbau und das Lösen des Problem von Durchströhmungen der Kehlbalkenlage.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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