Heizkessel: Austauschpflicht nach 30 Jahren

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    • Heizkessel: Austauschpflicht nach 30 Jahren

      Hallo,

      unser Heizkessel wurde laut Rechnung im Juni 1996 in Betrieb genommen (der Bescheid vom Schorni liegt mir nicht vor - daher k.a. wann genau). Das würde erstmal grundsätzlich bedeuten, dass er 2026 ausser Betrieb genommen werden würde (die üblichen Ausnahmen treffen für uns alle nicht zu). Nun lese ich jedoch, dass wenn der Heizkessel mit einer Technik arbeitet die einem Niedertemp.- oder Brennwertkessel "gleichgesetzt" werden kann, also z.B. über einen Wärmetauscher in der Abgasleitung verfügt, dann ist dieser auch zu befreien.

      Ich gehe nicht davon aus, das wir so ein "Hightechgerät" haben, kann das als Laie jedoch nicht einschätzen.

      Es handelt sich um ein Vai..... VC 180K inkl. Witterungsfühler und Raumtempfühler - ohne Warmwasserbereitung.

      90186

      Kann einer an dem Handbuch erkennen ob da irgendwelches Zeug enthalten ist der ihn zu einem entsprechend ausgenommenden Kessel qualifizieren sollte?

      Ja ich weiss - übliche Lebensdauer ist 20 Jahre, 30 Jahre sollten nun auch mal genug sein, tausch den aus bevor der dir im Winter ausfällt usw.... ich muss jedoch für Menge x von Geld y einen "Fahrplan" vorhalten wann ich was im Haus einplane - und Geld ist nunmal endlich und vermehrt sich auch nicht mehr arg so stark wie vor dem Hauskauf - von daher muss ich haushalten, und würde gerne nicht über die generelle Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens diskutieren :)
    • Guck dir mal an wie ein Niedertemperaturkessel definiert ist ....
      Ob das Gerätchen nochmals über 10 Jahre durchhält ist ne andere Frage.

      Meistens nippeln irgendwelche Bauteile ab, für die eine Ersatzbeschaffung - sofern überhaupt noch möglich - der wirtschaftliche KO ausgerufen wird. So lange er tuckert kannste ihn tuckern lassen.
      Obs wirtschaftlicher wäre ihn vorzeitig in Rente zu schicken ist anlagen- und verbrauchsabhängig.
      Grade im Brennwertwandbereich hat sich vergleichsweise viel getan.

      Offiziell nach den VDI Vorgaben zur Lebensdauer hat ers schon hinter sich ;).

      Gruß
      Achim Kaiser
    • nach derzeitiger Lage der EnEv gilt die Austauschpflicht nicht für vorhandene Niedertemperatur- und Brennwertkessel. (§10 Abs. 1 EnEv )
      Es würde mich abe nicht wundern, wenn die Niedertemperaturkessel aus dieser Ausnahmeregelung in der nächsten Fassung der EnEv herausfallen würden...


      handelt es sich um ein selbst genutztes Einfamilienhaus oder ein eigenes Zweifamilienhaus, in dem eine Wohnung selbst bewohnt wird und erfolgte der Einzug vor 2. Februar 2002? (§10 Abs. 4 EnEv )
    • Ich schließe mich Achim an.30 jahre sind für einen Heizkessel eine lange Zeit, viele machen schon deutlich früher die Grätsche. Man kann das nicht mir Uraltkesseln vergleichen, in denen ein Feuerchen irgendwie ein bisschen Wasser erhitzt hat, und selbst damals waren viele Brenner (nicht der Kesselkörper) irgendwann Dauer-Reparaturkandidaten. Der einzige Vorteil dieser Kisten war, dass ein alter schwerer Gusskessel unzerstörbar war, "Technik" gab es nicht, und den Brenner konnte man zur Not ersetzen. Der wurde sowieso nur mit einem einfachen Kesselthermostat schmerzfrei ein- und ausgeschaltet, Hauptsache es wurde warm.
      Wir leben aber im Jahr 2016, und da sieht die Welt ganz anders aus.

      Ein Zeitraum von 30 Jahren ist für heutige Kessel schon mehr als optimistisch, und angesichts der schnellen technischen Entwicklung, wird so mancher Heizkessel auch schon deutlich früher ersetzt.

      Ich würde mit einem Austausch in 2026 kalkulieren, unabhängig davon ob notwendig oder nicht, wobei es nicht so ist, dass am 01.01.2026 der Schorni vor der Tür steht und das Teil von der Wand reißt. Wenn der Austausch erst in 2027 stattfindet, dann ist das halt so, man darf es nur nicht übertreiben. In Deinem Fall dürfte ein Betrieb über die 30 Jahre hinaus zumindest nach EnEv kein Problem sein. Praktisch gesehen würde ich mir aber über einen Austausch ein paar Gedanken machen.

      Es ist jetzt nicht so, dass man durch einen Austausch ein Vermögen an Heizkosten sparen kann. Viele der üblichen "Versprechen" lösen sich in der Praxis ganz schnell in Luft auf. Unabhängig davon sollte man aber eine Einsparung erzielen, und wenn man dann noch bedenkt, dass mit der Zeit der Wartungs- und Reparaturaufwand steigen wird, dann könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass ein Ersatz des Kessels vielleicht gar keine schlechte Idee ist. Selbst bei Verfügbarkeit der Ersatzteile bedeutet jede Reparatur auch Zeitauwand und somit Kosten. Irgendwann wird man erkennen, dass man das Geld anstatt in Reparaturen, lieber in einen neuen Kessel bzw. Therme investiert hätte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von R.B. ()

    • OK - jetzt driften wir doch ein wenig in die Schiene "egal ob du musst oder nicht, mach es" ab ;)

      @R.B. - warum denkst du das ein Betrieb > 30 Jahre nach EnEv kein Problem wäre? Ich bin 2014 ins Haus "eingezogen" - selbstbewohntes EFH. Der Kessel sollte doch nicht mit NT oder BW gleichgesetzt werden können, oder?

      Problem bei mir ist... Ich sehe die Heizung nicht isoliert sondern im Zusammenhang mit der Verrohrung, den Heizkörpern und den Badezimmern. Ich stelle mir aktuell vor, das ich bei einer Badsanierung die notwendig ist, gleichzeitig von DLE auch auf Warmwassererzeugung via Gas umsteige, und in dem Rahmen dann auch die Heizung erneuere. Dabei stellt sich dann die Frage warum nicht auch die aktuell 40 Jahre alten Stahlrohre und Stahlrippenheizkörper ersetzen. Alles in allem erreicht aber dieses Komplettpaket eine Summe die ich in 10 Jahren evtl. nicht stemmen können werde, da ich in 5 Jahren "mal eben" das komplette DG inkl. Bedachung einmal neu und ausbauen lassen möchte - danach ist dann erstmal wieder "ansparen" angesagt.

      "Einfach nur" die Heizung zu ersetzen würde ich halt nur im Notfall tun - auch weil ich nicht einschätzen kann wie sehr mir das meine Pläne mit "Warmwasser" im Rahmen der Badsanierung verbaut - dann will ich ja nicht schon wieder eine neue Heizung kaufen oder die alte so erweitern, das es zwar "irgendwie" geht aber fern vom Optimum läuft - für die nächsten x Jahre.

      Ansonsten läuft die Heizung seit 1996 störungsfrei ausser der Ausgleichsbehälter welches 2008 ausgetauscht wurde.

      Beim Heizkosten sparen mache ich mir nichts vor. Ich habe einen Jahresverbrauch von ca. 16.000 kWh bei 100m² beheizter Wohnfläche und 33m² theoretisch beheiztem DG jedoch mit abgestellten und nicht angefahrenen Heizkörpern (dementsprechend ist die obere Geschossdecke aber auch nicht gedämmt und entsprechend kalt im DG) wofür ich 2017 ca 750 EUR löhnen werde - und wenn ich da jetzt lassen wir es mal 2000 kWh sein die ich sparen kann, wären das 100 EUR. Was zahle ich für ne neue "mach mal Brennwerttherme 18kW"? 5000 EUR? Wann rentiert sich das bei aktuellen Gaspreisen? 50 Jahre....
    • Olli schrieb:


      @R.B. - warum denkst du das ein Betrieb > 30 Jahre nach EnEv kein Problem wäre? Ich bin 2014 ins Haus "eingezogen" - selbstbewohntes EFH. Der Kessel sollte doch nicht mit NT oder BW gleichgesetzt werden können, oder?
      Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann hat der Regler eine Witterungsführung. Zudem ist es wohl möglich, den Kessel mit Niedertemperatur zu fahren (ob man das auch macht, das ist ein anderes Thema). Somit würde er als NT Kessel gelten. Um genaueres sagen zu können, müsste ich mich jetzt tiefer in die Unterlagen einarbeiten, so genau kenne ich das Teil auch wieder nicht.



      Olli schrieb:


      - und wenn ich da jetzt lassen wir es mal 2000 kWh sein die ich sparen kann, wären das 100 EUR. Was zahle ich für ne neue "mach mal Brennwerttherme 18kW"? 5000 EUR? Wann rentiert sich das bei aktuellen Gaspreisen? 50 Jahre....
      Das ist in die falsche Richtung gedacht. Irgendwann hat alles sein Lebensende erreicht, und das ist bei solchen Kesseln meist schon vor Erreichen der 30 Jahre. 2 oder 3 größere Reparaturen reichen aus, und Du hast fast schon mehr Geld auf den Tisch geblättert als eine neue Therme kosten würde. Wie gesagt, nicht nur Teile kosten Geld, auch der Zeitaufwand. Solche Reparaturen gehen in den seltensten Fällen mit ein paar hundert Euro über die Bühne. Hat man aber erst einmal Geld in die Kiste gesteckt, dann steht man bei der nächsten Reparatur vor der Frage, ob man dieses Geld abschreiben möchte, also investiert man wieder viel Geld, und die Kiste müsste Jahrzehnte laufen bis sich allein die Reparaturkosten bezahlt machen.

      Das ist wie mit einem alten Auto. Wenn man darauf angewiesen ist, und die Kiste ständig in der Werkstatt steht, dann verbrennt man Geld. Irgendwann lohnt sich das nur noch als Hobby, denn jede Handwerkerstunde treibt einem dann die Schweißperlen auf die Stirn. Ein Gaskessel ist aber, im Vergleich zu einem Auto, ein denkbar schlechtes Hobby.

      Ich habe mal einen alten Ölkessel, Baujahr 1966, lange am Leben erhalten. Wenn ich nur an den Zeitaufwand und Ärger denke, dann war das ein schlechter deal. Hätte ich jede Stunde bezahlen müssen, dann hätte ich mir von dem Geld 2 neue Kessel kaufen können.
    • Ja, er hat eine Witterungsführng die z.B. auch dafür sorgt, das bei > 3°C Aussentemperatur, in der Nachtabsenkung die Heizung komplett aus geht inkl. Pumpe. Und ansonsten halt auch wann sie anspringt und wann nicht bzw. die Brennerflamme moduliert abhängig von der AT und meiner Raumsteuerung. (Wieviel muss ich das Wasser heisser machen um die gewünschte Temperatur im Wohnzimmer zu erreichen)
      Ansonsten kann sie auch für Niedertemp. Systeme wie Fußbodenheizungen eingesetzt werden. Ich meine bei Heizkurve 1 heizt sie maximal auf 45°C bei -20° AT hoch (Witterungsführung). So betreibe ich sie natürlich nicht.... aktuell schwankt meine VL Temp bei den aktuellen Wetterbedingungen auf ca 35°C bei Heizkurve 5 (Maximal 70° bei -20° AT) iirc.


      Natürlich würde ich bei der nächsten größeren Rep. das Ding entsorgen und nichts mehr investieren.

      Wenn sie jedoch einfach läuft würde ich das wahrscheinlich auch dabei belassen bis ich an dem Punkt auf meiner TODO Liste angekommen bin - wohlwissend das ich bei einem vorzeitigen Ausfall im Winter dann "irgendwas" einbauen muss was der Heizi noch im Keller liegen hat mit super Profit da mir sonst die Bude wegfriert......

      Aber da ist halt der Punkt ob meine Therme betroffen ist oder nicht ;)
    • ich seh das so.
      Aktuell gibt es in der Konstellation nichts günstigeres, als den Kessel einfach weiter zu betreiben. Sprich: Kein sinnnvoller akuter Handlungsbedarf.

      Jetzt aber zu planen, dass man den Kessel auch über die nächsten 10a hinaus betreiben muss bzw. sollte, weil das Geld für einen Ersatz nicht da ist bzw. in andere Ecken gehen soll, halte ich für falsch.

      Der Plan sollte sein, wenn der aktuelle Kessel jetzt anfängt zu zicken (oder auch in 10a raus muss), dann muss als Minimalziel direkt eine zukunftsfähige GBWT mit LAS finanziell drin sein. Die Warmwassergeschichte (dann zusammen mit den Heizkörpern) kann man problemlos nachrüsten (Speicher dann nebenstellen und bis dahin die GBWT nur für Heizbetrieb verwenden), idealerweise macht man das natürlich gleich mit (da spart man dann schon im täglichen Betrieb, wenn man halbwegs normale WW Mengen benötigt. Das alles über DLE geht schon ind Geld), muss aber nicht.

      Wie hoch sind den aktuell die Stromkosten für WW? Kannst Du das abschätzen?
    • Olli schrieb:



      Aber da ist halt der Punkt ob meine Therme betroffen ist oder nicht ;)

      Betroffen von was? Glaubst Du die hält ewig?

      Selbst bei sorgfältigster jährlicher Wartung gibt es keine Garantie, dass der Kessel viele Jahrzehnte lebt. Man kann einfach nicht alles überprüfen, und wenn das "Blech" mal durchrostet, oder Bauteile versagen, dann kann das kein Mensch vorhersagen. Dummerweise passiert das immer dann wenn man es gar nicht gebrauchen kann, und da hast Du schon richtig erkannt, dass es dann teuer wird. Du solltest also Deine Budgetplanung so gestalten, dass ein unerwarteter Austausch Deine Planung nicht völlig über den Haufen wirft.

      Wie gesagt, man kann einen Kessel sehr lange am Leben erhalten, aber wenn man einmal genauer rechnet, verbrennt man dabei auch sehr viel Geld. Ein KFZler der jahrelang an seinem alten VW Golf schraubt ist halt was anderes als ein Laie der bestenfalls das Motoröl nachfüllen kann. Im ersten Fall Materialpreis, und die Stunden werden unter Hobby verbucht. Im zweiten Fall kostet jede Stunde richtig Geld.

      Bei einem Heizkessel sind 500,- € oder 1.000,- € Reparaturkosten schnell erreicht. Gerade bei manchen alten Kesseln kosten Ersatzteile richtig viel Geld. Hat man dann die Reparatur bezahlt, und im nächsten oder übernächsten Jahr kommt die nächste, dann ärgert man sich bereits, dass man das Geld in den Sand gesetzt hat. Also versucht man den Kessel noch einmal zu retten, usw.
    • Stromverbrauch via DLE könnte ich abschätzen - erfasse den Stromverbrauch am Zähler mittel IR-Leser, und die DLE-Zuschaltung sieht man schon deutlich - habe ich aber bisher noch nicht abgeschätzt... wäre dann halt auch "zu Fuss" das war mir zu viel Aufwand. Bei 2 heranwachsenden Mädels in den nächsten Jahren wird der WW Bedarf sicherlich auf einen Punkt steigen wo sich Gas rechnet ;) ;)

      RB - mit "betroffen" meine ich die Austauschpflicht nach EnEv - ja ich habe das verstanden mit der Haltbarkeit - wenn er halt nur wider Erwarten noch 10a halten sollte interessiert es mich halt dennoch ob er raus muss oder nicht ;)
      Bis jetzt wurde noch kein Betrag investiert ausser das Ausdehnungsgefäß 2008 und sonst nix. Ansonsten einmal jährlich der Schornsteinfeger. Ob vor meinem Einzug 2014 jemals eine Wartung durch einen Heizi stattgefunden hat weiss ich nicht - ich habe darüber keinerlei Rechnungen gesehen - ich vermute nein!
      Ich selber habe jedenfalls noch keinen Heizi das Ding "warten" lassen. Es läuft einfach.

      Welche Arbeiten führt der Fachmann während der Wartung aus?
      • Überprüfung der Funktionsfähigkeit
        • geht / geht nicht merke ich selber

      • Messung der Brenn- und Abgaswerte
        • macht der Schorni regelmäßig

      • gründliche Innenreinigung
        • Staubsauger habe ich schon mehrfach bedient

      • Regulierung des Brenners für höchste Effizienz
        • OK, das mache ich nicht - ich habe aber eine detaillierte m³ Verbrauchserfassung und Aussentemp. Erfassung und sehe "Verschlechterungen" des Wirkungsgrades

      • akustische Überprüfung
        • äh...?

      • Durchführung eventueller Reparaturen
        • läuft alles :)



      Wie ich schon schrieb - wenn die Therme defekt geht und irgendwas getauscht werden müsste würde ich es eh tauschen lassen..... das war mir vorher schon klar.
    • Ich schrieb nicht umsonst :
      Schau dir an wie ein Niedertemperaturheizkessel DEFINIERT ist.
      Dann beantwortet sich die Frage nach *muss*.

      Wer gute alte Stahlrohre ohne Not austauscht muss zu viel Geld haben.
      Es gibt Anlagen die haben zwischenzeitlich 100 Jahre auf dem Buckel ....

      Alles andere richtet sich nach wollen und Schmierbeutel hinten rechts ....

      Gruß
      Achim Kaiser
    • Olli schrieb:

      Ich selber habe jedenfalls noch keinen Heizi das Ding "warten" lassen. Es läuft einfach.


      Sorry wenn ich heute immer nur stückchenweise antworte. Ich renne seit heute Morgen ständig zwischen Messplätzen hin und her, und immer wenn ich in´s Büro komme tippe ich ein paar Zeilen. Bis heute Abend habe ich vermutlich zumindest einen Halbmarathon geschafft.

      Aber zu Deinem Kessel. Ganz ohne Wartung, sprich mit dem Argument "er läuft einfach", kann man auf die Nase fallen. Natürlich läuft so ein Kessel immer....irgendwie.....bis es halt zu spät ist. Als ich die Bude hier gekauft hatte, damit meine ich das Betriebsgebäude, blieb der Kessel gleich den ersten Winter stehen. Ich habe dann eimerweise Ruß und Dreck aus der Kiste geholt, obwohl sie angeblich jährlich gewartet wurde. Das mit dem eimerweise meine ich wörtlich, bei einem 200kW Kessel und einer Brennkammer in die man reinkriechen kann, sammelt sich eine Menge an. Abgesehen davon, dass der Wirkungsgrad völlig am Boden lag, hat der Ruß dazu geführt, dass ich am Brenner auch gleich noch Flammrohr, Mischeinrichtung und Düsenstock entsorgen durfte. Deren Austausch wäre bei regelmäßiger Wartung wohl kaum erforderlich gewesen. Jetzt könnte man darüber streiten, ob man durch den Wegfall der Wartung wirklich was gespart hat.

      Nach meiner Erfahrung spart man durch den Wegfall der Wartung nur augenscheinlich ein paar Euro, dafür erwischt es einem später um so heftiger. Bei einem Gaskessel ist es nicht ganz so kritisch wie bei einem Öler, aber im Prinzip ist es das gleiche.
    • @Achim - das sind ja auch alles nur "Ideen" (Bzgl. Stahlrohre) - ob das irgendwann auch alles mal genauso gemacht wird wie es mir jetzt im Hirm rumgeistert? Wer weiss das schon. Eine Definiton des Begriffes NT-Kessel hatte ich in der EnEv nicht gefunden - das mag aber an mir liegen. Ich hatte jedoch woanders gefunden:

      In der heute nicht mehr gültigen DIN 4702 (ersetzt durch EN 303) wurden Niedertemperatur-Kessel wie folgt definiert: "Niedertemperatur-Kessel (NT-Kessel) sind Heizkessel, in denen die Temperatur des Wärmeträgers durch selbsttätig wirkende Einrichtungen gleitend bis auf 40°C oder tiefer abgesenkt werden kann bzw. Kessel, die auf nicht mehr als 55°C eingestellt sind."

      Das kann meiner ja.... 30° ist kein Problem - habe ich ja z.Zt. konstant

      @R.B. bis vor einem Jahr hatte ich mir über sowas wie Wartung noch nichtmal Gedanken gemacht - ich wusste schlichtweg nicht, das es sowas gibt oder sinnvoll wäre. Ich spreche mal mit meinen Nachbarn was die da so machen - evtl. kann man sich zusammentun um paar Euros (Anfahrt usw. min.) zu sparen. Wenn er halt auch nur den Staubsauger reinhällt und seinen Fühler ins Abgasrohr ists halt für die Katz....
    • Also Wartung bei einer VC 180... bedeutet.
      Gerät entleeren. Vordruck des Ausdehnungsgefäßes kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen. (wie weit, kommt auf deine Anlage an)
      Brenner demontieren und reinigen (gründlich).
      Wärmetauscher demontieren und reinigen. Nicht nur die Lamellen durchspülen, sondern auch die Rohre des Wärmetauschers.
      Strömungssicherung demontieren, reinigen.
      Teile wieder einbauen.
      Anlage auf korrekten Druck wieder auffüllen.
      Anlage in Betrieb nehmen.
      Abgassensor auf Funktion prüfen.
      Sichtprüfung.
      Ach ja, dein Staubsauger halte ich für Effekthascherei. (meine Meinung !)
      Evt. Gaseinstellung überprüfen. (verstellt sich aber eigentlich nicht von alleine)
      Sichtprüfung, ob der Wärmetauscher noch glühende Reste beherbergt, solange das Gerät heizt. Wenn ja, muß man wissen, wie viel man verschmerzen kann.
      Abgasmessung durchführen, zur Kontrolle.
      Ich denke ich habe alles.

      Und nun das Wichtigste.
      Ohne Gaskonzession darfst du selber nicht am Gerät arbeiten !
    • Olli schrieb:



      @R.B. bis vor einem Jahr hatte ich mir über sowas wie Wartung noch nichtmal Gedanken gemacht - ich wusste schlichtweg nicht, das es sowas gibt oder sinnvoll wäre. Ich spreche mal mit meinen Nachbarn was die da so machen - evtl. kann man sich zusammentun um paar Euros (Anfahrt usw. min.) zu sparen. Wenn er halt auch nur den Staubsauger reinhällt und seinen Fühler ins Abgasrohr ists halt für die Katz....
      Zu einer Wartung gehört schon ein bisschen mehr. Die meisten Hersteller haben Wartungspläne die man abarbeiten könnte, oder der Monteur weiß selbst was zu tun ist.

      Ich bin nicht der Meinung, dass man bei einer Gastherme jährlich eine Wartung benötigt, auch wenn die Hersteller das empfehlen. Heutige Geräte setzen so wenig Brennstoff durch, da ist auch der Verschleiß geringer. Man sollte sie aber auch nicht völlig ohne Wartung betreiben. Niemand käme auf die Idee 100.000km mit einem Auto zu fahren, ohne ab und zu mal nach Öl, Bremsen usw. zu schauen. So ein Kessel läuft immerhin 2.000-2.500h pro Jahr, manche auch noch länger. Das schaffe ich mit meinem Auto nicht pro Jahr.
    • Baumal schrieb:

      dann wird es zeit, mehr oder weniger betreibst du einen oldtimer.
      Jo - ich werde mich mal darum kümmern - sowas macht man üblicherweise im Sommer nehme ich an?
      Wie kann man hinbekommen dass der Heizi das ordentlich macht? Habe mal eben mit einem Kollegen geschnackt - der hatte letztes Jahr "den Lehrling für 10 Minuten da" für 100 EUR.
      Dieses Jahr hat es nach vorjähriger Beschwerde der Meister selber gemacht in 2h und hat ein Ventil getauscht und einiges eingestellt..... er hat aber auch eine Brennwert-Therme.

      Ich will das wenn, halt nicht "fürs gute Gewissen" machen sondern erwarte mir ja auch irgendwas von - z.B. mal das so Dinge gemacht werden wie von SG3 beschrieben. Ich kann ja aber einem Heizi nicht vorschreiben was da so alles an dem Teil zu tun ist - ich kenne die Vorgaben des Herstellers ja nicht. Wenn ich jetzt zum lokalen Heizi gehe und sage "machst du mir Wartung"... da kann ja sonst was bei rum kommen?!
    • Olli schrieb:

      Baumal schrieb:

      dann wird es zeit, mehr oder weniger betreibst du einen oldtimer.
      Ich will das wenn, halt nicht "fürs gute Gewissen" machen sondern erwarte mir ja auch irgendwas von - z.B. mal das so Dinge gemacht werden wie von SG3 beschrieben. Ich kann ja aber einem Heizi nicht vorschreiben was da so alles an dem Teil zu tun ist - ich kenne die Vorgaben des Herstellers ja nicht. Wenn ich jetzt zum lokalen Heizi gehe und sage "machst du mir Wartung"... da kann ja sonst was bei rum kommen?!

      Suche Dir jemanden der sich mit dem Gerät auskennt. Es sind leider sehr viele Universalgenies unterwegs.
      Du solltest auch das Thema "Kosten" ansprechen, auch wenn man den Aufwand selten auf die Minute genau kalkulieren kann. Meist gibt es eine Pauschale x die die Standardarbeiten abdeckt, und wenn etwas ausgetauscht werden muss, oder zusätzliche Arbeit anfällt, dann kostet das extra. Hier ist halt der Monteur im Vorteil, der auch Erfahrung hat. Er weiß was zu tun ist, und kann auch den Aufwand abschätzen.

      zu den 100,- €, ein Ölwechsel bei meinem Auto ist teurer, eine Ölinspektion sowieso. Also nicht wundern, wenn es mit 100,- € nicht getan ist.
    • R.B. schrieb:

      Suche Dir jemanden der sich mit dem Gerät auskennt.
      erkennbar daran das er 50 Jahre oder älter ist und er im Ausgehängten Meisterbrief von irgendwas vor 1996 stehen hat? :lol: :lol:
      Ich schau mich mal um - gibt ja einige ortsansässige hier - vielleicht gibt es ja auch die Firma noch die damals das Ding eingebaut hat.... wobei das ja auch nix zu sagen hat. Zummindest haben die auch 2008 das Ausdehungsgefäss getauscht.
      ---------- 4. November 2016, 15:51 ----------
      Hab ich das hier eigentlich bei der Unterschrift für den Bezug von Gas eigentlich höchstwahrscheinlich auch unterschrieben einzuhalten? ;)

      trgi_hinweise_instandhaltung.pdf
    • Olli schrieb:

      R.B. schrieb:

      Suche Dir jemanden der sich mit dem Gerät auskennt.
      erkennbar daran das er 50 Jahre oder älter ist und er im Ausgehängten Meisterbrief von irgendwas vor 1996 stehen hat? :lol: :lol:

      Die meisten Handwerker haben so ihre Favoriten, und wenn jemand schon jahrelang Thermen dieses Herstellers wartet, dann hat er auch Erfahrung. Da geht die Arbeit einfach leichter von der Hand, und die Wahrscheinlichkeit für Fehler sinkt.