Diskussionsfaden - Sanierung von Bestandsbauten

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    • Diskussionsfaden - Sanierung von Bestandsbauten

      Thomas T. schrieb:

      Auch an dieser Stelle möchte ich an den wahrscheinlich uralten, aber immer noch aktuellen Spruch erinnern:

      "Wer viel Geld hat und ist dumm, kauft ein Haus und baut es um!"
      komischer spruch......

      als architekt wäre ich in der lage, mein
      " neubau-traumhaus" selbst zu entwerfen
      und zu planen.

      bei entsprechendem angebot würde ich
      aber immer einen altbau vorziehen, ein
      haus mit geschichte.
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • Baumal schrieb:

      bei entsprechendem angebot würde ich
      aber immer einen altbau vorziehen, ein
      haus mit geschichte.
      Dem kann ich nur u.U. zustimmen.

      Geschichte? Ja, gerne! Traditionelle Bauformen/ Formate/ Materialwahl? Auch prima.

      Aber: Häufig passen einfach die Dimensionen nicht. Früher lebte man eher kleiner. Und zwar in flächiger Ausbreitung, als auch in der Höhe. Da limitieren alte Gebäude schon mal die Möglichkeiten. Und nicht alles lässt sich daran ändern, ohne dass das Ursprüngliche zerstört wird.

      "Schönes Beispiel". Ich durfte bei einer Umplanung eines alten Hauses (18XX) hier in der Region zugegen sein bzw. sollte die Möglichkeiten mit erarbeiten. Denkmalschutz drauf. Raumhöhen im EG: etwa 2,20m, im OG etwa 2,10m, teilweise mit Unterzügen (Balken), die dann man gerade noch unterschreiten kann. Größere Menschen hauen sich den Schädel an.

      Was konnte man mit dem Gebäude machen?

      Nichts!

      Die Raumhöhen waren einfach zu niedrig und lassen sich auch nicht ändern. Man hätte Decken entfernen müssen, darf man aber nicht. Und hätte man es gedurft und hätte eine höherliegende Decke eingebaut, so würden im OG natürlich die Fensterbrüstungen auf einmal auf Knie-, die Stürze auf Stirnhöhe liegen.

      Würde man so etwas so umbauen, das man es nutzen kann, so wären die Eingriffe derart massiv, dass vom eigentlichen Haus nicht mehr viel übrig bliebe. Der Aufwand dafür wäre hingegen enorm.

      Ende der Geschichte: Das Haus bleibt wie es ist. Denkmalgeschützter Leerstand. Nun bedarf es etwas Geduld (viele Jahre), bis das Haus so weit vergammelt ist, dass man es abreißen darf und muss. Neunutzung zur Zeit nahezu unmöglich.
    • der spruch macht schon sinn, auch wenn er komisch ist. ich kann nicht jedem gebäude, z. b. fachwerk 3,5 bis 4 m raumhöhen aufzwängen, weil ich das von meiner gründerzeitwohnung einfach übernehmen möchte. mit dem nötigen kleingeld kann man natürlich jedes haus vergewaltigen.

      sinnvoller ist jedoch eine behausung zu suchen, die meinen vorstellungen entspricht um nicht irgend etwas in gebäude hineinzupressen, worauf der bestand im grunde nicht eingerichtet ist!
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • z.b.:







      kein mensch wollte sich vorstellen, dass dort mal eine 4- köpfige familie
      im OG und DG hausen könnte. ich schon.. :D

      vergewaltig habe ich die substanz mit sicherheit nicht.
      (ich bin fast neidisch.... :D )
      und millionäre waren die bauherren nicht.

      mir tut das nur in der seele weh, so etwas abzureißen.....
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • Es geht nicht darum, dass man alte Häuser grundsätzlich abreißen soll.

      Aber: Wenn man sich schon ein altes Gebäude antut, sollte man auch weitgehend mit dem Charme der vorhandenen Substanz leben können! Das kann sehr reizvoll sein (Aber wem sage ich das.)!

      Was aber gerne mal kommt:
      - Gauben in den Dachstuhl
      - Stiele und Kopfbänder sind im Weg und sollen raus
      - größeres oder neues Treppenloch
      - Keller soll tiefergelegt und beheizt werden
      - Grundrisse sollen grundsätzlich umgestrickt werden
      - neue Fensteröffnungen rein, alte zumachen
      - usw.

      Und da trifft i.d.R. der Spruch zu! Wie gesagt, es geht um Umbau, nicht um Renovierung und Erhaltung.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Thomas T. schrieb:

      Was aber gerne mal kommt:

      - Gauben in den Dachstuhl
      - Stiele und Kopfbänder sind im Weg und sollen raus
      - größeres oder neues Treppenloch
      - Keller soll tiefergelegt und beheizt werden
      - Grundrisse sollen grundsätzlich umgestrickt werden
      - neue Fensteröffnungen rein, alte zumachen
      - usw.

      Und da trifft i.d.R. der Spruch zu! Wie gesagt, es geht um Umbau, nicht um Renovierung und Erhaltung.
      wo ist das problem?

      es geht ja nicht darum, neu zu tapezieren.
      sondern sich ein zuhause, im finanziellen rahmen, zu gönnen.

      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • das fensterformat im dachspitz passt nicht zum haus. die gotischen spitzbögen kann man auch für grössere fensterformate - mit spitzbogen - öffnen. kommt aber darauf an, was sich im grundriss dahinter abspielt.

      ansonsten schöner ansatz gegenüber dem 1. thema, vor allem besserer umgang mit dem historischen bestand.
      ---------- 20. Oktober 2016, 10:03 ----------
      ergänzung - was soll das vordach rechts???
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • bestand:




      ausführung:




      ---------- 20. Oktober 2016, 11:49 ----------

      rolf a i b schrieb:

      .... die gotischen spitzbögen kann man auch für grössere fensterformate - mit spitzbogen - öffnen. kommt aber darauf an, was sich im grundriss dahinter abspielt.
      das war aber (leider) nicht meine aufgabe.
      eben so wenig, wie das verfluchte vordach im EG.

      ich habe mich nur um das 2.OG und den dachspitz gekümmert.
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • Rudolf R. schrieb:

      Mit Sicherheit.
      Mit Sicherheit nicht!


      Beim Neubau hätte ich schon erheblich die Stirn in Falten gelegt. Aber bitte mal den Bestand (Lage des TH) ansehen und gucken was man daraus gemacht hat. Aus Dunkelbädern/ Küchen wurden Tageslichträume. Die unnötige, dunkle Diele ist weg......insgesamt also durchaus gut gelöst! Mag gut sein, dass man selber noch auf andere Lösungen gekommen wäre....aber ansonsten:Prima!
    • Thomas T. schrieb:

      Hüstel, aber hätte diese Grundrisse ein Laie eingestellt, wären sie von den Architekten gnadenlos verrissen worden. Incl. Rückbauverfügung!
      wo brennt`s denn? :D

      ich bin für jegliche kritik offen.

      der "anbau" "vordach" ist bestand, eine überdachte terrasse.
      das EG ist/war eine gastwirtschaft .
      ich kann nix dafür/konnte daran nix ändern.

      das zweite OG war eine versiffte bude,
      der speicher, ein speicher.

      sanitärinstallationen liegen dort, wo
      es der bestand fordert.
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • Baumal schrieb:

      Thomas T. schrieb:

      Hüstel, aber hätte diese Grundrisse ein Laie eingestellt, wären sie von den Architekten gnadenlos verrissen worden. Incl. Rückbauverfügung!
      wo brennt`s denn? :D
      Ich hoffe für die Bewohner, dass das nie eintreffen wird! 2. Rettungswege gibt es nirgends (am Balkon kann man wegen des Walmdachs nicht anleitern, der SPB liegt zu hoch). Ist das wirklich so genehmigt worden? Ich hätte als Entwurfsverfasser wahrscheinlich schlaflose Nächte.

      Die Schleppgauben passen zum Gebäude wie die Faust aufs Auge. Vielleicht sind sie als gestalterisches Pendant zum Walmdach gedacht?

      Zum Grundriss nur ganz kurz:
      - SPB ist i.O.bis auf den fehlenden Rettungsweg. Die bodentiefen Fenster passen allerdings überhaupt nicht.
      - zum DG: Nach Öffnen der Wohnungstür sitzt man quasi auf der Couch. Wahrscheinlich werden dort auch die Jacken abgelegt, weil vor dem bisschen Wand neben dem Eingang ein Schuhregal für 4 Personen den ganzen Platz beansprucht. Das mag für eine gründerzeitliche Dienstbotenwohnung im 3. Hinterhaus angemessen sein, aber bei einer in wesentlichen Teilen freien Neuplanung? Ich stelle mir das mit 2 halbwegs schwer pubertierenden Kindern vor - grausam.
      - Der schmale Flurschlauch, ein WC in Wohnmobilgröße, ein großes, aber verschachteltes Bad, wo nicht mal ein zeitgemäßer Waschtisch rein passt, dafür können sie ums Bett Polonaise tanzen - hier stimmt nichts!

      Ich bin kein Architekt, würde so etwas aber nur auf dringenden persönlichen Wunsch der Bauherrschaft mit Bauchschmerzen und Widerwillen abliefern.

      Sorry, das wird dazu mein einziger Beitrag bleiben, und der kam nur wegen der Nachfrage. Ich wollte das Thema nicht sprengen.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Thomas T. schrieb:

      Baumal schrieb:

      Thomas T. schrieb:

      Hüstel, aber hätte diese Grundrisse ein Laie eingestellt, wären sie von den Architekten gnadenlos verrissen worden. Incl. Rückbauverfügung!
      wo brennt`s denn? :D
      Ich hoffe für die Bewohner, dass das nie eintreffen wird! 2. Rettungswege gibt es nirgends (am Balkon kann man wegen des Walmdachs nicht anleitern, der SPB liegt zu hoch). Ist das wirklich so genehmigt worden?
      du glaubst doch nicht tatsächlich, dass ich einen bauantrag
      einreichen würde, wo der brandschutz, oder zweite
      rettungswege nicht auf der sicheren seite sind?

      vermutlich sucht du etwas, weil ich gegen ossis am stänkern bin? :D
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -