OSB Ersatz in Holzständer Wandaufbau - welche Alternativen gibt es?

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    • OSB Ersatz in Holzständer Wandaufbau - welche Alternativen gibt es?

      Hallo zusammen,

      Wir haben vor in 2017 oder 2018 unser EFH bauen zu lassen. Nun haben wir uns schon für einen Holzständer Bau entschieden (frei geplant) und beschäftigen uns im Moment mit den Wand und Boden Materialien. Wir würden hier gerne auf OSB Platten verzichten. Der Ausstoß von Formaldehyd und anderen Stoffen lässt uns keine Ruhe, vor allem nachdem die rechtlichen Grenzen nun gleich mehrmals nachgebessert werden mussten. Nun suchen wir nach Alternativen und hätten gerne eure kompetente Hilfe.

      Bisher sind wir auf folgende Möglichkeiten gestoßen:
      • ESB Plus (niedrige Emission)
      • GFM-Platten
      Zweitere würde uns am ehesten zusagen ist aber natürlich die kosten intensivste Lösung.

      Vielleicht habt ihr noch andere Alternativen, die wir uns ansehen sollten. (hier gerne auch per PN, falls Hersteller genannt werden müssten) Vielleicht sagt ihr auch dass ganze ist unnötig und habt gute Argumente warum, dann immer her damit. Wie gesagt wir befinden uns noch nicht kurz vor dem Stellen des Hauses, es ist also noch alles möglich. :)

      Vielen Dank und viele Grüße,

      Denis
    • formaldehyd ist ein thema, aber bei weitem nicht in dem mass, wie in den früheren giftjahren, wo der leitsatz war, je mehr, desto besser.
      wenn möglichst f.-arm, dann konsequent mit mineral. beplankung, gk- oder gf-platten - oder mit mauerwerk.
      durch aktuelle verleimung von holz wird der f.gehalt nur sehr wenig nach oben getrieben und isocyanate in den pu-leimen sind leicht flüchtig, mithin schnell weg/woanders.

      vergleich nicht nur "osb" als klassenbegriff mit herstellerspezifischen spezialplatten, sondern schau dir an, wie welcher hersteller welche osb-platte herstellt und welche eigenschaften die jeweils hat. vielleicht erledigt sich die frage dann von selbst, wenn nicht, sollte doch eigentlich dein freier planer die nötige kompetenz besitzen, sich nicht von werbeaussagen (die auch noch womöglich vom holzhaushersteller kolportiert werden) täuschen zu lassen.
    • Vielen Dank für deine erste Antwort @mls!

      Im Moment befinden wir uns noch in der Sammel Phase vor dem Planer. :) Wir würden uns gerne erstmal selbst ein Bild machen um das geplante auch selbst einigermaßen werten zu können. Die OSB Platten Hersteller sind ja nicht sehr offen, was die Schadstoffe angeht.

      Auf welche Werbeaussagen spielst du an?
    • denis schrieb:

      Die OSB Platten Hersteller sind ja nicht sehr offen, was die Schadstoffe angeht
      das sehe ich anders und auch ab 16.10. (ce-kennzeichnung) wird in der zugehörigen dop deklariert.
      ob man "einfach" an alle infos rankommt, kann ich nicht flächendeckend bewerten, aber ich halte das, was die (zumindest die 2, 3 grossen) hersteller in der jeweiligen dop schreiben, für einigermassen brauchbar (ohne probleme der ce-kennzeichnung zu bewerten).

      werbeaussagen sind die, die pauschale verwendbarkeit oder gar überlegenheit suggerieren, ohne fakten zu liefern.
      ob eine holz"sonder"platte bauwerksspezifisch passen kann, entscheiden keine werbetexter, sondern die planer zusammen mit dem bauherren, indem die wesentlichen eigenschaften gemeinsam abgeklopft werden.
    • denis schrieb:

      Wir würden hier gerne auf OSB Platten verzichten. Der Ausstoß von Formaldehyd und anderen Stoffen lässt uns keine Ruhe, vor allem nachdem die rechtlichen Grenzen nun gleich mehrmals nachgebessert werden mussten.
      Und das Haus wird nur Massivholzmöbeln möbliert, die mit Haut- oder Knochenleimen verleimt wurden, mit Schelllack lackiert oder Leinöl geölt wurden?
      Bodenbeläge aus Massivholz gewachst/geeölt mit Nut und Feder auf Lagerhölzern genagelt/geklammert, alternativ lose Linoleum-Beläge?
      Wandbeläge Rauhfaser, gestrichen mit Kaseinfarben?
      Innentüren gestemmte Massivholztüren in keilgezinkten und geschraubten Massivholzzargen?
      Fliesenbeläge im Dickbett angesetzt?

      Oder kommt die Inneneinrichtung doch eher von der Katze, dem Elch, dem roten Stuhl & Co?

      Was bitte soll dann das Gekasper um die Formaldehydbelastung von OSB-Platten, die hinter Installationsebenen aus GK oder GF verschwinden und zwischen Montage und Bezug 3 - Monate abgasen können?

      Zu den Möbeln und dem Formaldehyd darin gab es letztens einen wunderbaren Bericht, ich glaub es war Markt.
      DA solltest Du ansetzen und nicht bei OSB Platten.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Du hast Recht und ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht. (wobei ich diese eher herablassende Art nicht unbedingt passend finde) Aus diesem Grund auch die Frage ob es überhaupt Sinn macht darauf zu achten. Allerdings ist es wohl schon ein ziemlicher Unterschied ob in allen Wänden + Fußböden OSB Platten verbaut sind oder "nur" die Möbel (welche zu einem großen Teil in der Tat massiv und mit Leinöl eingelassen sind) im Haus stehen. Du merkst ich bin mir hier sehr unsicher und möchte auch keine eurer Meinungen von der Hand weisen. ;) Aber ich sammle einfach mal die verschiedenen Meinungen um mir noch ein klareres Bild zu machen.
    • Wenn das Portemonnaie es zulässt, dann kann man auch auf Rauspund ausweichen (natürlich verbunden mit den üblichen Einschränkungen). Mehr öko geht schon fast nicht mehr. Das gast nicht aus, allerdings könnte es auch sein, daß Du Abends keine Lampen mehr brauchst... :lol:

      Scherz beiseite, es ist überall was bei, der nächste kommt mit Elektrosmog, dann läuft einer mit ner Wünschelrute übern Acker, es ist viel Glaube, Psychologie und Hysterie im Spiel. Und am Ende verdient immer nur einer: die Industrie... :sarkasmus:
      Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
    • Im Zusammenhang von Luftschadstoffmessungen in einem frisch fertiggestellte Holzständer- und Massivholzhaus habe ich überrascht festgestellt, dass fast alle einheimischen Massivhölzer unter bestimmten, ungünstigen, Umständen in erheblichem Umfang Aldehyde, Terpene und Essigsäure abgeben können. Hingegen sind OSB-Platten aus aktueller Produktion heute ohne entsprechende Emissionen.

      Unter Kollegen mit umfassender Holzbauerfahrung und unter interessierten Zimmerern ist diese Erkenntnis anscheinend nichts neues. Dass bestimmte Holzstäube hochgradig gesundheitsgefährdend sind, ist ja aus Sicht des Arbeitsschutzes inzwischen auch schon ein alter Hut.

      Darüber, ob bzw. bei welchen Personen Ausgasungen aus Holz als gesundheitsgefährdend zu bewerten sind, streiten sich bisher noch die Kundigen.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
      • Gipsfaserplatten
      • Diagonalschalung (hat einer meiner Bauherrn vor ca. 1-2 Jahren gebaut).
      • PU-verleimte Spanplatten. suche mal nach "Formaldehydfrei verleimte Spanplatten" im Netz.
      • oder gleich "Massivholzbauweise"? Also ab ca. 100mm starke verleimte Massivholzplatten, außen drauf mit verputzter Dämmung aus Holzweichfaser, alternativ vorgehängte hinterlüftete Fassade
      in der Firma, in der ich "früher" mal war haben wir mit Gipsfaser ausgesteift, Wände mit Zellulose gedämmt, Dampfbremsen aus Baupappen, Massivholztüren, Holzfenster mit Flachs ausgestopften Fugen, Fußbodenaufbauten ohne EPS , sondern mit Holzweichfaser als Dämmung, Trockenestriche aus Gipsfaser bzw. geölten Massivholz-Riemenböden etc. etc.
      Zwischenzeitlich ist diese Firma in ein paar Punkten nicht mehr so konsequent in ihren Grundsätzen...
    • Danke auch hier für Eure Ausführungen.

      Ich stelle hier mal einige Links zu Berichten und Studien völlig wertfrei ein.

      bestimmung_der_voc-emissionen_aus_grobspanplatten.pdf
      Blauer_Engel_und_OSB.pdf
      03b Schweizer Studie - OSB.pdf

      Was man davon glauben kann, wie es genau zu bewerten ist fällt mir persönlich ziemlich schwer. Als Laie würde ich mir vorstellen, dass es einen deutlich größeren Einfluss hat ob ich alle Fußböden, Wände und Decken mit OSB Platten verkleide (oft ja auch in mehr als 1 Schicht des Aufbaus vorhanden) als andere Werkstoffe/Möbel etc. im Haus, welche in viel geringerem Maß verwendet werden.

      Vielleicht kann mir jemand noch etwas sagen zur Seriösität des EGGBI sagen. Für mich persönlich wirkt das ganze nach Konrad Fischer 2.0 und ich kann es rein durch die Aufmachung der Dokumente schon nicht sehr ernst nehmen. Aber vielleicht bin ich auch hier auf dem falschen Dampfer.

    • Mehrere OSB Plattenhersteller werben zwischenzeitlich mit dem Umweltzeichen
      Blauer Engel und versuchen damit die gesundheitliche Unbedenklichkeit ihrer
      Produkte darzustellen

      wenn ein hersteller sein produkt mit dem blauen engel deklariert, dann heisst das erstmal, das produkt entspricht den blaue-engel-anforderungen. ob dann, den techfacts nachgeschaltet, daraus eine imho viel zu allgemeine gehaltene "gesundheitliche Unbedenklichkeit" zu werbezwecken generiert wird und wie sowas bewertet wird, ist ein gaaaanz anderes thema.
      ich hatte oben geschrieben "durch aktuelle verleimung von holz wird der f.gehalt nur sehr wenig nach oben getrieben". prüf das nach, vergleich die f-emissionswerte von versch. osb oder 3-schicht-platten oder herstellerspezifischen produkten mit den werten unbehandelter bretter - dann werden ganz andere fragen auftauchen, zB welche grenzwerte werden bei welchen einbaubedingungen (!) erreicht.

      wenn dann, vorsicht ironie, das denklogische ergebnis ist, dass man nicht mehr in den wald gehen darf, weil ungesund, dann bleibt immer noch der freie wille.
    • mls schrieb:

      Mehrere OSB Plattenhersteller werben zwischenzeitlich mit dem Umweltzeichen
      Blauer Engel und versuchen damit die gesundheitliche Unbedenklichkeit ihrer
      Produkte darzustellen
      wenn dann, vorsicht ironie, das denklogische ergebnis ist, dass man nicht mehr in den wald gehen darf, weil ungesund, dann bleibt immer noch der freie wille.
      Naja, zumindest ist der Wald formaldehydfrei.... :D


      ...außer man hat in der Vergangenheit dort irgend eine Schweinerei veranstaltet... :P
      -

      Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...
    • Thomas B schrieb:

      ....oder mal ganz andere Wege beschreiten! Netter Artikel bzw. nette Bilder:

      Architektenhaus in der Steiermark: Der Scheunenfund - SPIEGEL ONLINE

      Leider fehlen bei solchen Artikeln meist Angaben zu den Kosten. Ich vermute mal, dann haben sich solche Projekte spätestens beim Blick in den eigenen Geldbeutel, bei den meisten "Bauherren" schnell erledigt.
      Man kann viele tollen Dinge planen, und auch bauen, wer aber dafür nicht gerade eine Baufirma sein Eigen nennt, hat schlechte Karten, und braucht einen entsprechend großen Geldbeutel. Das ist auch nichts, was man so als Heimwerker mal zwischendurch in DIY auf die Beine stellen kann, und selbst da gibt es die Materialien ja auch nicht geschenkt.
    • Ich finde die Überlegungen des TE sehr richtig und das ganz abgesehen von der tatsächlichen Schadstoffbelastung durch OSB Platten. Was nach "derzeitigen Kenntnissen" (von wem auch immer) unbedenklich ist, kann bald als giftig, krebserregend, umweltgefährlich... eingestuft werden. Siehe die Diskussion um die EPS Entsorgung in einem anderen Thread hier. Da macht es doch unabhängig von den aktuellen Erkenntnissen Sinn, Verbundstoffe und chemische Erzeugnisse einzusparen. Nur weil man das nicht bis in letzter Konsequenz durchführen kann, heißt das doch nicht, dass man nicht trotzdem nach wirtschaftlichen Lösungen suchen kann.

      Wir haben vor zwei Jahren ganz ähnliche Überlegungen gehabt. Massivholzbau war für uns wirtschaftlich nicht drin, also haben wir Alternativen gesucht. Unseren Bau haben wir dann mit HRB verwirklicht. Ausgesteift wurde die Rähmung mit einer Diagonalverschalung aus Nut/Federbrettern. Diese Bauweise macht eine Lufdichtheitsebene mit Baupappe nötig. Die GFM Platten wären deutlich teurer gewesen, nicht mehr allzu weit entfernt von Massivholzwänden mit Aussendämmung. Als Dämmstoff kamen bei uns eine Sägespan-Lehm Mischung zum Einsatz. Aussen wurden die Gefächer mit Holzfaserplatten geschlossen, darauf dann eine vorgehängte Holzfassade. Innen haben wir eine Instalationsebene, die raumseitig mit Holzdielen verkleidet ist. Alle Bauabfälle konnten bedenkenlos im Kamin verfeuert werden (bzw. im Heizwerk der Zimmerei).

      Wir wohnen seit einem Jahr in unserem neuen Haus. Bisher gab es mit dem Wandaufbau keine negativen Erfahrungen. Ich bin zuversichtlich, dass das so bleibt.

      Vielleicht wäre so etwas ja eine Alternative für den TE, jedenfalls finden wir, wir haben eine ökologische Variante für unseren nicht ganz so üppigen Geldbeutel gefunden.

      • Gruss, Ben
    • Formaldehyd kommt natürlich in massivem Holz vor. Es dunstet über sehr lange Zeit in geringen Mengen aus jedem Holz- und Holzwerkstoff aus. Unabhängig davon wurden Holzwerkstoffplatten, vor allem Spanplatten, bis in die 1990er Jahre mit Leimen verarbeitet, die erheblich größere Mengen Formaldehyd enthielten und diese über sehr lange Zeit ausgasten. In unsanierten sog. "Fertighäusern" der siebziger Jahre sind heute noch extrem hohe Formaldehydgehalte in der Raumluft messbar, die auch nach 40 Jahren immer noch ein gesundheitsgefährdendes Maß haben können. Schon seit rd. 20 Jahren werden in D aber kaum noch Formaldehyd freisetzende Kleber bei der Spanplattenherstellung eingesetzt, auch nicht bei OSB-Platten. Die allermeisten Möbel aus Spanplatten auf dem dt. Markt sind deshalb heute nahezu formaldehydfrei.

      Formaldehyd wird übrigens auch von Menschen als Stoffwechselprodukt ausgeatmet und es ist u.a. auch in frischen Äpfeln enthalten.

      ABER: In geruchlich auffälligen neuen Häusern mit einem hohen Massivholzanteil an der Baukonstruktion (HRB oder BSH-Wände / Decken und Brettstapeldecken) werden seit einigen Jahren teilweise extreme Formaldehydgehalte der Raumluft gemessen. Die Herkunft ist einfach erklärt: Es sind primär die unbehandelten Massivholzbauteile, aber auch Faserdämmstoffe, aus deren Holz das natürliche Formaldehyd austritt, keine Klebstoffe, keine Dichtstoffe etc.. Hinzu kommen oft auch noch ätherische Öle und Terpene aus natürlichen Oberflächenbehandlungsmitteln wie Ölen oder Wachsen.

      Bei Führungen durch neue Holzhäuser äußern sich die Besucher meist sofort positiv über die "guten" und "gesunden" Gerüche. Ich muss mir dann immer verkneifen, auf die bereits dargestellten Gesundheitsgefahren dieser Gerüche hinzuweisen. Nebenbei bemerkt sind die bei der Bearbeitung einiger europäischer Harthölzer und vor allem tropischer Hölzer entstehenden Stäube so hoch kanzerogen, dass diese Hölzer vom Tischler nur bei funktionierender Absaugung und mit Atemschutzmaske bearbeitet werden dürfen.

      Als vorsichtiger oder sensibler Mensch sollte man deshalb eher überlegen, ob man sich und andere diesen Expositionen insgesamt aussetzen möchte, als über die Gefahren einzelner Bauteils nachzudenken. Nicht die OSB-Platten sind heute das wesentliche Formaldehyd-Problem, auch nicht die Möbel, sondern das Massivholz - leider.

      Nichts desto trotz können Häuser aus Holz sehr schön, wohnlich und im konkreten Fall die erste Wahl sein. Ich habe nichts gegen Holzhäuser, nur gegen isoliertes oder falsches Detailwissen.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker