Fensterglas. Ug0,5 vs. Ug0,6 und Lichttransmissionsgrad

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    • Fensterglas. Ug0,5 vs. Ug0,6 und Lichttransmissionsgrad

      Hallo zusammen,

      welchen Unterschied ist bei zwei verschiedenen Fenstergläsern zu erwarten:

      Ug=0,6W/m²K | Lichttransmissionsgrad 74% | Gesamtenergiedurchlassgrad 53%
      Ug=0,5W/m²K | Lichttransmissionsgrad 57% | Gesamtenergiedurchlassgrad 35%

      Sollte man hierbei auf den besseren Ug-Wert achten, um die bessere Wärmedämmung zu haben oder eher den schlechteren Ug-Wert nehmen, bei dem man in der Übergangszeit mehr Licht und Wärme von der Sonne erhält? Vielen Dank
    • world-e schrieb:


      Ug=0,6W/m²K | Lichttransmissionsgrad 74% | Gesamtenergiedurchlassgrad 53%
      Ug=0,5W/m²K | Lichttransmissionsgrad 57% | Gesamtenergiedurchlassgrad 35%

      Sollte man hierbei auf den besseren Ug-Wert achten, um die bessere Wärmedämmung zu haben oder eher den schlechteren Ug-Wert nehmen, bei dem man in der Übergangszeit mehr Licht und Wärme von der Sonne erhält? Vielen Dank

      Ich würde hier auf den schlechteren Ug setzen.

      Nehmen wir mal an, Du hättest 40m² Fensterflächen im Haus, dann liegt das jährliche Energieeinsparpotenzial irgendwo um die 300-400kWh. Je nach Wärmeerzeuger reden wir über 20,- bis 25,- € pro Jahr. In der Praxis kann unter Berücksichtigung solarer Erträge das Einsparpotenzial noch geringer sein.

      Dem steht eine deutlich geringere Lichtdurchlässigkeit gegenüber. Im Hochsommer dürfte sich das nicht negativ bemerkbar machen, da hat man Helligkeit im Überfluss, aber bereits während der Übergangszeit wird man den Unterschied feststellen können. So lange der Vergleich fehlt, wird man das eher unbewusst wahrnehmen.

      Jetzt kommt es darauf an, welche Prioritäten Du setzen möchtest. Ich finde, wenn man schon große Fenster vorsieht, dann macht man das doch mit dem Hintergedanken, dass man helle lichtdurchflutete Räume bekommt. Ich würde mich daher für mehr Helligkeit entscheiden und die paar Euro (theoretischer Mehrverbrauch) in Kauf nehmen.
      Hat Energiesparen oberste Priorität, dann kann man auf die paar kWh natürlich nicht verzichten.
    • Ergänzung zu R.B.:

      Wichtig ist ein guter Uf-Wert für die Rahmen. Je nach Fenstergröße hat der einen recht großen Anteil am Uw für das gesamte Fenster und ist natürlich nicht an solaren Gewinnen beteiligt.

      Eigentlich müsste es doch einen EnEV-Nachweis geben. Da kann man verschiedene Varianten mal durchspielen. Das sind dann aber alles Unterschiede im niedrig einstelligen Prozentbereich, falls der Fensteranteil nicht exorbitant hoch ist.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • R.B. schrieb:

      Im Hochsommer dürfte sich das nicht negativ bemerkbar machen, da hat man Helligkeit im Überfluss
      Jo, genau. Und deshalb ist das Thema sommerlicher Wärmeschutz. Die Frage würde ich hier nicht so pauschal beantworten. Wie ist der sommerliche Wärmeschutz gelöst. Was für Verschattungen gibt es? Welche Ausrichtung haben die Fenster? Wie Groß ist der Fensterflächenanteil? evt sogar passive Kühlung möglich? Da sollte es im EnEV-Nachweis Aussagen zu geben.
      Der Wärmeschutz im Winter ist heute in der Regel nicht das Problem, sondern die massiven Wärmeeinträge im Sommer. Hier kann es die auch passieren, dass bei niedriger stehender Sonne, wie z.B. im Augenblick, die Räume überhitzen.
    • Worauf ich ein Augenmerk legen würde ist auch der G-Wert.
      Wir verkaufen den meisten Leuten eine sogenannte SolarEnergy-Verglasung UG 0.6.
      Diese hat einen G-Wert von 62%.
      Bei einem G-Wert von 35% kann es sein, dass du in der Übergangszeit drinnen die Heizung aufdrehst, obwohl die Sonne voll auf deine Glasflächen knallt.
      Es geht ja nicht nur ums Energiesparen, sondern auch ums Energiegewinnen.
    • Hallo, inzwischen habe ich endlich die Antwort vom Fensterbauer. Er hatte sich vertan. Beim 0,5Wm²/K Fenster sind die anderen Werte gleich zum 0,6er. Der Lichttransmissionsgrad ist mit 74% und der Gesamtenergiedurchlassgrad mit 53% gleich. Nur ist der Zwischraum zwischen den Gläsern dicker: 4-18-4-18-4 und das 0,6er hat 4-14-4-14-4

      Also war meine Fragestellung gar nicht so nötig. Aber trotzdem informativ für mich und andere sicher auch. Danke!
    • Ich würde trotzdem das 0,6er Glas nehmen. Hier ist die Gefahr des thermischen Glasbruches wesentlich geringer, da beim 0,5er Glas durch den 18mm Scheibenzwischenraum die Gläser extrem pumpen und so die Klimalasten im Randbereich sehr hoch sind.

      Bei uns in der Umgebung haben bereits zwei Glashersteller das 0,5er Glas aus dem Programm genommen da hier überdurchschnittlich hohe Reklamationen aufgetreten sind.
    • Hier geht es um die klimatischen Einwirkungen aus unterschiedlichem Luftdruck und Temperatur. Je nach klimatischen Lasten zieht es die Scheiben zusammen bzw. auseinander wobei hier die Glaskante extremen Belastungen ausgesetzt ist. Hier wirkt bei einem Scheibenzwischenraum von 14mm wesentlich weniger Belastung als bei 18mm SZR, vor allem bei kleinen und schmalen Glasformaten sowie bei asymmetrischem Aufbau. Sehr von Vorteil ist hier auch eine geschliffene Glaskante nach dem Glaszuschnitt; machen allerdings wegen des Kostendruckes die wenigsten Glashersteller.

      Hier ein interessanter Link dazu.