Zusätzlicher Zähler für Heizstrom

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    • Zusätzlicher Zähler für Heizstrom

      Hallo zusammen,

      für unsere Wärmepumpe wollen wir zukünftig gerne einen Heizstromtarif abschließen. Nun stehen aber erstmal die Hausanschlüsse an. Bei unserem Energieversorger besteht die Möglichkeit einen Doppeltarifzähler (HT/NT) zu installieren (im Jahr 1€ Aufpreis an Grundgebühr ggü. einem Eintarifzähler). Alternativ könnte ich auch einen separaten Eintarifzähler setzen lassen (kostet dann natürlich nochmal die Grundgebühr für Messen/Abrechnen).

      Welche Variante setzt man in der Regel? Benötigt ein Heizstromtarif zwingend den separaten Zähler? Bei dem Doppeltarifzähler habe ich doch nur zu den vom Netzbetreiber festgelegten Zeiten einen Vorteil beim Preis, oder?

      Danke euch!
    • Wenn Du einen Heizstromtarif möchtest, dann brauchst Du hierfür einen separaten Zähler parallel zu Deinem Zähler für den Allgeimeinstrom. Ob dieser zusätzliche Zähler als Zweitarifzähler ausgeführt wird, das hängt davon ab von wem Du den Heizstrom beziehen möchtest. Zweitarif wird nur Dein lokaler VNB anbieten, alle anderen Anbieter haben ja keinen Zugriff auf das Netz vor Ort und können keine Tarifschaltung vornehmen.

      Oftmals ist der lokale Versorger nicht unbedingt die günstigste Variante, trotz Zweitarifmodell.
    • Grundsätzlich ist es so, dass man nicht ohne weiteres mit Strom heizen darf. Solche Verbraucher müssen dem Netzbetreiber gemeldet werden, bzw. bei der Fertigstellungsmeldung / Zähleranmeldung genannt werden.

      Manche Netzbetreiber sehen das aber entspannt ("mia is des wurscht mit wos sie heizn, vo mia aus kenna sie a 50kW verheizen, nur Heizstromtarif gibts dann halt ned"), vor allem bei kleinen Wärmepumpen.
      Du hast also evtl. die Wahl zwischen WP an Haushaltszähler oder extra Zähler.

      ABER: viele Energieversorger (EVU) verbieten in Ihren AGB die Belieferung von Verbrauchsstellen mit Heizstrom. EVU und NB sind immer zwei unterschiedliche Unternehmen ! Bei mir z.B. Bayernwerk und EON. (auch wenns ne Tochterfirma ist..)

      Kontrolliert wird das idR nicht. Es existieren viele Berichte im Netz, dass es trotzdem funktioniert. Im Zweifel.. schicken Sie dich in die Grundversorgung.

      Das erstmal zu den Möglichkeiten. Dann zur Sinnhaftigkeit!

      Viele Neubauer mit WP gehen dazu über, die WP am Haushaltszähler zu betreiben, denn ein zweiter Zähler rechnet sich oft nicht. Die Ersparnis wird von der Grundgebühr für den zweiten Zähler "aufgefressen".

      Das musst du einfach mal selbst, mit deinen Verbräuchen für Heiz- und Normalstrom, in einschlägigen Verbraucherportalen, recherchieren.
      Bei mir kam es +- 20€ p.a. aufs gleiche raus.

      Daher habe ich mich dann für 1 Zähler entschieden, weil:
      a) ich dann keine Sperrzeiten habe, NIE! (ich befürchte eine Zunahme der Sperrzeiten / Regelung mit zunehmender Netzinstabilität durch reg. Energie etc.).
      b) die Installationskosten für den 2. Zähler nicht anfallen

      Was ich aber gemacht habe, einen kleinen Zwischenzähler für die Hutschiene (50€) vor wie WP geklemmt. So muss ich mich nicht auf den integ. Zähler verlassen, der z.B. Pumpen nicht mit erfasst.
    • Hallo und danke für eure Antworten. Scheint ja auch eine kleine Wissenschaft zu sein das Thema!

      @SirSydom: ich hätte auch noch die Wahl, einen Zweitarifzähler zu nehmen (Also ein Kasten mit zwei Drehscheiben, einmal Haupttarif und einmal Nachttarif). Kostet nur 1€ mehr im Jahr. Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du einen Kasten mit einer Drehscheibe und damit keine unterbrechbare Verbrauchseinrichtung und hast damit auch keinen Heizstromliefervertrag für die WäPu abgeschlossen sondern heizt zum "normalen" Tarif pro kWh (wie auch bspw. der Fernseher pro kWh kostet, also irgendwas um die 25cent), korrekt?
    • Dominik hat das schön erklärt, man muss unterscheiden, zwischen Theorie und Praxis. Viele Vertragsbedingungen der Versorger stammen noch aus Zeiten, da wurden 40 oder 50kW Nachtspeicheröfen betrieben, und 50.000kWh Stromverbrauch pro Jahr war auch keine Seltenheit. Die Bedingungen waren damals also völlig anders. Aus dieser Zeit stammen auch noch Formulierungen, dass Heizgeräte nur am Heizstrom betrieben werden durften, den der Versorger bei Bedarf abschalten konnte, um sein Netz zu stabilisieren.

      Heute haben wir Häuser deren "Heiz"strombedarf bei Einsatz einer WP unter 2.000kWh el. liegt. Die Anschlussleistung, ohne Heizstab, ist geringer als bei so manchem Staubsauger. Praktisch kann es daher sinnvoll sein, die WP am Allgemeinstrom zu betreiben, und den Aufwand für den zweiten Zähler zu sparen. Problematisch dabei ist dann die o.g. Formulierung, die einen Betrieb von Heizgeräten am Allgemeinstrom meist nicht erlaubt. Wie der VNB das umsetzt, das ist nicht vorherzusagen. Manche interessiert das nicht, ich kenne aber auch Stadtwerke bei uns in der Nähe, die da immer noch sehr pingelig sind.
    • Zweitarifzähler macht mMn auch wenig Sinn, da man damit die Laufzeit stark in die Nacht verlegen müsste, damit sich das lohnt.
      Viele Stromanbieter mit HT/NT haben mittlerweile auch identische Kosten für HT und NT. Dann bleiben nur die Mehrkosten übrig :)

      Das ist bei Wärmepumpen aus 2 Gesichtspunkten ungünstig:
      - um überwiegend nur Nachts zu laufen, bräuchte es eine entsprechende Überdimensionierung und Speichervolumen. Beides kostet Geld (Invest)
      - Nachts ist es kälter als draußen äh Tags, daher leidet die Effizienz der Anlage. DIes gilt nur für Luft-WP.
      Oft stellt man auch bei einer Luft-WP mit FBH eine Nachtabsenkung ein (die aufgrund der Trägheit NICHT dafür sorgt, dass es Nachts im Haus kälter ist), damit die Wärme überwiegend tagsüber produziert wird, wenn die Luft wärmer ist.

      Leider ist es nicht nur der VNB, sondern auch das EVU. Selbst wenn der VNB alles abnickt, gibt es EVU, die dann nicht wollen. Ich weiß nicht warum, denke aber dass dies widerrum an Vertragskonstallationen zwischen EVU und VNB liegt..
      Weil eigentlich kann es dem EVU egal sein, für WAS du seinen Strom verbrauchst..