Erschließung Hinterbebauung

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  • Erschließung Hinterbebauung

    Hallo Ihr.

    Wir haben die Möglichkeit ggf. "im Garten" der Eltern zu bauen. Das Grundstück ist rechteckig und hat eine Breite von 19m und eine Tiefe von 60m.
    Die Fläche hat ein leichtes Nord/West-Süd/Ost-Gefälle, ist ansonsten aber ziemlich eben.







    Im Falle einer Hinterbebauung würde das Grundstück , bzw. der Neubau im Grunde über die Straße im Westen erschlossen. Diese ist allerdings nur einseitig "ausgebaut" (grundstücksseitig bloß ein Meter Grünstreifen), was lt. Auskunft der Stadt bedeutet, dass auch für alle 11 Nachbarn mit ähnlichen Grundstücken an dieser Straße ein entsprechender Erschließungsbeitrag fällig würde, da entweder ganz oder gar nicht ausgebaut würde. Soweit nachvollziehbar, aber leider auch nahezu unmöglich umzusetzen.

    Nun wurde mir geraten im Rahmen einer Bauvoranfrage eine mögliche Erschließung über die Straße im Osten zu prüfen. Bevor ich dafür aber nun ein paar hundert Euro ausgebe, hoffe ich hier vorab ein paar Fragen klären zu können:

    1. Ist eine Erschließung von Osten her überhaupt machbar/sinnvoll? Ich denke dabei an notwendige Gefälle z.B. für die Abwasserleitung.
    2. Mit welchen (Mehr-)Kosten müsste ich in etwa rechnen, wenn die Erschließung von der Straße im Osten her vorgenommen würde?
    3. Wäre es möglich im Westen dennoch zumindest eine Grundstückseinfahrt, bzw. einen Stellplatz anzulegen?


    Falls irgendetwas unklar geblieben ist, oder Informationen fehlen, einfach schreien.Habt vielen Dank fürs Gehör!
  • Erstmal klar worauf du hinauswillst.

    Die erste Frage wäre, gibts nen B-Plan?

    Falls nicht, sehe ich da trotzdem einen sehr sehr steinigen Umsetzungsweg, Scheitern eher wahrscheinlich als ausgeschlossen.

    Dir machen die Kosten für eine Voranfage Sorgen?
    Ist nachvollziehbar, ginge mir ähnlich.

    Mein Rat wäre, gehe damit mal auf die Gemeinde/Stadt wwi zu, schilder denen freundlich und unbedarft dein Anliegen und spitz die Ohren, bei dem was Sie sagen oder zwischen den Zeilen sagen, will heissen, achte auf Zwischentöne.
    davon machst Du dann abhängig, ob du die Kosten eines Vorbescheides riskieren möchtest oder nicht.

    ... und wiegesagt als Erstes überhaupt: B-Plan oder nicht?

    Soweit meine Sicht der Dinge, weiss nicht was die Kollegen meinen.
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    It's not the hammer, it is the way you hit.
  • Schonmal vielen Dank für deine Antwort, Trekkie!

    Es gibt keinen B-Plan (und auch keine entsprechenden Satzungen oder dergleichen) und mit einem Menschen beim Stadtplanungsamt habe ich bereits gesprochen. Der war auch sehr freundlich und entgegenkommend, wirkte aber auch noch sehr jung und unerfahren. Ob der mir nun mit dem Zaunpfahl gewunken hat, kann ich leider nicht sagen. Ich würde aber behaupten er hätte mir nicht zu der Voranfrage geraten, wenn er da keinerlei Chancen sähe. Wo siehst du da die Schwierigkeiten?

    Die Gebühren würde ich im Fall der Fälle schon riskieren, ich dachte nur in meiner Naivität meine Fragen ließen sich für jemanden mit Erfahrung in dem Bereich "leicht" beantworten. :whistling:
  • Rekham schrieb:


    Die Gebühren würde ich im Fall der Fälle schon riskieren, ich dachte nur in meiner Naivität meine Fragen ließen sich für jemanden mit Erfahrung in dem Bereich "leicht" beantworten. :whistling:
    So leicht ist das leider nicht, meine persönliche Tendenz geht eher zu 'forget it', ausschließen möchte ich aber nichts.

    Bin ja keine Behörde, aber wenn Du da eine Bebauung in zweiter Reihe bzw. konkret eher eine zweireihige Bebauung anstrebst,
    wo es im nahen Umfeld nur einreihige Bebauung gibt, dann stehen die Chancen eher schlecht.
    Denn genauso werden die Behörden argumentieren, 'Art und Nutzung der umliegenden Bebauung' und die ist nunmal einreihig.
    Schätze mal die werden 'nen Teufel tun und da auf einmal zweireihig genehmigen, weil wenn einmal einer damit anfängt,
    könnten andere auf ähnliche Ideen kommen.

    Ich möchte nicht grundätzlich Schwarzmalen, never say never, aber gefühlsmäßig bist du in einer eher schlechten Position.

    Wiegesagt, soweit meine Meinung, vielleicht meldet sich ja noch der eine oder andere Kollege mit seiner Sicht der Dinge ...
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  • Auch wenn es vielleicht nicht ist, was ich hören mag, bin ich dir dennoch für deine Einschätzung dankbar ;)

    Vielleicht noch als kleine Ergänzung: Es existiert eine Art "Fahrplan" für die Bauplanung in der Stadt. Es wurden Gutachter beauftragt, die die verschiedenen Ortsteile in puncto Bevölkerungsstruktur, Zu-/Abwanderung, Infrastruktur etc.... und Bauplätzen analysiert haben. Der fragliche Ortsteil in dem sich das Grundstück befindet ist dabei derjenige mit der besten Prognose, da als einziger noch kontinuierlich im Wachstum begriffen und auch in allen übrigen Punkten eher positiv bewertet. In den letzten 20 Jahren wurden 5 Neubaugebiete mit etwa 220 EFH geplant und bebaut, in 2018 kommt Nr. 6 mit weiteren 38 Einheiten hinzu. Das Gutachten hat in diesem Zusammenhang auf bestehende Baulücken hingewiesen, die parallel genutzt, bzw. erschlossen werden sollten - darunter fallen u.a. die fraglichen 11 Grundstücke.

    Was die Bebauung angeht, stellt diese sich an der Straße im Westen anders dar. Dort wurde bereits in 2. und sogar 3. "Reihe" bebaut.

    Ich kann natürlich nicht beurteilen, inwiefern diese Faktoren Einfluss haben, wollte sie aber zumindest mal eingebracht haben.
  • Rekham schrieb:

    Auch wenn es vielleicht nicht ist, was ich hören mag, bin ich dir dennoch für deine Einschätzung dankbar ;)
    Bitte-Danke- gerne, manchmal muss man den Advocatus Diaboli
    ?
    ?
    ?
    ?
    spielen, gleichwohl ich dir gerne ne bessere Auskunft gegeben hätte, ist aber so wie es ist.
    ---------- 12. August 2016, 22:59 ----------
    Die Antwortfunktion ist sehr aufdringlich, drück ich Enter für nen Zeilenumbruch werden mir ungefragt Fragezeichen als Zeilenumbruch eingefügt, ich weiss es grade OT und passt überhaupt nicht ins Thema, ist nur anstrengend ohne Ende.
    Also sorry für die dargestellte Formatierung meiner Antwort.
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  • bauen in 2er reihe ist immer so eine sache.....
    vorteil bei dir ist, dass die erschliessung von
    2 seiten erfolgen kann und nicht über das Grundstück führt.

    jetzt muß man sich natürlich fragen, ist die gemeinde/stadt
    an solch einer nachverdichtung interessiert? wenn
    du anfangst, ziehen die anderen natürlich nach. städtebaulich gesehen,
    ist das vorhaben und vermutlich dann von grundstückseigentümer folgende, vermutlich weniger schön.
    also ich würde eher sagen, schlechte karten.....

    aber bauvoranfrage stellen. das kostet nicht die welt.
    - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
  • Baumal schrieb:


    jetzt muß man sich natürlich fragen, ist die gemeinde/stadt
    an solch einer nachverdichtung interessiert?
    Das sehe ich genauso, deswegen schrieb ich, am besten mal auf der Gemeinde vorfühlen.
    EInfach mal so ne voranfrage loszutreten, da bin ich andrer Meinung, wer wirft schon gern Geld ohne Not aus dem Fenster raus ;)

    Okay - kann in dem Fall aber auch falsch liegen.
    Auf jeden Fall spannend ;)

    lg Nancy
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  • Danke euch beiden :)

    @Baumal: Die Stadt dürfte im Grunde schon ein Interesse an einer solchen Nachverdichtung haben, da der Ortsteil seit Jahren nur in Richtung Nord-Westen wachsen kann. Im Osten befindet sich ein Gewerbegebiet an das weiter außerhalb ein Flüßchen grenzt. Im Süden und Westen verläuft eine Bundesstraße (dahinter Felder) und im Norden befindet sich eine Baumschule, so wie der Friedhof (dahinter Felder). Ich bin nun kein Stadtplaner (Wenn man davon absieht, dass ich natürlich SimCity gespielt habe! :D ), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein gesteigertes Interesse besteht den Orteils mittelfristig in die Form einer Pfeife zu bringen.

    Davon aber einmal abgesehen ist mein Problem ja primär, dass die Nachbarn eben nicht sofort nachziehen würden, andernfalls könnte die Stadt ja die Straße im Westen auch erschließen und mein "Problem" würde sich in Wohlgefallen auflösen. Die Bewohner sind alle eher älter und die Bestandsgebäude gehen aktuell nach und nach an die Enkel oder werden verkauft. Meine Eltern sind dahingehend eine Ausnahme, da die Großeltern, denen das Haus ursprünglich gehörte leider sehr früh verstorben sind. Erschwerend hinzu kommt, dass die meisten (wenn nicht alle) Hauseigentümer Erbpachtnehmer sind - eine Aufteilung der Grundstücke und anschließender Verkauf als Baugrund ist also leider auch keine Option, um die Nachbarn zu ködern.

    Mal eine kurze Zwischenfrage zu der Bauvoranfrage: Kriegt man das als Laie hin, oder sollte man sich dafür schon einen Architekten nehmen?
  • Hallo Rekham,

    einen Vorbescheidsantrag kannst Du auch ohne Architekt stellen, wenn Du ein bisschen geschickt bist.
    Einfach den Lageplan kopieren, gewünschte Erschließung und Gebäudegrundriss einzeichnen und dreimal kopieren. Dann mit den eingeführten Formularen einreichen.

    Zur Sache: ich denke, dass Dir der junge Mitarbeiter im Bauamt deshalb zum Vorbescheid geraten hat, weil er eher nicht glaubt, dass es geht. Ich muss treckie da Recht geben - Bebauung in zweiter Reihe, wenn Du der erste in der Straße bist, geht normalerweise bauplanungsrechtlich nicht. Die Gemeinde müsste m.E. hierfür einen Bebauungsplan aufstellen. Das wird sie aber nur tun, wenn die Nachbarn mitziehen.

    Grüße, Rose24
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • @Alfons Fischer:

    Es gibt hier definitiv keinen B-Plan. Das lässt sich einerseits online bei der Stadt einsehen und wurde mir auch nochmal während des Telefonats mit dem Bauamt bestätigt. Die Grundstücke bzw. Gebäude stammen aus den späten 50er Jahren. Gebiete mit ähnlichen alten Gebäude, aber mit vorhandenem B-Plan wurden, soweit ich das überblicke, erst in jüngerer Vergangenheit beplant - vermutlich aus den gleichen Gründen: Gewünschte Hinterbebauung. Da diese hier, als einer der letzten "Flecken" im Ortsteil noch nicht umgesetzt wurde, gibt es hier wahrscheinlich auch deshalb noch keinen B-Plan.