falsches signal oder ist es wirklich ganz easy ?

    • wuselklaus schrieb:

      Die nächste Stufe ist dann vermutlich, dass so etwas als krankheitsbedingtes Suchtverhalten eingestuft wird und ganz straffrei bleibt.
      Ist das jetzt der Bierdimpfel-Stammtisch?
      Wollen wir noch die Todesstrafe fordern oder ein paar ausländerfeindliche Parolen austauschen?


      2 Jahre mit Bewährung als Jugenstrafe ist für einen Ersttäter eine sehr hohe Strafe, hierzulande.
    • SirSydom schrieb:

      wasweissich schrieb:

      da wusste ich aber noch nicht , dass sie einfach weiter gefahren ist
      Hätte man ihr nachweisen können, dass sie die Radfahrer gesehen hätte, wäre das Urteil anders ausgegangen.
      Es gilt noch immer die Unschuldsvermutung, und das ist auch gut so.
      Auch wenn dadurch mal jemand mit etwas durchkommt.
      Die Staatsanwaltschaft hat ja auch eine härtere Strafe gefordert - und das mutmaßlich ja auch auf Basis juristischer Grundlagen. Die werden auch nicht unüberlegt den Fall bis zum BGH vorangetrieben haben. Ich habe zwar nun nicht die Urteilsbegründung gelesen, aber bzgl. der Unschuldsvermutung bleiben auch für mich Fragen: Bei "schweren Schäden" am Fahrzeug nicht auszusteigen und nicht von vorsätzlicher Unfallflucht auszugehen, kann ich nicht nachvollziehen.

      wasweissich schrieb:

      wenn es so gerungs hat und die karre verbeult ist , braucht man ja nicht nachsehen oder wenigstens hilfe herbeirufen , das handy war ja an ...
      ... das könnten einige dann als Message herauslesen: Wenn man schon am Steuer aufs Smartphone schaut dann richtig und lange, so dass man sagen kann "ich hab garnix gesehen und war so vertieft, dass ich auch nix gehört habe".

      Ob solche Überlegungen (die vermutlich auch die Staatsanwaltschaft sich hat durch den Kopf gehen lassen) dann Stammtischniveau haben, darüber können sich dann Verkehrsopfer in ähnlich gelagerten Fällen zukünftig Gedanken machen.
    • wuselklaus schrieb:

      Bei "schweren Schäden" am Fahrzeug nicht auszusteigen und nicht von vorsätzlicher Unfallflucht auszugehen, kann ich nicht nachvollziehen.
      Die junge Dame wurde wegen versuchtem Mord (durch Unterlassen) verurteilt. In solchen Fällen treten minder schwere Straftaten zurück.
      (Ich habe leider zuerst mich auf die in solchen Dingen immer sehr unpräzisen Presseberichte verlassen. Und jetzt nachrecherchiert.)

      z.B. wird man idR. nicht wegen Sachbeschädigung verurteilt, wenn man jemanden absticht, auch wenn man das T-Shirt kaputt gemacht hat.

      Die Revision (die übrigens keine Tatsacheninstanz ist, sondern nur rechtliche Fehler rügen kann) hat nun festgestellt, dass das Urteil nicht unzulässig milde war.

      wuselklaus schrieb:

      Ob solche Überlegungen (die vermutlich auch die Staatsanwaltschaft sich hat durch den Kopf gehen lassen) dann Stammtischniveau haben, darüber können sich dann Verkehrsopfer in ähnlich gelagerten Fällen zukünftig Gedanken machen.
      DAS:

      wuselklaus schrieb:

      Die nächste Stufe ist dann vermutlich, dass so etwas als krankheitsbedingtes Suchtverhalten eingestuft wird und ganz straffrei bleibt.
      hat sich die Staatsanwaltschaft sicher nicht durch den Kopf gehen lassen, weil das ganz großer Blödsinn auf unterstem Stammtischniveau ist.
      Das ist einfach nicht wahr! Wo haben die Leute immer nur diesen Blödsinn her?
      Straffreiheit wegen krankhaftem Suchtverhalten. Sowas gibt es nicht!!

      Man kann durchaus der Meinung sein, das das Urteil zu milde ist. Das steht jedem zu. Ich finde es nicht zu milde.
      Und natürlich stellt man sich als Staatsanwalt härter auf. Nur äußerst selten überbieten Richter die Sta beim Straßmaß. Und das ist dann auch peinlich für den Staatsanwalt - daher wird immer gerne 30% draufgeschlagen.
      Im übrigen ist man in einer typischen Justizkarriere im ständigen Wechsel zwischen Sta und Gericht.
    • SirSydom schrieb:

      wuselklaus schrieb:

      Bei "schweren Schäden" am Fahrzeug nicht auszusteigen und nicht von vorsätzlicher Unfallflucht auszugehen, kann ich nicht nachvollziehen.
      ...

      wuselklaus schrieb:

      Ob solche Überlegungen (die vermutlich auch die Staatsanwaltschaft sich hat durch den Kopf gehen lassen) dann Stammtischniveau haben, darüber können sich dann Verkehrsopfer in ähnlich gelagerten Fällen zukünftig Gedanken machen.
      DAS:

      wuselklaus schrieb:

      Die nächste Stufe ist dann vermutlich, dass so etwas als krankheitsbedingtes Suchtverhalten eingestuft wird und ganz straffrei bleibt.
      hat sich die Staatsanwaltschaft sicher nicht durch den Kopf gehen lassen, weil das ganz großer Blödsinn auf unterstem Stammtischniveau ist....
      Dieser Satz von mir lässt sicher eine gewisse sachlichkeit vermissen - zugegeben. War halt ein Ausdruck meiner Fassungslosigkeit bzgl. des m.E. milden Urteils. Aber wenn Du wüsstest, was Anwälte und Richter sich so durch den Kopf gehen lassen ... (ich kenne 3 in meiner Familie/Freudeskreis - allerdings keine Staatsanwälte sondern "nur" Anwälte und Richter).
    • Fahrerin fuhr einfach weiter
      Obwohl das Auto schwere Schäden hatte, hielt sie nur kurz an, schaute in den Rückspiegel und fuhr dann weiter. Ob sie die Männer und ihre Räder im hohen Gras liegen sah, konnte nicht geklärt werden.

      ich finde so etwas, hat mit jugendstrafrecht nur noch bedingt zu tun.
      wenn ich fähig bin einen PKW zu steuern, unbeteiligte über den haufen
      fahre, dann gibt es halt keine bewährung mehr, trotz jugendlichkeit.

      schaut auch doch mal diese ganze idioten an, die in innenstädten
      herumrasen, fußgänger und fahradfahrer umnieten und dann mit
      einer bewährungsstrafe davon kommen wollen? das kann es wohl nicht sein?
      ein auto ist eine waffe. dessen sollte man sich bewusst sein, mit 18 jahren,
      mit führerschein und hinter dem steuer.
    • Baumal schrieb:

      Fahrerin fuhr einfach weiter
      Obwohl das Auto schwere Schäden hatte, hielt sie nur kurz an, schaute in den Rückspiegel und fuhr dann weiter. Ob sie die Männer und ihre Räder im hohen Gras liegen sah, konnte nicht geklärt werden.
      Also ich finde das Urteil auch zu milde, immerhin ist hier ein Mensch ums Leben gekommen. Wenn ein Auto schwere Schäden hat, nur kurz anhalten und dann weiter fahren, da frage ich mich doch eigentlich als Fahrer, wo solche Schäden herkommen??? Gerade beim Pkw.
      Ich bin mal mit einem Lkw mit dem Verschluß der Bordwand vom Anhänger in einer engen Kurve an einem Maschendrahtzaun hängen geblieben, gesehen und gemerkt hab ich es nicht, erst auf der Baustelle: Wo kommt 1 m² Maschendrahtzaun an meinem Anhänger her???? Ich bin dann die Strecke wieder zurückgefahren und habe nach einem etwas komischen Zaun Ausschau gehalten und nach Auffinden den Schaden reguliert.
      Prinzipiell kann so ein Unfall immer passieren, auch ohne Handy am Steuer, nur finde ich, einfach weiterfahren geht gar nicht und dass sollte auch im Urteil berücksichtigt werden.