Beeinträchtigung der Tragfähigkeit einer massiven Gipswand durch Aussparungen

    • Beeinträchtigung der Tragfähigkeit einer massiven Gipswand durch Aussparungen

      Hallo zusammen,

      bin jetzt auf Umwege in diesem Forum gelandet und werde in den nächsten Tagen einiges Fragen, was mich aktuelle zum Thema Bau interessiert. Da ich nicht aus der Baubranche komme, bitte ich schon mal im Voraus um Entschuldigung, falls meine Fragen undeutlich oder unverständlich sein sollten. Sollte irgendwas unklar sein, einfach mal nachfragen.

      Nun zu eigentlichen Thema. Im angehängten Bild ist eine Wand im unserem Badezimmer zu sehen. Die Installationen WC / Waschbeckenanschluss werden noch vom Bauträger umgesetzt. Das Waschbecken wir nach links versetzt, mittig auf den Versorgungsschacht, während das WC nach rechts in die Nische verschoben wird. Die geplante Anordnung ist in den angehängten Plänen zu sehen.

      Der Versorgungsschacht wurde aus 8 cm breiten massiven Gipsblöcken gemauert. Solche massive Gipswand sollte an tragfähig genug für einen Waschbecken-Unterschrank sein, deswegen würden wir, wenn es geht, auf die Vorwandinstallation verzichten und den Unterschrank mit einem aufgesetzten Waschtisch direkt an diese Wand hängen. Das hätte für uns folgende Vorteile:

      a) Der Koffer links am Schacht würde entfallen. Da wir bereits den Versorgungsschacht links, eine weitere Abmauerung für den Einbauspülkasten rechts und auf der gegenüberliegenden Wand eine deckenhohe Abmauerung hinter der Dusche für die Rohrleitungen haben, haben wir schon mehr als genügend unschöne Ecken und Kanten.
      ?
      b) Die Abkofferung rechts ist ohnehin schon fast 30 cm tief (so tief wie der Versorgungsschacht). Durch die Vorwandinstallation hinter dem Waschtisch würde diese Tiefe noch mal um 10 cm anwachsen (vgl. die Pläne)


      Nun sagt uns jedoch der Bauträger, dass weil die Gipswand unten am Boden an mehreren Stellen wegen den Rohrleitungen ausgespart und geschlitzt ist,darf man direkt an die Wand keinen Unterschrank hängen. Deswegen könne die Abmauerung bzw Installationsvorwand nicht weggelassen werden.

      Daher die Frage: ist es wirklich so, oder ist der BT aus Haftungsgründen übervorsichtig? Wenn wir morgen es dem Bauträger schriftlich geben, dass wir einen stehenden Unterschrank verwenden werden, wird er die Vorwand hinter dem Waschtisch weglassen. Da wir einen hängenden US nehmen werden, ist die Frage, ob wir das zugunsten der Optik auf eigenes Risiko tun, oder ob die Gipswand wirklich dafür instabil sei?
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    • da frag ich mich doch wer das geplant hat?
      Ich hätte die Verkleidung des Schachtes gleich mit TB gemacht und entsprechende Vorkehrungen getroffen
      und einen WC- u. WT Trageständer eingebaut
    • Irgendwie riecht das ganze nach WEG. Bei einer WEG kann eine solche bauliche Veränderung aber nur mit Zustimmung der Gemeinschaft vorgenommen werden, weil ja das, was verändert wird, Gemeinschaftseigentum ist.

      Wie das in der Bauphase ist, weiß ich nicht genau, aber ich denke, auch da kann sowas nicht auf "Zuruf" passieren!
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    • Roland schrieb:

      da frag ich mich doch wer das geplant hat?
      Ich hätte die Verkleidung des Schachtes gleich mit TB gemacht und entsprechende Vorkehrungen getroffen
      und einen WC- u. WT Trageständer eingebaut
      na ja, sieht ja eher nach MFH aus. Da kann man ja nicht einmal geschwind den WC Tragständer in einen Versorgungsschacht einbauen, selbst wenn der Platz vorhanden wäre. Ich wollte auch nicht die abwassergeräusche von der Wohnung über mir hören müssen. Da ist wohl eine 8cm Gipsdiele schon nicht verkehrt.
      ---------- 4. August 2016, 07:28 ----------

      Gast1234 schrieb:

      immerhin wird eben mal ganz schnell die unvollständige planung über den haufen geworfen!
      ich denke eher es wurde vollständig geplant und auch so ausgeführt wie geplant. Und jetzt kommt der Bauherr und will alles anders, u.a. Das WC vor's bodentiefe Fenster :wall:
    • Hä? Wieso ist die Planung FALSCH? Nicht schön, ja. Aber FALSCH?

      Ausserdem WEG = Brandschutz! Vermutlich F 90! Also wird eine Ständerwand mit planmässigen Öffnungen (Spültaste) das gar nicht leiten können. Bei einer Gipsdielenwand müssen nur die Rohrdurchgänge entsprechend hergestellt werden, was wesentlich einfacher ist.

      Ich weiß, das ist ein Thema, das nur zu gern "vergessen" wird.
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    • Wow, ganz schön viele Antworten hier Mittlerweile, vielen Dank schon mal dafür.

      Das ist ein EFH, kein MFH, allerdings eine Bauträgergeschichte.

      Geplant wurde "gemeinsam", das heiß der Bauträger hat uns gefragt, wo hätten wir gern das WC und wo das Waschbecken. Wir meinten, das Waschbecken rechts und das WC links. Dabei haben wir auch gedacht, dass der Spülkasten im Versorgungsschacht verschwinden würde und gar nicht zu sehen sein wird.

      Anschließend wurde so gebaut, wie auf dem Bild zusehen ist. Und als wir das ganze gesehen haben (wir können die Baustelle nicht jederzeit besichtigen, sondern nur nach Terminabsprache) haben wir protestiert, dass es so nicht geht. Dann meinte der BT, man kann die Abmauerung hinter dem WC /Waschbecken gerade ziehen, dann würde es besser aussehen. Allerdings wird dann die Nische rechts knapp 50 cm tief (knapp 30 cm Schachttiefe + 20 cm Spülkasten), was schon ne Menge wäre. Wenn man die Ausladung des Waschtisches hinzu addiert, wird man die Nische nicht mal erreichen können.

      Wenn man jedoch das WC und das Waschbecken vertauscht, dann fällt die Abmauerung schon mal 10 cm flacher aus. Außerdem kann man dann das WC an der Mittelachse der gegenüberliegenden Dusche zentrieren und durch ein Bodendekorstreifen miteinander "vebinden".

      Jetzt war meine persönliche Überlegung, dass wenn die massive Schachtwand den Unterschrank tragen könnte, dann könnte man die Abmauerung noch mal 10 cm flacher ausführen (s. Plan im Eröffnungsbetrag) udn hinter dem Waschtisch gar auf den weniger schönen Koffer verzichten.

      Das ist die Motivation hinter der Frage
    • Danke Rolf,

      uns gefällt die Planung auch nicht wirklich, aber leider gibt es, bis auf die genaue Positionierung der Anschlüsse und die Entscheidung, ob der WT mir oder ohne Vorwand ausgeführt wird, keine Änderungsmöglichkeiten mehr unsererseits. Lieder haben wir es zu unserer Zeit verk***ckt, das Bad bis ins Detail selbst zu Planen oder einen Innenarchitekten zu beauftragen, und haben uns auf die Erfahrung des BT verlassen, was im Nachhinein ein großer Fehler war. Denn dem BT ist es egal, wie es am Ende aussieht. Hauptsache der muss sich dafür nicht anstrengen und ist so schnell wie möglich mit der Sache durch. Es ist leider nicht nur mit dem Bad so gelaufen. Im Laufe des Baus haben wir selbst einiges dazu gelernt und würden, wenn wir noch mal beginnen könnten, vieles viel genauer konkretisieren oder ganz anders machen lassen. Leider begreift man manche Dinge zu spät.

      Also ich fasse es mal kurz zusammen: die unten ausgesparte Massivgipswand ist laut der verbreitetsten Meinung für die Last eines WT samt Unterschrank wohl tatsächlich zu schwach, deswegen werden wir auf die Vorwand hinter dem WT nicht verzichten und müssen den zusätzlichen Koffer und 10 cm Platzverlust entlang der ganzen Wand in Kauf nehmen.
    • Ich versteh es immer noch nicht:
      Da, wo jetzt das Waschbecken ist habt ihr eine wunderbare Ablage für alles, was man im Bad halt so braucht. Spiegel in die Nische, Waschbecken natürlich mittig, passt.
      Stattdessen wollt ihr nun das Waschbecken nach links und die Ablage darüber möglichst ganz weg, weil das aber nicht geht, wenigstens minimal tief.
      Das WC wollt ihr lieber vor dem bodentiefen Fenster haben. Richtig verstanden?
    • Das Fenster ist satiniert und laut dem BT nach außen undurchsichtig. Wobei nach all dem, was bereits schief gelaufen ist, weiß ich nicht, ob man dem BT glauben darf.

      Und wenn man das Waschbecken doch rechts lassen würde, wie würdest Du die Abmauerungen ausführen? Eine einzige durchgezogene Ablage, 20 cm tief hinter dem WC und 50 cm tief hinter dem WT? Oder doch so ungefähr wie jetzt, weil separate ablagen, 20 cm links und 30 cm rechts?

      Was wäre eurer Meinung nach die schönste und sinnvollste Variante?
    • linch - nach dem grundriss habt ihr sehr viel platz in dem bad. das bad ist viel zu gross für paar dargestellten objekte. wirtschaftlich optimierte planung scheint nicht die stärke des bauträgers zu sein!
    • bodentiefe fenster und badezimmer, sind
      immer so eine sache.... seis drum.

      das meiste tageslicht möchte man ja abbekommen, wenn
      man vor dem waschbecken steht und nicht wenn man auf der kloschüssel sitzt.

      eigentlich ist das bad viel zu groß, für die minimale stellfläche.
      die fläche hätte minimiert gehört, die dusche an den schacht, wc und waschbecken gespiegelt an die rechte
      wand, die tür mehr zur mitte verschoben.
    • Nur mal so gefragt,
      wie wollt ihr das Bad denn letztendlich einrichten?

      Denn in die Mitte könntet ihr ja noch überlegen eine Couch oder eine Tanzfläche einzuplanen.

      Ernsthaft;
      Ich würde es lassen wie es ist.
      Das einzige was ich noch überlegen würde wäre die Toilette im 45° Winkel anzubringen um die Größe des Raums etwas zu kaschieren.

      Grüße
    • Wo fange ich jetzt an :)

      Gast1234 schrieb:

      linch - nach dem grundriss habt ihr sehr viel platz in dem bad. das bad ist viel zu gross für paar dargestellten objekte. wirtschaftlich optimierte planung scheint nicht die stärke des bauträgers zu sein!

      Das stimmt, wobei:

      - Ursprünglich war noch eine Badewanne im Bad mit eingeplant. Diese wollte jedoch meine Frau unbedingt in "ihrem" Bad haben, das an unser Schlafzimmer angrenzt. Das andere Bad ist dabei deutlich kleiner. Es war ein Riesenkrampf, die BW da irgendwie reinzuquetschen. Aber wenn die Frau was unbedingt will, gestalten sich die Diskussionen noch schwieriger, als mit dem BT.

      - Generell ist es zwar ein wenig verschwenderisch, aber ein bisschen mehr Raumgefühl schadet auch nicht. Unser zweiter wesentlicher Fehler war, wir haben die Verschiebung des Handtuschtrockners nicht zur Dusche hin veranlasst. Sonst hätten wir eine saubere Wand ggü. dem Fenster, die man mit Dekor-Fliesen schön gestalten könnte.


      Baumal schrieb:

      bodentiefe fenster und badezimmer, sind
      immer so eine sache.... seis drum.


      Ja, wir hätten im Bad auch lieber keine bodentiefe Fenster. Das haben wir beim BT sogar angefragt, aber da ließe sich seiner Aussage nach nichts machen, da die Fenster im Bauantrag schon so waren.
      das meiste tageslicht möchte man ja abbekommen, wenn
      man vor dem waschbecken steht und nicht wenn man auf der kloschüssel sitzt.

      eigentlich ist das bad viel zu groß, für die minimale stellfläche.
      die fläche hätte minimiert gehört, die dusche an den schacht, wc und waschbecken gespiegelt an die rechte
      wand, die tür mehr zur mitte verschoben.


      Dafür sind wir mitverantwortlich. Wir hatten die Wahl zwischen die Dusche an die rechte und den Rest an die linke Wand, oder eben wie Du es schreibst umgekehrt. Damals haben wir uns gedacht, da die Rechte wand dunkler ist, stellen wir lieber die Dusche dorthin. Über die Auswirkungen auf die Abkofferungen hat uns der Bauträger nicht aufgeklärt und auch keine Vorschläge gemacht, was seiner Meinung nach besser wäre. Wie gesagt, dem BT ist es alles sch**-egal. Hauptsache, das Ding ist schnell durch. Damals wäre eigentlich der perfekte Zeitpunkt, sich hier anzumelden und ein paar qualifizierte Ratschläge einzuholen. Leider erschien es uns damals als Laien das ganze gar nicht so kompliziert, wohl zu unrecht.

      Und die Tür kann man nicht in die Mitte verschieben, weil da die Tragende Treppenhauswand ist.

      Zellstoff schrieb:

      linch, sag nicht ich hätte Dich nicht vorgewarnt ;)

      :) vielen Dank noch mal dafür
      Die Hauptfrage die sich mir stellt, warum diese Gipswand und nicht alles in TB. (siehe Roland)
      Da hätte man das vernünftig in einer Flucht gestalten und nutzen (Nieschentiefe) können.

      Das weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich war die massive Lösung 2,70€ günstiger.

      Baumal schrieb:

      die nische schreit doch förmlich nach einem ordentlichen
      badezimmerschrank, in dem man auch mal ein paar handtücher mehr
      und manch andere badutensillien hätte unterbringen können.

      Das war auch unser erste Gedanke. Damals haben wir uns jedoch von der Tiefe (Ausladung des WT + die recht tiefe Nische) erschrecken lassen und dachten, dass man die Sachen dann knapp einen Meter hinter der vorderen WT-Kante nicht mehr erreichen kann.
      ---------- 4. August 2016, 15:19 ----------

      Thomas schrieb:

      Nur mal so gefragt,
      wie wollt ihr das Bad denn letztendlich einrichten?

      Denn in die Mitte könntet ihr ja noch überlegen eine Couch oder eine Tanzfläche einzuplanen.

      Ernsthaft;
      Ich würde es lassen wie es ist.
      Das einzige was ich noch überlegen würde wäre die Toilette im 45° Winkel anzubringen um die Größe des Raums etwas zu kaschieren.

      Grüße
      Das mit der Tanzfläche ist keine schlechte Idee. Aber dann hätten wir lieber Klarglasfenster statt satinierte Fenster bestellen sollen. Dann könnte man mindestens die Nachbar erschrecken, indem man nackig vor der Dusche tanzt.
    • linch schrieb:

      Baumal schrieb:

      die nische schreit doch förmlich nach einem ordentlichen
      badezimmerschrank, in dem man auch mal ein paar handtücher mehr
      und manch andere badutensillien hätte unterbringen können.
      Das war auch unser erste Gedanke. Damals haben wir uns jedoch von der Tiefe (Ausladung des WT + die recht tiefe Nische) erschrecken lassen und dachten, dass man die Sachen dann knapp einen Meter hinter der vorderen WT-Kante nicht mehr erreichen kann....
      ja aber, da wäre doch kein waschtisch gewesen.
      sondern ein badezimmerschrank, deckenhoch.
      der waschtisch wäre gegenüber gewesen