Lichtkuppeln - Verordnung Wohnbereich

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    • Lichtkuppeln - Verordnung Wohnbereich

      Moin Moin,

      anlässlich einer mir gestellten Frage muss ich Euch mal belästigen. Folgender Sachverhalt:

      Mietswohnung, Lichtkuppel befindet sich im Badezimmer, einfache zweischalige Ausführung, nix wärmegedämmt. Nun ist es so, dass sich an der Kuppel - im Umfeld - Schimmel bildet. Zwischenzeitlich ist eine Schale gebrochen, beim sauber machen. Nun möchte der Mieter den Austausch fordern, die Verwaltung ist aber der Auffassung da reicht die Selbe Ausführung Auf Anraten des Hausmeisters...

      Frage an Euch: Gibt es eine Verordnung die wärmegedämmte Lichtkuppeln im Wohnbereich regelt? EnEv ? FDRL?

      LG
      Kalle
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Ist das wirklich so? ;) Darum geht es ja. Dass da kein ungedämmtes Ding hingehört ist mir durchaus klar :D
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    • Zitat EnEv Anlage 3:

      ". Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster und Glasdächer

      Soweit bei beheizten oder gekühlten Räumen gegen Außenluft abgrenzende Fenster, Fenstertüren,Dachflächenfenster und Glasdächer in der Weise erneuert werden, dass

      a) das gesamte Bauteil ersetzt oder erstmalig eingebaut wird,
      b) zusätzliche Vor- oder Innenfenster eingebaut werden oder
      c) die Verglasung oder verglaste Flügelrahmen ersetzt werden,

      sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 einzuhalten. Werden Maßnahmen gemäßBuchstabe a an Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus durchgeführt,sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2f einzuhalten. Bei Maßnahmen gemäß Buchstabec gilt Satz 1 nicht, wenn der vorhandene Rahmen zur Aufnahme der vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist."

      Tabelle 1, Zeile 2b gibt U max von 1,4 W/(m²K) vor.

      Ich interpretiere das so, dass keine bessere Verglasung eingebaut werden muss, wenn der alte Rahmen erhalten bleibt. Beim Fenstertausch ist der genannte U max einzuhalten.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Ungedämmt ? :)

      Aber ich muss mich etwas korrigieren.
      In der EnEv wird in Anlage 1 zwischen Dachflächenfenstern und Lichtkuppeln unterschieden.
      Siehe 1.5 und 1.6 so dass für eine Lichtkuppel ein UW Wert von 2,7 W/(m²*k) zulässig wäre.

      Ich hab Lichtkuppeln nicht wirklich auf dem Radar, da nur alle Jahrzehnte mal eine im Wohnungsbau eingesetzt wird.
      Von daher keine Ahnung wie hochwertig die Dinger heute sein können.
      Aber Uraltausführungsersatz halte ich für "isnich".
    • Thomas T. schrieb:

      Falls da eine Unterscheidung gemacht würde, könnte man das streng genommen auch so interpretieren, dass es hier gar keine Anforderungen gibt, was mich aber wundern würde.
      Sehe ich ähnlich, Bei den Anforderungen für Austausch und Ersatz von Bauteilen sind Lichtkuppeln nicht aufgeführt. Von daher würde ich mich am Referenzgebäude orientieren ( U-Wert der Lichtkuppel max. 2,7 W/(m²xK) ), aber das auch nur im Bestand, je nachdem, wie die Wärmedämmung der Dachfläche ist. Das nächste Problem wird sein, wenn der Rahmen erhalten bleiben soll, dass wahrscheinlich eine Kuppel mit einem besseren U-Wert gar nicht auf den alten Rahmen passt. ( Vermute ich mal, diese Konstelation hatte ich noch nicht, entweder die Lichtkuppel samt Rahmen tauschen, dann auch gerne mit einem besseren U-Wert oder nur das Oberteil tauschen, dann aber wie Bestand )
    • Thomas T. schrieb:

      Tabelle 1, Zeile 2b gibt U max von 1,4 W/(m²K) vor.
      Okay. Nun ist die innere Schale gebrochen, der Schimmel als Resultat einer Wärmebrücke aber vorhanden. Im Falle der gebrochenen Innenschale wäre ein neuer Aufsatz denkbar. Nun ist die Sache aber nicht in dem Umfang nutzbar, wie sie eigentlich genutzt werden sollte. Man wird wohl in einem Raum mit erhöhter Anforderung an den Wärmeschutz - hier das Bad - nicht vermeiden können, das nicht unerhebliche Mengen an Feuchtigkeit in die Raumluft abgegeben werden.

      Spoiler anzeigen
      Einschalige Lichtkuppeln werden dort eingesetzt, wo ausschließlich die Versorgung mit Tageslicht im Vordergrund steht, z. B. bei Freiflächenüberdachungen oder Vordächern. Aufgrund der geringen Wärmedämmeigenschaften (Ur = 5,6 W/m²K nach DIN EN 1873) scheidet ein Einsatz in beheizten Gebäuden aus.
      Jahrelang war die doppelschalige Lichtkuppel der Klassiker auf dem Dach. Mit einem Ur-Wert von ca. 3,5 = W/m²K nach DIN EN 1873 erfüllt sie aber nicht mehr die Ansprüche an eine moderne und energiesparende Bauweise.
      Um Energie zu sparen, stellt heutzutage die dreischalige Lichtkuppel den Regelfall dar. Mit einem Ur-Wert nach DIN EN 1873 von mindestens 2,5 W/m²K kann sie in fast allen Situationen eingebaut werden. Zu beachten sind dennoch Einbausituationen in Räumen mit erhöhter Temperatur sowie hoher Wasserdampfkonzentration, wie sie regelmäßig in Badezimmern oder Hallenbädern auftreten. Hier sind aus vorgenannten Gründen gegebenenfalls noch höhere Anforderungen an die Wärmedämmeigenschaften zu stellen.
      Wenn erhöhte Anforderungen an den Wärmeschutz zu stellen sind, z. B. im Wohnbereich oder für Bäder, können sogar vierschalige Lichtkuppeln zum Einsatz kommen. Die Ur-Werte reichen dann bis zu 1,5 W/m²K hinab.

      Quelle: [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]


      Bedeutet jetzt konkret und so verstehe ich das, dass der neue Aufsatz mind. 3 Schalig eher 4 Schalig sein muss. Konkret gibt es aber keine Regelung wann höherwertige Nutzung zählt. Belegt man dann wie? Thermografie?
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    • Skeptiker schrieb:

      Es gibt Vermieter, die sich so lange einen Dreck um die Rechtslage schere, bis sie vorm Kadi stehen.
      Durchaus eine mögliche einzutreffende Komponente.
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    • Moin Stefan,

      zwischen Kranz und Decke. Ich vermute mal wegen dem guten Nährboden auf der GKB Platte.
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    • Frau Maier schrieb:

      Da klinke ich mich mal ein. Ab wann muss denn eine Lichtkuppel durchtrittsicher sein? IMHO eigentlich immer wenn sich einer darauf bewegen kann, selbst wenn es nur mal der Handwerker/Hausmeister ist, der einmal im Jahr mal aufs Flachdach geht...
      Einige Bauordnungen fordern Umwehrungen für Flächen, die um ein bestimmtes Maß über der Umgebung liegen. Im Umkehrschluß müssten eigentlich alle Flächen, die einen geringeren vertiaklen Versatz zur Umgebung haben als begehbar gewertet werden und damit durchtrittsicher oder sogar begehbar ausgeführt werden. (Diese Überlegung basiert nicht auf der genauen Kenntnis von a.R.d.T . oder Gesetzen, sondern ist nur schnell aufgeschrieben.)
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • zur EnEv : [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
      Lichtkuppeln sind in der EnEv nicht aufgeführt, damit keine Anforderungen, abgesehen vielleicht vom Mindestwärmeschutz.

      DIBt schrieb:

      Im Falle von Maßnahmen an Lichtkuppeln und Lichtbändern bestehender Gebäude stellt die EnEv 2009 keine besonderenAnforderungen; das Verschlechterungsverbot bleibt allerdings unberührt.
      ok, ist auf die EnEv 2009 bezogen, in der EnEv 2014 ist es aber auch nicht anders dargestellt.


      ggf. könnte man auf "bauphysikalische Erfordernisse" verweisen, vielleicht mit dem Hinweis, dass die Erfahrung ja gezeigt hat, dass eine gleichwertige Ausführung schadensanfällig ist.
      am Besten einfach Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung anmelden...
    • Frau Maier schrieb:

      Ab wann muss denn eine Lichtkuppel durchtrittsicher sein? IMHO eigentlich immer wenn sich einer darauf bewegen kann, selbst wenn es nur mal der Handwerker/Hausmeister ist, der einmal im Jahr mal aufs Flachdach geht...
      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]

      Guckst du da nach. Dürfte die a.R.d.T darstellen.
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    • Kalle schrieb:

      Frau Maier schrieb:

      Ab wann muss denn eine Lichtkuppel durchtrittsicher sein? IMHO eigentlich immer wenn sich einer darauf bewegen kann, selbst wenn es nur mal der Handwerker/Hausmeister ist, der einmal im Jahr mal aufs Flachdach geht...
      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
      Guckst du da nach. Dürfte die a.R.d.T darstellen.
      Nö, die ASR sind der gesetzliche Rahmen organisatorischer und materieller Anforderungen an Arbeitsplätze, aber keine a.R.d.T .
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Die wäre dann?
      ---------- 29. September 2016, 20:55 ----------
      Mir war so als wären Unfallverhütungsvorschriften auch zu den ardt zu zählen, sofern sie dem Kredo dafür entsprechen. Was hier ja der Fall sein dürfte.
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    • Kalle schrieb:

      Die wäre dann?
      spontan fällt mir als Möglichkeit die DIN 18008 ein, natürlich nur teilweise
      ---------- 29. September 2016, 21:09 ----------

      Kalle schrieb:


      Mir war so als wären Unfallverhütungsvorschriften auch zu den ardt zu zählen, sofern sie dem Kredo dafür entsprechen. Was hier ja der Fall sein dürfte.
      Nö, eine detaillierte technische Beschreibung zu einem Gesetz oder wie hier einer "Verordnung" gilt als solche qua eigener Rechtskraft. Sie braucht weder theoretisch richtig zu sein noch praktisch bewährt. Wenn der Verordnungsgeber sie verordnet, gilt sie, fertig. Aber deshalb ist sie eben keine a.R.d.T . und muss dies auch garnicht sein. Sie gilt durch die Gesetzgebungsgewalt des zuständigen Parlaments, welches den Verordnungsgeber ermächtigt hat, zu verordnen. Und was der verordnet gilt. (Aber ich kann das als juristischer Laie nur so halbwegs erklären und hoffe, wenigstens die wesentlichen Punkte richtig genannt zu haben.)
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Hmm Lichtkuppeln haben in der Regel aber keine Glaskuppeln. Eher sind es Kunststoff (Acryl oder ähnliches) Kuppeln. Wie siehst du hier den Anwendungsbereich?
      ---------- 29. September 2016, 21:46 ----------
      Okay ich glaub ich hab die "Haarspalterei" hinsichtlich der Begrifflichkeit geblickt. Danke Dir [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] :bier:
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    • Die ASR A2.1 gilt natürlich an Arbeitsstätten zwingend auch ohne a.R.d.T . zu sein.

      Nein, für Lichtkuppeln ohne Glas gilt die DIN 18008 natürlich nicht. Ich lasse fast ausschließlich Licht"kuppeln" aus Mineralglas einbauen, deshalb vergesse ich die aus Kunststoff schon 'mal. Nein, ich kenne keine a.R.d.T . für die Absturzsicherung durch Kunststoff-Lichtkuppeln, aber auch keine andere zwingende Regelung für diesen Fall. Ich hatte deshalb ursprünglich auch nur eine Analogie benutzt. Das soll aber nicht heißen, dass es keine gibt.

      Vor ca. 10 Jahren hatte ich genau die Debatte schon einmal mit einem SV von einem Verein mit Ü in NRW. Der Herr blieb mir bis zu meinem Ausstieg aus dem Projekt den Nachweis auf eine Rechtsnorm oder a.R.d.T . schuldig, die auf einem nur gesichert betretbaren Flachdach ca. 50 cm erhabene Oberlichter entweder begehbar oder umwehrt fordert. Weder Bauaufsicht noch Landesamt für Arbeitsschutz hatten sich dafür interessiert.
      Off-Topic:
      Übrigens: Von einem SV oder Gutachter nicht belegbare Forderungen genannt zu bekommen und diese erfolglos von AN einzufordern, berechtigt die AG später zum Schadensersatzanspruch gegenüber dem SV / Gutachter. Also "erstmal fordern, dann mal sehen" führt in die Haftungsfalle. Nur sicheres Wissen gibt Sicherheit.

      ---------- 29. September 2016, 22:13 ----------

      Kalle schrieb:

      Okay ich glaub ich hab die "Haarspalterei" hinsichtlich der Begrifflichkeit geblickt. Danke Dir [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] :bier:

      :yeah:

      Wir bewegen uns dabei genau in der Schnittmenge von Sachverständigentätigkeit und Jura, die beim Bauen eine zunehmende Rolle spielt, auch ohne vor Gericht zu müssen. Und was im Einzelfall eine anzuwendende a.R.d.T . ist, ist eine der häufigen Fragen im Leben eines / einer SV. Wenn Du mal als solcher arbeiten möchtest, musst Du genau die zielsicher beantworten können.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker