Unterschiedliche Einblasdämmungen (Holzfaser vs. Zellulose)

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  • der, der Holzfaser-Einblasdämmung anbietet, bietet Holzfaser an.
    Und der, der Altpapier-Zellulose-Einblasdämmung anbietet, bietet eben das an.

    die Unterschiede werden sich in der Rohdichte, im Preis, ggf. Behandlung der Flocke/Faser, vielleicht in der Verarbeitung, aber weniger in bauphysikalischen Gesichtspunkten finden lassen...
  • Thomas schrieb:

    Also ist es eine falsche Fragestellung
    Nö, die Frage ist schon berechtigt
    Holzfaser ist gegenüber Zellulose setzungssicherer.
    Zellulose braucht ca. 50% mehr Masse als Holzfaser um setzungssicher zu sein.
    Kann also unter statischen Gesichtspunkten schon mal interessant sein beide Dämmstoffe tu vergleichen.
    Preislich macht es keinen Unterschied, Zellulose ist deutlich günstiger im Einkauf.
    Physikalisch bietet mehr Masse natürlich auch mehr sommerlichen Hitzeschutz.
  • Aus meiner Sicht steht und fällt die Qualität von Einblasdämmstoffen mit dem Verarbeiter bzw. konkreter ausgedrückt mit der ausreichenden Verdichtung des Materials.

    Wir haben im ganzen Haus Zellulose verarbeitet. Ich kannte den Verarbeiter schon lange vorher und ich habe mit ihm eine Abrechnung nach Kilogramm verbautes Material vereinbart... Da kann man dann sicher sein, dass wirklich genug eingebaut ist. Und arm wird man dabei trotzdem nicht, weil irgendwann ist eine Grenze erreicht, "unendlich" dicht kann man das Zeugs ja gar nicht einbauen...
  • Alfons Fischer schrieb:

    Aus meiner Sicht steht und fällt die Qualität von Einblasdämmstoffen mit dem Verarbeiter
    Das liegt in der Natur der Sache, es steht und fällt immer alles mit demjenigen der es macht, egal ob er Handwerker, Arzt, Pharmazeut, Busfahrer, Pädagoge oder sonst was ist.
  • Um das hier kurz abzukürzen. Die durchschnittliche Schulungsdauer für die Zertifizierung zum Einblasen von Holzfaser dauert in etwa einen Nachmittag incl Katalog vorlesen und Essen, soviel zum Thema Qualitätssicherung.
    Entgegen den vielen Werbeslogans ist Holzfaser kein Stück setzungssicherer als Zellulose, im Gegenteil.
    Ich stehe im ständigen Kontakt mit den Anwendungstechnikern einiger Hersteller. Vor jedem Test auf dem Rütteltisch hilft nur Daumendrücken.
    Holzfaser ist ein sehr symphatischer Dämmstoff, dennoch habe ich als Verarbeiter mit Zellulose viele Vorteile, den ich habe den größeren Verdichtungsbereich und kann den Dämmstoff besser an den jeweiligen Anwendungsfall anpassen.
    Holzfaser hat seine Eigenarten beim Verarbeiten und die meisten Fehler entdeckt man auf Baustellen wo Holzfaser verarbeitet wurde. Eine Thermograpfie offenbart die Verarbeitungsfehler auf vielen Baustellen. Meiner Meinung nach sollte Holzfaser nur von geübten Einbläsern verarbeitet werden, da es eben nicht so einfach ist wi die Hersteller es versprechen.
    Von den Bauphsikalischen Eigenschaften her sind die beiden Dämmstoffe durchaus vergleichbar, wobei Zellulose eben das größere Anwendungsspektrum hat.
    Bei allen sympatien für Holzfaser würde ich bei mir Zellulose verarbeiten.(Habe ich auch, obwohl ich fast alle Einblasdämmstoffe verarbeite)
  • wobei man nicht vergessen darf, bei Holzfaser brauchst ja auch nen Haufen mehr Technik, um das das rein zubekommen. Mit den üblichen Maschinen funktioniert das nur mit Zusatzausstattung, da Holzfaser nen ziemlichen Luftdurchsatz benötigt. Und zum Thema Statik: 35 Kilo bleiben 35 Kilo :D
    Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
  • MoRüBe schrieb:

    bei Holzfaser brauchst ja auch nen Haufen mehr Technik, um das das rein zubekommen.
    So iss es, wer die entsprechende Einblastechnik nicht hat sollte bei Zellulose bleiben.
    Die Häckselwerke der klassischen Einblasmaschinen bekommen die Holzfaser nicht vernünftig aufgeflock und die Luftleistung die für 60kg/m³ Zellulose ausreicht reicht eben für 35kg/m³Holzfaser nicht.
  • flocke schrieb:

    Um das hier kurz abzukürzen. Die durchschnittliche Schulungsdauer für die Zertifizierung zum Einblasen von Holzfaser dauert in etwa einen Nachmittag incl Katalog vorlesen und Essen, soviel zum Thema Qualitätssicherung.
    Bedeutet für mich als Kunde auf Cellulose bestehen.
    Aber woran erkenne ich eine fähige Firma, gibt es da auch irgendwelche Qualitätsstandards wie RAL bei Fenstern
    oder W-120 bei den Brunnenbauern?
    Oder gibt es andere Indizien die auf einen guten oder weniger guten Handwerker hindeuten?

    Grüße Thomas
  • Also die Zertifizierung zum einblasen von Zellulose dauert zwei Tage.
    Auch wenn zertifizierte Verarbeiter pfuschen können würde ich nur an ein Unternehmen einen solchen Auftrag erteilen der mir auch zertifizierte Arbeiter auf die Baustelle schickt.
    Zertifizierte Einbläser wissen wie ein Wärmebild aussieht und die werden ganz sicher nicht absichtlich pfuschen und hoffen das der, der die Thermographie macht zu blöd dazu ist.
  • Rausgeschmissenes Geld. Der Knüller ist ja, das Zeug setzungssicher einzubringen. Wie setzungssicher das ausgeführt wurde (berechnen wir mal 55/60 kg und führen aber nur 45 aus) das wirst Du zum einen ja nur in der kalten Jahreszeit sehen und zum andern setzt es sich mit Sicherheit nicht in den ersten zwei Wochen nach Rechnungsstellung. Sicherlich kann man einen Probezylinder nehmen, ja gut, dann hat man eine Momentaufnahme, aber wenn man will?
    ?
    Und dann bei offenem Aufblasen, sieht es noch mal anders aus.
    Eigentlich sieht man es schon an der Menge, die angefahren wird. Kommt einer da mit nem PKW-Anhänger fürs DG, da weiß man schon, daß es nicht reicht.
    Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
  • Tip: Da unten bei Euch ist Einblasdämmung doch eher an der Tagesordnung. Frag doch Deinen favorisiertern Bläser mal, ob Du ihm mal zugucken kannst. Oftmals, als Fingerzeig, schaut man sich mal den Maschinenpark an, den er so hat. Die richtig professionellen haben alle eigene Maschinen. Können auch alt sein, aber gepflegt. Kommt einer mit ner Leihmaschine an (ich überlasse es Deinem detektivischem Spürsinn, wie Du das herausbekommst.. ;) ) dann weiste schon, was Sache ist...
    Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
  • denis schrieb:

    Ist es sinnvoll bei Zellulose Dämmung danach eine Thermografie machen zu lassen? (um sicher zu gehen, dass die Dämmung auch sauber ausgeführt wurde)
    manchmal kann auch das Androhen der Überwachung zu einer deutlichen Verbesserung der Qualität führen.
    Aber das ist natürlich Glücksspiel.
    Ich persönlich würde nur einen erfahrenden Einbläser wählen oder mir verlässliche Empfehlungen nennen lassen...
    Bei Euch in der Gegend kenne ich leider niemanden...