Regenwasser verrieseln mit oder Ohne Schacht dazwischen

    • Regenwasser verrieseln mit oder Ohne Schacht dazwischen

      Moin,
      wir wollen bald Pflastern und vorher die Regenwasser verrieselung auf dem eigenen Grundstück machen.
      Nun kam es gestern zufällig dazu, dass wir mit 5 Nachbarn auf ein Bierchen bei uns standen und wir hatten 5 Meinungen was denn am besten wäre.

      Nachbar A hat von jedem Fallrohr ein paar Meter KG Rohr (je nach dem ob Pflaster drunter ist oder nicht) und dann das Drainagerohr mit Kokosummantelung über sein Grundstück laufen. Er hat allerding auch keine Bäume oder so, das meiste sind Beete und Rasen.


      Nachbar B hat alle Fallrohre mit KG Rohren verbunden und es zu einem zentralen Schacht geführt (Betonringe im Kiesbett), an dem Schacht ist als Überlauf ein Drainagerohr das unter seine Rasenfläche lang führt
      Nachbar C hat jeweils 2-3 Fallrohre mit KG Rohren verbunden und daran dann immer Drainagerohr unter den Rasen laufen

      Nachbar D hat es wie Nachbar C aber alle Drainagerohre noch ein einem Bett aus Vlies und Kies.

      Wir haben alle Grundstücke um die 1000-1300qm

      Ich denke Nachbar B hat die beste Variante aber auch die teuerste (Papa war mal Straßenbauer und hatte zeit)

      Was meinst ihr ist Preis / Leistungsmäßig am besten, auf lange sicht gesehen werden die Drainagerohre Verschlammen? Ich tendiere derzeit dazu es so zu machen wie Nachbar C
      Unsere Grundstücke grenzen alle an einen 10m breiten Grünstreifen der mit Bäumen und Büschen bepflanzt ist und auch ewig als Grünstreifen bleiben wird. Die meinten ich soll das Drainagerohr dort einfach wieder hoch führen.

      Und noch eine Frage zum Schacht. Beton oder Kunststoff? Pro und Kontra?
    • Hast Du noch mehr Infos?
      Ich dachte bisher, dass man zur Versickerung auch noch so Daten wie Regenspende, Versickerungsfähigkeit des Bodens etc. braucht.

      Sonst könnte ja passieren, dass Dir bei einem Starkregen das Wasser bis zur Dachrinne steht, weil die anfallende Wassermenge nicht schnell genug versickern kann. ;)
    • Als ersten Schritt mal die rechtliche Seite klären:

      Kontakt mit der Unteren Wasserbehörde und nachfragen, ob für eine Einleitung von Dachflächenwasser ins Grundwasser eine Erlaubnis gem. § 10 WHG erforderlich ist. Wird von den Behörden sehr unterschiedlich gehandhabt.

      In der Regel dürfte dies der Fall sein, aber in der Regel dürfte dies auch unkritisch sein, weil man die Erlaubnis problemlos bekommt. Ausnahmen nur bei ganz besondere Rahmenbedingungen (schwierige Behörde in Kombination mit Metalldach und ggf. Wasserschutzgebiet)

      Danach wie folgt:
      • Sammlung Eingangsdaten zur technischen Bemessung
      • Technische Bemessung
      • Erlaubnisantrag einschließlich technischer Bemessung
      • Eingang Erlaubnis
      • Realisierung
      • Bierchen trinken
      Es grüßt

      Manfred Abt
      Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH
    • Es ist sogar so vorgeschrieben. Man soll es auf dem eigenen Grundstück verrieseln / verickern lassen. Es gibt auch keine alternative, da eine Regenwasserkanalisation nicht vorhanden ist und das einkleiten in die Schmutzwasserkanalisation verboten ist.

      Es geht hier nur um die Vor und Nachteile eines Sickerschachtes als "Puffer". Verschlammen die Drainagerohe dadruch langsamer bzw gar nicht oder hat es keine auswirkung.
    • heiner68 schrieb:


      Es geht hier nur um die Vor und Nachteile eines Sickerschachtes als "Puffer". Verschlammen die Drainagerohe dadruch langsamer bzw gar nicht oder hat es keine auswirkung.

      Welchen Einfluss sollte das auf die Verschlammung der Rohre haben? Da "fließt" doch nur quasi sauberes Regenwasser. Wenn eine Drainage verschlammt, dann doch von außen, sprich durch das Wasser bzw. Schmutz das/der von außen durch das Erdreich in das Rohr gelangt.

      Hier wird schon die Verlegung der Rohre darüber entscheiden, ob und wie lange diese Versickerung funktioniert.
    • Die Lösung mit dem Schacht ist die einzig mögliche! Bzw ggf. gehen noch schachtähnliche Konstrukte!

      Der Schacht MUSS da sein, damit die Anlage ein Retentionsvolumen hat! Die Grösse dieses Volumens ist an Hand der angeschlossenen Fläche, der Regenspende als max. alle X Jahre und der Versickerungsfähigkeit des Bodens zu ermitteln.

      Mal eben ein m Rohr vergraben geht garantiert nach hinten los!

      Und man sollte sich mal mit der Bausubstanz der Nachbar befassen. Wenn die nämlich Keller haben, die aber keine schwarze oder weisse Wanne sind, dann kann das Kummer machen und wer dann da für Schäden haftet (der Planer, der die Versickerung nicht bedacht hat oder der Nachbar, der falsch versickert), sollte vorweg geklärt sein!
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Ich bin kein Fachmann für Dränagen und Verrieselungen, einen kleinen Denkansatz möchte ich doch mitgeben:

      Ein Bekannter und Bauherr von mir rief mich vor Jahren mal an, dass er Wasser im Keller (ausgebautes Büro!) gehabt hätte. Der Grund waren aber keine Mängel an den Bauteilen.

      Es gab eines schwülen Abends einen Wolkenbruch, und das Wasser lief nach kurzer Zeit im Schwall aus der Dachrinne in Lichtschächte und den Kellerhals.

      Er verstand gar nicht, warum, er hatte doch an jedes Fallrohr 10 m Dränagerohr angeschlossen. Da passen aber nur ca. 70 l rein, insgesamt kamen wohl damals in 1 h ca. 4 m³ auf der Dachfläche an, je Fallrohr (ich glaube, es waren nur 2) also ca. 2 m³. Und die schwappen eben dann aus der Dachrinne, wenn das Versickerungsvolumen nicht reicht.

      Seine Lösung hatte er übrigens schon jahrelang, für die üblichen Landregen hat sie anscheinend gereicht.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Genau deswegen hatte ich nach mehr Details gefragt. Ich bezweifle, dass die o.g. Varianten überhaupt funktionieren, aber ohne Details kann man da nur raten. Ein Versickerungsschacht könnte genügen, aber auch hier müsste man zuerst mehr Infos haben.

      Ich sage mal so, wenn er einen Kilometer DN100 verlegt, könnte das ein Weilchen funktionieren. Wie lange, das steht in den Sternen.
    • Soweit ich weiss hat keiner von denen einen Keller. Aber der Schacht ist dann auch 15-20m vom Haus entfernt. Die Drainagen und so haben das alle selber gemacht (abgesehen von dem mit dem Straßenbaumeister in der Familie).

      Bis jetzt (Häuser sind maximal 3-5 Jahre alt) hat noch nieman probleme mit seinem Regenwasser. Auch nicht der, der einfach an jedes Fallrohr nur ein 20m Drainagerohr dran hat.

      Also einen Schacht hat von allen nur einer also muss es ja auch ohne Schlacht gehen.

      Das ganze war vorher mal ein Wald und in den letzten Monaten waren hier ja mehr als genug heftige regenfälle, da hatten niemand Probleme mit einem "abgesoffenen" Garten und da hat man gesehen, dass der Boden sehr saugfähig ist.

      Welche vorteile hat der Schacht denn, ich würde sagen der Dreck von der Regenrinne gelangt nicht ins Drainagerohr und man hat einen puffer bzw. das Drainagerohr wird kaum genutzt.

      Sind Sickerblöcke aus Kunstoff eine alternative?

      PS. von meinem Haus bis zum Grünstreifen habe ich ca. 30 Garten und der Grünstreifen ist noch mal 10 lang bzw.
      ---------- 14. Juli 2016, 10:54 ----------
      @ Thomas T.

      hätte das Wasser nicht andere seite der Drainage raus kommen müssen? Der Punkt liegt ja tiefer als die Regenrinne.

      Oder war das Rohr zu und damit wären wir wieder beim Thema verschlammen.
    • heiner68 schrieb:

      Soweit ich weiss hat keiner von denen einen Keller. Aber der Schacht ist dann auch 15-20m vom Haus entfernt. Die Drainagen und so haben das alle selber gemacht (abgesehen von dem mit dem Straßenbaumeister in der Familie).

      Bis jetzt (Häuser sind maximal 3-5 Jahre alt) hat noch nieman probleme mit seinem Regenwasser. Auch nicht der, der einfach an jedes Fallrohr nur ein 20m Drainagerohr dran hat.

      Das will nichts heißen. Geht es jetzt um eine Bastelei oder eine fachgerechte Lösung? Im ersten Fall kannst Du machen was Du willst, einen eventuellen Schaden musst Du ja selbst tragen.
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      Kannst du mir denn mal bitte erklären welche Funktion der Schacht hat?
      Das Wasser aus der rinne läuft in den Schacht und steigt an. Wenn der voll ist, geht es ins drainagerohr. Im Schacht und im Rohr verieselt / versickert es dann. Richtig?

      Vorteil vom Schacht wäre er kann mehr Wasser auf ein mal ein mal aufnehmen und es kommt kein dreck ins Drainagerohr.

      habe ich was vergessen?
    • Ein vernünftiger Sickerschacht hat kein angeschlossenes Drainrohr mehr

      Der Schacht puffert die Differenz zwischen anfallender Regenmenge auf dem Grundstück und der in gleicher Zeit versickerbaren Wassermenge.

      Wenn also so ein richtiger Gewitterschlag herunterkommt, dann sind da ein paar hundert Liter Wasser drin,die dann in Zeit X im Boden versickern, ohne das sich plötzlich Springbrunnen im Garten auftun oder wie von TT beschrieben die Rinnen zu Wasserfällen wandeln.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • heiner68 schrieb:

      @ Thomas T.

      hätte das Wasser nicht andere seite der Drainage raus kommen müssen? Der Punkt liegt ja tiefer als die Regenrinne.

      Oder war das Rohr zu und damit wären wir wieder beim Thema verschlammen.
      Wo hätte denn das Wasser rauskommen sollen? Das Rohrende war ja verschlossen (ich weiß nicht wie, gehe aber davon aus, da ansonsten Sand und ggf. Tiere ins Rohr gelangen könnten) und vergraben.

      Es kam definitiv aus der Dachrinne, als die Fallrohre voll waren.

      Zur Vermeidung von Dreck aus der Dachrinne kann man die Fallrohre über Sinkkästen anschließen. Da ist ein Eimerchen drin, wo sich Laub, Nadeln und später Schlamm absetzen können.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Thomas T. schrieb:

      heiner68 schrieb:

      @ Thomas T.

      hätte das Wasser nicht andere seite der Drainage raus kommen müssen? Der Punkt liegt ja tiefer als die Regenrinne.

      Oder war das Rohr zu und damit wären wir wieder beim Thema verschlammen.
      Wo hätte denn das Wasser rauskommen sollen? Das Rohrende war ja verschlossen (ich weiß nicht wie, gehe aber davon aus, da ansonsten Sand und ggf. Tiere ins Rohr gelangen könnten) und vergraben.
      Es kam definitiv aus der Dachrinne, als die Fallrohre voll waren.

      Zur Vermeidung von Dreck aus der Dachrinne kann man die Fallrohre über Sinkkästen anschließen. Da ist ein Eimerchen drin, wo sich Laub, Nadeln und später Schlamm absetzen können.
      Das Rohrende war verschlossen? Wie war das denn mit der belüftung von dem Rohr? Mein Nachbar hat jedes Rohrende aus der erde raus gucken und ein Lüftungsdecken drauf. Sollte wirklich zu viel Wasser vom himmel fallen dann kommt es da raus (20 Meter vom Haus weg)
    • heiner68 schrieb:

      Es ist sogar so vorgeschrieben. Man soll es auf dem eigenen Grundstück verrieseln / verickern lassen. Es gibt auch keine alternative, da eine Regenwasserkanalisation nicht vorhanden ist und das einkleiten in die Schmutzwasserkanalisation verboten ist.

      Es geht hier nur um die Vor und Nachteile eines Sickerschachtes als "Puffer". Verschlammen die Drainagerohe dadruch langsamer bzw gar nicht oder hat es keine auswirkung.
      Ob vorgeschrieben oder nicht hat mit der Erlaubnispflicht nach WHG nichts zu tun.
      Muss abgeklärt werden.

      Und NEIN Ralf, er kann nicht machen was er will!

      Bzgl. der Ausbildung von Versickerungsanlagen und der Notwendigkeit von den Versickerungsanlagen vorgeschalteten Schlammfang und Filter verweise ich auf das DWA-Arbeitsblatt A 138.

      Alles andere ist Bastelwastel, was weder hier noch von der zuständigen Wasserbehörde gestützt wird.
      Es grüßt

      Manfred Abt
      Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH
    • wasweissich schrieb:

      btw. Die kunstoffkästen sind durchaus brauchbar ,nur müsste man klären wieviele gebraucht weden
      Womit wir wieder bei den fehlenden Infos wären. ;)

      Wenn ich an die Unwetter vor wenigen Wochen denke, da kamen über Nacht mal um die 100 Liter/m² runter, und das nicht schön verteilt, sondern in Schüben. EInmal waren es 35Liter/m² innerhalb weniger als einer Stunde. Trifft so ein Wetterereignis auf einen gesättigten Boden, dann gute Nacht. Ein typ. EFH Dach, sagen wir mal für ein Haus mit um die 120m² Grundfläche, da kommen dann 4,2m³ und das innerhalb weniger als einer Stunde, und über die Nacht wären es 12m³. So ein DN100 Rohr fasst nicht ganz 8Liter pro Meter. Jetzt noch ein Boden mit vielleicht 10l/m² pro Stunde oder weniger, da muss man kein Rechenkünstler sein um zu erkennen, dass das schnell in die Hose geht.
    • lieber in 20 m entfernung eine Pfütze aufn Rasen als das die Dachrinne überläuft und es in die Lichtschächte geht.


      und ein Überlauf bei dem Sickerschacht kann bestimmt auch nicht schaden.

      Wie sag man im Emsland: "Ham is beter as brucken"
      ---------- 14. Juli 2016, 11:32 ----------
      Gegen solch ein Wetter hilft dir kaum was.da versagt rede Dachrinne und jeder Schacht ist blitzschnell rappel voll.
    • heiner68 schrieb:


      Gegen solch ein Wetter hilft dir kaum was.da versagt rede Dachrinne und jeder Schacht ist blitzschnell rappel voll.

      Wer sagt das? Was glaubst Du warum ich oben nach Infos gefragt habe, und der Manfred als ersten Punkt in seiner Liste geschrieben hat:


      Manfred Abt schrieb:

      Sammlung Eingangsdaten zur technischen Bemessung

      Eine richtig geplante und ausgeführte Versickerung funktioniert auch unter extremen Bedingungen, denn dafür wird sie ausgelegt. Na gut, der Weltuntergang wird dabei nicht berücksichtigt, aber der kommt ja nicht so oft vor. ;)
    • Ich hab vor ein paar Jahren in einem ebenso bekloppten Gebiet (nicht mal Überlauf darf angeschlossen werden) einen solchen Schacht verbauen lassen.

      Wenn ich die Daten richtig im Kopf habe, waren das rd. 2,5 m² Retention und knapp 5 m³ Speichervolumen für die RW-Nutzung.
      Ohne Speicher wäre das Retentionsvolumen noch grösser gewesen.

      Sickerfähiger Kies in 3 m Tiefe, darüber Lößlehm.


      Wie gesagt - kein Überlauf ein Strassenentwässerung möglich.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen