Kosten für Bauing. und Architekt so in Ordnung?

    • Kosten für Bauing. und Architekt so in Ordnung?

      Hallo,

      ich wollte nur einmal fragen, ob die Rechnung, die vom Bauing/Architekten erstellt wurde so in Ordnung ist. Wenn ja, wird natürlich gezahlt.

      Wir haben im Rahmen unserer Dachsanierung einen Bauing. beauftragt, der uns bei der Planung untersützen sollte (Kein schriftl. Vertrag). Wir haben zunächst ein klares Budget von 140-150T€ vorgegeben und wollten erstmal nur das Dach sanieren und einen Ausbau soweit vorbereiten, wie das Budget es zulässt (Schornsteinabriss und ein Plan, um ggf. schonmal die Dachfenster an der richtigen stelle anzubringen). Der Ausbau hatte also niemals Priorität.
      Nach der ersten Besichtigung vor Ort haben wir uns dann in seinem Büro getroffen, wo sein Architekt uns eine Möglichkeit gezeigt hat, wie eine Wohnung aussehen könnte, Dazu hat er den "Ur-Plan" genommen und dann mit "Butterbrot-Papier" das obergeschoss abgepaust und einige Wohnungen verkleinert, um zu zeigen, wie man diese mit dem Spitzboden verbinden könnnte (Maisonette). Eine Planung ist ja nötig, wenn ggf. etwas vorbereitet werden soll. Wäre ja praktisch zu wissen, wo die Fenster hinkommen. Dann hat er uns vorgeschlagen, da die Kredite momentan sehr günstig sind und man im Zuge dessen einige alte Bäder hätte sanieren können, diese Lösung umzusetzen. Dies erschien uns och reizvoll.

      Nach 1,5h Gesprächsdauer wurde dann eine Summe von 300.000€ genannt, was uns dann nach einiger Überlegung doch zu teuer war. Darauf haben wir angerufen und gesagt, dass eine Wohnung besser wäre, da wahrscheinlich günstiger. Nun sagten diese, nach einer weiteren Vor-Ort-Besichtigung, dass eine große Wohnung nicht möglich sei, da man über einen Zugang durch das Treppenhaus beim hochgehen in die Wohnung nicht genug Kopffreiheit hat (man muss halt als größere Person den Kopf leicht einziehen).Versändlich.
      Hier wurden nun einige Messungen vorgenommen.
      Beim nächsten Termin wurde dann nochmal über die große Wohnung gesprochen, da wir nach 10min Studium der Baupläne einen alternativen Zugang gefunden haben und als weitere Möglichkeit wäre auch eine Aufkeilgaube am Treppenzugang möglich gewesen (Von uns Laien selber herausgefungen und nicht vorgeschlagen). Hier sagte nun der Bauing. das man im Rahmen der Bausanierung alle Dachschrägen im Obergeschoss abreissen müsse, da man sonst die Dampfbremse nicht verlegen könne. Somit, so meinte er wäre es empfehlenswert auch den Spitzboden mit auszubauen. Darauf sagten wir, nach dem er uns dann einige Skizzen auf "Butterbrot-Papier" gezeigt hatte,er solle bitte eine Kostenschätzung erstellen. 400.000€ ---> nicht machbar für uns.

      Nun im Internet recherchiert und sofort herausgefunden, dass eine Dachsanierung von außen durchaus möglich ist. Dampbremse Sub-and-Top. Dann dem Bauing mitgeteilt, dass das für uns zu teuer ist und Budget auf 230,000€ aufgestockt, um eine Wohnung zu errichten. Dazu würde man den Alternativ-Zugang wählen (von uns herausgefunden) um Zugang zu erhalten. In diesem Gespräch sagte er auch, dass er die Möglichkeit einer Sanierung von außen mit Sub-and-Top nicht kenne bzw, so noch nie gemacht hat (Er hat es ja auch nicht vorgeschlagen.), aber für durchfürbar hält.
      Nun hat er eine weitere Kostenschätzung durchgefürht (d.h. die 1. KS abgespeckt) und während dessen ein Angebot für das Dach (mit seinem Dachdecker besichitig) und das Gerüst eingeholt. Kostenschätzung leider über 30.000€ drüber.
      Nun hat er aber wohl einfach die vorgeschlagene Lösung vom Dachdecker übernommen und nicht von sich aus Lösungsvorschläge zur Planung gemacht. Auch die Kostenschätzungen waren sehr detailarm. Knapp 2 Seiten mit wenig Infos. Das Angebot des Dachdeckers hatte knapp 6 Seiten mit allen Details !!!

      Nun haben wir wiederum mitgeteilt, dass unser Budget diese Summe nicht zulässt und wir die Sanierung und Vorbereiitung durchführen möchten, aber nur für das Budget von 150.000€, da wir ja bei mehr Investitionen keinen neuen Wohnraum haben und somit keine Mieteinnahmen.

      Dann hat er eine Kostenschätzung hierfür gemacht, also ein Einzeiler mit der Summe von 135,000€ Netto. Hier waren keine Planung der Wohnung, somit kein Einbau von Fenstern und nur der Schornsteinabriss (Eigenleistung) enthalten. Desweiteren hat er uns eine seperate Rechnung für die bisherige "Planung" in höhe von über 2300€ geschickt, worin 16h für die "Planung" und das erstellen der Kostenschätzung veranschlagt wurde plus einige Stunden für die Beratungsgespräche (Wäre ja okay, wobei hier ja auch einiges an zusatzzeit entstanden ist, da ja die Möglichkeit der Sanierung von außen verschwiegen wurde). Zum Vergleich: In 3-5h schaffe ich im Rahmen eines Physikpraktikums ein Protokoll mit ausführlicher Berechnung und knapp 5-9 Seiten länge.

      Wie gesagt, wenn ihr sagt, dass das so in Ordnung ist wird natürlich gezahlt
    • Lenov91 schrieb:

      Wie gesagt, wenn ihr sagt, dass das so in Ordnung ist wird natürlich gezahlt
      Na ja, eure Entscheidung ob ihr zahlt sollte jetzt nicht von Wortmeldungen in einem Forum abhängig sein.

      Grundsätzlich riecht das wie folgt:
      • Mündliche Beauftragung von in der HOAI geregelten Planungsleistungen ohne schriftliche Honorarvereinbarung
      • unklares Leistungssoll für den Planer
      • gestörte Kommunikation zwischen Planer und Bauherr
      • Unvollständige/mangelhafte Erbringung von Planungsleistungen


      Ich kann nicht ausschließen, dass sich daraus ein Honoraranspruch ableiten könnte, der erheblich oberhalb der Rechnungssumme liegen würde.

      Es stellen sich zwei Fragen:
      1. haben die bisherigen Ergebnisse und auch der bisherige Ablauf für euch einen Wert
      2. wer wäre daran schuld, wenn für euch kein Wert erwachsen ist


      Da man zumindest ahnen kann, dass ihr einen gewissen Wert aus dem Vertragsverhältnis erzielt habt spricht einiges dafür, dass man den Rechnungsbetrag bezahlt. Macht man dies nicht, dann lauft ihr Gefahr, dass der Vertragspartner euch eine Rechnung nach HOAI aufmacht. Und dann fängt der Streit an, ob und welche Teile der beauftragten Leistung erbracht wurden, welches Recht auf Nachbesserung besteht etc.
      Es grüßt

      Manfred Abt
      Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH
    • das wird dir kaum jemand beantworten können.

      am besten vorher stundensatz aushandeln und die voraussichtliche stundenzahl vereinbaren.

      im nachhinein kannst du nur noch mit ihm reden, den stundsatz und die stundenzahl erfragen.

      2.300 € brutto macht 29 stunden zu 65 € netto.
    • Lenov91 schrieb:

      Nach der ersten Besichtigung vor Ort..
      ...haben wir uns dann in seinem Büro getroffen...
      ...hat er den "Ur-Plan" genommen und dann mit "Butterbrot-Papier" das obergeschoss abgepaust...
      ...Nach 1,5h Gesprächsdauer ...
      Hier wurden nun einige Messungen vorgenommen....
      Beim nächsten Termin...
      ...nach dem er uns dann einige Skizzen auf "Butterbrot-Papier" gezeigt hatte...
      ...solle bitte eine Kostenschätzung erstellen...
      Nun hat er eine weitere Kostenschätzung durchgeführt...
      ...Knapp 2 Seiten mit wenig Infos...
      ...Dann hat er eine Kostenschätzung hierfür gemacht, also ein Einzeiler mit der Summe von 135,000€ Netto....


      Des weiteren hat er uns eine separate Rechnung für die bisherige "Planung" in höhe von über 2300€ geschickt, worin 16h für die "Planung" und das erstellen der Kostenschätzung veranschlagt wurde plus einige Stunden für die Beratungsgespräche (Wäre ja okay, wobei hier ja auch einiges an zusatzzeit entstanden ist, da ja die Möglichkeit der Sanierung von außen verschwiegen wurde). Zum Vergleich: In 3-5h schaffe ich im Rahmen eines Physikpraktikums ein Protokoll mit ausführlicher Berechnung und knapp 5-9 Seiten länge.

      Wie gesagt, wenn ihr sagt, dass das so in Ordnung ist wird natürlich gezahlt!
      Nun ja, ich weiß nicht, ob es so in Ordnung ist und ich bin auch nicht der größte Freund von Architekten, Notaren oder Vermessern, dazu habe ich so meine Meinungen!
      Außerdem würde ich mich nicht auf Aussagen in irgend einem Forum beziehen, wenn es um Zahlungen nebst Fristen geht!
      Aber mir erscheint das ganz plausibel, wenn ich mal wie hier wie im Zitat gezeigt alles mit etwas Relevanz zusammenraffe!

      Was Sie oder andere in ihrem Job in irgendwelchen Zeiträumen schaffen, ist dabei meines Erachtens völlig unwichtig!
      Ein Musiker bekommt in 3-5 Std vielleicht ein paar Grundtakte in einer von 70 Spuren für seinen neuen Album-Track hin, ein Betonbauer stellt in der Zeit einen ganzen Keller und bei Bugatti wurde in derselben Zeit gerade mal der Griff des Handschuhfachs poliert!

      Letztendlich muss die Rechnung aber auch nachvollzieh- und prüfbar sein!