Stützenfundament Murks?

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    • Stützenfundament Murks?

      Hallo zusammen!

      Mein Stützenfundament sieht mir doch sehr bedenklich aus. Zum einen scheint die Baufirma auf die seitliche Schalung verzichtet zu haben (obwohl vertraglich vereinbart). Zum anderen scheint sich die obere Bewehrung oben abzuzeichnen. Hat jemand eine Idee woher das kommt?

      Gruß, J.
      Bilder
      • stuetzen-fundament.jpg

        216,45 kB, 648×864, 93 mal angesehen
    • Schlecht zu erkennen.
      Ist das ein Bewehrungskorb oder eine oben reingeschmissene Matte?
      Wenn ersteres - wie sieht es aus mit der Betondeckung?
      Beton evtl. sehr nass, daher nachgesackt (Wasser geht nach oben, Beton nach unten) hierdurch könnte sich der Beton auf der Bewehrung aufgehangen haben.
      Dieses hat idR zur Folge, das kaum ein Verbund zwischen dem Beton und der Bewehrung besteht, da diese Oberseitig Aufreißt und unterseitig Hohl zum Stahl liegt.

      Aber alles nur Vermutungen - siehe 1. Satz.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • JarnoC schrieb:

      mls schrieb:

      soll da eine vordach- oder carportstütze drauf?
      ^... Ich fürchte die Baufirma hat den Beton vor Ort angemischt. Es wurde nämlich nur das Fundament gemacht.

      In der Gastronomie ist "hausgemacht" ein positives Qualitätsmerkmal, beim Thema Beton eher nicht.

      Wenn es ein tragendes Bauteil ist, muss auch ein Festigkeitsnachweis des Betons vorhanden sein. Das Transportbetonwerk liefert den über die Rezeptur und sichert die festgelegten Eigenschaften (Festigkeitsklasse, w/z-Wert, Mindestzementgehalt, Erfüllung der durch den Planer festgelegten Expositionsklassen etc.) zu.

      In so fern wäre das Mist, wenn da hausgemachter Beton verwendet worden wäre. Aber es ist ja erst einmal eine Befürchtung und keine Tatsache ... 8)
    • Hallo,

      also wenn ich mir das Bild speichere und einzoome, vermute ich, dass in der rechten Ecke fast nur noch Zementschlempe auf der Matte liegt und zwischen den Stäben die Oberkante Beton scheinbar unter OK Bewehrung liegt.

      Zähle ich die sichtbaren "Felder" und zeichne den Rest auf dem Ausdruck nach, komme ich - geschätzt auf 6x6 Felder also in Summe auf eine Korbabmessung von ca. 90x90cm. Und folglich - als engineered guess - auf eine Fundamentabmessung von 1m x 1m, wenn ich mal ca. 4cm Betondeckung annehme.
      Im Foto erkenne ich, dass der Korb am oberen rechten Bereich schätzungsweise 4 bis 5 cm Betondeckung hat. Wenn dem so wäre dann würde der Zuschlag für erdgeschalten Beton fehlen.
      Der dunkle Rand im Erdbereich scheint Wasser aus dem Beton gezogen zu haben - daher die dunkelfärbung.
      175 kN + das Fundament da sollte die Tragfähigkeit des Bodens deutlich über 200 kN/m² liegen.

      Frag' doch mal, wie der Beton verdichtet wurde und lass Dir eine Kopie des Lieferscheines geben.
      Halt' doch mal an die (fast) sichtbare Bewehrung einen kleinen Magneten 'dran. Wenn's zieht ist die Betondeckung deutlich unterschritten, bei regelkonformer Betondeckung dürftest Du mit einem kleinen haushaltsüblichen Magneten nichts spüren. Zum Messen der Betondeckung (zerstörungsfrei) gibt es spezielle Bewehrungssuchgeräte.

      Gruß
      Holger
      Gruß
      Holger
      --
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      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • für den Lastausbreitungskegel theoretisch nicht.

      Konstruktiv schon, da die Last nicht gleichmäßig verteilt mittig ankommt, ggf. Verankerungen einbinden, Horizontallasten berücksichtigt werden müssen.

      Bewehrungstechnisch auch, um die senkrechten Stäbe, wo die horizontal liegenden Bügel halten, oben in ihrer Lage zu fixieren, außerdem zum Korb einbauen (Einheben in die Baugrube).

      Und weil die Bewehrung nun mal drinne ist, muss sie auch entsprechend überdeckt werden mit verdichtetem Beton.

      Frage an Jarno:
      WIE stützt sich die "Ecken von 2 Vollgeschossen" darauf ab?
      Einzelne Stütze, 2 Betonbalken, Mauerwerk auf 2 noch zu betonierenden Frostschürzen, ... ??
      Gruß
      Holger
      --
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      (Andreas Marti; Schweizer)
    • OLger MD schrieb:

      Konstruktiv schon, da die Last nicht gleichmäßig verteilt mittig ankommt,

      OLger MD schrieb:

      Horizontallasten berücksichtigt werden müssen.

      OLger MD schrieb:

      oben in ihrer Lage zu fixieren, außerdem zum Korb einbauen (Einheben in die Baugrube).
      hallo
      zu 1. bei 1,00 x 1,00 wohl eher nicht aber woher weisst du die details.
      zu 2. wie 1. weil hausecke in 2,80 m höhe schiebt wohl doch nicht.
      zu 3. biete dir einen lehrgang im eisenflechten an, dann siehst du wie man das ohne geschlossene bügel macht
      und dabei 60% bewehrung spart.

      OLger MD schrieb:

      Zum Messen der Betondeckung (zerstörungsfrei) gibt es spezielle Bewehrungssuchgeräte.
      hälst du den aufwand immer noch für gerechtfertig

      OLger MD schrieb:

      Und weil die Bewehrung nun mal drinne ist,
      okay das ist ein argument aber deshalb muss nicht der abbruchbagger her.

      gruss aus de palz
    • zu 1. in der Theorie kommt sie mittig, im gebauten Zustand oft nicht.
      zu 2. da gehörte das "ggf." dazu
      zu 3. ja kann man machen, aus meiner Erfahrung ist es manchmal besser ein paar kg mehr zu investieren und einen stabilen Korb zu basteln und oft rufen auch die Baufirmen an und wollen noch Montage-Stäbe zusätzlich haben...


      Dass es für die Betondeckung Messgeräte gibt war nur eine Info. Ist hier offensichtlich übertrieben, da die Betondeckung schon optisch gut zu erkennen ist.
      Nur mit Stemmen und Kratzen würde ich warten bis der Baubetrieb draußen ist, sonst sagen die am Ende noch der Bauherr hätte Ihr Fundament kaputt gemacht....
      Gruß
      Holger
      --
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    • ok, sollen wir über bewehrung philosophieren?
      unabhängig von der frage, ob für das ding bewehrung erforderlich
      ist oder ob eine eine etwaig erforderliche bewehrung nicht durch
      andere lösungen substituiert werden könnte .. ineinandergestellte
      büma sind bei einzelfundamenten krampf und waren schon immer
      krampf. eine gscheite bewehrung zu zeichnen, ist aber heutzutage
      zuviel verlangt: denken kostet extra, und auf den ersten blick ist
      es billiger, 30 kg trotteleisen zu versenken, als 20 kg genieeisen
      richtig einzubauen. auf den zweiten blick kommt das raus, was hier
      rauskommt und künftig springt auch noch verrostete bewehrung
      oben raus.

      nur, weil vielleicht nichtmal bewehrung erforderlich ist, heisst das
      noch lange nicht, dass das bauteil, so wie es ist, richtig ist.
    • JarnoC schrieb:

      Die Baufirma wird das Fundament neu machen.
      Soweit So Gut.

      Andere hatten dieses Glück nicht.
      Hier mal ein Beispiel - das eigentlich in eine andere Kategorie gehört.
      "Außermittige Lasteinleitung aus Imperfektion" oder "Mal passt es, mal nicht."
      Gruß
      Holger
      --
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      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Och, auf einer Baustelle habe ich das so ähnlich mal gemacht. Die Fundamente waren nicht dort wo sie hingehörten, die Stützen liefen genau auf die Kante raus..
      Wir haben dann 15mm dicke Edelstahlplatten draufgeschraubt und dort die Stütze aufgesetzt.
      Das war die einfachste Möglichkeit die Stützen aufzusetzen ohne komplett das Fundament neu zu machen.
      Und war immer noch teuer genug, Schlosser, Statiker, Prüfstatiker, das volle Programm...