Parkplatz teeren

    • Parkplatz teeren

      Hallo zusammen,

      das hier ist mein erster Beitrag ich hoffe es sind nicht all zu viele Fehler drin :)

      wir bauen momentan unser neues Firmengelände für unsere Spedition.
      Wir haben vor den Parkplatz für die LKW´s zu teeren und haben was die Dicke betrifft sehr unterschiedliche Angaben gehört und ich soll im Auftrag meines Chefs mal ein paar neutrale Meinungen einholen.


      Der Unterbau ist schon fertig, es fehlt also wirklich nur noch der Teer. Hierzu haben wir bisher folgendes gehört: 10+2 ; 12+4 oder noch dicker.


      Wir haben nur Schwerlastzugmaschinen d.h. unsere Maschinen kommen bei den schwersten leicht auf ein Leergewicht von 30-40t, max aber 12t pro Achse.

      Wir würden gerne wissen welche Teerdicke ihr empfehlen würdet.

      Ich hoffe hier gibt es jemand der mir helfen kann :)
    • ok das werde ich morgen gleich noch mal nachschauen :)
      momentan würde ich schätzen das ca. 40-50 cm Material eingebracht wurden wobei der untergrund damals beim bau des Hafengeländes und umliegende gelände auch schon mal komplett ausgetauscht und bearbeit worden ist (also die fläche wo wir noch zusätzlich material eingebracht haben um auf Straßennivau zu kommen, Verdichtet wurde schicht für schicht mit ner Walze aber genaue Daten kann ich erst morgen geben).

      Ich meine mich zu erinnern das HGT als Material eingebaut wurde.
    • btw

      wer heutzutage teert , wird geteert und gefedert

      es heisst asfalt . teer ist schon lange verboten .

      und gerade ein speditionsgelände stellt für eine schwarzdecke besondere herausforderung dar , durch die ganze rangiererei .

      da jetzt material/kostenoptimierung per internetforen betreiben ist schon ziemlich blauäugig ....
    • ludwig55 schrieb:

      Es geht uns nicht um Kostenoptimierung wir wollen nur einfach mal was leuten hören die uns nichts verkaufen wollen ;)
      Die Herangehensweise an die Aufgabe ist hier im grundsätzlichen Ansatz vollkommen falsch und das zeigt sich in der Wortwahl deiner Beiträge an ganz vielen Stellen.

      Ich setze mal bei deinem Beitrag bzgl. Kostenoptimierung an:
      Gerade bei großen Flächen sollte es primär um Kostenoptimierung gehen. Hierunter verstehe ich, dass die Kosten bei einem der Aufgabe gerechten Ergebnis optimiert werden.

      Was habt Ihr bisher gemacht:
      • Ein Unterbau wurde eingebracht, aber offenbar fehlen die Informationen, wie der Unterbau mit dem Untergrund und dem Oberbau dann zusammen funktionieren sollen
      • Es wurden - offensichtlich ohne Planung - Angebote von ausführenden Firmen eingeholt
      • diese unterscheiden sich für dich offenbar primär hinsichtlich der Aufbaustärken, mit Sicherheit gibt es aber noch viel mehr Unterschiede (Bindemittelgehalt, Art des Bindemittels, Art des Zuschlags etc.), die du aber nicht erkennst.
      • jetzt beauftragt der Chef dich als nicht fachkundigen Kaufmann damit, Informationen zu besorgen, um die Angebote vergleichen zu können
      • du tippst ein paar Basisinformationen ins Expertenforum und versuchst, aus verschiedenen Antworten Honig zu saugen


      Wie würde es weitergehen, wenn ihr euren Weg jetzt nicht ändert:
      • wenn es ganz dumm läuft fühlen sich die nicht fachkundigen Entscheider irgendwann so fachkundig, dass sie eine Vergabeentscheidung treffen
      • anschließend kommt es dann zur Ausführung, wahrscheinlich ohne fachkundige Bauüberwachung
      • eine gute Baufirma baut dann das, was sie angeboten hat. Es bleibt fraglich, ob dies zur Aufgabe passt
      • eine schlechte Baufirma baut dann das, was der Polier vor Ort gerade noch vertreten kann, ohne jede Überwachung.
      • Entscheidungen auf der Baustelle bei abweichendem Bestand trifft die Baufirma mangels fachkundiger Bauoberleitung


      Was ihr machen solltet:
      • ganz schnell einen fachkundigen Planer suchen (das ist allein schon eine Aufgabe)
      • diesem als erstes mal einen Tag vor Ort bezahlen, damit er die Randbedingungen einschätzen kann. Dieser Tag sollte einen typischen Betriebstag entsprechen, also mit allen typischen Betriebsabläufen, sonst auf jeden Fall erläutern. Stichworte wären z.B. Gabelstaplerverkehr, Rangiermanöver, Abstellen von Trailern/Wechselbrücken, Abstellen von Containern, Sonneneinstrahlung, Anfall abrasiver Stoffe, und noch einiges mehr.
      • anschließend dann Planung, Ausschreibung, Kontrolle der Ausschreibung !, überwachte Ausführung, Gewährleistungsüberwachung
      • entscheidend für die Funktionsfähigkeit und die Dauerhaftigkeit wird vor allem der vorhandene Unterbau sein. HGT klingt schon mal nicht schlecht.
      Ich hoffe, euch hiermit wieder auf den richtigen, kostenoptimierenden Weg führen zu können.
      Es grüßt

      Manfred Abt
      Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH
    • ludwig55 schrieb:

      Wir haben nur Schwerlastzugmaschinen d.h. unsere Maschinen kommen bei den schwersten leicht auf ein Leergewicht von 30-40t, max aber 12t pro Achse.

      12 t Achslast macht bei Doppelbereifung immer noch 3 to je Reifenaufstandsfläche bei ruhender Last. Zzgl. dynamischer Lasten aus Bremsen und Beschleunigen.


      ludwig55 schrieb:

      Wir würden gerne wissen welche Teerdicke ihr empfehlen würdet.

      Ich finde Manfreds Vorschlag sehr gut und würde gar nicht verwundert sein, wenn bei dem Prozess am Ende eine bewehrte und durch Fugen eingeteilte Betonfläche das Ergebnis wäre!.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • so hab mir jetzt die Daten rausgesucht:

      20-50 cm Füllboden, verdichtungsfähig gewachsener Boden
      30cm Beton-RC

      Gesamtfläche zum Asfaltieren sind 5217 m².

      Wir haben keine Rampen bei uns der Parkplatz dient nur
      zum Abstellen der Fahrzeuge und ggf. zur Montage der großen Fahrzeuge genutzt.
      Achslast hab ich gerade noch mal neu bekommen max. 10t, ganz selten mehr weil sie dann eh nicht über unseren Hof fahren.
      ---------- 7. Juli 2016, 09:50 ----------
      Ich versuch nur gerade erstmal vorab ein paar infos zu sammeln bevor an ich an jemanden ran trete und keine Ahnung habe was er mir da eig erzählt
    • Ich führe seit einigen Jahren einen Rechtsstreit, bei dem es um einen sechstelligen Betrag für die Sanierung eines Firmen-Außengeländes geht, welches mit Lkw und Gabelstapler befahren wird.


      Ansatzpunkt der Planung des Unterbaus, der Tragschicht und der Deckschicht ist, soweit ich mich erinnere, die Ermittlung der Anzahl der 1-Tonnen-Achsüberfahrten. Alle Achsen, die schwerer sind, als 1 Tonne, müssen entsprechend umgerechnet werden. Höhere Achslasten gehen irgendwie exponential in die Berechnung ein. Soweit ich mich erinnere, entspricht eine einzige 10-Tonnen-Achsüberfahrt von der Belastung her 1.000 1-Tonnen-Achsüberfahrten.


      Wenn ihr z.B. auch noch Gabelstaplerverkehr haben solltet, solltet ihr bei der Berechnung nicht einfach nach den Achslasten in den technischen Daten gehen, sondern auch betrachten, welche Ladung vorne auf der Gabel transportiert wird.


      Nach dem Hebelgesetz gibt es zum Berechnen des (tatsächlichen) Mehrgewichts im Hebel auf der Vorderachse eine Formel:

      Gewicht in kg x Überhang (also ab Mitte der vorderen Achse) / Radstand.


      Die Hinterachse wird entsprechend entlastet. Dadurch, dass das Mehrgewicht auf der Vorderachse aber exponential in die Berechnung der Anzahl der Achsüberfahrten eingeht, sind die schweren Vorderachsüberfahrten besonders fatal.


      Was ich damit sagen will: alle meine Vorschreiber haben recht. Sowas sollte geplant werden, wenn ihr auf der Fläche nachher keinen Schaden haben wollt. Man kann seriöserweise ohne Kenntnis der zu erwartenden jährlichen Anzahl der 1-Tonnen-Achsüberfahrten und ohne Kenntnis des Unterbaus nicht einfach mal aus dem Handgelenk eine Stärke für die Deckschicht benennen. Das geht nicht einmal annähernd.
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      Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854
    • zwischendurch mal mein aktueller Eindruck:
      • wenn ich mir deine Formulierungen in deinen ersten Beiträgen ansehe glaube ich dir deine neue Aussage einfach nicht, dass es einen Planer für die Gesamtanlage gibt.
      • du merkst jetzt wohin hier die Reise geht und schwindelst uns jetzt was vor


      Entwässerung wäre das nächste Thema, mit dem ein Abgleich zwingend notwendig ist.

      Und wahrscheinlich hat Josef in Beitrag 8 extra Asfalt geschrieben und du machst da in Beitrag 14 jetzt Asfaltieren draus. So kommt es halt raus. Oder ihr habt beide die gleiche Auto"korrektur".
      Es grüßt

      Manfred Abt
      Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH
    • spätestens bei der Angabe: Befahren mit Gabelstapler wird die bisherige "Stammelei" unglaubwürdiger. Eine für LKW ausgelegte Fläche ist bei weitem nicht gabelstaplerfähig. Da braucht es keine Formel, die Angaben gibt es. Wesentlich: harte Räder und die Radaufstandflächen sind viel kleiner. Dazu noch: Abstellen von Trailern, Sattelzugaufliegern, ok dass wäre mit den Gabelstaplern erledigt.

      Oberbau und Unterbau korrelieren (wurde zwar schon erwähnt, aber hier mal ein neues Schlagwort...) -> ziemlich planlos und ergebnisoffen bisher.

      über 5000 m²? wer hat soviel Spielgeld zum pokern übrig?

      Vorteil je nach Material (eher Gussasphalt) man könnte jeden Hochsommer mal mit der Walze wieder drüber ..... :bier: :sarkasmus:
      Nachdenken kostet extra!
    • zu halbstarren Belägen habe ich ein gespaltenes Verhältnis:
      • bei optimalem Einbau sicherlich einer der besten Beläge, und preislich günstiger als Stahlbetonfläche
      • bei schlechtem Einbau ganz schnell nah am Totalschaden
      • optimaler Einbau extrem schwierig: erfordert gute Rahmenbedingungen und vom Verarbeiter gute Kenntnisse, gutes Verständnis und gute handwerkliche Fähigkeiten
      • Prüfung der erzielten Qualität mit zerstörungsfreien Prüfungen nicht möglich
      Wenn ich mir jetzt anschaue, wie vom Chef des TE an die Aufgabe herangegangen wird kann ich den halbstarren Belag nicht empfehlen.
      Es grüßt

      Manfred Abt
      Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH
    • ludwig55 schrieb:


      [...] Der Unterbau ist schon fertig, es fehlt also wirklich nur noch der Teer. Hierzu haben wir bisher folgendes gehört: 10+2 ; 12+4 oder noch dicker.

      Wir haben nur Schwerlastzugmaschinen d.h. unsere Maschinen kommen bei den schwersten leicht auf ein Leergewicht von 30-40t, max aber 12t pro Achse.
      ... dann fehlen noch 12 oder 16cm Reststärke. Also 4 cm mehr oder weniger. Wie sollen denn die Anschlüsse an die Zufahrten und an die anderen Flächen ausgeführt werden? Dünner werdende Schichtstärken? Kleine Anrampungen?

      Wie Manfred schon geschrieben hat, solltet Ihr als erstes den Bestand aufnehmen lassen: Baulich und Verkehrstechnisch. Dann nimmt sich der Planer die RStO2012 (speziell das Kapitel LKW-Abstellflächen) und die ZTV Asphalt zur Hand und prüft, ob man aus dem vorhandenen Aufbau, den zur Verfügung stehenden Höhen und der Verkehrsbelastung noch 'was 'draus machen kann. Asphalt gibt es ja in unterschiedlichen Ausführungen: z.B. Asphaltbeton, Splittmastix, Walzasphalte

      Wir haben gute Erfahrungen gemacht, die LKW-Abstellflächen, Rangierflächen und den Bereich vor den Verladerampen in Beton auszuführen und die Zufahrten, Warteflächen und Nebenflächen in Asphalt, ggf. Schwerlastpflaster.

      Bei Gabelstaplerverkehr kommt zu den hohen Lasten und den Punktlasten aus den Vollgummireifen noch die besondere Belastung aus den mehrfachen Anfahr- und Bremskräften beim Rangieren sowie das Fahren von engen Kurven hinzu. bei Be- und Entladeflächen würde ich generell auf Beton setzen.

      Bei Betonflächen muss dann entsprechen das Fugenraster berücksichtigt werden für die Querkraftfugen und auch hier die belastungsabhängigen Bauteilstärken und Bewehrung planen.

      Wie sieht es mit der Entwässerung aus? Rinnen, Abdeckungen, Schachteckel in mind. D400 ? Ausreichend Gefälle ?


      wasweissich schrieb:

      gunther ,sowas macht doch nur einen schweren kopf ......

      17+4 ..... ach ne , das war mit den karten ...
      das wäre dann eine zum Beispiel eine Tragdeckschicht mit zusätzlicher Deckschicht (die je nach Abnutzung alle paar Jahre erneuert wird)

      Gruß
      Holger
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Pemu schrieb:

      spätestens bei der Angabe: Befahren mit Gabelstapler wird die bisherige "Stammelei" unglaubwürdiger. Eine für LKW ausgelegte Fläche ist bei weitem nicht gabelstaplerfähig.
      Die Begriffe "Gabelstapler" haben erst Manfred und dann ich ins Spiel gebracht. Der TE hat bislang davon nicht erwähnt, sondern nur von einem Platz gesprochen, auf dem Lkw abgestellt werden sollen.

      Wir können also bis auf weiteres nicht davon ausgehen, dass auf der Fläche Lkw mit Gabelstaplern be- oder entladen werden sollen.
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      Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854
    • wasweissich schrieb:

      ja ralf richtig .aber wie oft passiert es ,das zuerst die auflieger nur rumstehen und auf eimal fällt einem ein ,jou,hätte man jetzt einen stapler.......
      Stimmt, ein bisschen zukunftsorientiert sollte man schon denken. Alles verändert sich. Auch die Anforderungen an eine solche Fläche sind nicht auf die nächsten 50 Jahre in Stein gemeißelt.
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      Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854