Abdichtung bodentiefer Elemente

    • Abdichtung bodentiefer Elemente

      Hallo,

      ich hätte eine Frage zum Thema Abdichtung von Fenstern.

      Wir bauen derzeit mit einem ein KFW70 Haus (Baubeginn war 2016) und sind derzeit kurz vor dem Innenputz. Fenster sind gerade eingebaut worden. Einen Baugutachter zur Begleitung und Abnahme des Baus haben wir unabhängig vom direkt beauftragt.

      Bisher hat es auch gut geklappt, dass der Gutachter Dinge angemerkt hat und diese dann auch in Ordnung gebracht werden. Bei der Abdichtung sieht es nun anders aus. Laut ist sie in Ordnung und schon mehr als sie normalerweise ausführen, unserem Gutachter genügt sie nicht. Jetzt soll ab Mittwoch der Innenputz eingebracht werden (und somit jede Chance an die Abdichtung zumindest innen heran zu kommen damit zu Nichte gemacht werden).

      Es handelt sich um die Abdichtung von bodentiefen Fensterelementen und der Haustür. Meine Frage wäre nun: ist die Abdichtung gegen Wasser auf Dauer dicht, übertreibt also unser Gutachter mit seinen Forderungen (so der ) oder stellt der hier keine fachgerechte Abdichtung her (so unser Gutachter). Auch die Verarbeitung der Dichtbahnen wird vom Gutachter kritisiert.

      Die Ausführung:

      • wir werden einen nahezu ebenerdigen Eingang und ebenerdige Terrasse bekommen (also Höhenunterschied <150mm, wahrscheinlich innen gleiche Höhe wie außen mit ein paar cm Türrahmen als Stufe dazwischen, mit entsprechender Ablaufrinne mit Gitter direkt vor den Fenstern)
      • zweischaliges Mauerwerk (17,5cm Tonziegel, 14cm Kerndämmung, 11,5cm Verblender)
      • mit Keller, Außendämmung 8cm
      • Lastfall nichtstauendes Sickerwasser, Bodenfeuchte; kein drückendes Wasser
      • innen eine Bitumen-Kaltselbstklebebahn (Foto 1, 2, 3 als Beispiele für die Bahn innen)

      • die Bahn ist links und rechts von der Tür auf einen Bitumenanstrich aufgeklebt
      • der Bitumenanstrich befindet sich nur auf dem Hintermauwerk und ist ca. 20cm hoch. Fußbodenaufbau bekommen wir ca. 15cm; das Außenniveau wird die gleiche Höhe haben wir den fertige Fußboden (Foto 4 als Beispiel wie der Bitumenanstrich vor Fenstereinbau aussah)

      • um die Türrahmen selbst ist mit Bauschaum ausgespritzt worden
      • an einer Stelle (insofern wahrscheinlich auch an anderen) ist ein Dichtkeil mit eingearbeitet worden (hieran hatte sich unser Gutachter gestört) (Foto 5)

      • an der Außenseite ist wieder die Bitumenbahn angebracht worden; laut bauen sie diese außenseitige Bahn sonst nie ein, da die Bahn innen genügt und das quasi schon unserem Meckern geschuldet ist; laut ist das genau so auch vom TÜV-Gutachter als generelles Verfahren abgesegnet (Foto 6,7,8 als Beispiele für außen)

      • alle Bitumenbahnen sind recht uneben verlegt (im technischen Merkblatt des Herstellers sieht es deutlich anders aus) und eine Grundierung wurde vorher nicht aufgebracht
      • wer hat Recht? oder Gutachter.
      • ist die Abdichtung so in Ordnung oder wo sind die Schwachpunkte?
      • ist die Verarbeitung der Dichtbahnen so in Ordnung?

      Die Fragen die ich mir natürlich stelle:

      Wäre schön hier ein paar Meinung und vielleicht auch Ratschläge zu hören, was zu beachten ist und ob man etwas unternehmen sollte / muss.

      Vielen Dank im Voraus

      Sven
    • Entschuldigung. Ich hatte gehofft eine unbeeinflusste Meinung zu bekommen, da ja gerade und Gutachter total unterschiedliches sagen.

      Was hat er gesagt:
      - die Nutzung der Bahnen als Innenabdichtung ist nicht zulässig und absolut nicht ausreichend
      - die Ausführung der Abdichtung ist nicht fachgerecht (zu niedrig, Ecken nicht richtig verarbeitet, teilweise nur 2cm Klebeflächen)
      - es kann Wasser am Fensterrahmen eindringen und wird von der inneren Abdichtung nicht auf Dauer abgehalten
      - die Innenecken und der Bereich Mauerranddämmung wurden völlig ignoriert – also nicht abgedichtet (mit Dickbeschichtung ist das nicht möglich – zumindest nicht, wenn man am gleichen Tag verkleben will – Aushärtung
      - Einbau von Dämmkeilen ist nicht OK
      - Untergründe waren teilweise nicht wirklich vorgereinigt
    • die abdichtung außen ist murks hoch zehen - der sachverständige hat recht.

      solch ein gebastel habe ich noch nie gesehen! die ausführung gehört in die baumurkskiste.

      die klebefolien innen am boden sind meiner ansicht nach nicht die richtigen, wenn sie diffusionsdicht sind mag es gehen. aber bei der abdichtung außen heisst das - rückbau, zurück auf los und alles noch einmal, dann aber richtig! die folien gehören an die bauwerksabdichtung geführt, die haben nichts am verblendmauerwerk verloren.

      übermittel dem GU / eine stramme mängelanzeige als einwurfeinschreiben!
    • außen nicht notwendig - so wie es ausgeführt ist, ist es außen nicht notwendig, denn das ist alles falsch. gibt es außen eine abdichtung vom fensterrahmen an die bauwerksabdichtung? der flickenteppich außen ist jetzt hinterläufig.

      zur innenfolie kann man nur etwas sagen, wenn man die eigenschaften der folie kennt. meiner ansicht nach ist ein butylband innen eine übertriebene abdichtungsmaßnahme. wichtig ist, die fugenabdichtung innen muss diffusionsdicht sein, auch die klebebänder oberhalb der bodenabdichtung. lass dir die datenblätter vom GU / geben.
      ---------- 3. Juli 2016, 11:17 ----------
      dein GU / scheint von der gattung der ahnungslosen zu sein.
    • einn Abdichtung zwischen Fensterrahmen und Bauwerksabdichtung gibt es sonst nicht mehr. Das soll ja angeblich die Folie innen, die auf dem Hintermauerwerk auf Bitumenanstrich verklebt ist, machen.
      Zum Thema Dichtigkeit bekomme ich vom Bauleiter dann immer zu hören: wir reden ja nur über Schlagregen und nicht über drückendes Wasser, da ist die Folie dicht.

      Datenblätter fordere ich auf jeden Fall an. Die Folie innen und außen ist identisch. Hersteller kann man ja lesen auf den Fotos. Insofern hoffe ich mal, dass der Produktname, wenn ich ihn dazu schreibe OK ist. Handelt sich um ist_egal, also Bitumen-Kaltselbstklebebahn. Eignet sich zum Abdichten von erdberührten Bauteilen gegen Bodenfeuchte und gegen nicht drückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen. Außerdem als Z- und L-Abdichtung bei zweischaligfem Mauerwerk.

      Zume Thema Ahnungslosen:
      angeblich hat der TÜV das so mit denen zusammen erarbeitet und für OK befunden. Verbauen sie angeblich seit Jahren (über 7500 Häuser, keine Mängel ...) und der Geschäftsführer und Inhaber hat behauptet auch sein Haus hat genau die gleiche Art der Abdichtung.

      produktname entfernt von Gast1234.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gast1234 ()

    • auch eine schlagregenabdichtung gehört nach außen und hat innen nichts verloren! der bauleiter hat überhaupt keine ahnung.

      vertrau deinem sachverständigen und verpass deinem GU / eine mängelanzeige. beim schreiben wird dir der sachverständige bestimmt helfen.
    • der GU will allen ernstes innen gegen wasser abdichten? jo mei ..

      aussen gehört gegen wasser/feuchtigkeit/wasimmer abgedichtet
      innen gehört im 3-schicht-prinzip abgedichtet, d.h. "trockene" fugen
      zumindest luftdicht (+dämmung+schlagregenschutz), "nasse" fugen
      luft-/diffusionsdicht (+dämmung+abdichtung).

      die verwendete ksk darf (glaube ich - prüfen!) auch warm verarbeitet
      werden, dann lassen sich ecken wesentlich schöner machen .. falls
      man nicht auf eine andere aussenabdichtung umschwenken will ..

      die verwendung der gleichen bahn für innen und aussen ist krampf.
    • Die Bahn wird für DIN 18195-4 benutzt zur Abdichtung der BoPla gegen Diffussion oder zur Abdichtung innenliegender Nasszellen/ Feuchträumen. So wie sie von innen angebracht wurde hat sie keinen Zweck.

      Klinkerschicht öffnen lassen und eine Wannenförmige Ausbildung anordnen und an die Bauwerksabdichtung anschliesen lassen. Die Flanken der Wanne müssen 15 cm vom fertigen Belag hoch reichen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst ordnest du noch eine Innenraumabdichtung auf dem fertigen Estrich an. Aber ansonsten ist es das leidige Thema Barrierefreiheit und die richtige Anschlusssituation....
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Gast1234 schrieb:

      Kalle schrieb:

      Wenn du auf Nummer sicher gehen willst ordnest du noch eine Innenraumabdichtung auf dem fertigen Estrich an.
      was soll das denn? das ist doch flüssiger als wasser!
      Ist nicht flüssiger als Wasser ist unter anderem einer der empfohlenen Maßnahmen aus der FDRL bei Dachterrassen. Ist zwar keine aber ich schrieb ja auch, dass es nur für die Nummer mit Hosenträger wäre.
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    • wenn du einen nassraum mit bodentiefem fenster hast - ja. aber welches wohnzimmer ist ein nassraum?

      ich kann dir auch empfehlen, zum gürtel noch einen hosenträger zu tragen. ist aber nur eine empfehlung.
    • Es geht da um Wassereintritt der hinter den Estrich in die Dämmung gelangen könnte. Wenn z. B. die Ablaufprofile nicht funktionieren. Aber du musst nicht meiner Meinung sein, passt schon.
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    • Kalle - kann aber nur für billig-fensterprofil-reihen oder für mangelhafte herstellung und einbau von fenstertüren gelten.

      ich habe mir das produkt einmal angeschaut. die datenblätter geben nicht das her, was die fotos zeigen. die gezeigte innenabdichtung findet man als anwendungs- und verarbeitungsvorgabe in der produktunterlage nicht.
    • Ich rede auch nicht vom Foto. Das funktioniert eh komplett anders.
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    • Leute, das die >Verarbeitung aussen OPTISCH sch..... ist, ist klar. Technish ist sie es aber "nur", weil a) keine Verbindung zur Aussenabdichtung des Gebäudes (Hintermauerwerk) angelegt wurde und die Kappleiste zur Lagesicherung fehlt.

      Wenn der Gutachter sagt, die sei für innen ungeeignet, dann wüsste ich gern mal, warum. Die Fachregel lautet Innen nicht diffusionsoffener als aussen! Bei zwei identischen Stoffen ist das eingehalten!

      svenpas schrieb:

      Zume Thema Ahnungslosen:
      angeblich hat der TÜV das so mit denen zusammen erarbeitet und für OK befunden. Verbauen sie angeblich seit Jahren (über 7500 Häuser, keine Mängel ...) und der Geschäftsführer und Inhaber hat behauptet auch sein Haus hat genau die gleiche Art der Abdichtung.
      Was sagte Kurt Tucholsky?
      Erfahrung bedeutet gar nichts. Man kann eine Sache auch 35 Jahre falsch machen!

      Das TOF Detail würde ich gern mal im Original sehen. Entweder, um es allen TOFfen um die Ohren hauen zu können, wenn die irgendwo auftauschen oder es als dummen Spruch zu entlarven, das DAS einem geplanten Detail entspreche.

      @ Kalle
      Die Ausführungsdetails zu der AUF-Estrich-Abdichtung würden mich interessieren.
      Was passiert, wenn der "Deich" nicht hoch genug ist?
      Das Wasser läuft unmittelbar an der Innenseite nach unten und suppt UNTER den Estrich.
      Entweder muss man also die AUF-Estrich-Abdichtung mit einem Fugenband an das Türprofil anschliessen in einer Höhe, unterhalb derer KEINERLEI Durchbruche nach unten (Befestigungsmittel, Dampfdruckausgleich, unabgedeckte Fugen usw) mehr vorhandenen sind oder sie ist sinnfrei!
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Vielleicht noch mal zum Punkt Innenabdichtung (hatte ich vielleicht etwas zu kurz formuliert):
      "die Nutzung der Bahnen als Innenabdichtung ist nicht zulässig und absolut nicht ausreichend"

      in Langform:
      - ohne eine Außenabdichtung ist die Innenabdichtung nicht ausreichend.
      - die Innenabdichtung dichtet nach Innen ab, das Wasser kommt aber von Außen. Die Bahn ist laut Herstellerangabe von hinten trocken zu halten. Somit ist die geplante Verwendung asl Abdichtung mit Klebeseite zum Wasser nicht zulässig.
    • mit dem, was der sachverständige schreibt, geht er gezielt auf die schuselige argumentation des baueiters ein, der ja meint, dass die hochwertige innenabdichtung gegen den schlagregen von außen schützt!