Welcher Warmwasserspeicher bei Wärmepumpe?

    • Welcher Warmwasserspeicher bei Wärmepumpe?

      Hallo zusammen,

      ich habe verschiedene Meinungen/Angebote für die Heizung eines EFH (140m², 2 Personen + später 2 Kinder) vorliegen. Die Heizung soll eine LWWP sein. Nun stellt sich die Frage, welche Art von Warmwasserspeicher sich am besten eignet. Ein Installateur bevorzugt einen Hygienespeicher oder eine Frischwasserstation. Der andere einen "normalen" Wasserspeicher und er wurde komplett auf einen Pufferspeicher verzichten. Habe auch schon einiges gelesen, dass eine Wärmepumpe ohne Pufferspeicher effektiver arbeitet. Wie ist die Legionellengefahr bei einem Wasserspeicher einzuschätzen, wenn man jeden Tag duscht? Wird da eventuell zu viel "Aufstand" gemacht?
      Wie sind die Meinungen dazu? Danke
    • Wir müssen hier unterscheiden zwischen Pufferspeicher und WW-Speicher. Ein Pufferspeicher ist bei vielen Konzepten entbehrlich und man kann durch Weglassen die Effizienz der Anlage erhöhen. Es gibt aber auch Anlagenkonzepte die erfordern zwingend einen Pufferspeicher um die Betriebssicherheit sicherstellen zu können. Hier muss man auch aufpassen, was für eine WP zum Einsatz kommt. Eine LWP verhält sich anders als eine SWP, und selbst unter den LWP gibt es Unterschiede (leistungsgeregelt, konstante Leistung, Mindestwasserdurchsatz usw.)

      Der WW-Speicher wird anhand Deiner Anforderungen dimensioniert, sprich Deinem Nutzerverhalten. HIer kann man auf Normen zurückgreifen (4701 usw.) oder anhand Deiner Vorgaben planen. Ich würde für meine Anlage selbst den Bedarf bestimmen. Ein Planer kann das für einen fremden Kunden nur bedingt machen, da er sonst Gefahr läuft, dass er für eine Fehlplanung haftbar gemacht wird wenn er von den o.g. Normen abweicht.

      Hygienespeicher, Frischwasserstation, solche Konzepte sind in einem EFH mit auschließlich einer WP als Wärmeerzeuger und "normalem" WW-Bedarf selten erforderlich. Man sollte daran denken, dass solche Konzepte die Effizienz der Anlage verschlechtern können. Ich für meinen Teil bevorzuge zudem möglichst einfache Konzepte, keep it simple.

      So lange Du im Haus keine Zapfstellen hast die mit einer großen Menge Wasser versorgt werden müssen, würde ich wie folgt vorgehen.

      a.) Prüfen ob Pufferspeicher erforderlich
      b.) WW-Speicher mit 200 Liter und möglichst großem WT

      Nachteil, wenn das Konzept einen Pufferspeicher erfordert, dann hat man 2 "Eimer" im Keller stehen.
      Vorteil, die Eimer sind günstig, man lagert in jedem Speicher nur die Temperatur ein die notwendig ist

      Achtung: DIe 200 Liter sind jetzt erst einmal eine Schätzung. Genaueres weiß man wenn Artund Anzahl der Zapfstellen bekannt sind.
      ---------- 23. Juni 2016, 09:09 ----------
      Ergänzung:
      Über die Legionellen könnten wir ewig diskutieren.
      Meine Meinung, bei den für ein EFH typischen kleinen Speichern und regelmäßigem Wasserdurchsatz, ist bei einer fachgerechten Installation und Betriebsweise das Legionellenrisiko gering. In meinen Augen ist der Risikofaktor Nr. 1 eine nicht fachgerechte Installation, d.h. riesige Speicher in dene eine Unmenge WW bevorratet wird, Leitungen in denen WW stagnieren kann, usw.. An zweiter Stelle kommt dann die Betriebsweise, also zu niedrige WW-Temperaturen im Speicher.
    • Danke nochmals.
      ich muss das ältere Thema nochmals hervorholen. Ich mache mir mal wieder meine Gedanken über Legionellen. Ich hoffe, dass ich hier zu meinem Anliegen Meinungen erhalte.
      Zu den Daten
      -Neubau 140m² plus Keller in KfW40
      -2 Erwachsene plus 2 Kinder in naher Zukunft
      -2 Duschen, eine Badewanne
      -Außenaufgestellte Monoblock-LWWP als einzige Heizung. Höchste Wassertemperatur 55°C
      -kein Pufferspeicher
      -Bisher ist ein "normaler" Warmwasserspeicher vorgesehen, also keine Frischwasserstation oder Hygienespeicher.
      -Entkalkungsanlage
      -Keine Warmwasserzirkulation

      1.) Wie ist dieses Konzept in Bezug Legionellengefahr?
      2.) Benötigt man eine Anti-Legionellensteuerung, also periodischen Aufheizen?
      3.) Mit welcher Temperatur sollte das Brauchwasser gespeichert werden?
      4.) Warmwasserspeicher 200l oder 300l?
    • world-e schrieb:



      1.) Wie ist dieses Konzept in Bezug Legionellengefahr?

      Hängt von der Betriebsweise ab.


      world-e schrieb:


      2.) Benötigt man eine Anti-Legionellensteuerung, also periodischen Aufheizen?
      Ich würde sagen NEIN, sofern die WW Temperatur nicht zu niedrig ist und Wasser nicht stagniert sondern regelmäßig genutzt wird. Das Aufheizen ist in meinen Augen nur eine Art Pseudo-Sicherheit, denn um wirklich thermisch "desinfizieren" zu können, müsste die Temperatur sehr hoch liegen, und das überall im System (nicht nur im Speicher oder Teilen davon). Das ist mit einer WP nicht machbar, also könnte das nur ein Heizstab erledigen.


      world-e schrieb:


      3.) Mit welcher Temperatur sollte das Brauchwasser gespeichert werden?

      Ich halte bei meiner Anlage die WW Temperatur > 50°C. Bei diesen Temperaturen ist die Vermehrungsrate von Legionellen sehr gering, bzw. sie steht still. Zusammen mit einer regelmäßigen Nutzung ist das Risiko für Legionellen gering. Möchte man sich wirklich auf die sichere Seite legen, dann DVGW Empfehlungen heranziehen.


      world-e schrieb:


      4.) Warmwasserspeicher 200l oder 300l?
      Ein Speicher mit 200 Liter der auf 50°C aufgeladen wurde, liefert etwa 280Liter gemischte Wassermenge (KW mit 10°C angesetzt). Das sollte für eine Badewanne ausreichen. Je nach Position des Temperaturfühlers heizt der Wärmeerzeuger ja früher oder später nach, so dass die verfügbare Wassermenge höher ausfällt. Hier spielt dann auch die Leistung des Wärmeerzeugers eine Rolle.
      Man könnte nun verschiedene Szenarien durchspielen, beispielsweise die Badewanne wird befüllt während parallel noch jemand duscht.

      So lange es sich nicht um eine riesige Badewanne handelt, und mehrere Duschen mit "Wasserfall", sehe ich keinen Grund warum man den Speicher größer wählen sollte. Bei einer Familie ist es auch eher selten, dass mehrere Zapfstellen gleichzeitig in Betrieb sind, von kurzzeitiger Nutzung eines Handwaschbeckens oder Spülbeckens mal abgesehen.
    • world-e schrieb:

      4.) Warmwasserspeicher 200l oder 300l?
      Wir haben einen 160l-Speicher (2 Erw. und 2 Kinder) bei 50°. Das reicht für eine (nicht ganz volle) Badewanne für die Kinder und für einmal Duschen.
      Oder für einmal seeehr ausgiebig Duschen und einmal normal Duschen. Oder für 3- bis 4-mal kurz bis normal Duschen.
      Etwa an 5 von 7 Tagen wird der Speicher nur morgens einmal aufgeladen und reicht dann über den Tag, an den anderen Tagen wird auch noch mal tagsüber nachgeladen.
      Sprich: Mehr Speichervolumen würde uns vielleicht zweimal im Jahr etwas lauwarmes Wasser gegen Ende des Duschens ersparen, aber den Rest des Jahres einfach nur unnötig rum"gammeln".
    • feelfree schrieb:

      world-e schrieb:

      4.) Warmwasserspeicher 200l oder 300l?
      Wir haben einen 160l-Speicher (2 Erw. und 2 Kinder) bei 50°. Das reicht für eine (nicht ganz volle) Badewanne für die Kinder und für einmal Duschen. Oder ... Sprich: Mehr Speichervolumen würde uns vielleicht zweimal im Jahr etwas lauwarmes Wasser gegen Ende des Duschens ersparen, aber den Rest des Jahres einfach nur unnötig rum"gammeln".
      Das deckt sich vollständig mit meiner persönlichen Erfahrung. Es kommt dabei aber immer auf die genauen Gebrauchsgewohnheiten an.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker