Unter der Bodenplatte dämmen ?

    • Unter der Bodenplatte dämmen ?

      Hallo zusammen

      Wir stehen gerade vor der Frage:

      "Dämmen unter der Bodenplatte"? Wenn ja: Mit was?

      Lohnt es sich wirtschaftlich?
      Wie schauts aus mit Kondenswasserbildung?
      Statisch gesehen klingt es irgendwie unlogisch ein komplettes Haus vom Gewicht her auf sagen wir mal 20cm dicke XPS-Platten zu stellen.


      Unser Haus bekommt keinen Keller.

      Dämmen mit Schaumglasschotter oder XPS Platten?
      Wie lange halten diese Werkstoffe denn unter der Bodenplatte? Wirkliche Langzeiterfahrungen gibts bei den
      neuartigen Materialien ja nicht,oder?

      Oder lieber in einen höherwertigeren Fußbodenaufbau investieren?

      Wäre schön ein paar Infos zu bekommen.

      Besten Dank

      Stefan
    • Ja es stimmt, alle genannten Baustoffe XPS, Schaumglas und Schaumglasschotter sind noch sehr neu und gänzlich unerprobt. Sie werden ja erst seit rd. 60, 50 und 20 Jahren im Bauwesen entsprechend ihrer Zulassungen als Perimeterdämmung eingesetzt.

      Aber ernsthaft: Alle drei sind auch noch für sehr viel höhere Drucklasten als beim typischen EFH auftretend, geeignet.

      In jedem Falle kann bei einer unterseitigen Dämmung der Bodenplatte diese Wärmedämmung lückenlos an die Fassadendämmung angeschlossen werden und auf teure Kimmsteine unter den Massivwänden kann verzichtet werden.

      Die Gesamtstärke des Bodenaufbaus über der Bodenplatte kann um die Stärke der Wärmedämmung reduziert werden. Ob dies ein Vorteil ist, hängt vom gesamten Schichtaufbau ab.

      Ein Vorteil der außenliegenden Dämmung ist evtl. auch, dass bei einem im Haus eintretenden Wasserschaden die Trocknung vereinfacht wird.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Sehe ich es also richtig,das eine Dämmung unter Bodenplatte Vorteile hat,gegenüber dämmen auf Bodenplatte.

      Nehmen wir an in den statischen Berechnungen wird für eine KfW 70 EFH Styrodur 5000cs vorgegeben,
      Der GU macht das nicht,und dämmt oberhalb der Bodenplatte.

      In der Werksvertrag ist hierzu aber nichts angegeben.Ist die 035 auf der Bodenplatte gleichwertig.
      Wie hier oben schon genannt wurde,sind die Bereiche wo die Wände sind nicht gedämmt.
      Was bei der Dämmung unter der Bodenplatte der Fall wäre.

      Was ist unter teure Kimmsteine zu verstehen.
      Sorry wenn ich dem TS ins Thema pfusche statt ein neues Thema zu eröffnen.
      Dachte passt ganz gut hier rein
    • stempsy - keine versierten planer an bord, die dich beraten?

      dein architekt und der tragwerksplaner sollten die frage beantworten und dir die ideale bauweise und den dazu passenden dämmstoff empfehlen. aus der ferne geht das nicht!

      (korrigiert: Gast1234)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gast1234 ()

    • Pincho schrieb:

      Sehe ich es also richtig,das eine Dämmung unter Bodenplatte Vorteile hat,gegenüber dämmen auf Bodenplatte. ... Was ist unter teure Kimmsteine zu verstehen.
      Vorweg: Deine Fragen sind sprachlich nicht ganz einfach zu verstehen. Das liegt auch daran, dass sie oft nicht als Fragen formuliert sind.

      "Kimmsteine" sind spezielle Steine, welche zur vertikalen Wärmedämmung von Mauerwerk am Fuß von Mauerwerkswänden, bspw. auf einer tragenden Bodenplatte eingesetzt werden können. Sie sind teurer als einfache Steine gleicher Festigkeit.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Bei der Dämmung unter der Bodenplatte kann die gesamte Bodenplatte als Speicher betrachtet werden und bestenfalls auch noch aktiviert werden.
      Dämmen auf der Bodenplatte halte ich für sehr schlecht. Stichwort Taupunkt.
    • Immer wenn ich lese "Bauteil = Speicher" krieg ich Brechreiz.
      Ein "Speicher" ist ein Bauteil aus dem ich gezielt Wärme oder Energie entnehmen kann.

      Eine Bodenplatte *speichert* nix. Es ist ne schwere Masse die in der Gegend rumliegt (hoffentlich da wo sie sein soll).
      Was an Energie reingepumpt wird verpufft mehr oder weniger unkontrolliert und vor allem unbeeinflussbar
      ... sowas ist für mich kein "Speicher".

      Die Verwendung unzutreffender Begrifflichkeiten ist das Grundübel vieler falscher Vorstellungen was eine Technik kann.
      Die große Masse sorgt lediglich für eine Phasenverschiebung die durch die Wärmelettfähigkeit des Materials bestimmt wird.

      Gruß
      Achim Kaiser
    • Man sollte auch nicht vergessen, dass sich hinter der Aktivierung der Bopla als Heizfläche wieder ein ganz anderes Konzept verbirgt ist als bei der üblichen " FBH ".
      Ich würde bei einem "normalen" Haus, sprich EnEv , KfWxx o.ä. und üblichem Nutzerverhalten, der Standard-FBH immer den Vorzug geben. Diese kriegt man leichter in den Griff.
    • R.B. schrieb:

      Man sollte auch nicht vergessen, dass sich hinter der Aktivierung der Bopla als Heizfläche wieder ein ganz anderes Konzept verbirgt ist als bei der üblichen " FBH ".
      Ich würde bei einem "normalen" Haus, sprich EnEv , KfWxx o.ä. und üblichem Nutzerverhalten, der Standard-FBH immer den Vorzug geben. Diese kriegt man leichter in den Griff.
      Obwohl erklärter Freund von Bauteilaktivierungen halte ich Bodenplatten im Normalfall für wenig aktivierungsgeeignet. Bisher war im untersten Geschoss definitiv immer die FBH das Niedrigtemperatur-Heizsystem der Wahl.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Macht eine gedämmte Bodenplatte (z.B. Glasschaumschotter) in einem Haus ohne Kelle mit Holzständer Wänden überhaupt Sinn? Wenn ich es mir richtig vorstelle beschränken sich die Wärmebrücken (bei angenommener Dämmung auf der Bodenplatte) ja auf die einzelnen Ständer. Die Zwischenräume sind ja ausgedämmt. Oder kann man das ganze nicht so pauschal bewerten?
    • Die Anmerkung mit dem "Keller" verwirrt ein wenig, denn man könnte annehmen, dass bei einem Keller eine Dämmung unterhalb der Bodenplatte zwingend erforderlich ist. Dem ist aber nicht so.

      Die Fragestellung sollte man unabhängig davon betrachten, ob mit oder ohne Keller gebaut wird. Dann bleibt nur noch übrig, ob besser auf der Bodenplatte oder unterhalb der Bodenplatte gedämmt werden sollte.
    • denis schrieb:

      Und wie sieht hier die Antwort dazu aus? :) Die gibt es wahrscheinlich nicht, wie ich aus deiner Fragestellung entnehme. Richtig?
      Ich kenne keine eindeutige Antwort, da hat wohl jeder so seine Favoriten, und letztendlich hängt es auch davon ab, was eigentlich geplant war. Lässt sich die notwendige Dämmung überhaupt auf der bopla unterbringen? Was soll überhaupt alles auf die bopa (Leitungen, etc.)

      Packt man die bopla in die thermische Hülle, dann sind Wärmebrücken kein Thema mehr. Soll die Bopla als Heizfläche aktiviert werden, dann ist die Dämmung unterhalb der bopla sowieso unerlässlich. Soll die Dämmung primär auf die Bodenplatte, oder ist so eine Dämmung aufgrund FBH sowieso erforderlich, dann muss man sich halt um solche Details kümmern, wie von Dir angesprochen. Das Ergebnis könnte sein, dass alles problemlos ist, aber es könnte auch sein, dass man gerade am Wandfuß genau aufpassen muss. Jetzt kommt es auch darauf an, wie die Wand aufgebaut ist.

      Wie oben schon geschrieben, favorisiere ich eher einen Aufbau mit der typischen FBH , und dann packt man gleich auch die Dämmung in den Bodenaufbau.
    • Man kann diese Bodenplatten nicht isoliert (schönes Wortspiel ;) ) betrachten, sondern als Teil eines Systems. Von den Kosten her isses eigentlich wurscht. Ich spare mir die Streifenfundamente, Höhe beim Kiesaufbau, Estrich und Wandhöhe. Dafür ist die Dämmung halt teurer.

      Wos dann losgeht ist, was kommt oben drauf. Es bringt nix, wenn ich eine super gedämmte BoPla habe, aber ne Wand, die gelinde gesagt, fürn Ar..h ist. Geringste Temperaturen fahren können, dazu zählt auch der Verlegeabstand der FBH-Rohre und natürlich die Heiztechnik, usw usw.

      Alles in allem, ein Teil eines großen Puzzles....
      Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
    • Ich hole das Thema einfach mal hoch, weil es bei uns auch gerade passt.

      Aussage A: "Eine Perimeterdämmung des Kellerbodens verursacht nur hohe Mehrkosten, ist bei einer KfW 55 Förderung darüber hinaus nicht notwendig und kann auch durch eine bessere Dämmung des Kellerbodens im Innenausbau erfolgen"
      Aussage B: "Halten Sie sich in dem geplanten Hobbyraum im Keller dauerhaft auf oder wenn Sie in Zukunft planen, daraus Wohnraum zu gestalten, empfehle ich eine Perimeterdämmung. XPS 120 mm."

      Eine Aussage stammt vom Architekten, die andere vom Rohbauer.

      Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. :(

      Angedacht ist ja bei uns ein Holzständerhaus nach KfW 55.
      Wandaufbau (innen nach außen)
      1. Gipskarton 20mm
      2. Installationsebene 40mm (kann noch gedämmt werden)
      3. Luftdichte Vollholzschalung 30mm
      4. Holzständerwerk gedämmt mit einer speziellen Holzzellulosedämmung 240mm (U-Wert 0,15 / 0,13 bei gedämmter Installationsebene)
      5. Holzweichfaserplatte 60mm
      Im Moment haben wir im Keller eine lichte Höhe von 2,31m (in Ba-Wü erlaubt), ein offenes Treppenhaus vom UG ins OG und einen Hobbyraum samt kleiner Küchenzeile. Gerade bei einem Neubau ist es doch quasi die Gelegenheit den Kellerboden außen zu dämmen. Später komme ich da nie mehr ran UND ich hätte - rein theoretisch - darauf aufbauend immer noch die Gelegenheit die Dämmung im Innenbereich zu erhöhen. Für das Hier und Jetzt würde sich ja unter Umständen sogar das lichte Raummaß positiv verändern.

      Einige haben schon die umlaufende Dämmung und damit das Wärmebrücken Problem angesprochen. Das auf der Haben-Seite. Die Mehrkosten für 100mm XPS lägen Brutto bei 5.300,- Euro. Die Kellerwände bekommen 120mm Dämmung.

      Was könnte dagegen sprechen?
    • Die Raumhöhe wäre für mich das Stichwort, um in Richtung Perimeterdämmung zu denken. Wenn nachher nur noch 2,10m an Raumhöhe übrig bleiben, dann macht das keinen Spaß. Größere Räume wirken gedrückt, und wer weiß, wie diese irgendwann einmal genutzt werden sollen.
      Wie hoch der Mehraufwand wird um KfW55 zu erreichen, das sollte man durchrechnen.
    • R.B. schrieb:

      Die Raumhöhe wäre für mich das Stichwort, um in Richtung Perimeterdämmung zu denken
      man müsste halt eigentlich raumhöhenneutral vergleichen - heißt bei Innendämmung die Mehrkosten für den höheren (im Sinne der Raumhöhe) bzw. tieferen (im Sinne der Gründungsebene) Keller einrechnen.

      Wie setzen sich den 5300€ für vielleicht 120m² EPS 100mm zusammen? das sind ja 45€/m².
      Material ist doch nur ein Bruchteil, und verlegt ist das doch flott.
    • SirSydom schrieb:

      R.B. schrieb:

      Die Raumhöhe wäre für mich das Stichwort, um in Richtung Perimeterdämmung zu denken
      Wie setzen sich den 5300€ für vielleicht 120m² EPS 100mm zusammen? das sind ja 45€/m².

      Material ist doch nur ein Bruchteil, und verlegt ist das doch flott.
      Dämmung unter BoPla mit XPS-Dämmung, z.B. in der Stärke 10 cm:
      ca. 32,- €/m2 + MwSt., d.h. bei ca. 140 m2 Fläche = 4.480,- € + MwSt.