Feuchtigkeit / Schimmel rund um Bohrloch

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    • Feuchtigkeit / Schimmel rund um Bohrloch

      Hallo,
      wir haben ein Zweifamilienhaus mit einer vermieteten Dachgeschosswohnung, Baujahr 1981.

      Unser ehemaliger Mieter, der vor Kurzem ausgezogen ist, hatte einen TV-Wandhalter mit einem sehr großen Dübel befestigt und hat dafür ein sehr tiefes Loch in die Außenwand gebohrt. Als wir nun die Wohnung renovieren und die betreffende Wand überstreichen wollten, löste sich an besagter Stelle die Tapete und darunter kam eine große feuchte Stelle mit einem Riesen-Schimmelfleck zutage. Es war gerade die Kälteperiode Ende Februar mit Außentemperaturen von bis zu -15 Grad.

      Die Wand ist - soweit ich das beurteilen kann - 2-schalig aufgebaut. Innen ein Ytong-Stein, dann eine Luftschicht mit Steinwolle drin und dann der Außenklinker. Ich kann mir das nur so erklären, dass er bis in den Außenziegel gebohrt und damit irgendwie eine Kältebrücke erzeugt hat, an der nun die Feuchtigkeit auskondensiert. Bin aber ein absoluter Laie, was Bauphysik betrifft, und hätte gerne eine Einschätzung von Leuten, die was davon verstehen. Würde mich freuen, wenn jemand von Euch mir einen Tipp geben kann, wie ich die Sache in den Griff kriegen kann. Es macht ja keinen Sinn, so weiter zu renovieren.


      Ich habe das Foto erst gemcht, nachdem wir den Schimmelfelck schon behandelt haben. Von daher sieht es nicht mehr so schlimm aus wie anfangs, aber man sieht noch gut den großen feuchten Fleck.
    • Wurde schon mit einem festen Draht o.ä (z.B. Fahrradspeiche) geprüft, wie tief wirklich gebohrt wurde?

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      Dann müsste sich ja Kondenswasser zwischen den Wandscheiben gebildet haben, wenn es nach innen ablaufen soll. Scheint mir erst mal unwahrscheinlich.
      Ich würde eher auf auskondensierende Raumfeuchte tippen.

      <offtopic>
      Eine TV-Wandhalterung und nur ein einziger Dübel??

      War das die Wandhalterung oder ging da ein Kabel durch ???
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Auf dem Foto sehe ich erstmal eine mind. handtellergroße Verfärbung des Wandputzes. Schimmel sieht typischerweise anders aus. Ist sicher, dass hier:
      1. Schimmelbefall vorliegt?
      2. die Wandoberfläche fühlbar, besser messbar nass ist?
      Andernfalls könnte es sich auch um einen verspachtelten Putzschaden handeln. Auch ich halte es für sinnvoll, die Tiefe des Lochs wie vorgeschlagen mit einer Fahrradspeiche oder alternativ mit einer „Sachverständigenprüfnadel Typ S“ (S chaschlikspieß) zu messen.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker

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    • Skeptiker schrieb:

      Schimmel sieht typischerweise anders aus.
      Der ist vermutlich schon entfernt, weil:

      Nachteule schrieb:

      [...]
      Ich habe das Foto erst gemacht, nachdem wir den Schimmelfelck schon behandelt haben. Von daher sieht es nicht mehr so schlimm aus wie anfangs, aber man sieht noch gut den großen feuchten Fleck.
      (#1 ganz unten unter dem Bild)



      Skeptiker schrieb:


      alternativ mit einer „Sachverständigenprüfnadel Typ S“ (S chaschlikspieß) zu messen.
      Die Fahrradspeiche (Typ SP) bzw. der stabile Draht hat noch eine versteckte Zusatzfunktion: Wenn man ein Ende um 90° scharfkantig abwinkelt, das abgewinkelte Ende nicht länger ist als der Bohrlochdurchmesser, kann mit dem Typ "SP" auch die Wandstärke gemessen werden. Vorausgesetzt, das Bohrlochende ist nicht allzusehr ausgebrochen.
      Gruß
      Holger
      --
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    • Leute, ich danke euch für die so zahlreichen Antworten. Bin geradezu begeistert!

      1. Ja, der Schimmel wurde schon weggewischt, bevor das Foto gemacht wurde. Eigentlich doof, aber ist nun mal so.
      2. Nein, es wurde nicht schräg gebohrt.

      Ich hab auf den Ratschlag mit der„Sachverständigenprüfnadel“ mal den Typ "SN" = Stricknadel genommen ;) Die sagt, das Loch ist 13 cm tief. Das ist ja eigentlich gar nicht allzu viel. Dummerweise finde ich in den Bauplänen keine Unterlagen über den Wandaufbau.

      Für mich als Laien ist die wichtigste Frage: an welche Art von Fachmann wende ich mich denn in der Frage? An ein Trocknungsunternehmen? Das ist ja wohl etwas übertrieben.
    • Alfons Fischer schrieb:

      sind in der Wand irgendwelche andere Installationen vorhanden, welche angebohr worden sein könnten?
      Abwasserleitung? Regenfallrohr? Heizung, Wasser, Elektro-Leerrohre etc?
      Gute Frage - der Gedanke kam mir auch schon. Wenn so eine Leitung nur ganz geringfügig angebohrt ist, muss da ja nicht gleich ein Wasserfall aus der Wand kommen.
      Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
    • Alfons Fischer schrieb:

      sind in der Wand irgendwelche andere Installationen vorhanden, welche angebohr worden sein könnten?
      Abwasserleitung? Regenfallrohr? Heizung, Wasser, Elektro-Leerrohre etc?
      Heizung und Trinkwasser würde ich auf der Prioritätenliste ganz nach unten setzen. Bei beiden würde ich nach so langer Zeit eine komplett nasse Wand erwarten, selbst wenn die Rohre nur geringfügig verletzt wurden (was mit einem Steinbohrer gar nicht so einfach herbeizuführen wäre). Bei einem Heizungsrohr dürfte der Anlagendruck zwischenzeitlich extrem gefallen sein, bei einem Trinkwasserrohr wäre denkbar, dass sich der Druckverlust kaum bemerkbar macht.

      Man glaubt nicht, wieviel Wasser durch so ein beschädigtes Rohr verloren gehen kann, selbst wenn das Wasser nur tropfenweise austreten würde. Da kommen schnell mehrere Liter pro Tag zusammen.

      Bei so einem Rohr könnte man vielleicht in Richtung "undichte Verbindung" spekulieren, durch die könnte geringste Mengen Wasser entweichen, aber dann wäre der Schaden wohl schon eher aufgetreten.
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    • Für so einen Schimmelfleck reicht doch wirklich Kondenssationsfeuchte, oder nicht? Und dafür reicht doch wieder die Schraube als Wärmebrücke.
      Hinter dem Fernseher sieht man den ja auch jahrelang nicht, da kann der gemütllich wachsen.
      Ein Nachbar hatte solche Stockflecken auch - bei ihm waren die Befestigungen des Fallrohrs (außen!) die Ursache. Je nach U-Wert und Lüftungsverhalten reichen ja schon 1-2 Grad Temperaturunterschied....
    • feelfree schrieb:

      bei ihm waren die Befestigungen des Fallrohrs (außen!) die Ursache.
      Das würde im o.g. Fall bedeuten, dass die Befestigung des Fallrohrs durch den Klinker und die Dämmung hindurch bis tief in das tragende Mauerwerk gebohrt wurde. Das wären schon ziemlich lange Schrauben.

      Das Bohrloch ist nach obiger Aussage ca. 13cm tief, endet also noch im Mauerwerk (bei PB wird das tragende Mauerwerk wohl kaum nur 11cm Dicke haben). Die Dämmschicht zwischen Mauer und Klinker wird dadurch also nicht beeinflusst, und die sorgt ja maßgeblich für die Wärmedämmung der kompletten Wand. Dadurch sollte der Einfluss durch die AT schon deutlich gemindert sein.

      Was mir im Zusammenhang mit den "Rohren" noch eingefallen ist, es könnte ja sein, dass in der Wand schlecht gedämmte Kaltwasserrohre verlaufen. Diese würden ihre Umgebung auf 10°C und darunter abkühlen, und wenn nun so eine gut wärmeleitende Schraube in der Nähe wäre, würde diese auch abgekühlt.

      Ich befürchte, hier wäre ein Röntgenblick angesagt. ?(
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    • Ja sorry, beim Nachbar war es einschalige 24cm Porenbeton-Wand. Wie lang die Stockschrauben waren entzieht sich meiner Kenntnis, aber sie kamen nicht im Inneren an... und trotzdem hat es für Stockflecken gereicht.

      Ich kenne jetzt nicht das Temperaturgefälle der 2-schaligen PB-Wand, aber wie gesagt, 2 Grad weniger durch eine gut wärmeleitende Schraube können da schon ausreichen.
    • feelfree schrieb:

      Ja sorry, beim Nachbar war es einschalige 24cm Porenbeton-Wand.
      Wir können hier ja alle nur spekulieren.

      Ich könnte mir gut vorstellen, dass die gute Wärmeleitfähigkeit der Schraube hier einen erheblichen Einfluss hat. Erst vor ein paar Tagen erlebt, Luke in den Dachboden (Dachbodentreppe), Wände neu verputzt, und an den Schrauben des Lukendeckels hat es getropft. Am (Holz)deckel selbst gab es kein Kondensat.
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    • Um das klarzustellen: Die Wohnung/Wand ist im Dachgeschoss. An der besagten Wand/Stelle ist keinesfalls eine Wasserleitung! Es kann dementsprechend eigentlich nur Kondensat sein. Und ja, es ist richtig nass. Und die Stelle ist auch mehr als handtellergroß. Und ja - nur eine einzige Schraube. Finde ich auch komisch, ist aber so ;)

      Wir hatten in der Wohnung auch bereits gemalt, so dass sich die Feuchtigkeit aus der frischen Farbe möglicherweise an dieser Stelle niedergeschlagen hat. Es war ja ziemlich kalt draußen.

      Für mich ist die hauptsächliche Frage: wer ist der richtige Fachmann, an den ich mich in so einer seltsamen Angelegenheit wende? Ein Trocknungsunternehmen? Ist ja irgendwie lächerlich bei einer so relativ kleinen feuchten Stelle. Aber ich mag es eben auch nicht einfach so zuspachteln.
    • Oder einfach abwarten, ob der Fleck von alleine abtrocknet, nun wo die dicke Schraube raus ist. Zur Sicherheit mit dem Feuerzeug prüfen, ob nicht doch ein Luftdurchgang vorhanden ist.
      Wenns dann abgetrocknet ist, einfach zugipsen und malern.
      Ich bin ja auch immer dafür, Fachleute ranzulassen. Man muss es aber nicht übertreiben.
      Wenn der Anblick unerträglich ist, kann man ja mit 1 cm Abstand ein kleines Bild davorhängen.




      Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



      M.G.Wetrow
    • Der Thread ist zwar schon seit ein paar Tagen eingeschlafen, aber mal so am Rande...

      Ich hab noch kein TV-Wandhalter mit nur einer Schraube gesehen. Das sind eigentlich immer mindestens 2 bzw im Normalfall 4 Schrauben...

      Bestünde die Möglichkeit, dass die Schraube mit einer Art Abdeckung verkleidet war und feuchte Luft dahintergezogen und auskondensiert ist? Evtl hat unterhalb des Fernseher ein Aquarium gestanden?

      Alles ziemlich seltsam und auch ich würde hier eine Bauteilöffnung vorschlagen.
    • Das könnte alles mögliche sein.Wenn da ein Fernseher war,40 Zoll,dann endet der Fernseher beinahe am Gurt.
      Hinter dem Fernseher ist es warm,vom Fenster zieht kalte Feuchte Luft zum Fernseher.Und wo die Bohrung ist,ist die Wand am dünnsten.Also der kälteste Punkt an der Wand.
      Hohe Luftfeuchtigkeit im Zimmer und der Schimmel fühlt sich da besonders wohl
    • Als wir in unserer alten Wohnung Schimmel hatten, haben wir ein Trocknungsunternehmen gerufen, die haben das dann fachmännisch und dauerhaft entfernt. War zwar deutlich mehr Schimmel als bei Euch jetzt, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass die das bei Euch auch machen.