Stundenverrechnungssätze von Bau-Handwerkern

    • Stundenverrechnungssätze von Bau-Handwerkern

      Welche Stundenverrechnungssätze werden bei Euch derzeit aufgerufen? 27

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      Moin,

      aus gegebenem Anlass und weil sich keine bessere Rubrik fand, stelle ich meine Frage mal ins OT. Mich würde mal interessieren, welche Stundenverrechnungssätze derzeit in einer Konjunktur-Hochphase verlangt werden. Das Gewerk an sich spielt eigentlich keine Rolle, kann aber natürlich gerne in einer Antwort benannt werden. Neben der Höhe würde mich jedoch auch sehr Eure Meinung dazu interessieren wie gerechtfertigt ihr die Höhe empfindet. Fühlt Ihr Euch durch die momentane Marktlage "betrogen" um Euer Geld? Oder seid ihr generell bereit die Preise - sogar mehr? - entsprechend zu bezahlen? Kennt ihr den Schlüssel aus dem sich eine Handwerkerstunde zusammen setzt?

      Ich bin gespannt auf Eure Meinung!
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • 42€ netto - Elektriker

      Soweit man hört, stehen die Jungs aber auch eher am unteren Ende der Nahrungskette. Gefühlt würde ich sagen, das könnte ruhig etwas mehr sein, so im Bereich 50-55€. Aus Bauherrensicht muss ich aber auch sagen, dass ich schon froh bin, wenn ich überhaupt derart "transparente" Preise genannt bekomme.

      Tatsächlich muss ich meist Materialpreise recherchieren, um über die Differenz dann den Lohnanteil ungefähr ermitteln zu können. Ergibt teilweise dann echt kuriose Rechnungen. Beispiel: Kondensatanschluss Therme - abgerechnet werden rund 120 Euro netto, darin enthalten 4 Rohrschellen, 4 Stücke Ht-Rohr; Gesamtpreis Material <10€ ...und dann stehste da und überlegst, inwiefern tatsächlich 2 Mannstunden für diesen Anschluss gerechtfertig sind ;)
    • Rekham schrieb:

      wenn ich überhaupt derart "transparente" Preise genannt bekomme.
      Könnte man sagen, dass du generell bereit wärst höhere Stundenlöhne zu bezahlen, wenn für dich transparenter wäre was nun in einer Leistung steckt?
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    • Definitiv!

      Nachtrag: Was mich bei diesen "inkl. Montage - Preisen" vor allem stört ist entweder der inbegriffene Anreiz zum "hastigen Arbeiten" bis hin zum "Pfusch", oder eben (siehe oben) ein derart großzügiger Risikozuschlag, dass ich schon gespannt wie ein Flitzebogen bin, wie die später die veranschlagte Zeit mit der Ausführung totschlagen werden.

      Ich würde gern als BH entscheiden können, wo mir eine ordentliche Ausführung wichtig genug erscheint, um dafür auch ggf. einen höheren Preis zu zahlen. Sollen die mir ruhig 60€/Stunde ins Angebot schreiben und wenns am Ende 10h, statt der kalkulatorisch veranschlagten 6 dauert, zahle ich das mit Freuden.
    • Finde ich gut! Ich verstehe es nämlich auch nicht wie man es uns beibringt. Möglichst intransparent und in Manier den Kunden für "dumm" zu verkaufen. Heute lässt sich im Netz ja eh fast alles vergleichen.

      Wobei man auch berücksichtigen muss, dass die Konkurrenz am Ende leichteres Spiel hat wenn man Material und Lohnkosten entsprechend aufschlüsselt.
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    • Knapp über 50 ohne.
      Betrogen fühle ich mich mit dem Preis nicht, aber ich bin enttäuscht über die handwerkliche Qualität, die einige abliefern.

      Es gibt auch positive Ausnahmen: Zimmermann für mein Stadeldach war fertig. Ein, zwei Wochen später eine Mail mit der Frage, ob alles i.O. sei oder ob es Mängel gebe. Er würde dann kommen und nachbessern.

      Das hat mich noch kein Handwerker gefragt, im Gegenteil. Mängel werden von vielen zunächst erst mal bestritten.
    • Roth schrieb:

      enttäuscht über die handwerkliche Qualität, die einige abliefern.
      Lag das daran dass du mehr erwartest hast als vereinbart war oder weil einfach geschlampt wurde?
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    • Kalle schrieb:

      Das Gewerk an sich spielt eigentlich keine Rolle
      nö .. nur, dass du gerüstler und maler u40, maurer für u50, whg-behälterbauer oder
      hochtechnisierte metallkonfektionäre für 80+ bekommst .. wenn sie zeit haben.

      das sind kleinräumig regionale preise (auch unter dem regionenaspekt sind deutliche
      zu-/abschläge zu erwarten) - je nach eingepreisten maschinenkosten oder anderen
      verrechnungsgrundlagen sind weitere abweichungen möglich.

      ich hab preise bauhauptgewerbe angekreuzelt und anscheinend ist das ach so teure
      bayern nicht ganz so teuer - jedenfalls dann nicht, wenn man die ehrlichen knochen
      kennt und davon gibts doch noch einige.
    • Angebot Instandsetzungsarbeiten und Beschichtungsarbeiten aus Mitte 2017, alle Arbeiten nach EP (m², m³ usw) und BE dazu Stundenlohn für unvorhergesehenes:
      ca. 35,- Bauvorarbeiter
      ca. 32,- Baufacharbeiter
      ca. 30,- Bauwerker
      ca. 38,- Werkpolier

      Interessant zum Vergleich ein ähnliches aber kleineres Projekt aus dem jahr 2015:
      ca. 46,- Bauvorarbeiter
      ca. 43,- Baufacharbeiter
      ca. 40,- Bauwerker
      ca. 50,- Werkpolier
      Diese Baustelle war kleiner, enger, schwerer zugänglich, aber vom gleichen Auftraggeber wie 2017

      Selbst wenn Geräte und BE separat als LV-Position vorliegen, spiegeln sich in den Stundensätzen technische, räumliche und geografische Eigenheiten einer Baustelle wieder. Sicher kommt es auch auf die Menge der Stunden an und auch auf die vom Anbieter (erhofften) geschätzten tatsächlichen Einsatzstunden.
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Off-Topic:

      Skeptiker schrieb:

      Ich halte die Einschränkung auf zwei Möglichkeiten für unsinnig. Bei mir wurden im vergangenen halben Jahr alle genannten Preise angeboten, gewerbeweise unterschiedlich natürlich.
      Architekt war jetzt nicht die Zielgruppe der Umfrage ;) Dass du berufsbedingt die unterschiedlichsten Preise bekommst liegt ja nahe. Privat dürfte sich das bei dir aber wohl auch in Grenzen halten. Mit 2 Wahlmöglichkeiten lässt sich ja ein Preisrahmen abstecken, du darfst natürlich gerne innerhalb einer Antwort drauf näher eingehen ;)




      mls schrieb:

      nö .. nur, dass du gerüstler und maler u40, maurer für u50, whg-behälterbauer oder
      hochtechnisierte metallkonfektionäre für 80+ bekommst .. wenn sie zeit haben.
      Dann hätte ich aber auch nach Gewerken + Region aufschlüsseln müssen was das ganze nur unnötig kompliziert macht. Denn repräsentativ ist es wohl in beiden Fällen nicht ;) Mir ging es eher um den Austausch per Diskussion als eine erschöpfende Umfrage. Die habe ich nur als kleinen "Overview" angehängt.


      OLger MD schrieb:

      spiegeln sich in den Stundensätzen technische, räumliche und geografische Eigenheiten einer Baustelle wieder.
      Das mag für die Leistungen zutreffen, also die Positionen direkt. Bei Regiestunden hingegen würde ich das jetzt nicht vermuten. Ich würde sogar so weit gehen, dass man hier ggf. extra "preiswert" ansetzt. Denn in der Position selber wird Verrechnungssatz und Zeitwert so wie Material nicht aufgeschlüsselt stehen. Zu mal ja im Fall der günstigeren Sätze auch proportional über Material etc. aufgeschlagen werden kann. Damit wird der Satz ja automatisch günstiger, auf dem Papier zu mindestens.
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    • Kalle schrieb:




      OLger MD schrieb:

      spiegeln sich in den Stundensätzen technische, räumliche und geografische Eigenheiten einer Baustelle wieder.
      Das mag für die Leistungen zutreffen, also die Positionen direkt. Bei Regiestunden hingegen würde ich das jetzt nicht vermuten. Ich würde sogar so weit gehen, dass man hier ggf. extra "preiswert" ansetzt. Denn in der Position selber wird Verrechnungssatz und Zeitwert so wie Material nicht aufgeschlüsselt stehen. Zu mal ja im Fall der günstigeren Sätze auch proportional über Material etc. aufgeschlagen werden kann. Damit wird der Satz ja automatisch günstiger, auf dem Papier zu mindestens.
      Bei den o.g. Projekten gab es jeweils auch noch eine Position "Material und Kleinteile für Stundenlohnarbeiten" und Positionen für "Werkzeuge" (Kompressor, Stemmhämmer, Minibagger, etc.) so dass die o.g. Stundensätze eigentlich reine Lohn+Lohnnebenkosten sein müssten. Wenn der Kalkulator der Meinung ist, im LV fehlt etwas, das unbedingt für die Fertigstellung erforderlich ist, wird er das sicher in der Position Stundenlohn ein und ggf. in anderen Positionen rausrechnen. Ist der Kalkulator der Meinung, die Taglohnstunden werden nicht gebraucht, wird sich auch das in der Gesamtkalkulation widerspiegeln.

      Diese Stundensätze sind im LV für Unerwartetes und für alles was man findet, wenn man anfängt zu buddeln und zu stemmen und auch für späte Entscheidungen des Bauherren, wenn zusätzliche Leistungen zu erbringen sind oder Leistungen für andere Gewerke - und sei es nur die Bedienung des Bauaufzuges für Materialtransporte für andere Unternehmer.
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • OLger MD schrieb:

      wenn zusätzliche Leistungen zu erbringen sind oder Leistungen für andere Gewerke
      Die würde ich persönlich nur per Nachtragsangebot machen, wegen der Haftung - bez. meiner Kohle. Man weiß ja nie, gelle. Für mich waren die Stunden für unvorhergesehenes immer genau das - reine Stundenleistung o. Material. Hand habt Ihr (damit meine ich alle) das anders?
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Kalle schrieb:

      Architekt war jetzt nicht die Zielgruppe der Umfrage ;) Dass du berufsbedingt die unterschiedlichsten Preise bekommst liegt ja nahe. Privat dürfte sich das bei dir aber wohl auch in Grenzen halten.
      Ich hab’s jetzt mind. zehnmal gelesen. Ich verstehe es einfach nicht. Weshalb bekomme ich beruflich andere Preise bzw. Angebote, denn als Privatkunde?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Skeptiker schrieb:

      Weshalb bekomme ich beruflich andere Preise bzw. Angebote, denn als Privatkunde?
      Wenn Otto-Normalo sich einen Handwerker holt, dann ist das wohl auf die üblichen Branchen bezogen. Ist das beruflich bei Dir auch so? Oder hast du in dem Kontext auch mit Exoten zu tun - die dann vermutlich auch außerhalb dem obigen Preisspiegel liegen oder halt darunter? Das habe ich damit gemeint. Dein Blick auf den Verrechnungssatz ist ein völlig anderer, weil beruflich beeinflusst.
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    • Mal aus der anderen Richtung gefragt (wenn das gestattet ist?!): Was nimmt denn bei euch ein Parkettleger so, bzw. was sollte der nehmen?

      Habe gerade ein Angebot bekommen, dass einerseits "Facharbeiterstunden" für Estrich anschleifen zu 46,50€ netto ausweist, andererseits aber die reine Verlegung ("Landhausdielen") mit 31,90/m² berechnet. Wenn ich das umrechne, dürfte der Verleger gerade einmal 1,46 m²/Stunde schaffen, damit wäre er bei uns dann satte 150h beschäftigt und das kann ich mir nun gerade nur sehr schwer vorstellen.
    • Ber Werkverträgen aller Art geht es doch auf Auftraggeberseite immer um die fertige Leistung. Insofern interessieren mich als AG, egal ob privat noch als ausschreibender Architekt weder der kalkulatorische Stundensatz noch der kalkulierte Zeitaufwand. Im Bestand schreibe ich in sehr geringem Umfang auch ein paar Stunden aus und bei öffentlichen Vergaben muss das EFB-Blatt der A-Bau ausgefüllt sein, als „Urkalkulation“, aber vergabetelevant ist beides doch seltenst. Und dabei ist tatsächlich das gesamte Spektrum vertreten, von 25,- bis knapp 100,- € netto.


      ---------- 14. Februar 2018, 10:03 ----------

      Kalle schrieb:

      Skeptiker schrieb:

      Weshalb bekomme ich beruflich andere Preise bzw. Angebote, denn als Privatkunde?
      Wenn Otto-Normalo sich einen Handwerker holt, dann ist das wohl auf die üblichen Branchen bezogen. Ist das beruflich bei Dir auch so? Oder hast du in dem Kontext auch mit Exoten zu tun - die dann vermutlich auch außerhalb dem obigen Preisspiegel liegen oder halt darunter? Das habe ich damit gemeint. Dein Blick auf den Verrechnungssatz ist ein völlig anderer, weil beruflich beeinflusst.
      Nein, kein bisschen beruflich beeinflusst. Ich wüsste jedenfalls nicht wie und wodurch? Ich vergleiche dich in beiden Fällen EP für fertige Leistungen! Oder was meinst Du?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • wenn zusätzliche Leistungen zu erbringen sind oder Leistungen für andere Gewerke

      Kalle schrieb:

      OLger MD schrieb:

      wenn zusätzliche Leistungen zu erbringen sind oder Leistungen für andere Gewerke
      Die würde ich persönlich nur per Nachtragsangebot machen, wegen der Haftung - bez. meiner Kohle. Man weiß ja nie, gelle. Für mich waren die Stunden für unvorhergesehenes immer genau das - reine Stundenleistung o. Material. Hand habt Ihr (damit meine ich alle) das anders?
      Für direkte Bauleistungen läuft das auch über Nachträge, wenn Bau-Leistungen sind, die nicht über eine vorhandene LV-Position abgerechnet werden können. Für die Projekt-Leistungen gibt es jede Menge LV-Positionen, da findet sich meist eine Regelung für die Abrechnung über Mengen.

      Stundenlohnarbeiten sind z.B. für
      • Bauzaun mehrfach umsetzen / öffnen schließen, wenn der Bauherr eine zuvor nicht benannte oder nicht kommunizierte Durchfahrt benötigt
      • wenn der Bauherr im Zuge vom Projekt Fassadenarbeiten auch von einem Dritten Dacharbeiten erledigen lässt und der Fassaden-Unternehmer Materialtransporte für den Dachdecker am Fassaden-Gerüst durchführt
      • Abtrennen, Ausbauen, von Einbauteilen aus der Fassade, die zur Ausschreibung nicht bekannt waren oder die der Auftraggeber (anders als geplant) jetzt doch entfernt haben möchte
      • das ungeplante Montieren von z.B. Tropfblechen über Türen und Toren am Gebäude neben der Baustelle
      Also reine "Hilfsleistungen" + Erstattung der verbrauchten Kleinteile (o.g. Tropfbleche o.ä.).

      Soll neben den Fassadenarbeiten z.B. noch ein Sockel betoniert werden, wirds ein kompletter Nachtrag. Aber bei größeren Projekten am Bestand ergeben sich oft "Wünsche" oder erforderliche Leistungen, die bei der Planung noch nicht bekannt waren oder erst nach Rückbau ersichtlich werden. Oft wird auch die Anwesenheit eines Baubetriebes genutzt, um neben den eigentlichen Baustellen Kleinigkeiten erledigen zu lassen. Dafür gibt es dann die Positionen "Stundenlohn".

      Für den Gesamtauftrag steckt in den ausgeschriebenen Stundenlohnarbeiten auch ein kleiner Puffer für das Gesamtprojekt mit drinne aber es geht auch darum, eine eindeutige Abrechnungsgrundlage zu haben, wenn doch Taglohnarbeiten anfallen. Dann muss nicht über die Stundensätze diskutiert werden.
      Gruß
      Holger
      --
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    • Skeptiker schrieb:

      Insofern interessieren mich als AG, egal ob privat noch als ausschreibender Architekt weder der kalkulatorische Stundensatz noch der kalkulierte Zeitaufwand.
      Wenn du nur den EP in der reinen Zahl vergleichst mag das ja zutreffen. Ist das alles? Du gehst hier wohl davon aus, dass alle immer genau das Selbe anbieten. Das mag bei einer Leistungsbeschreibung der Fall sein. Erstellt ein Kunde diese für die Handwerker? In der Regel doch eher nicht. Wenn ich nun Produkt X anbiete, was teurer ist als vom Mitbewerber Produkt Y ergibt sich ja automatisch ein Unterschied. Ist das rein durch das Zahlenwerk für den Kunden ersichtlich? Warum ich in der Position teurer bin?

      Angenommen wir machen ein Flachdach. Ich biete nun den m² mit einem Minutenwert von 10 Min. an. Mein Mitbewerber macht das nun für 6 Min. Beide haben relativ ähnliche Stundenverrechnungssätze. Würde sich ein Kunde nun die Frage stellen warum bei der gleichen Leistung am Ende 4min. /m² Unterschied bestehen? Wer bekommt den Auftrag? Der Preiswerterer. Wenn ich jetzt aber effektiv 10 Min brauche und ich nur niedrig ran gegangen bin um den Auftrag zu bekommen. Was passiert bei der Ausführung? Irgendwo müssen die 4 Min. Differenz ja wieder eingeholt werden.

      Was sollte also zählen? Qualität und sorgsames Arbeiten oder Hauptsache Zuschlag? Wie soll denn sonst Akzeptanz bei dem Kunden hervorgeholt werden, wenn ich nicht entsprechend Transparenz in meiner Preisfindung bin? Wenn ich das so wie immer mache, dann ist das Fazit doch: Boa, der ist aber teuer. Ob Derjenige der "teurer" ist am Ende nur der ist, der sorgsamer ist, das bleibt irgendwo im Zahlenwerk versteckt.

      Wir haben doch im EP, als auch im GP drei Unbekannte:

      • Wie lange brauche ich
      • Welchen Verrechnungssatz habe ich
      • Was sind Materialkosten
      Das sind 3 Faktoren für den Kunden über den sich ein Angebot mit anderen vergleichen ließe. Im EP als auch GP sehe ich nur die Addition der 3 Faktoren.


      Skeptiker schrieb:

      Ich wüsste jedenfalls nicht wie und wodurch?
      Dass deine Mögliche Spreizung der Sätze deutlich höher ist, als die des Endverbrauchers. Der vielleicht maximal mit einem DD, einem Sanilöter, Tischler, Fliesenleger usw. in Berührung kommt. Weil die Regelmäßigkeit mit der Du Preise zu Gesicht bekommst durch deinen Beruf um vielfaches höher liegt. Der Häuslebauer hat das am Anfang seines Hauses vielleicht mal - wenn er mit Archi baut - und dann im Laufe wohl nur noch sehr sporadisch. Jetzt verstanden was ich meine?
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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