Über psychologische Aspekte der Gestaltung von Gebäuden, Gewohntes, Identifikation und ästhetische Bildung

  • Kalle schrieb:

    rein subjektives Empfinden .. und technisch nicht belegbar
    was wohl ebenfalls folge subjektiven empfindens sein dürfte :D

    klar, [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.], es mag dachdecker geben, die ein flachdach fachgerecht
    hinbekommen - und nehmen wir an, der bauherr hätte dann ein paar
    jahre ruhe: dir traue ich das auch zu. du bist aber nicht die mehrheit.

    das 1. problem ist also die handwerklich richtige ausführung - ohne
    sensibilitäten während der arbeit bei hitze, kälte, blasius und ganz
    ungerührt von einem miesen stundenlohn, obwohl der bauherr vielleicht
    sogar 20 oder 30% über dem dumpingstandard bezahlt.

    das 2. problem .. wer überprüft die materialien, die verarbeitet werden?
    wer bringt das, in der relation zeit-kosten-können-ausstattung?
    überhaupt, die materialisierung .. ach nö, das fass mach ich nicht auf ..
  • Kalle schrieb:

    Wenn du schon einen Vergleich ziehst, dann bitte so das am Ende auch Apfel + Apfel raus kommt.
    Dann muss man aber auch aufpassen, dass man nicht Satteldach aus dem Mittelalter, mit Flachdach der 70er Jahre, mit Satteldach 2018 usw. vergleicht. Dazwischen liegen viele Entwicklungsschritte bei beiden Dächern (Bsp.: Wärmedämmung).

    Zwischenzeitlich bekam so manches Flachdach auch schon ein Hütchen auf, warum wohl? Liegt es daran, dass niemand in der Lage ist ein Flachdach fachgerecht zu sanieren? An dem bisschen Platzgewinn kann es kaum liegen.
    Wenn man heute sagt, dass man problemlos ein Fachdach dicht bekommt, dann ist das stand heute, 11.02.1018, 15:25 Uhr sicherlich richtig. Das hat man aber auch schon in den70er Jahren gesagt, und dann kamen die Erfahrungswerte. Wer weiß, was man in 10 oder 20 Jahren über die heute "fachgerecht" sanierten Flachdächer sagt. Vielleicht ist alles super gut, vielleicht aber auch nicht.

    Die Gewerbebauten mit Flachdächern die ich kenne, haben zumindest die letzten 10 oder 20 Jahre überlebt. Ich würde also nicht sagen, dass ein Flachdach automatisch ein Risikofaktor ist.
  • mls schrieb:

    was wohl ebenfalls folge subjektiven empfindens sein dürfte
    Warum sollte es? Wenn ich schon das Wort "technisch" benutze, dann doch richtig oder? Technisch koppelt sich doch an Eigenschaften oder nicht? Einfaches Beispiel:

    Arbeitet eine kleinformatige Eindeckung bei DN von wenigen Grad noch zuverlässig? Nein. Arbeitet ein Abdichtungswerkstoff bei DN von etlichen Grad noch zuverlässig? Ja. Warum? Weil das eine regensicher und das andere wasserdichte Eigenschaften hat. Ersteres braucht zwingend eine Neigung/Steigung um funktionsfähig zu sein. Letzteres hingegen ist es völlig egal, es bleibt weiterhin wasserdicht. Also müsste es technisch richtig heißen, dass Abdichtungen den kleinformatigen Eindeckungen überlegen sind. - Das wäre eine neutrale und technische Auseinandersetzen mit der Frage. Subjektiv ist "Da gibt es ja mehr Schäden". Was vermutlich in Summe der ganzen Mängel an Steildächern auch noch falsch ist. Bei dem Steildach zeigen sich Fehler nur nicht unmittelbar, was ja gerne physikalisch einen Grund haben darf. Daraus lässt sich nur technisch keine Anforderung ableiten.


    mls schrieb:

    das 1. problem ist also die handwerklich richtige ausführung - ohne
    sensibilitäten während der arbeit bei hitze, kälte, blasius und ganz
    ungerührt von einem miesen stundenlohn, obwohl der bauherr vielleicht
    sogar 20 oder 30% über dem dumpingstandard bezahlt.
    Was dann aber auch wider nicht an der Konstruktion liegt, sondern am Verarbeiter und deren Fähigkeit. Was das Resultat schlechter Ausbildung und mangelhafter Lernbereitschaft in zukünftigen Lebenslagen Ursache findet. Gehe mal auf die Seite vom DUD und schaue dir die Zahlen an, die allein durch Bitumen jährlich verarbeitet werden. Rechne da mal einen gewissen Prozentsatz runter und man kommt irgendwo an das tatsächliche Ergebnis. Wir reden hier ja nicht von 3 Flachdächern im Jahr Bundesweit und das sind nur die Zahlen für Bitumen. Einlagigen hochpolymer Abdichtungen, flüssige Abdichtungen usw. kommen ja noch dazu. Wenn es wirklich so dramatisch schlecht um die Ausführung bestellt wäre, wo kommt der personelle Einsatz her - in Zeiten von Fachkräftemangel - der alle Dächer saniert? Du sagst es ja selber, dass du mir ein Flachdach zutrauen würdest.


    mls schrieb:

    das 2. problem .. wer überprüft die materialien, die verarbeitet werden?
    wer bringt das, in der relation zeit-kosten-können-ausstattung?
    überhaupt, die materialisierung .. ach nö, das fass mach ich nicht auf ..
    Ich erinnere dich an das Thema DIN 18531, dort warst du auf Seiten der Normung. Die geben doch ihre Stofflisten raus :P Es sind ja die Dachdecker, die sagen - nicht alles was die Industrie anbietet ist sinnvoll. Wer überprüft die Sachen bei kleinformatigen Eindeckungen? Frostschäden ein Begriff? ;) Wer prüft denn ob die Zusatzmaßnahme den a.R.d.T entspricht? Ob Anschlüsse sinnvoll hergestellt werden oder nach Prinzip "wird schon nichts rein kommen, ist ja steil genug" ? Stell dir mal vor, das Steildach wäre bauphysikalisch genauso kritisch zu bewerten wie die Flachdächer. Was hätten wir da Mängel und Bauschäden wenn der ganze Murks sich durch die günstigen Bedingungen nicht selber heilen würde. Es entbehrt sich für mich einfach der Logik, dort einen "Gewinner" aus zu machen.
    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot
  • feelfree schrieb:

    Besser hättest Du Brombeerdrones Argument ("das ist einfache Physik") jetzt kaum bestätigen können.
    Für dich mag sich das so lesen. Es ist natürlich jetzt einfach von der geführten Diskussion hinsichtlich Niederschlagsbelastung mir auf bauphysikalischer Ebene ein Strick zu drehen und meine Aussagen als nicht "richtig" hinzustellen. Das ein Flachdach nicht diffusionsoffen konstruiert werden kann sollte allgemein bekannt sein. Daraus ergibt sich folglich aber kein "das Steildach ist ja eh viel toller" -Werbeslogan oder Stammtischparole. Denn beide lassen sich ja entsprechend sicher konstruieren. Womit der Vergleich massiv hinkt, würde man dem Flachdach attestieren wollen es kompostiert sich ja eh selber.

    Das wäre wie, wenn ich sage: Lasst doch mal die Zusatzmaßnahme unter dem Steildach weg, Vollsparrendämmung und dann schauen wir mal wie lange das gute Steildach in seinem "Saft" steht. Wenn man will kann man alles so konstruieren dass es in die Hose geht. Meinetwegen einigen wir uns darauf, das jeder Hirni so ein Satteldach hinbekommt (Statik mal abgesehen) und sich beim Flachdach die Spreu vom Weizen trennt.
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  • Kalle schrieb:

    Meinetwegen einigen wir uns darauf, das jeder Hirni so ein Satteldach hinbekommt (Statik mal abgesehen) und sich beim Flachdach die Spreu vom Weizen trennt.
    Jepp, aber wenn ich diese Aussage für bare Münze nehm und mangels Fachwissen leider nicht die Spreu vom Weizen trennen kann, dann läuft es halt doch wieder darauf hinaus, dass ich mit einem Steildach sicherer (im Sinne von kleinerer Schadenseintrittswahrscheinlichkeit) fahre.
  • Bei der Diskussion muss man aufpassen woher der Satteldachbefürworter her kommt. In Bayern kennt man nix anders. Oder besser gesagt, in ländlichen Gegenden Bayerns, denn in Ballungsgebieten sieht es anders aus. In kaum einer Gegend Deutschlands ist das ästhetische Gefälle so groß wie zwischen bayrischen Ballungsräumen und Land. Dabei leben die Ur-Bayern gleich neben Österreich und dort, jetzt müssen sich die Ur-Bayern richtig fest halten und sich hin setzen, feiert das Flachdach fröhliche Urstände. Und jetzt wird es heftig: sogar mit Holzhäusern. Wahnsinn, oder? Holzhaus und Flachdach, des kriagt der Bauer im Kopf ned zam.

    Man gehe mal noch Vorarlberg und Tirol, das Zentrum des alpinen Holzbaues und schaue sich mal an, was findige Baumeister da alles zusammen bekommen! Man gehe dort mal in die Dörfer und ist erstaunt wie viel Flachdach gebaut wurde, ja selbst Hausanbauten an alten Bauernhäuser kommen als Flachdach daher, auch in Holz.

    Zu behaupten in Süddeutschland sei wegen dem Wetter seit Jahrtausenden das Satteldach das Nonplusultra ist schlicht falsch und nur aus einer ideologisch engen Sichtweise heraus so zu sehen. In den Alpen ist das Wetter noch heftiger als in Niederbayern.
    -

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...
  • Off-Topic:


    feelfree schrieb:

    Jepp, aber wenn ich diese Aussage für bare Münze nehm und mangels Fachwissen leider nicht die Spreu vom Weizen trennen kann, dann läuft es halt doch wieder darauf hinaus, dass ich mit einem Steildach sicherer (im Sinne von kleinerer Schadenseintrittswahrscheinlichkeit) fahre.
    Sagen wir mal so, dir als Laie wird in aller Regel die Mangelhaftigkeit des Daches nicht auffallen, weil es entweder aussieht wie alle anderen oder aber weil nicht unmittelbar damit zu rechnen ist dass dir Wasser auf den Kopf tropft. Du bist aber bei beiden Varianten maßgeblich auf die Fähigkeiten deiner Handwerker angewiesen. Bei einer massiven STB-Decke und Flachdach wird dir ein Mangel wohl auch erst einige Zeit später auffallen.

    Ich möchte Euch ja auch nicht in eurem subjektivem Empfinden einschränken. Du kannst das ja nach wie vor denken. Hier lesen am Ende aber vielleicht auch nur "Besucher" mit und da möchte ich schon ganz gerne nicht pauschale Ansätze sondern schon etwas mehr "Basics" und Hintergrundwissen vermittelt wissen. Dafür ist das Forum ja nun mal da.
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    * Administrative oder moderative Beiträge in rot
  • Kalle schrieb:

    Wenn es wirklich so dramatisch schlecht um die Ausführung bestellt wäre, wo kommt der personelle Einsatz her - in Zeiten von Fachkräftemangel - der alle Dächer saniert?
    niemand redet von "dramatisch schlecht"?
    den begriff müsste man erstmal definieren.
    wie sanierungen laufen .. sieht man nicht immer sofort.


    Kalle schrieb:

    Technisch koppelt sich doch an Eigenschaften oder nicht?
    .. und, wenn man die auswirkungen betrachtet, mittels statistiken
    der relationen der schäden bei verschiedenen bauweisen, ohne
    detailrosinenpickerei, dann ist alles rund um das thema "schaden"
    (eintrittswahrscheinlichkeit, häufigkeit, sanierungskosten usw) DIE
    bauherrenrelevante technische eigenschaft.


    Kalle schrieb:

    Stell dir mal vor, das Steildach wäre bauphysikalisch genauso kritisch zu bewerten wie die Flachdächer
    mehr wollte ich nicht - obwohl, es gäb immer noch mehr.

    dabei hab ich nix dagegen, wenn mehr hochwertige flachdächer
    ausgeführt werden.
  • Feelfree, was möchtest du erreichen? Recht haben mit deiner subjektiven Wahrnehmung? Um was diskutieren wir hier jetzt?

    Was bewertet der Laie? Die Optik oder die technische Ausführung? Sieht es schön aus, ist der Laie zu frieden völlig egal ob er in technischer Hinsicht ein mangelhaftes Steildach hat. Tut ja seinen Zweck und so lange die GKB-Platte nicht von der Schräge fällt hat er auch keinen Grund zu Zweifeln. Was passiert bei einem Flachdach? Stehendes Wasser wird bemängelt obwohl das kein Mangel ist. Also wird gesagt Flachdächer sind böse! Stehendes Wasser + Undichtigkeit in dem Bereich führt logischerweise zum Schaden, der sich sehr oft dann auch bemerkbar macht. Also ist das Flachdach wieder böse. Es spielt also keine Rolle wie viele Fehler eine Konstruktion hat und damit mangelhaft ist sondern wie sich der Schaden zeigt.

    Das ist nicht technisch, sondern subjektives Empfinden - in dem es einem auf den Kopf tropft. Aus TECHNISCHER Sicht sind dann aber mindestens beide Mangelhaft und das gilt es doch zu bewerten. Wenn man eine Konstruktion als den "Sieger" küren will.
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    * Administrative oder moderative Beiträge in rot
  • Welche subjektive Wahrnehmung meinst Du denn?

    Hier im Thread verstehe ich ausnahmsweise sogar mal (teilweise) mls:

    mls schrieb:

    .. und, wenn man die auswirkungen betrachtet, mittels statistiken
    der relationen der schäden bei verschiedenen bauweisen, ohne
    detailrosinenpickerei, dann ist alles rund um das thema "schaden"
    (eintrittswahrscheinlichkeit, häufigkeit, sanierungskosten usw) DIE
    bauherrenrelevante technische eigenschaft.
    Und willst Du mir jetzt sagen, dass DIESE bauherrenrelevante technische Eigenschaft sich zwischen Flach- und Steildächer nicht unterscheidet?
    Dann hast Du halt eine andere subjektive Wahrnehmung als ich.

    Dagegen ist es ziemlich sinnfrei, ein mangelfreies Flach- mit einem mangelfreien Steildach zu vergleichen.
  • feelfree schrieb:

    Und willst Du mir jetzt sagen, dass DIESE bauherrenrelevante technische Eigenschaft sich zwischen Flach- und Steildächer nicht unterscheidet?
    Genau das will ich dir sagen. Konkret ging es um die Aussage ein Flachdach wäre technisch einem Steildach unterlegen. Das war der Einstieg.

    Was ist denn mit Fakten belegbar, der von Markus erwähnten Eigenschaften. Wie viele Flachdächer werden in DE bundesweit gebaut? Wie viele davon sind Mangelhaft? Wie viele davon haben eklatant sichtbare Mängel bez. sind abgesoffen? Ich kenne keine Statistik dazu, die den Vergleich zieht und belastbar wäre. Was ich kenne sind die üblichen Vorurteile "ich hab mal gehört, beim Nachbarn war XYZ" - subjektiv eben. Ich lasse mich ja gerne belehren, wenn es entsprechende Statistiken gibt die repräsentativ sind.
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  • Kalle schrieb:

    feelfree schrieb:

    Und willst Du mir jetzt sagen, dass DIESE bauherrenrelevante technische Eigenschaft sich zwischen Flach- und Steildächer nicht unterscheidet?
    Ich kenne keine Statistik dazu, die den Vergleich zieht und belastbar wäre.
    Ich leider auch nicht. Aber zusammen mit deinen eigenen Aussagen, nämlich dass ein Steildach quasi jeder hinbekommt und es im Schadensfall sogar selbstheilend sein könnte, spricht vieles dafür, dass das, was du als Stammtischgeschwätz abtust, vielleicht doch stimmt. Oft steckt hinter einem Vorurteil halt doch ein wahrer Kern.
  • feelfree schrieb:

    nämlich dass ein Steildach quasi jeder hinbekommt und es im Schadensfall sogar selbstheilend sein könnte,
    Die "Selbstheilung" war auf bauphysikalische Relevanz bezogen. Ein Steildach, in das es permanent reinregnet wird sich nicht heilen können. Ein Flachdach kann man hingegen nicht diff.offen bauen, weil wasserdicht und Gasmolekül "offen" sich beißen. Man hat es also mit unterschiedlichen Arten zu tun, die bei der Diskussion gerne zusammen geworfen werden. Was dabei regelmäßig unter den Tisch fällt ist, das der Klassiker im Flachdach:

    Stb-Decke, Dampfsperre, WD, Abdichtung.

    von der Luftdichtung deutlich einfacher herzustellen ist, als es im Steildach der Fall ist. Da müsste man dann nämlich fairerweise auch das Fazit ziehen, wie oft im Steildachbereich dort geschlampt wird. Ja einen Betondachstein hinlegen ist einfacher, als ein Detailpunkt am Flachdach auszubilden. Es kommt aber auch hin zu, dass es am Ende für den Kunden nur schön aussehen muss. Wen interessiert dort schon die Feinheiten? Würde dir als Laie auffallen, wenn ich den Dach falsch Einlatte und der Betondachstein am Ende zu weniger Höhenüberdeckung hat? Wohl eher nicht. Hat die Zusatzmaßnahme halt mehr zu tun und wenn die mal hin ist, kommt dann irgendwann das Erwachen. Deswegen habe ich mich darauf bezogen, dass es jeder Depp kann - muss ja nur schön aussehen. Wie viele Fehler im Detail stecken ist dann nebensächlich. Die siehst du einfach nicht und die tragen dann entsprechend dazu bei, das Steildach als "besser" zu finden. Auf diese Subjektivität wollte ich hinaus.
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  • Kalle schrieb:

    feelfree schrieb:

    nämlich dass ein Steildach quasi jeder hinbekommt und es im Schadensfall sogar selbstheilend sein könnte,
    . Wie viele Fehler im Detail stecken ist dann nebensächlich. Die siehst du einfach nicht und die tragen dann entsprechend dazu bei, das Steildach als "besser" zu finden. Auf diese Subjektivität wollte ich hinaus.
    es stimmt,das es nebensächlich ist, wieviele Fehler im Detail stecken. Was aber entscheidend ist, das eine oder andere Dach in diesem Zusammenhang "besser" zu finden, hat mls oben schon geschrieben: Schadeneintrittswahrscheinlichkeit und Höhe.


    In meiner letzten Wohnung mit Satteldach hat es irgendwann mal reingesuppt, nasse tapete. Dachdecker kam, hat einen falschen Anschluss am Dachfenster ausgemacht, korrigiert und das ding war erledigt. 2x2 Stunden Aufwand.
    Wenn ich morgen wasserflecken an meiner Flachdach Betondecke entdecken würde, wäre vermutlich ein ungleich höherer Betrag fällig. Alleine bis das Dachbegrünung abgetragen wäre, ich mag mir das gar nicht vorstellen.
  • feelfree schrieb:

    Wenn ich morgen wasserflecken an meiner Flachdach Betondecke entdecken würde, wäre vermutlich ein ungleich höherer Betrag fällig. Alleine bis das Dachbegrünung abgetragen wäre, ich mag mir das gar nicht vorstellen.
    Und was sollte dazu führen? Warum wird hier immer zwei unterschiedlichen Dingen Maß gemessen? Ich begreife das nicht. Am Steildach ist es die Leckage am Fenster, bei dem Flachdach ist gleich die ganze Dämmung abgesoffen und es droht Totalabriss. Als gäbe es am Steildach konstruktionsbedingt keine neuralgischen Punkte die enorme Kosten verursachen.
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  • Kalle schrieb:

    Und was sollte dazu führen?
    Na, irgendein Pfusch halt. Bitumenbahnen nicht richtig verschweißt, Spannungsriss, Wurzeln durchlöchern Abdichtung, Flansch der Entlüftung nicht richtig angeschlossen, was weiß ich denn. So wie es beim Dachfenster ja auch "nur" ein lächerlich kleiner Pfusch war. Eine handvoll Pfannen abgenommen, Fehler gesehen, behoben, Pfannen wieder drauf. Mach' das mal bei einem Flachdach.
    Berichte doch mal aus DEINER Praxis: Wieviele Schäden hast Du in deiner Berufslaufbahn gesehen, was ist die ungefähre Schadenshöhe?
  • feelfree schrieb:

    1. Bitumenbahnen nicht richtig verschweißt, 2. Spannungsriss, 3. Wurzeln durchlöchern Abdichtung, 4. Flansch der Entlüftung nicht richtig angeschlossen
    1. Eher unwahrscheinlich, da ja bei Bitumen mehrlagig gearbeitet wird. Da muss also schon eklatanter Pfusch vorliegen damit es zum Schaden kommt.
    2. Möglich ja, bei Verwindungssteifen Konstruktionen aber eher unwahrscheinlich. Es gibt natürlich die unterschiedlichsten Schadensbilder. Ist bei dem Steildach aber nicht anders.
    3. Bei Bituminöser Abdichtung möglich, da Naht nicht durchwurzelungsfest ist. Bei Kunststoffdachbahnen oder Bitumen mit zusätzlicher Funktionsschicht quasi unmöglich. Wird durch Wartung die Birke vom Dach gehalten, geht die Tendenz gegen -0 ;)
    4. Je weniger Durchdringungen desto besser. Fehler passieren natürlich aber das ist für mich keine typische Schwachstelle die alle Flachdächer haben.
    Bei den Punkten gibt es natürlich von bis und ein Flachdach ist in keinem Fall von Schaden befreit. Ich kann aber mein möglichstes tun, dass der Fall nicht eintritt. Museen mit unschätzbaren Sachgütern werden mit Flachdächern versehen - das macht man nicht weil man so viel Angst hat man würde das nicht hinbekommen. Da wird dann nur anders aufgefahren, als bei dem herkömmlichen EFH. Was man immer wieder vergisst, da gibt es von bis an Möglichkeiten wie man so ein Flachdach ausführt. Der Kostenvorteil eines Flachdaches ist ja auch nicht völlig unbegründet. Weniger Fläche, weniger Arbeitsleistung und am Ende leichter zu sanieren.

    feelfree schrieb:

    Wieviele Schäden hast Du in deiner Berufslaufbahn gesehen, was ist die ungefähre Schadenshöhe?
    Wenn wir Schäden behoben haben, dann waren das i.d.R. Totalabrisse. Das lag aber an mangelnder Wartung, denn die Schäden hätte man frühzeitig erkennen können und dann wäre es nicht zu dem Schadensbild gekommen. Oftmals waren es Schäden die bei der Planung schon hätten vermieden werden können. Schnittstellenprobleme mehrere Gewerke. Termindruck der zum Pfusch gezwungen hat. Kostenoptimierung, wo es nur um Kaschieren ging als um Beheben. Selten waren es wirklich Fehler in der "Verarbeitung". Damit meine ich Dinge wie einen Lüfter einfassen, Fläche abdichten und der Gleichen. Hauptpunkt der mich irgendwo immer begleitet hat war mangelhafte Planung. Das konnte schon nichts werden weil es auf dem Papier schon gemalter Kernschrott war. Völlig egal ob nun aus Händen eines Archis oder Eigenplanung von Handwerksmeistern.

    Schadenshöhen gingen von wenigen Stunden als Regiestunden über Wochen lange Sanierung. Da war alles dabei. Uns ist auch schon das eine oder andere Dach abgesoffen, weil gerade in der Sanierung und dann kam der Wolkenbruch. In einem Fall waren es dann mal 14.000 Euro weil die gesamten Decken des Bungalows erneuert werden mussten. Im anderen Fall hat man für die Fehlplanung den Kopf hinhalten müssen weil man es ausführt wie gewollt und am Ende 2 Monate die Trocknungsgeräte liefen um das Dach zu trocknen. Ich habe schon ausreichend Murks gesehen und auch selber produzieren müssen. Dennoch bewegt mich die Erfahrung nicht zu sagen Flachdächer ist der größte Scheiß. Ich weiß ja, das es geht und das es auch seine Vorteile ggü dem Steildach hat.

    Als Fachperson zwinge ich mich auch neutral zu bleiben, wenn eine Kunde meine Beratung haben möchte sollte er doch auch auf diese vertrauen können und sich nicht in einem Verkaufsgespräch wieder finden, dass nur meine persönlichen Präferenzen verdeutlicht. Wenn jemand ein Flachdach haben will, dann soll er das bekommen. Ich muss ihn nicht damit beeinflussen, das es was ganz doofes ist ein Flachdach haben zu wollen.
    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot
  • das thema war irgendwas mit psychologischen aspekten .. die spielen
    (auch) beim bauen, erst recht wenn begründet, eine grosse rolle.
    das ist nicht nur beim thema flachdach vs steildach so, sondern auch
    bei wandbildnern, wo mein persönlicher favorit (unter den 3 klassikern
    holz/monolith/wdvs) durchaus gefahr läuft, durch untaugliche planer
    oder handwerker an den rand seiner leistungsfähigkeit gebracht zu werden.
    wenn das passiert .. dann rummsts halt, dafür muss man, genauso wie
    beim flachdach, nicht nach statistiken suchen (wenn, dann bei den
    versicherern). andererseits könnte man systemschwächen durch eine
    betont ordentliche arbeit auffangen und dann die für das jeweilige
    objekt relevanten merkmale in einer leistungsmatrix bewerten (etwa
    so, wie in der legendären "karmatabelle"). bereits beim auffangen
    wollen oder können hats defizite gegeben, wenn hinterher probleme
    auftreten. den schuh muss man sich ja nicht anziehen.
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