Faser Freisetzung bei ASI-Arbeiten im Freien. (Asbest)

  • Faser Freisetzung bei ASI-Arbeiten im Freien. (Asbest)

    Moin,

    in Anlehnung an den vor kurzem gemachten TRGS-519 Schein (ASI-Arbeiten mit festgebundenem Asbest) und Ermangelung einer Beantwortung im Kurs selber, stelle ich die Frage hier nun mal in den Raum:

    Gibt es Studien, Messungen die mal dokumentiert haben wie viele Fasern denn bei einem durchschnittlichen Asbest-Abriss (wenig Bruch) durch die Demontage im Freien wirklich auftreten?

    Ich möchte das Thema nun nicht klein Reden oder die Gefahr von Asbest verharmlosen, trotzdem wäre mal eine kritische Beurteilung interessant. Denn von den staatlichen Schutzbehörden (Arbeitsschutzbehörde der Unfallkassen) wird man selten selbstkritische Meinungen hören. Das war zu mindestens das Fazit nach 2 Tagen Schulung, mal abgesehen von der Irritation wie wenig Praxisbezug das letztlich alles hat.

    Wie häufig liegt man hier über dem Grenzwert der 10.000 F/m³? Bei schwach gebundenem Asbest wollen wir nicht reden, das ist ja 10 Stufen höher in der Eskalation. Ich kann mir hingegen kaum vorstellen, dass bei einfachen Instandsetzungsarbeiten durch einen Sturmschaden z. B. nennenswerte Belastung auftreten. Beispiel:

    Am Schornstein haben sich zwei Schindeln gelöst, weder gebrochen noch irgendwie beschädigt.

    Der normale "Handwerker" in mir würde sagen. Reparaturhaken aus CU oder ZN selbst gebaut einbauen, Platte hochschieben, Haken umbiegen und fertig. Notfalls noch n Tropfen Kleber und das Ding hat sich für den Kunden wieder erledigt. Der Formale Weg hingegen, so wurde es uns unterrichtet, geht ja erst Mal über die Anmeldung bei der Behörde (7 Tage Vorlauf, wenn nicht Ausnahmegenehmigung = 270 €), dann muss der MA theoretisch den TRGS 519 Schein haben oder ich muss die ganze Zeit anwesend sein. Der MA muss einen Anzug Kat. 3 Typ 5-6 anziehen, Handschuhe und eine FFP2 Maske - sofern die Arbeiten pro Schicht unter 2 Std. liegen. Am besten dann noch mit dem Staubsauger Klasse H erst Mal den Untergrund absaugen. Am Ende haben wir 15 min. Arbeit für die Behebung des Schadens und 1 Std um Behördenanforderungen zu erfüllen.

    Da stelle ich mir doch dezent die Frage, wenn es wirklich darum geht AN zu schützen - wieso muss das bei Arbeiten so geringen Umfanges sein? Ich habe mir die TRGS 519 zwar durchgelesen und bin dort auch auf die TRGS 910 aufmerksam geworden, die ja theoretisch meine Frage beantworten müsste. An der Stelle muss ich aber wohl feststellen, dass ich doch nur dummer Handwerker bin. Denn die tausend Querverweise und was da nicht alles drin stehen überfordern mich doch dezent. Man könnte meinen mit Erhalt des Zertifikats wüsste ich so etwas aber naja.... Jeder der dieses Stück Papier mal gemacht hat, wird wohl seine Meinung dazu haben....

    Kann mir einer also einer in - für Dumme - verständlicher Weise erklären, welche Arbeiten potentiell so gering belastet sind, dass sie unter die Ausnahme der 10.000 F/m³ fallen? Die Kursleiter waren dazu nicht in der Lage und den anderen war es offensichtlich kack egal.... :motz2:
    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Wenn ich morgen Zeit habe, suche ich es dir raus. Bei unserer Auffrischung des Scheins letztes Jahr, haben sie uns ein paar Arbeiten aufgezählt, die fast schutzlos ausgeführt werden können, das war mir auch neu.
    Wo ich noch in einem Angestelltenverhältnis war, haben wir mal in einem Mehrfamilienhaus die asbesthaltigen Decken entfernt, das ganze ist überwacht worden mit Messungen und zwei Mitarbeiter vom RP und Umweltamt Frankfurt.... Die Auswertungen ( 3 Wochen nach dem Entfernen der Deckenplatten ) haben dann ergeben, dass selbst während dem Abriß wir nicht über die 10000 F/m³ gekommen sind und das obwohl es in 2 Räumen zu mehreren zerbrochenen Deckenplatten gekommen ist ( ging nicht anders )
  • Elopant schrieb:

    Wenn ich morgen Zeit habe, suche ich es dir raus.
    Das wäre Klasse! Im Notfall würde ich auch unseren Salamander fragen, wenn er mal Zeit hat :D Ist ja schon erstaunlich, dass die Jungs Euch konkrete Beispiele gegeben haben.

    Den "Feuerzeugtest" haben sie kategorisch abgelehnt. Auf meine Nachfrage, warum das nicht gehen soll - hieß es nur geht nicht. Kann man machen, aber der Schmelzpunkt von KMF-Fasern (nichts anderes ist ja das neue Zeugs) liegt doch deutlich unter einer Asbestfaser, wenn man sich überlegt dass die Römer dat Zeug als Lampendocht benutzt haben. Konnte die Herren leider nicht überzeugen, obwohl mir unser [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] mal sehr gut erklärt hat wie der Handwerker das relativ sicher - natürlich nicht Gerichtsfest - auf der Baustelle beurteilen kann. Klar sind ja illegale Methoden und so was darf eine Behörde ja nicht *hust*

    War das bei Euch auch so, das am Ende die Teilnehmer alle der Meinung waren "Finger weg"? Warum will man sich das freiwillig an tun? Gibt ja genug "Fach"betriebe :D
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  • BGI664, jetzt DGUV xxx, Kapitel x, Erstellen von Bohrlöchern für Gerüstverankerungen. So weit die Theorie.
    Die Praxis habe ich auch einmal sehen dürfen, in 2h waren die Platten an allen 4 Wänden komplett entfernt, und ich sage Dir lieber nicht, wie die das gemacht haben.

    Meine Befürchtung, je mehr "Vorschriften" erfunden werden, je mehr Aufwand und Kosten diese produzieren, um so wahrscheinlicher ist, dass sich am Ende niemand mehr dafür interessiert, und einfach macht wie es ihm gefällt. Dann wäre genau das Gegenteil von dem erreicht was man erreichen wollte.
  • Ich denke, da Betreiben die Jungs un d Mädels von der Gewerbeaufsicht, Genehmigungsbehörden und der BG aber auch viel Arbeitsplatzsicherung.
    So ein Antrag will ja auch bearbeitet werden, die Baustelle überprüft werden.

    Ich hab mal vor vielen Jahre bei einem Umbau asbesthaltige Fensterbänke vor der Ausführung von kleinräumigen Ab- und Durchbruchsarbeiten sichern lassen, indem die Maurer die in der Raummitte (200m² +) gestapelt haben. Die liessen sich ohne jeden Werkzeugeinsatz aus der Wand ziehen. Weder der Mörtel drunter noch der Putz oben drauf hatten irgendeine Resthaftung. Die Dinger hatten nicht mal Oberflächenkratzer.
    Ein zufällig die Baustelle kontrollierender Gerwebeaufseher hat mich daraufhin als Mörder beschimpft.
    Meine Frage, ob die Bremsbeläge an seinem Auto schon asbestfrei sein (war damals noch möglich, das der welche drin hatte), hat er geflissentlich ignoriert.

    Da ist soviel Irrationaliät und Hysterie im Spiel, wenn das Wort Asbest fällt, das ist nicht mehr feierlich und reduziert die Akzeptanz für tatsächlich wichtige Schutzmaßnahmen.
    Aber eben Arbeitsplatzsichernd
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
  • R.B. schrieb:

    BGI664, jetzt DGUV xxx, Kapitel x, Erstellen von Bohrlöchern für Gerüstverankerungen.
    Das ist ein Punkt aber das ist für Dachdecker quasi uninteressant und geht auch nur mit entsprechend dafür zugelassenen Werkzeug. Der Name mit H fiel ich glaube 30 mal...


    R.B. schrieb:

    Meine Befürchtung, je mehr "Vorschriften" erfunden werden, je mehr Aufwand und Kosten diese produzieren, um so wahrscheinlicher ist, dass sich am Ende niemand mehr dafür interessiert, und einfach macht wie es ihm gefällt. Dann wäre genau das Gegenteil von dem erreicht was man erreichen wollte.
    Das ist heute doch schon gängige Praxis. Schon allein weil keiner mehr durch die technischen Regeln steigt und bei so unbefriedigenden Lehrgängen trägt das seinen Teil noch dazu bei. Bei schwach gebundenem kann ich das alles nachvollziehen. Die Krankheiten durch die Fasern sind echt nicht ohne. Das würde ich auch nie bestreiten wollen.

    Nur in wie vielen Produkten ist Asbest drin? Weiß der Fensterbauer, dass in seinem Kitt das Zeug drin ist? Weiß er das er beim Schleifen den Innenraum kontaminiert? Weiß der Bewohner das? Nö. Aber wenn die Dachdecker anrücken, Sanitär-Container stellen, Pausenraum, Bereich sperren, im Vollanzug rum laufen und weiß der Geier noch alles - dann merkt der Laie das natürlich. Verseucht hat er sich vermutlich schon selber mehrfach.

    An der Stelle könnte man jetzt auch wieder die Frage aufnehmen, wann darf der Privatmann Asbest abreißen? Hatten wir vor kurzem erst. Was mache ich bei Arbeiten an DHH oder Reihenhaus anlagen? Wenn ich wirklich alles konsequent bis in das letzte Detail erfüllen will - dann sollte ich dem Kunden sagen "spreng weg die Bude, kommt dich günstiger". Da ist so ein Rattenschwanz an Kosten, zu der ich als Unternehmer eigentlich verpflichtet bin. Nächster Stichpunkt: Entsorgung. Wie oft hat man schon selber erlebt, dass Asbest mit allen möglichen zusammen gekippt wird und Erde rüber? Wenn du das beim Bauern machen würdest, steckt man dich Jahrelang in Knast.

    "Ja die Entsorgungsstelle muss zugelassen sein und wird auch überwacht" - Ja ne ist klar. Prävention ist ja gut und wichtig, für meinen Geschmack ist man da aber schon lange von weg.


    ---------- 2. Februar 2018, 18:28 ----------

    Ralf Dühlmeyer schrieb:

    Da ist soviel Irrationaliät und Hysterie im Spiel, wenn das Wort Asbest fällt, das ist nicht mehr feierlich und reduziert die Akzeptanz für tatsächlich wichtige Schutzmaßnahmen.
    Aber eben Arbeitsplatzsichernd
    Eben und der Laie geht bei der Kernsanierung dann hin und rupft überall KMF raus ohne zu wissen, dass er vermutlich sein ganzes Leben mit Asbest zu tun haben muss um die Konzentration an Schadstoff zu erreichen, die er sich dort ausgesetzt hat. Aber da spricht halt keiner drüber, auch wenn es dafür eine TRGS gibt. (521)

    Ich würde das ja fast mal zum Anlass nehmen darüber etwas aufzuklären. Asbest als auch KMF - mal überlegen in einer ruhigen Minute. Vielleicht hat [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] ja auch Interesse mit etwas Fachkompetenz zu helfen? ;)
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  • Unten ist schon mal ein Link, den wir an die Hand bekommen haben....
    [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]

    ich hatte noch einen Link für unser Gewerk, aber den finde ich auf die schnelle nicht, war glaube ich der Einbau vom Sat - Mast im AZ-Dach und noch Austausch einer defekten Dachplatte ( so ist das, man hat es zwar gehört, es wandert aber in irgendeinen Ordner und weg ist es X/ )
    Ich kann aber jeden Unternehmer verstehen, der mit Asbest nichts zu tun haben will. Ich vergebe bei Umdeckungen auch den Abriß an Sub`s, ist für mich deutlich einfacher und entspannter, meine Mitarbeiter sind darüber auch nicht unbedingt unglücklich :lach:
  • Elopant schrieb:

    Ich vergebe bei Umdeckungen auch den Abriß an Sub`s, ist für mich deutlich einfacher und entspannter, meine Mitarbeiter sind darüber auch nicht unbedingt unglücklich
    Das würde ich wohl so unterschreiben wollen, wären da nicht die Reparaturaufträge :D Lässt du dir denn brav die Sachkunde vorlegen? :D
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  • Elopant schrieb:

    Ich vergebe bei Umdeckungen auch den Abriß an Sub`s, ist für mich deutlich einfacher und entspannter, meine Mitarbeiter sind darüber auch nicht unbedingt unglücklich
    Die Strategie ist verständlich. Handelt man sich dadurch aber nicht einen Preis-Nachteil ein, bei Angeboten im Vergleich zu Mitbewerbern? Der Gewinn der beim Sub landet fehlt doch in der eigenen Kasse, oder man wird unter Umständen teurer als Anbieter die alles aus einer Hand anbieten können.

    Ich vergleiche das jetzt einmal mit einem meiner Kunden (industrieller Bereich) der seit Jahren dazu übergegangen ist, die Fertigungstiefe im eigenen Betrieb drastisch auszubauen. Die Anzahl seiner Zulieferer wird immer geringer, die Abhängigkeit ebenso, und er schätzt den Vorteil, dass er alles selbst unter Kontrolle hat. Es mag zwar sein, dass einzelne Fertigungsschritte nicht so rentabel sind, als wenn er Teile irgendwo aus Asien zukaufen würde, aber er hat das Ganze im Blick, und da überwiegen die Vorteile.
  • R.B. schrieb:

    Die Strategie ist verständlich. Handelt man sich dadurch aber nicht einen Preis-Nachteil ein, bei Angeboten im Vergleich zu Mitbewerbern?
    Die Frage ist doch eher, hat dein Mitbewerber wirklich alles notwendige inkludiert und verhält sich Rechtskonform? Der Kunde wird das nicht wissen können und entscheidet wohl eher nach der Summe/Eindruck. Nu kann ich dir natürlich n Scheißehaufen als Gold verkaufen - im Idealfall klappt das sogar.

    Oder aber ich bin ein Schlitzohr und übertrage das Risiko auf den Sub. Einhalten müssen alle die Anforderungen, ob die aber mit dem Marktpreis damit hinkommen? Wieso sollte ich das entstehende Risiko auf mich nehmen? Soll der SUB die Rübe für hinhalten, solange ich dafür sorge dass der Fachbetrieb die nötige Sachkunde hat und ich mir vielleicht mal n Bild über die Arbeitsweise mache.

    Außerdem verheizt man sein wichtiges Kapital, gute Fachgesellen, nicht mit so einer undankbaren Aufgabe. Die können in der Zeit wo sie nicht abreißen müssen lukrativeres machen und wirklich Geld verdienen. Außerdem danken deine Jungs dir das. Ich habe Asbestabriss gehasst. Ob nun im Winter oder Hochsommer. Mein letztes Dach war in HH, Doppeldeckung, 7-8 BigBags (1m³), an der Fassade hängt vermutlich noch mal doppelt soviel :D
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  • Ich habe mich halt gefragt, ob die Firma die alles mögliche an Subs vergibt, nicht auch Geld verschenkt. Beispiel, Nachbargebäude hier nebenan, DD hat sein eigenes Gerüst aufgebaut. Andere vergeben diese Arbeit an externe Gerüstbauer. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass der DD sein eigenes Gerüst aufbaut, nur weil er damit Geld versenkt bzw. drauflegt. Er verspricht sich doch irgendwas davon, sonst würde er es nicht machen.

    Warum sollte man die Demontage der asbesthaltigen Platten nicht selbst vornehmen, wenn man es kann und darf? Subs arbeiten ja auch nicht gratis, und ob die eigenene Mitarbeiter während dieser Zeit gewinnbringend anderweitig arbeiten können, das ist ja auch nicht garantiert.

    Es gibt sicherlich Dinge die sich für einen Betrieb nicht rechnen, beispielsweise wenn er 100T€ investieren muss, pro Jahr aber nur 2 oder 5T€ damit verdienen kann. Da ist die Entscheidung klar. WÜrde ein DD auf die Idee kommen und sich einen Nagler im Maschinenverleih holen? Wohl eher nicht, das Ding wird gekauft, genutzt, abgeschrieben. Warum sollte er dann für die Demontage der Platten einen Sub beauftragen? Das ergäbe doch nur dann einen Sinn, wenn man dafür nichts investieren möchte, und sowieso nur alle Schaltjahre mit diesem Thema konfrontiert wird.
  • R.B. schrieb:

    Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass der DD sein eigenes Gerüst aufbaut, nur weil er damit Geld versenkt bzw. drauflegt. Er verspricht sich doch irgendwas davon, sonst würde er es nicht machen.
    Im Zweifel verspricht er sich wohl Geld damit zu verdienen. Wenn das kein großer Krauter ist, dann wird er wohl Geld mitbringen oder die Arbeit ist so kurzfristig und klein vom Umfang das ein eigenes Gerüst hin muss. Es ist ja nicht nur das Aufstellen, es ist auch die Haftung. Ordnungsgemäß erstellt? Alles beherzigt was die BG fordert? Fachkundiges Personal gewesen? Wie sieht es mit Benutzung 3ter aus? Überlege dir mal was ein Gerüstbauer an Material vorhält. Bau dir mal den Fuhrpark auf, für alle Eventualitäten. Mal eben n Giebel einrüsten okay. Ein EFH 4 Wochen oder länger nach Vorschrift stellen und für andere Vorhalten? Warum tut man sich das freiwillig an? Warum die Mitarbeiter damit verheizen? Die werden nicht jünger. Gerüstbau ist Knochenjob, wenn du kein Alu-Gerüst hast. Vergiss nicht die Prüfung der Gerüstteile, die auch noch mitbezahlt werden will. Wenn du das alles zusammen rechnest, bist du im Leben nicht günstiger als die Wettbewerber der Gerüstbaubranche. Nein, du vergisst nur genug damit es sich für dich rechnet.


    R.B. schrieb:

    Warum sollte man die Demontage der asbesthaltigen Platten nicht selbst vornehmen, wenn man es kann und darf? Subs arbeiten ja auch nicht gratis, und ob die eigenene Mitarbeiter während dieser Zeit gewinnbringend anderweitig arbeiten können, das ist ja auch nicht garantiert.
    Weil da kein AN Bock drauf hat, weil du eh immer mit dem halben Bein gesetzlich neben dem zulässigen stehst. Wenn man natürlich nichts zu tun hat und Arbeit braucht okay. Derzeit muss man sich da keine Gedanken machen, Luxus den man ja mal auskosten kann. In Zeiten schwindender guter Fachkräfte die aufm Bau Malochen wollen aber auch bei weniger die Frage der Arbeitsgestaltung. Machst du nach Vorschrift, wirst den Auftrag nicht bekommen. Machst du es wie normal eher halblegal - kannst Glück haben oder aber auch Pech. Bei Pech kommt es dann drauf an wie halblegal das Ganze war. Danach richtet sich dann das Zwiebelleder. Ist nicht schön aber eine Tatsache...

    Aber vielleicht hat Elopant da ja eine andere Meinung.
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  • Weil Du von "Giebel" schreibst, der Arbeitsumfang mag sicherlich auch eine Rolle spielen. Ob eine Einzelfassade an einem EFH oder 1.000m² Dachfläche an einem Industriegebäude, das macht sicherlich einen Unterschied.

    Mitarbeiter verheizen möchte wohl niemand, das macht auch keinen Sinn. Andererseits, Rosinen picken beim Job? Welche Rosinen kriegt der Chef? Muss der nicht mehr arbeiten und darf nur noch Rechnungen schreiben?
  • Off-Topic:


    R.B. schrieb:

    Andererseits, Rosinen picken beim Job?
    Unser Job hat ja noch genug unangenehmes. Das muss man ja nicht den ganzen "Güllepott" mitnehmen müssen ;) Abriss ob nun Asbest oder anderer ist ja immer nur Mittel zum Zweck. Da wird keiner stehen und sagen "wat eine Handwerkskunst". Der alte Rotz muss halt weichen, damit wat schickes kommen darf. Ich würde die Arbeit - vom Ansehen her - nicht überbewerten. Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, da wächst genug Hirntotes ran, dass nur fürn Abriss taugt... Wir kommen aber vom Thema ab.

    Ich habe die Auffassung das der Ruf eines Handwerksunternehmen am Ende durch die fertige Arbeit beeinflusst wird. Niemand wird sich auf die Schulter klopfen und sagen "woa, heute wieder Abriss gemacht". Eher wird man sich auf die Schulter klopfen, wenn der Kunde zufrieden ist und du es geschafft hast abseits von "schnell schnell fertig" mal etwas handwerkliche Wertarbeit an den Mann verkauft hast. Ich würde das zu mindestens so machen wollen. Um bei dem Beispiel mit dem Giebel zu bleiben: Anstelle schnell die Fläche mit irgendwelchen Bekleidungsmaterial zu zu klatschen mal etwas über Fassadengestaltung sinnieren. Fläche auflockern, evtl. ein Ornament (ich muss unbedingt noch zum Kurs nach Köln. Abgefahren Sachen machen die da) mit einbauen. Klar, den Kundenkreis der das Wertschätzt muss man erst mal erreichen. Vermutlich ist das wohl auch eher der Kreis wo man selber mit ASI-Arbeiten rentabel arbeiten kann. Dann könnte man schon fast drüber nachdenken es am Ende doch selber zu machen. Kommt halt drauf an :D
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  • Jepp, back to topic.

    Studien über die Freisetzung von Fasern bei Bearbeitung im Freien sind mir nicht bekannt. Irgendwo gab es mal Messungen, ob die Bewitterung von asbesthaltigen Dachflächen zur Freisetzung von Fasern führt, mit dem Ergebnis, dass man das nicht nachweisen konnte.

    Laboruntersuchungen lassen sich sicherlich nicht auf die Praxis im Freien übertragen, denn es geht ja nicht nur um die Freisetzung, sondern um eine mögliche Kontamination von Personen die das Material verarbeiten, oder sich in der Nähe aufhalten.
  • R.B. schrieb:

    Die Strategie ist verständlich. Handelt man sich dadurch aber nicht einen Preis-Nachteil ein, bei Angeboten im Vergleich zu Mitbewerbern?
    Ich bezahle für den Abriß und die Entsorgung von Asbest genauso viel an den Sub, wie wenn wir es selbst ausführen würden ( mein Selbstkostenpreis ). Andere Kollegen machen das genauso mit dem selben Sub ( ja, da hat keiner wirklich Lust drauf ), von daher ist das nicht unbedingt wettbewerbsschädigend. Ich vergebe die Arbeiten aus folgenden Hauptgründen:
    - ich muß keine Anmeldungen usw. rechtzeitig erstellen ( der Ärger fängt doch schon an, wenn mal eine Baustelle vergessen gegangen ist anzumelden )
    - Mitarbeiterschonend ( wir haben als Bsp. letztes Jahr ein Hallendach mit 650 m² in 2 Tagen umgedeckt, Sub hat morgens um 5 Uhr angefangen die erste Dachhälfte abzudecken, wir haben um 7 Uhr angefangen, noch die Traufbleche montiert und dann gleich die geschäumten Trapezbleche hinterher verlegt. Nach 2 Tagen war die Halle umgedeckt und es haben nur noch die Kantteile am Ortgang und Schneefang gefehlt. Diese Vorgehensweise vom zeitlichen her, hätte man mit den eigenen Mitarbeiter in der Zeit nicht ausgeführt ( oder nur mit einer größeren Anzahl Mitarbeiter, wir waren zu 4 )
    - So eine Asbestsanierung in den Sommermonaten, selbst wenn man früher anfängt, macht sich schon in der Leistungsfähigkeit bemerkbar
  • R.B. schrieb:

    Laboruntersuchungen lassen sich sicherlich nicht auf die Praxis im Freien übertragen, denn es geht ja nicht nur um die Freisetzung, sondern um eine mögliche Kontamination von Personen die das Material verarbeiten, oder sich in der Nähe aufhalten.
    Naja man könnte schon mal die Belastung untersuchen die bei einem Bruch passiert - denn das ist ja das einzige was die Fasern frei setzt, wenn man entsprechend vorsichtig ist. Wie viel davon wird Lungen gängig sein?
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  • Im Freien verteilen sich evtl. freigesetzte Fasern in der Landschaft, und die Person bekommt nichts davon ab. Bei Abbrucharbeiten in geschlossenen Räumen sieht das wieder anders aus.
    Bei Bruch schätze ich die Anzahl freigesetzter Fasern als sehr gering ein, da brechen eher Stücke ab, und an der Bruchstelle nur sehr wenige Fasern.

    Kritisch waren bei der Be- und Verarbeitung eher Arbeiten wie sägen, fräsen, bohren. Dabei wird eine Menge Staub freigesetzt, gerade bei der Herstellung.
  • Leider ist das mit den Messungen nicht so einfach. da wird ja Luft über einen goldbedampften Filter gezogen, dann ein mm2 unter dem REM ausgezählt und dann hochgerechnet.
    Ziemlich viel Arbeit und teuer.
    Man muss sich also überlegen, wo man die Messung ausführt (Entfernung, Windrichtung, Höhe) bzw. eine Unzahl an Messungen ausführen.
    Das übersteigt die Mittel, die man bei einem Projekt hat.
    Es sind also immer Einzelergbnisse, idR etwa am Ort der Gefährdung (Atembereich der Arbeiter).
    Wir haben sowas mal bei Abbruch von Gewächshäusern gemacht (asbesthaltigen Kitt auskratzen). Aber es ist natürlich streng abhängig von der Art des Arbeitens.
    Da kann man leider wenig verallgemeinern.
    Beim Abbau von AZ-Platten bin ich mir aber sicher, dass man weit unter den zulässigen Konzentrationen liegt.
  • KatMat schrieb:

    Beim Abbau von AZ-Platten bin ich mir aber sicher, dass man weit unter den zulässigen Konzentrationen liegt.
    Also gehst Du davon aus, dass bei dem AZ-Abbau man nicht über den Grenzwert von 10000 F/m³ kommt? Man somit theoretisch gar nicht "schutzbedürftig" wäre und das Ganze am Ende den Bauherren nur viel Geld kostet?
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  • KatMat schrieb:

    paar Halbmasken
    Und Anzüge der Kategorie 3 Typ 5-6, H-Staubsauger, Waschcontainer, Pausenraum und was sie uns nicht alles beigebracht haben.
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