Bestandsschutz Deckendurchbrüche bei Brandschutz

    • Bestandsschutz Deckendurchbrüche bei Brandschutz

      Servus,

      hatte eine Diskussion mitbekommen bei der mich der Sachverhalt interessieren würde:

      MFH mit 4 Einheiten und mehr als 2 Vollgeschossen Baujahr 1960

      Der Eigentümer hatte vor die Wassersteigleitungen, Abluftrohre und Abflussfallleitungen zu erneuern. Wenn er jetzt die Decke aufmacht, genießt er dann in Sachen Brandschutz, Bestandsschutz oder muss er die Durchbrüche nach den neuesten Brandschutzrichtlinien wieder verschließen und schützen?

      Bis wohin geht bei solchen Maßnahmen der Bestandsschutz? Nur bei ner erwirkten Baugenehmigung oder erweitern von Wohnfläche oder auch beim Instandsetzen / sanieren der bisherigen Bausubstanz?
    • Man kann auch wie früher "fachgerecht" verschliessen, wenn Ausführung und Material so sind. Nur mit dem neumodischen Zeugs kommen auch andere Themen. also wieder SML, verzinkte Rohre, Kupfer - ohne Isolierung/Ummantelung! rein und los geht's, ah doch was anderes?
      Wenns früher nicht fachgerecht war, besteht eh kein Bestandsschutz.

      Jetzt kannste noch ne 4. gleichlautende Meinung einholen....
      Nachdenken kostet extra!
    • Dh angenommen man nimmt nicht brennbare Materialien beim Rohr (Abfluss = Guss, Frischwasser = Kupfer, Wickelfalzrohr = Abluft) braucht man sich keine großen Gedanken machen ?!
      Nimmt man fürs Wasser ummanteltes Verbundrohr & Abwasser HT-Rohr, hab ich die ganze Litanei mit Brandschutz am Backen?
    • mls schrieb:

      brandschutz hat auf der höhe der aktuellen anforderungen zu sein.
      Das hieße dann aber, dass Bestandsleitungen, die nicht den aktuellen Anforderungen genügen, auch ohne konkreten Anlass ausgetauscht/aufgerüstet werden müssten. Wird das tatsächlich gemacht?

      Weiß doch kaum ein Neubaubesitzer welches Material bei ihm verbaut wurde, geschweige denn Besitzer von EFH-Altbauten, oder gar Vermieter von alten MFH, die im Zweifel nicht einmal selbst drin wohnen.
    • Hebel schrieb:

      Frischwasser = Kupfer
      Kupferleitungen für Wasser und Heizungen sind ein heikles Thema, da Kupfer auch mit Wasser gefüllt eben keine 90 Minuten dem Brand standhält, sondern versagt - und dann ist Loch in Decke und der Rauch, ggf auch Flammen sind oben.

      Hebel schrieb:

      Wickelfalzrohr = Abluft
      Lüftungsanlagen brauchen Brandschutzklappen, wenn sie durch Decken, Trennwände, Brandabschnitte usw. geführt werden. Ein Wickelfalzrohr brennste mit nem BIG Einwegfeuerzeug entspannt durch.


      mls schrieb:

      brandschutz hat auf der höhe der aktuellen anforderungen zu sein.
      Bestandsschutz gibts baurechtlich eh nicht. Es gibt nur in den Bauordnungen §§, das Gebäude, die dem Baurecht zur Zeit Ihrer Errichtung entsprechen UND genehmigt sind, nicht nachgerüstet werden brauchen.
      Beim Brandschutz sieht das etwas anders aus. Ich weiß von Fällen, wo bei Gebäuden zusätzliche Brandschutzmaßnahmen angeordnet wurden, obwohl NICHTS verändert wurde.
      FRag mal Kommunen, was die im Jahr ausgeben, um öffentliche Gebäude beim Brandschutz nachzurüsten. Das machen die sicher nicht, weil sie nicht wissen, wohin mit den Einnahmen!


      ---------- 10. Januar 2018, 17:18 ----------

      Rekham schrieb:

      Weiß doch kaum ein Neubaubesitzer welches Material bei ihm verbaut wurde, geschweige denn Besitzer von EFH-Altbauten, oder gar Vermieter von alten MFH, die im Zweifel nicht einmal selbst drin wohnen.
      Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
      Ich habe vor zwei Jahren für einen Mieter Gutachten gemacht, weil der Vermieter die Fallleitungen erneuert hatte - HT-Rohr- und nix an Brandschutz gemacht hat. Am Ende gabs einen Info an die Bauordnung. Die kam (musste kommen) und hat nicht nur die neuen Rohre moniert, sondern auch alte Rohre, z.T, original aus der Bauzeit.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Widerspruch zum Bestandsschutz. Der nennt sich schon so und den gibt es.
      Gibt es auch Abhandlungen aus der Versicherung zu, wegen zu viel gemacht, Schadensersatzpflichtig.

      Aber es gilt nur die damals erteilte Genehmigung und wenn es auch damals richtig ausgeführt wurde.
      Und noch aber: wenn es keine Gefahrenlage gibt, die ein Handeln erfordert.
      Und weiter aber: in manchen Bereichen gilt immer aktuell, wie z.B. Arbeitsschutz

      BW hat dazu im letzten Jahr mal ein Rundschreiben der obersten Bauaufsicht rundgehen lassen. Klarstellung, keine überzogenen Forderungen.

      Gerade der Punkt - wenn es damals richtig ausgeführt wurde - man gräbt bei Umbauten ziemlich viel alten Mist aus. Nix mit das ist schon immer so und bleibt deshalb.
      Die alten Entlüftung Bad, WC, Küche kann man gleich auf die Sanierungsagenda setzen, sobald man die anrührt.

      Macht die Leute auch nicht unnötig verrückt. "Kleine" Einzelleitungen (wird manchmal sehr ausgedehnt) dürfen durch nach LAR.
      Nachdenken kostet extra!
    • Also man sollte schon die Kirche im Dorf lassen, neue Leitungen sind bei mir brandschutzkonform ausgeführt wurde (rechtzeitig eingeplant auch kein so großer Kostentreiber), alte (Steig)-Leitungen sind größtenteils zurückgebaut worden. Aber es schlummern sicherlich noch Leitungen im Gebäude, von denen ich nix weiß - und die brennen sicherlich im Zweifel wie Zunder. Ist halt Restrisiko.
    • Stimmt, sind ja 4 Parteien.

      dann wären es 6 Durchbrüche.
      Was hat dich den der Spaß gekostet? so als Relation für den TE
      Mann muss ja nicht zwingend auf die Manschetten gehen. Die System & Materialwahl wäre halt auch entscheidend.
      Manche Diskussionen dauern länger als das handwerkliche probieren und ausführen. :sos: :lol:
    • Kleinere GWS und Elektro Betriebe haben zu wenig Ahnung/Erfahrung, da es bei Ihnen zu wenig vorkommt. Und das ist insbesondere bei GWS durch die vielen Leitungssystem sehr komplex. Habe ich erst im Sommer mit einem Betrieb durch. Der hatte leider das Rohrsystem, was oft nicht ganz enthalten ist, wollte mit den 2 großen Herstellern für die Produkte nix zu tun haben da wurde es sehr eng. Nach mehreren Anläufen haben wir es hinbekommen.

      Bei manchen BV wirds separat an eine Spezialfirma beauftragt. Vorteil: die kennen sich aus, wissen was sie tun und man bekommt ne Rückmeldung wenns nicht konform wird. Bekommen aber sehr viel selbst in den Griff. Man kann kostengünstig arbeiten.
      Nachteil: die Installateure bereiten die Durchführungen und Leitungen manchmal nicht sauber vor - egal, macht ja jmd anders. Und dann kann man Lösungen suchen bis zum Rückbau.

      Unerfahrene Installateure bringen manchmal auch Ausführungen fertig, oo wer wirds bezahlen. Chefs bekommen ab und an die Krise.
      Nachdenken kostet extra!
    • Hebel schrieb:

      Wer ist überhaupt das Fachgewerk für sowas? Isolierer oder was?c
      Ueblicherweise wird bei der Planung festgelegt, wer wie welche Durchbrueche erstellt (Rohbau, TGA,...) wer diese nutzt (TGA) und wer diese verschliesst (TGA, Isolierer, Brandschutzfachfirma,...)
      Je nach baurechtlicher Situation (Brandschutzkonzept vorhanden, Pruefung baulicher Brandschutz durch uBA oder extern...) wird dabei den Gewerken auch gleich der Umfang der Nachweispflicht mit angetragen, sprich Erstellung Fotodokumentation, Verwendungsnachweise, abP/abZ inkl. Uebereinstimmungserklaerung fuer eingesetzte Produkte, Fachunternehmererklaerung...
      Die Planung der Durchbrueche, eingesetzter Rohr-/leitungssysteme, Isolierungen und Schottungen liegt dabei beim jeweiligen Fachplaner (HLS, Elt)

      Hebel schrieb:

      Habe mit Installateur für Gas Wasser Kanal gesprochen, der machts zB nicht mit der Neu-Verrohrung mit. Soll separat gemacht werden.
      Ja, das ist das Grundproblem bei der "Einholung von Angeboten" im Gegensatz zur "Ausschreibung" ( LV ). Da bietet dir das ausfuehrende Unternehmen das an, was es anbieten moechte. Nicht das, was du angeboten haben moechtest...
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      Was sind bei Dir kleine Betriebe? Ich AG?

      Die Betriebe, die für mich arbeiten haben 3-25 Mitarbeiter und von denen hat keiner Defizite in der brandschutzgerechten Rohrleitungsinstallation.
      Ebenso wissen meine Elektriker wie sie ein Kabelschott bauen.
      Außer bei Großvorhaben wie auf dem Frankfurter Flughafen, würde ich immer die Installateure mit dem Brandschutz beauftragen.

      Die müssen am besten wissen, welche Maßnahmen bei dem verbauten Material notwendig sind.




      Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



      M.G.Wetrow
    • Jo 3-15. es gibt in der hiesigen Region viele, die nix damit zu tun haben wollen, sich auch raushalten können. Der Markt hier gibt das her.
      Die Fa. vom Sommer hat 15 MA ein Bürogebäude mit 3.500 m2 BGF am Wickel und sich bisher aus allem raushalten können. Bis zum Sommer. Nur ein Beispiel.
      Nachdenken kostet extra!
    • Klar kenne ich(wir) die Wanderungsbewegung. Die hat auch ihre Grenzen.
      Es kommen trotzdem auch Firmen aus diesem hiesigen Bundesland zum Zug.

      Allgemein haben Zuwanderungsfirmen in meiner Region ein grundlegendes Problem: anfahrt wegen dem Krimskrams zur Nachbesserung, Übernachtungskosten - wenn sie was finden.
      Übernächtigte Mitarbeiter sind auch nicht so der Hit.
      Nachdenken kostet extra!
    • Wir sind, glaube ich, ziemlich OT.
      Trotzdem noch soviel: Hungrige Firmen aus anderen Regionen könnten helfen, die Platzhirsche vom hohen Roß zu holen.

      Das muss nichtmal unbedingt der Osten sein.
      2002 haben wir den Haus- und Hof-Tiefbauer auf dem Frankfurter Flughafen vom Sockel gestoßen und ihm Bielefelder Konkurenz vor die Nase gesetzt.




      Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



      M.G.Wetrow
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