Dachziegel geschnitten - Schutz gegen Kleintiereinnistung

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      Bei der Sanierung meines Steildaches war es wohl erforderlich, Dachziegel schräg zu schneiden. Es sind in diesem Bereich größere Öffnungen unter den Dachziegeln entstanden, die Kleintiere zur Benistung des belüfteten Unterdaches regelrecht einladen. Welche Möglichkeiten bestehen, den zugeschnittenden Abschluss der Dachkante dauerhaft zu verschließen? Die Traufbohle, auf der die Ziegel aufliegen, ist mit Kupferblech verkleidet.



      Vielen Dank für Antworten im voraus
    • amh schrieb:

      die Kleintiere zur Benistung des belüfteten Unterdaches regelrecht einladen
      Warum denen den Lebensraum nehmen?

      Hat das Dach Zuluftöffnungen an der Traufe? Ist auf den Fotos kaum zu erkennen.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Vielen Dank für die gute Frage.

      Ich bin davon ausgegangen, dass Kleintiere das Unterdach (Unterdeckplatte Holzfaser, darunter Einblasdämmung) beschädigen können. Ist dies nicht der Fall?

      Das Dach hat Zuluftöffnungen hinter/unter der Dachrinne (Lochblende Kupfer).

    • Vielen Dank für Ihre Antwort.

      Wie aber verschließt man dann den offenen Zugang unter den Schnittflächen der Dachziegel? Mit Kupferblechen, die an die Schnittflächen der Dachziegel angefortm werden, mit PU Schaum oder Mörtel?

      Dank im voraus
    • Skeptiker schrieb:

      Doch, ist es.
      Gab es da schon Erfahrungen? Mir ist keine Regel bekannt die besagt die kleinformatige Eindeckung aus Tonziegeln oder Betondachsteinen hermetisch gegen jeglichen Einflug von Getier (Insekten u. kleiner) zu schützen. Für Hinterlüftungen, mit Querschnitt X mag das zutreffen - für die Eindeckung hingegen?


      amh schrieb:

      Ist dies nicht der Fall?
      Entgegen meines Vorschreibers sehe ich da keine begründete Gefahr. Du kannst natürlich im Nachgang ein verschließen - das beinhaltet dann alle Traufen! - per Zusatzauftrag in Auftrag geben. Der Dachdecker könnte Dich hingegen recht schief ansehen, wird es wohl aber tun. Traufkämme werden keine wirksamen Schutz darstellen und führen bei der schrägen Traufe zum Aufsperren des Deckwerktstoffes.

      Man könnte hier auf PU-Schaumkeile zurückgreifen, die auf das Traufblech geklebt werden und den Konturen des Deckwerkstoffes mittels Messer angepasst werden. Halbarkeit 5-10 Jahre, dann sind die in Regel durch UV auf und müssten erneuert werden. Bei 10 Jahren, wären das gut und gerne 6-8 Wechsel für Summe X bis der Deckwerkstoff mal das zeitliche segnen könnte. Weiter ist auch damit keine vollkommen lückenlose Abriegelung möglich. Wo Lücken sind, kann auch Getier herein. Die Sinnhaftigkeit der Maßnahme wäre also zu bewerten. Ich würde es wohl drauf hinaus lassen laufen, erst im "Ernstfall" tätig zu werden.
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    • Kalle schrieb:

      Skeptiker schrieb:

      Doch, ist es.
      Gab es da schon Erfahrungen? Mir ist keine Regel bekannt die besagt die kleinformatige Eindeckung aus Tonziegeln oder Betondachsteinen hermetisch gegen jeglichen Einflug von Getier (Insekten u. kleiner) zu schützen. Für Hinterlüftungen, mit Querschnitt X mag das zutreffen - für die Eindeckung hingegen?
      Dafür braucht es keine besonderen Erfahrungen! Die DIN 68 800 gilt immer für den Holzschutz, gewerkeübergreifend, also auch für Dachdecker. (Vereinfacht sagt die DIN 68 800: Entweder sichtbar und zugänglich oder Holzschädlinge physisch ausschließen.) Nein, die alleinige Einhaltung der Fachregeln für Dachdecker reicht nicht aus.

      Die gezeigte Ausführung entspricht damit nicht den a.R.d.T . und ist deshalb mangelhaft, wenn keine weiteren Vereinbarungen getroffen wurden.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Skeptiker schrieb:

      Die DIN 68 800 gilt immer für den Holzschutz, gewerkeübergreifend, also auch für Dachdecker.
      Sie gilt nicht für Eindeckungen. Punkt! Ich wäre mit der Aussage, dem entspräche nicht der a.R.d.T sehr sehr vorsichtig! Bevor wir hier noch dazu beitragen, den TS zu verwirren. Nach deiner Argumentation ist JEDES! Dach mit kleinformatigen Deckwerkstoff mangelhaft. Weil alle Fugen NICHT gegen Einflug von Insekten gesichert sind. Kehlen, Dachfenster, Verwahrungen, Ziegel untereinander, Traufe, Ort.

      Sorry Skeptiker aber das ist einfach falsch! Der Lüftungsquerschnitt nach DIN 4108 und DIN 68800 ist ja konform ausgeführt! Du möchtest hier aber hingegen gerade jenes auf die Eindeckung als solches beziehen.


      ---------- 5. Januar 2018, 14:33 ----------

      amh schrieb:

      oder Mörtel?
      Ist eine Möglichkeit, wird sich aber nicht mit dem Kupfer vertragen wollen. CU und alkalischer Mörtel mögen sich nicht sonderlich.
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    • [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.], mit der Argumentation kannst Du auch das Lochblech weglassen! Weshalb soll die 68800 an der angeschnittenen Kante, um die geht es doch hier, nicht gelten? Das Thema ist in diesem Fall nicht die Art der Deckung, sondern die Aufsparrendämmung aus Holzwerkstoff.

      Im Übrigen geht es nicht nur um Insekten, sondern auch um kleine Nager und Vögel. Die Formulierung lautet doch "Kleintierschutz", oder irre ich da?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Frau Maier schrieb:

      Die stören doch nicht.
      Nein?
      Zum einen gibt es viele reinliche Vögel, die nicht ins Nest scheissen, sondern ihren ... aus dem Nest halten, was zu "eleganten" Fassadenverschönerungen führt, zum anderen hab ich grad eine Alu-Aussenfensterbank demontiert und festgestellt, dass das XPS unterm Fensterstock ausgehöhlt war.
      Bei der Lage des Fensters konnten das keine Nager (Ratte, Marderartige usw.) gewesen sein. Nur Vögel.
      Machen also auch Schäden!

      Deswegen:
      Wir müssen leider draussen bleiben!
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Skeptiker schrieb:

      Das Thema ist in diesem Fall nicht die Art der Deckung, sondern die Aufsparrendämmung aus Holzwerkstoff.
      Doch genau um die Art der Deckung geht es. Denn die Deckung ist das Resultat für den Spalt (Profilierung). Unter dem Regelwerksteil "Dachdeckung mit Dachziegeln u. Dachsteinen" genauer unter 4.1 (1) ist bei Öffnungen die Rede von:

      "können!! mit Schutz- oder Traufgittern gegen Vogeleinflug! gesichert werden"

      Ich denke wir brauchen uns nicht darüber unterhalten das oben benannter Regelwerksteil freilich als a.R.d.T gilt. Weiter heißt es:

      "Lüftungsebene zwischen Deckung und Zusatzmaßnahme .... ist an die Außenluft anzuschließen. .... dies kann! erfolgen durch Trauflüftungwinkel!, Lochblech-Winkelleisten oder in dem die Konterlattung bis AK Traufkonstruktion geführt wird."

      Letzteres ist bei dem TS vorhanden und angewandt wurden. Die Querschnitte der DIN 4108-3 zählen im übrigen NICHT! für diesen Raum. Das nur nebenbei.

      Wo konstruieren wir hier jetzt einen Mangel? Auf welcher fachlichen Basis? Wenn wir festhalten, siehe oben (4.1 (1) ), dass der Dachhandwerker nicht verpflichtet ist Traufkämme etc. einsetzen zu müssen. Wenn er nach 4.1 (7) den Zwischenraum gegen Außenluft verbunden hat.

      Weil Architekt gerne diese billigen Plastekämme auf dem Traufblech haben möchte? Vertraglich kann er das ja gerne haben. Wenn dann noch die Traufe so gebaut wird, dass die Zusatzmaßnahme in die Rinne geführt wird, wird die Forderung noch absurder (Plaste-Traufelemente), weil man damit so herrlich das Blech durchlöchert und damit auch die Zusatzmaßnahme...

      Aber um mal auf den Fall des TS zurück zu kommen: Bei einer Deckreihe mögen die Kämme ja auch kein Problem machen, hier haben wir aber eine schräge Traufe die nicht auf EINE! Deckreihe geht, sondern dort laufen mehrere Reihen zusammen. Wenn ich nun den Kamm da hin Nagel schaffe ich eine Erhöhung - der Deckwerkstoff wird über die Reihen hinweg beginnen zu sperren! Dann kommt der Kunde und sagt "alter, was bist du für ein Dachdecker, kannst ja nicht mal "geschlossen" decken". Ich unternehme also etwas gegen Vögel!! opfer dafür aber partiell die Regensicherheit. Weil sie Spalten ergeben, in dem Regen eindringen kann. Sinn?

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Aus welchem Teil der DIN 68800 entnimmst du denn, das alle Fugen, Öffnungen usw. vorallem durch den Deckwerkstoff bedingt, gegen "Kleintierschutz" abgesichert gehören? Sich hier also die DIN in Summe dem Fachregelteil überstellen kann um deren Forderungen zu negieren? Du fängst doch auch nicht an Bauwerksabdichtung gegen Erde mit der DIN 18531 erklären zu wollen, so nach dem Motto was in der 18531 steht, ist vorrangig zu behandeln.

      Was machst du bei Trockenfirsten als Lüfterfirst ausgebildet? Dort besteht direkter - ohne Gitter - Zugang zur Außenluft. Auch wenn dort ein Vogel wohl nicht reinkommen würde. Insekten hingegen schon. Fand vor Jahren die Diskussion um "Holzschutz Ja/Nein unter Dachdeckung" nicht statt, weil man bemerkte, dass das Holz für Schädlinge nicht mehr sonderlich attraktiv ist? Hier wollen wir aber dem ausführenden Dachdecker mangelhafte Werksleistung attestieren?

      Wenn der TS das haben will und im jetzigen Vertrag keine Position einen "Traufkamm" behandelt, dann soll er das beauftragen und bezahlen. Nicht aber durch uns der Auffassung sein dem DD ggü. etwas einfordern zu müssen ohne Bezahlung.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Kalle schrieb:

      Wenn der TS das haben will und im jetzigen Vertrag keine Position einen "Traufkamm" behandelt, dann soll er das beauftragen und bezahlen. Nicht aber durch uns der Auffassung sein dem DD ggü. etwas einfordern zu müssen ohne Bezahlung.
      Gebe ich Dir völlig Recht .


      Spatzen machen schon ein wenig schaden , und ich glaube darum wird es dem TE auch gehen , Insekten kann man eh nicht abwehren , aber sperlinge halt schon , mehr oder weniger gut .
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • Moin,

      @ Skeptiker,

      auch nach meiner Lesart gilt die DIN 68800 für den Bereich der TRAGENDEN Holzkonstruktion. Und das sind entweder Pfetten oder Sparren, wie es beim TS der Fall ist.
      Welches Insekt interessiert sich für die Unterdeckplatten? Keines! Begründung: da ist nix mit Eiweißen, die sie interessieren könnten.

      Probleme gibt es bei belüfteten Konstruktionen gem. DIN 4803. Hier muss ggf. eine zusätzliche Maßnahme oberhalb der WD angeordnet werden.

      @ all,

      die Sinnhaftigkeit der DIN 68800 stelle ich an dieser Stelle ganz klar in Zweifel und "begründe" das mit den Interessen der Industrie, die ihre sch..ß verklebten Underdeckbahnen verkaufen will. Bei der Winddichtigkeit sind sie gescheitert, also musste ein neues Feld erfunden werden. Da kam die 68800 gerade recht :(

      PU-Schaumkerne bringen noch weniger als die "imprägnierten Dinger", die regelmäßig bei Eindeckrahmen Verwendung finden. Man könnte auch Quellbänder verwenden.

      Grüße

      stefan ibold
      DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld