Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

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  • Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    Die Geschichte aus dem alten Forum geht also weiter. Kurzbeschreibung was bisher passiert ist:
    Erst nach der Abnahme und Fertigstellung eines Einfamilienhauses wird festgestellt, dass die Bodenplatte des Hauses nicht dem Bauantrag, der vertraglichen Vereinbarung und nicht einmal den Anerkannten Regeln der Technik entspricht. Auf Empfehlung eines Anwalts (also eines Fachmannes) wird der Planer, Statiker und Bauüberwacher in Personalunion auf Schadenersatz für die Mangelbeseitigung verklagt. Gerichtlich bestellter Sachverständiger bestätigt die Mängel der Bodenplatte vollumfänglich (auch, dass die Bodenplatte den ARdT nicht entspricht), schlägt gleichzeitig vor, dass man die Bodenplatte wie folgt sanieren kann (da dadurch die Kosten nicht so hoch wären, wie bei einem kompletten Rückbau und Neubau des Hauses):

    Nach Berechnungen des gerichtlich bestellten Sachverständigen kann man aus der elastisch gebetteten Bodenplatte eine sog. "Streifenfundamentengründung" machen. Der Sachverständige hat errechnet, dass für die "Wandlasten" dann "Streifenfundamente" mit der Breite von 57,5 cm reichen (gerechnet für Innenwände, die 17,5 cm breit sind + 20 cm links und rechts der Wand; für Außenwände hat er das noch nicht berechnet, da er seit der Beauftragung 2013 noch nicht ausreichend Zeit gefunden hatte) . Zudem Zitat gerichtlich bestelltes Sachverständigengutachten: "Um eindeutige statische Verhältnisse herzustellen und um wilde Risse in der Bodenplatte zu vermeiden, kann im Abstand von 20 cm links und rechts der Wand die Platte durchgeschnitten werden. Dies allerdings unter Beachtung von ggf. gelegten Kabeln oder Heizungsleitungen."

    Diesen Vorschlag für die Sanierung hat bereits ein Landgericht in 1. Instanz in seinem Urteil so akzeptiert, für das Schneiden der Bodenplatte allerdings die Summe von 0,00 € ausgeurteilt. Deshalb ist die Sache jetzt bei einem Oberlandesgericht als Berufung gelandet. Hier bestätigte der gerichtlich bestellte Sachverständige seinen Vorschlag. Auf Nachfrage – er hat "vergessen", dass nach außen hin die Bodenplatte mit den Außenwänden "bündig abschließt" – meinte er, dass man dann "nach außen hin" an die bestehende Bodenplatte "etwas dranbauen kann", damit die Streifenfundamente für die Außenwände dann eben auch in Richtung "nach außen" existieren.

    Frage an die Bauexperten: Würde eine solche Gründung des Hauses, die nach dieser Sanierungsmethode entstehen würde, den Anerkannten Regeln der Technik entsprechen?

    Vielen Dank für eure Meinungen. Natürlich haben wir auch eigenen Sachverstand einbezogen und bezahlt. Dieser kann sich aber natürlich auch täuschen, mehr Köpfe wissen mehr. Und vielleicht hat jemand eine ähnliche Problematik vorliegen und findet die Meinungen hier dann auch noch hilfreich, deshalb habe ich es hier aufgeschrieben.
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    Nach "außen anbauen" hieße, mit Anschlussbewehrung (bauaufsichtlich zugelassenes Injektionssystem mit Injektionsmörtel und damit eingeklebten Bewehrungsstäben) noch xx cm Beton an die Bodenplatte / an das Streifenfundament anbetonieren.

    Theoretisch und auch praktisch ist das durchaus ein übliches Verfahren - wenn auch nicht im EFH -Umfeld.

    ABER: Außen anbetonieren, heißt auch:
    - Freilegen des Fundamentes / der Bodenplatte
    - oberflächliche Auflockerung des Baugrundes im Ausschachtungsbereich
    - Beim Verdichten wird der Boden in Schwingungen versetzt; auch der wo schon belastet wird
    - Betonieren auf nicht druckbelasteten Untergrund, während der Untergrund unter der Bodenplatte / dem Fundament schon durch das Haus belastet wird

    Durch das Anbetonieren und die eingebaute Anschlussbewehrung ergibt sich im Beton ein geändertes statisches System. Möglicherweise ist dann auf der "Innenseite" zu wenig Bewehrung enthalten.
    An der Schnittkante fehlt möglicherweise die senkrechte Bewehrung, die bei einem echten Streifenfundament i.d.R. als Bügel (Stabstahl oder Matten) ausgebildet wird.
    Wenn die Bodenplatte geschnitten wird, so wird auch die Bewehrung durchgeschnitten. Die geschnittenen Stabenden haben 0.00cm Betondeckung, werden beim Schneiden mit einem Diamantblatt zur Kühlung mit Wasser geflutet und das Schneidwasser und der Schneidschlamm verteilen sich nicht nur auf der Bodenplatte sondern auch darunter. Ansonsten müsste man sich ja die Mühe machen, mit einem Doppelblatt zu schneiden, unten 2 bis 3 cm stehen zu lassen, Wasser und Schneidschlamm gründlich abszuaugen und die letzten 2-3cm trocken mit einem Einzelblatt nachzuscheniden.
    Die Betondeckung an der Schnittkante bleibt aber bei 0.00cm.

    Ich hätte hier Bedenken, dass es durch das Freilegen und Anbetonieren, wo ja nicht an allen Stellen gleichmäßig erfolgt, zu geringfügigen Setzungen kommen kann - gleich oder später. Bei einem vorhandenen Fundament ohne Aufbau (Haus) oder bei Fundamenten in Kombination mit Pfahlgründungen habe ich solche Verstärkungen schon gesehen. Aber bei einer einfachen Flachgründung in Form einer dünnen Bodenplatte - gefühlt nein. Wenn überhaupt, dann nur mit schriflichem Nachweis eines Statiker/Tragwerkplaner in Zusammenarbeit mit einem Bodengutachter und Prüfstempel eines Prüfingenieurs.

    Gruß
    Holger
    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    Der eigene Sachverstand sagt, dass der Vorschlag ein Blödsinn ist. Zudem hat der gerichtlich bestellte Sachverständige den sog. "Grundbruch" nicht berechnet, das soll er jetzt wohl nachholen (bin aber Laie, bitte nicht festnageln, ob das sein muss usw.).

    Der Gerichtsgutachter sagte nur, dass er weitere umfassende Berechnungen machen wird (Grundbruch, Berechnungen für Außenwände), er hält aber nach wie vor an umfangreichen Schneidearbeiten an der Bodenplatte als an einer sinnvollen Maßnahme zur Sanierung der Platte fest. Und das Gericht scheint ihm zu glauben, dass der Vorschlag sinnvoll ist, da der Sachverständige ja vom Gericht beauftragt ist und ein Öbuv ist usw. Für das Gericht scheint es wichtig zu sein, zu einer für den Beklagten möglichst billigen Lösung zu kommen.

    Weitere erforderliche Maßnahmen hat der Gerichstgutachter meines Wissens nicht erwähnt, wie gesagt im Bereich der Außenwände soll noch irgendwie etwas "dranbetoniert" werden, damit man das dort als "Streifenfundament" bezeichnen kann.

    Das ganze ist am Oberlandesgericht erst seit ca. 1 Jahr, also erst ganz am Anfang, ich werde dann in den nächsten ca. 5-10 Jahren berichten.
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    "rodop" schrieb:

    Das ganze ist am Oberlandesgericht erst seit ca. 1 Jahr, also erst ganz am Anfang, ich werde dann in den nächsten ca. 5-10 Jahren berichten.

    Einmal jährlich ein kurzes Update ("nix Neues") reicht völlig ;)

    Prognose: In letzter Instanz wird dann höchstrichterlich festgestellt, dass die vorgeschlagene Sanierungsmaßnahme a) doch nicht tauglich wäre und b) aber auch gar nicht mehr nötig sei, weil das Bauwerk nun bereits die ersten 30 Jahre ohne Schäden überstanden hat und nichts darauf hindeutet, dass sich das nach so langer Zeit nochmal ändern wird.
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    falsche logik.
    ich hatte ganz am anfang was dazu geschrieben und zumindest
    das stichwort gebrauchstauglichkeit ist dann auch immer wieder,
    aber nicht ganz richtig, in deinen schilderungen aufgetaucht.
    ob wir das thema ardt und was geschuldet ist, vertieft haben,
    weiss ich nicht mehr - ich bin mir aber sicher, dein anwalt wird
    das gemacht haben. insofern bin ich "etwas" verwundert.

    die bodenplatte kleinzuschneiden, um dann ein "rechenbares"
    tragwerk zu bekommen .. lieber gott, lass hirn regnen. das geht
    auch rechnerisch eleganter, da muss man sich nicht als honk
    ausweisen. das grundproblem (ardt ... bis zu vertragsrecht) ist
    damit immer noch nicht gelöst.

    kann sein, dass ich deine alten beschreibungen nicht mehr
    ganz auf dem schirm hab, bzw mir einige selbst erlebte
    "kunstwerke" die erinnerung versauen - aber ich glaube, an
    deiner bodenplatte gibts nix anzubetonieren, weil zu dünn, zu
    schlecht bewehrt, zu .. alles.

    so ein prozess ist wie ein ozeanriese .. da denn kurs ändern,
    ist nicht einfach. viel glück. bis nächstes jahr.
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    Hallo Rodop,

    unser Anwalt hat uns gesagt, dass die gerichtlich bestellten SV gerne Kosten für die Handwerker sparen helfen. Das ist aber nicht Zweck der Übung. Erst einmal wäre das herzustellen, was geschuldet und aRdT, bzw. wenn unklar ist, was geschuldet ist, was aRdT ist. So müsste es auch bei Dir sein.

    Unser gerichtlich bestellter SV wollte auch aus einem Balkon ohne Stützen durch "Sanierung" einen Balkon mit Stützen machen. Wir haben dem nicht zugestimmt und warten noch auf das neue Gutachten. Der SV hat jetzt den Auftrag, die Kosten für eine mangelfreie Herstellung entsprechend dem Bauvertrag (also ohne Stützen) zu berechnen. Dazu wollte er weitere Unterlagen haben und einen weiteren Vorort-Termin durchführen. Da der GÜ als Beweispflichtiger Ausführungsdetails sowie Trocknungsprotokolle, CE- und Ü-Zeichen für das verwendete Holz nicht liefern konnte oder wollte, hat unser RA jetzt beantragt, dass auf Basis unseres Privatgutachtens entschieden werden soll.
    Wir sind noch in der 1. Instanz - also kann das alles noch dauern...

    Auch ich werde wieder berichten. Und ich drücke Dir ganz fest die Daumen, denn das wirst Du vermutlich brauchen.

    Viele Grüße

    rose24
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    Rose - danke für Meinung und die Daumen, die drücke ich euch auch.
    Das mit dem "Herstellen was geschuldet war" sieht bei uns jetzt schon das zweite Gericht nicht so, ansonsten wurde es nicht danach suchen, wie man die bestehende Bodenplatte "gesundbeten" oder durch umfangreiche Schneidearbeiten "sanieren" kann. Der Aufwand für die Herstelung des vereinbarten Zustandes erscheint den Richtern zu hoch. Der erste Anwalt hat zwar in der Klage und auch uns gegenüber behauptet, dass der Beklagte sich nicht auf die "Unverhältnismäßigkeit der Schadensansprüche" berufen kann. Diese Behauptung von ihm war aber anscheinend fehlerhaft - das Oberlandesgericht behauptet nun, es kann sehr wohl auf Unverhältnismäßigkeit auch beim Architekten urteilen.
    Es herrscht also ein heilloses Chaos von "Meinungen" bei den Anwälten und Richtern.
  • Re: Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    Ja - so ist das. Gefährlich ist's wenn Dumme fleißig werden - oder: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
    Ich traue dem Frieden auch noch nicht und bin gespannt, wie unser Prozess in der ersten Instanz entschieden wird. Wir haben ja mehrere schwere Mängel zu verzeichnen.
    Unser Anwalt gibt sich siegessicher - ich hoffe nur er hat Recht. Und was dann kommt? Steht in den Sternen... Schätze der GÜ wird in Berufung gehen - so wie der drauf ist. Außer ihm geht vorher noch das Geld aus, aber darauf warten wir schon lange.
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • Rose - nein, es ist wohl doch nicht so, das man bekommen MUSS, was man bestellt uns bezahlt hat, das Gericht hat entschieden, nach einer Sanierungsmöglichkeit (umfangreiche Schneidearbeiten an der Bodenplatte) zu suchen und nachher die Kosten einer solcher Sanierung mit den Kosten der tatsächlichen Mangelbeseitigung zu vergleichen. Dann wird das Gericht wohl überlegen, ob die Kosten der tatsächlichen Mangelbeseitigung nicht zu hoch sind (wäre dann "Unverhältnismäßigkeit"). Aber dazu sind noch weitere umfangreiche sog. "Sachverständigengutachten" notwendig, da die bisherigen, seit 2006 angefertigten sog. "Sachverständigengutachten" noch nicht ausreichend sind.

    Rose24 schrieb:

    Hallo Rodop,

    unser Anwalt hat uns gesagt, dass die gerichtlich bestellten SV gerne Kosten für die Handwerker sparen helfen. Das ist aber nicht Zweck der Übung. Erst einmal wäre das herzustellen, was geschuldet und ardt , bzw. wenn unklar ist, was geschuldet ist, was ardt ist. So müsste es auch bei Dir sein.

    ---------- 27. Mai 2016, 00:20 ----------
    mls - der Anwalt in der 1. Instanz hat die ardt und was vertraglichgeschuldet ist thematisiert, das hat das Gericht aber nicht interessiert und hat sich dazu gar nicht geäussert. Die Richter sind wohl nicht verpflichtet, sich dazu zu äußern, was der Anwalt so schreibt.
    Der neue Anwalt in der 2. Instanz beim OLG hat es in der Berufungsschriftauch thematisiert, allerdings hat das Gericht jetzt entschieden, dass wir doch eventuell nur eine Sanierungsmöglichkeit der Bodenplatte durch umfangreiche Schneidearbeiten akzeptieren werden müssen. Dazu werden jetzt zuerst weitere sog. "Begutachtungen" laufen und irgendwann wird dann entschieden.
    Was KONKRET könnte da der Anwalt machen, als stillschweigend die Entscheidungen des Gerichtes zu akzeptieren und dem Mandanten AWG-Pillenverordnen? Das Gericht wird so oder so das beschließen, was es will.
  • Ja - dass Richter und SV ein Eigenleben führen, habe ich auch schon gemerkt. Ständig wird irgendein Blödsinn verzapft und weil wir ja Anwaltszwang haben, ist kann man nur immer versuchen, den Zug um drei Ecken wieder auf's richtige Gleis zu stellen. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben - die ersten Gutachten waren eher für den vernichtend...

    Abwarten und Tee trinken - und Dir, rodop, halte ich die Daumen, dass sich das Blatt für Dich auch noch einmal wendet.
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • Ein zusätzliches Thema für diejenigen, die sich dazu äußern möchten - wie schon erwähnt, so arbeitet das Gericht im Moment daran, durch weitere umfangreiche "Sachverständigenbegutachtungen" den Weg aufzuzeigen, wie man die vorhandene Bodenplatte (die als elastisch gebettete Bodenplatte beantragt und bestellt war, allerdings nicht den Anerkannten Regeln der Technik entspricht) durch umfangreiche sog. "Schneidemaßnahmen" links und rechts der tragenden Wände zu einer "Streifenfundamentengründung" umfunktionieren kann.

    Wenn dann also eine solche "Streifenfundamentengründung" aus der vorhandenen, den ardt nicht entsprechenden Bodenplatte erstellt werden soll - müssen dann auch irgendwelche Änderungen bei der Baubehörde bezüglich des Bauaantrages gestellt werden? Im Bauantrag wurde ja 2005 eine elastisch gebettete Bodenplatte beantragt. Danke!
  • Wesentliche Eingriffe in die Standsicherheit sind in aller Regel genehmigungspflichtig.

    Was ist denn mit den Setzungen des Gebäudes, wenn die Fundamente und damit die Wände sich setzen könne (Umlastung von Platte auf Streifenfundamente wird zusätzliche Setzungen ergeben) und die Böden im Bereich zwischen den Fundamenten auf der Ursprungshöhe liegen bleiben?
    Brüche des dann hohlliegenden Estrichs im Fundamentbereich (Der wird ja wiederhergestellt, wenn die Stzungen noch nicht begonnen haben/abgeschlossen sind), Sockelleisten, wenn die Wände "abwärts" gehen, Leitungsanschlüsse, .....

    Eigener Gutachter ist goldes Wert und kann durch ein Forum nicht ersetzt werden.
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
  • Danke für die Antwort - Für Privatgutachten stehen unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. Mir ging es auch nicht um "Gutachter ersetzen", nur um eine Meinung, ob jemand schon so eine "Wandlung der im Bauantgrag beantragten Bodenplatte in eine andere" gemacht hatte und ob er das dem Bauamt mitteilen musste. Der Trick mit dem "Privatgutachten" ist aber einfach und lange bekannt, falls der private Gutachter etwas anderes behauptet, als der gerichtlich bestellte, dann gibt Herr Richter dem gerichtlich bestellten Wert, da er ja "unabhängig" ist.

    Übrigens hat der gerichtlich bestellte Sachverständige die obern angesprochene Problematik der Risse infolgen von Setzungen schon "heilgesprochen" z.B. mit folgenden Aussagen (Zitate):

    "Minimale Setzungen gibt es beim Versagen der Bewehrung der Bodenplatte im Zuge des Abkoppeins
    vom Streifenfundament immer. Allerdings sind diese nicht zwingend schadenswirksam.
    Sie sind dann so minimal, dass sie nicht schadenswirksam sind, wenn der Boden ausreichend
    tragfähig ist. Ist er das nicht, muss er zur Vermeidung schadenswirksamer Setzungen vorher ertüchtigt
    werden."

    "Für den Fall eines tragfähigen Bodens unterhalb der dann entstehenden Streifenfundamente
    schätze ich den Umfang der dennoch eintretenden Setzungen auf 2 bis 3 mm."

    "Das Wiederverschließen des Fußbodens findet erst statt, wenn die nach der Vorname des
    Schnittes zu erwartenden Setzungen vollständig abgeschlossen sind."

    Ende Zitate. Es gibt noch mehrere Aussagen in dieser Richtung.

    Wenn es also zu Setzungen kommt, dann sind diese ja nur MINIMAL ... Hat ein vereidigter Fachmann gesagt ...

    Wie schon gesagt, ich schreibe das hier nicht, um einen "kostenlosen Rat" zu bekommen, aber nur interessenshalber für diejenigen, die so eine Problematik interessiert. Damit die Leute sehen, was bei den Gerichten so abläft nachdem man sich durch "Anwälte" also "Fachleute" beraten ließ ;_) Bei uns hieß es am Anfang "Sie haben ANSPRUCH auf das, was bestellt und bezahlt wurde. Auf Unverhältnissmäßigkeit der Kosten kann sich ein bauüberwachender Architekt NICHT berufen, weil sich der Mangel seiner Tätigkeit schon im Bauwerk realisiert hat usw."
    So sinngemäß steht es auch in der Klage und auch in der Berufungsklage. Die "Richter" haben aber eine bessere Bildung als die "Anwälte" und haben festgestellt, dass der "Einwand der Unverhältnissmäßigkeit" sehr wohl auch für Architekten und ihre bauüberwachende Tätigkeit gilt ... ;_)

    Im Moment sieht es danach aus, dass wir nur den Anspruch für etwas Geld für "Schneidearbeten" haben, mit denen man aus einer mangelhaften elastisch gebetteten Bodenplate eine sog. "Streifenfundamentengründung" macht.
    Kann sich aber natürlich in den nächsten Jahren ändern, ich schließe es nicht aus ...
  • Oh Herr, wirf Hirn vom HImmel.

    Es ist wirklich unglaublich. Aber auch die Erfahrungen mit unserem Rechtsstreit zeigen, dass man mit vielem rechnen muss, was man gar nicht erwartet hat.
    Was mir vor allem auffällt: die gerichtlich bestellten Gutachter versagen schon bei der Grundlagenermittlung. Ich bin mir nicht sicher, ob einer von denen schon einmal nachgelesen hat, was eigentlich in den Akten und - vor allem - im Bauvertrag steht.

    Ich wünsche Dir wirklich, dass das Ganze noch ein gutes Ende findet. Bis dahin sind wohl noch viel Nerven und Geld fällig... <X
    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
  • Rose24 schrieb:


    ...die gerichtlich bestellten Gutachter versagen schon bei der Grundlagenermittlung
    Rose, Deine Erfahrungen in allen Ehren, aber nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt auch sehr gute, die sich viele Gedanken machen.

    Vor allem sind weniger die Gutachter das Problem als vielmehr viele Richter. Den Gutachter kannst Du mit einem Parteigutachter angreifen und widerlegen.
    Der Richter müsste aber den A.... in der Hose haben, zuzugeben, dass er den falschen Gitachter ausgewählt hat und müsste ausserdem noch eine angreifbare Entscheidung fällen.
    Beides aber ist vielen Richtern nicht gegeben! Da wird hanebüchener Unfug ausgeurteilt, bloß weils der Gerichts-SV ins Gutachten geschrieben hat. Für den Unterlegenen gibts doch die nächste Instanz, was juckts den Richter, dass das wie der X k€ kostet. Is ja nicht sein Geld.

    Ich denke, da hätte unsere Justiz ordentlichen Klärungsbedarf. Aber da Richter nach Punkten bewertet werden und eine saubere Entscheidung nicht mehr Punkte einbringt als eine entlangs des unsinngsten Gutachtens, wohl aber viel mehr ARbeit macht, wird sich da nix ändern!
    Vielleicht müsste man denen die Punkte wieder abziehen, wenn die Folgeinstanz das Urteil kassiert.
    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
  • rodop schrieb:

    Die "Richter" haben aber eine bessere Bildung als die "Anwälte" .....
    das würde ich jetzt aber nicht so sagen....

    einem fachanwalt für baurrecht unterstelle ich, dass er sich in der ausbildung für dieses thema entschieden hat, fit
    in der materie ist, weil es ihn interessiert.
    ebenso, unterstelle ich das einem fachanwalt für familienrecht, verkehrsrecht.....usw.

    richtern unterstelle ich so etwas nicht unbedingt.


    vorsicht, könnte werbung sein: ;)
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    das ist aber mal ganz interessant, wie die richterliche seite, das so sieht....
  • Baumal - ich sehe das nur aus meiner "praktischen" Sicht und kann es natürlich nicht verallgemeinern, wir haben uns seit 2006 mit fast 10 diversen Fachanwälten für Baurecht beraten und 2 verschiedene Anwälte haben uns im aktuellen Prozess vertreten (1. und jetzt 2. Instanz) und praktisch alle ihre Behauptungen lösen sich nach und nach in der Luft auf. Oben habe ich beispielhaft die Geschichte mit der "Unverhältnismaßigkeit der Kosten" aufgeführt - KEINER der Anwälte hat uns je gesagt, dass wir uns das mit der Klage des Hauses gut überlegen sollen, weil das Gericht unsere Klage wegen der Unverhältnissmäßigkeit der Kosten abweisen kann, umgekehrt, es wurde behauptet (auch im Text der Klage und Berufungsklage), dass diese für bauüberwachende Architekten nicht gilt. Jetzt heisst es vom Gericht - und damit würden wir den Prozess fast vollständig verlieren - dass es den Eindwand der Unverhältnissmäßigkeit für die Architekten sehr wohl gibt. Wo liegt also das Problem, wussten die Anwälte das nicht, waren sie nicht richtig informiert? Oder wussten sie das, haben uns aber absichtlich falsch beraten, damit die Klagesumme und damit auch ihr Honorar entsprechend hoch ausfallen? Und das ist nur einer von mehreren Beispielen, die ich hier aufführen könnte - immer wieder kommen die Richter mit Informationen, die uns Anwälte nicht erwähnt haben, obwohl wir danach explizit gefragt haben ...
  • sorry, ich kann dir nicht weiterhelfen.
    im studium war baurecht für mich ein unliebsames
    anhängels...

    im laufe der jahre, wurde baurecht aber echt
    interessant. immer interessanter... so trocken ist die materie gar nicht, wie
    man meinen könnte.

    aber ich bin nur architekt, kein fachanwalt für baurecht.
    wenn dein fachanwalt nicht fit ist, dann gute nacht.
    als laie kann man das auch schlecht beurteilen.....