Bewehrung der Kellerdecke liegt frei und korrodiert

    • Bewehrung der Kellerdecke liegt frei und korrodiert

      Guten Tag zusammen,
      ich würde mich über einige kompetente Meinungen zu folgendem Problem freuen: Wir wollen uns eine Eigentumsimmobilie kaufen, die einen nur vom Hof aus zugänglichen Kellerraum hat. Im Türbereich des Kellers platzt der Beton der Decke ab, die untere Bewehrung liegt frei und ist erheblich korrodiert ( siehe Fotos ). Unser Verkäufer war heute mit einem Maurer zur Besichtigung da, die geäusserte Meinung war: Das sind keine tragenden Teile, das verputzen wir neu so gut es geht, da passiert nichts.
      Meiner eigenen Kenntnis nach ist die untere Bewehrung in einer Betondecke aber tragend, gleichzeitig bin ich aber zu sehr Laie um zu wissen, wie eine fachgerechte Sanierung in diesem Fall aussieht.
      Natürlich können wir einen Gutachter beauftragen, aber bevor der uns eventuell auch sagt, da passiert nichts, das Gutachten aber einige hundert Euro kostet, würde ich gerne ein paar Meinungen sammeln...
      Vielen Dank schonmal an jeden, der uns was dazu sagen kann.
    • Weder Verkäufer noch der Maurer sind in der Lage, sowas verantwortlich zu beurteilen.

      Ohne vernünftige Betonsanierung würde ich da nicht wohnen wollen. Sicherlich machbar, wird aber ein paar Tausende kosten. Das will der Verkäufer natürlich nicht hören.

      Zur Sanierung dürfen nur geeignete Betriebe mit SIVV-Schein beauftragt werden. Da das Material auch Zulassungen benötigt, ist es halt mit verputzen nicht getan.
      Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o
    • Von aussen zugänglicher Keller = unterkellerte Terrasse ?

      Wenn ja, dann ist vermutlich auch die Abdichtung der Kellerdecke/Terrasse undicht. Irgendwie sind sonst die Salzränder schlecht erklärlich.


      ---------- 14. November 2017, 09:01 ----------

      wasweissich schrieb:

      und schon ist die immobilie mängelfrei und bringt ein paar mille mehr
      Das kann auch nach hintenlosgehen, wenn sich ehemaliger Kaufinteressent und späterer Käufer mal begegnen. Ich hatte einen solchen Fall. War nicht lustig für Verkäufer und Makler.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Dem FOTO nach würde ich die Stahleinlagen nicht als "rissbeschränkende Putzmatte" einstufen. Dafür sehen die Durchmesser im Foto zu groß aus.

      Solange kein Statiker schriftlich bestätigt, dass sie nicht tragend ist, IST die Bewehrung als tragend anzusehen.
      Da es auch Bewehrung im Sturzbereich gibt, wird der Standpunkt 'tragend' noch bekräftigt.

      Rost, Betonabplatzungen, Ausblühungen und die Lüfter lassen darauf schließen, dass es ein Feuchtigkeitsproblem im Keller gibt. Entweder durch Wasserdampf aus Nutzung (Wäsche waschen, Wäsche trocknen, sonstige Arbeiten mit Wasser), aus eindringender Feuchte (durch Wände oder den Boden) oder durch falsches Lüften (z.B. im Sommer warme Luft 'reinlassen).

      Die geringe und die nicht vorhandene Betondeckung, die Abrostungen im Auflagerbereich sowie die Schädigung des Betons selber haben einen tragfähigkeitsmindernden Einfluss auf die Kellerdecke.

      Ein "Zuschmieren" mit Mörtel hilft hier nichts; verschlimmert unter Umständen den Zustand sogar noch, wenn Feuchtigkeit und ggf. Salze aus den Ausblühungen mit eingeschlossen werden.

      Der richtige Weg wäre:
      - Untersuchung der Decke und der Tragkonstruktion durch ein externen Fachplaner / Ingenieurbüro
      + Untersuchung der Schadenursachen (ggf. mit Teil-Aufgrabung der Außenwände zur Prüfung der Abdichtung)
      - Bestimmung der Rest-Tragfähigkeit
      - Erstellung eines Instandsetzungskonzeptes für eine Betoninstandsetzung
      + Erstellung eines Nutzungskonzeptes und eines Lüftungskonzeptes
      - Erstellen eines ortbezogenen LV , einer Baubeschreibung und ggf. Erstellung von Plänen
      + ggf. Beseitigung der Schadenursachen (z.B. neue Abdichtung der Kelleraußenwände)
      - Betoninstandsetzung nach Instandsetzungsrichtlinie des des DAfStb

      Will man das Projekt 'Erwerb' fortführen kommen viele Fragen: Bisherige Kellernutzung? Geplante Kellernutzung? Raumhöhe? Gibt es Baupläne? Grundwasserstand? Gibt es weitere schwere Schädigungen? Kosten-Nutzen einer erforderlichen Kellersanierung und Betoninstandsetzung? usw. usf.
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Ich danke Euch für Eure Beiträge... - Im Keller ( der noch ein Erdgeschoss obendrüber hat, also keine unterkellerte Terrasse ist ) gibt es vielleicht ein Feuchtigkeitsproblem, die Decke ist allerdings nur an dieser einen Stelle derartig sichtbar beschädigt, ansonsten sieht sie makellos aus. Die Wand, die auf den Fotos zu sehen ist, ist komplett unter Bodenniveau, die anderen Wände stehen nur bis zur halben Höhe im Erdreich; dort ist die Decke intakt. Der abplatzende Beton der Decke hat wohl direkt was mit dieser Wand zu tun.
      Kann eine fachgerechte Instandsetzung die ursprüngliche Tragfähigkeit denn wieder herstellen?
    • Ja, reparabel ist das schon. Aber nicht für ein paar Scheinchen.

      Das kann schon mal einige Tausender kosten. Für einen Raum schon viel. Entweder der Verkäufer geht das mit, oder versucht die Marklager auszunutzen.
      Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o
    • MiLeb schrieb:

      Ja, reparabel ist das schon. [...]
      Das kann schon mal einige Tausender kosten. Für einen Raum schon viel. [...]

      so sieht's aus.

      m.bein schrieb:

      [...] dort ist die Decke intakt. Der abplatzende Beton der Decke hat wohl direkt was mit dieser Wand zu tun.
      Kann eine fachgerechte Instandsetzung die ursprüngliche Tragfähigkeit denn wieder herstellen?
      Ob die Decke noch die ursprünglich geplante Tragfähigkeit aufweist oder ob sie nur gut aussieht, muss erst geprüft werden. Der Stahl kann auch innerhalb des Betons schon rosten und es kann Hohllagen geben oder Bereiche mit minderfestem Beton oder Verbundstörungen zwischen Beton und Stahl und es könnten auch die Auflagerbereiche (dort wo die Wand auf der Decke liegt) in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Was man aber nur durch gucken nicht sieht.

      Betoninstandsetzung ist kein Hexenwerk - aber auch nix für Maurer mit Zauberstab.

      Man misst den verbleibenden Stahlquerschnitt nach dem Entrosten, vergleicht diesen mit den Plänen aus der Bauzeit und zusammen mit den geprüften Eigenschaften des Betons und den Anforderungen aktueller Normen (Lastannahmen, Brandschutz, ...) wird errechnet welche Zulagen ggf. erforderlich sind.

      Mit diesen Ergebnissen geht man dann ins Instandsetzungskonzept.

      Ergebnis könnte z.B. sein, dass Zulagebewehrung einzubauen ist, dass abschnittsweise minderfester Beton abzutragen ist, dass Verstärkungen erforderlich sein können und mit Sicherheit muss die Betondeckung erhöht werden.

      Fakt ist, dass unbedingt etwas gemacht werden muss. Wenn das Bauteil "angefasst" wird muss es richtig gemacht werden und nach aktuellen Normen und Vorschriften. Der Bestandsschutz entfällt dann.
      Gruß
      Holger
      --
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      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
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