§71 Übernahme von Baulasten LBO Ba-Wü

  • §71 Übernahme von Baulasten LBO Ba-Wü

    Grüße,

    in meinem Projekt-Thread habe ich bereits das Problem der Garage angesprochen. Es geht um das Reißen der Hürden des [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
    In den Abstandsflächen baulicher Anlagen sowie ohne eigene Abstandsflächen sind zulässig:
    • [...]
    • Garagen, Gewächshäuser und Gebäude ohne Aufenthaltsräume mit einer Wandhöhe bis 3 m und einer Wandfläche bis 25 m²,
    • [...]

    Mit dem erhöhten Fundament wären wir bei ca. 3,35m.

    Soweit so klar.
    Nach einem Gespräch mit dem Bauamt unserer Gemeinde wurde mir erläutert, dass eine Ausnahme von oben genannten Paragraphen möglich WÄRE, wenn unsere nördlichen Nachbarn, um die es bei der Grenzbebauung geht, einer so genannten Abstandsflächenbaulast zustimmen WÜRDEN. (§71 Übernahme von Baulasten).

    Jetzt ist mir ehrlich gesagt nur unklar, welche Auswirkungen bzw. Konsequenzen dies für unsere Nachbarn mitbringen würden. Abstrakt fällt mir da nur der mittelbare Wertverlust des Grundstücks ein. Gibt es darüber hinaus Einschränkungen allgemeiner Natur, die es meinem Nachbarn verleiden könnten, dieser Übernahme zuzustimmen? Natürlich würde ich Ihn schadfrei halten. Die Gebühren zur öffentlich-rechtlichen Erklärung als auch die Kosten für den Sachverständigen würden wir übernehmen. Von mir aus auch ein Erstgespräch mit einem Anwalt, der ihnen den Sachverhalt erklärt bzw. aufzeigt.

    Jetzt wäre aber erst einmal interessant zu wissen, ob so ein Vorhaben ohnehin zum Scheitern verurteilt ist, weil unser Nachbar dann - was weiß ich - keinen Baum an unsere Garage pflanzen dürfte.
  • Wie Dominik schrieb: Entwertung des Grundstücks (Höhe schwer messbar....) und Einschränkung bei einer geplanten späteren eigenen Bebauung unter Ausnutzung von Abstandsflächen. Diese dürften sich dann mit den Deinigen, die auf dem fremden Grund "ruhen" nicht überschneiden.

    Warum nicht Garage tiefer legen und alles ist supi?
  • Ist nach deinen Angaben zum Scheitern verurteilt - ohne Zahlungsangebot.

    Weil wie selbst schon festgestellt - Wertverlust des Grundstücks. Nachbar überlässt dir das Nutzungsrecht (baulich) von 5 bzw. xx m.

    Ergo Abstandszahlung. Dass man dazu alle anfallenden Kosten übernimmt sollte selbstverständlich sein.
    Nachdenken kostet extra!
  • Thomas B schrieb:

    Wie Dominik schrieb: Entwertung des Grundstücks (Höhe schwer messbar....) und Einschränkung bei einer geplanten späteren eigenen Bebauung unter Ausnutzung von Abstandsflächen. Diese dürften sich dann mit den Deinigen, die auf dem fremden Grund "ruhen" nicht überschneiden.

    Warum nicht Garage tiefer legen und alles ist supi?
    Das wäre natürlich die Ultima Ratio.
    Ich versuche es ohne Skizze zu erläutern.

    Haus und Garten werden auf +542,80 müNN geplant. Dafür muss die Grenze zum nördlichen Nachbarn, um den es hier auch wegen der Garage geht, in Teilen nivelliert werden. Zwischen dem nordwestlichen Grenzpunkt (+542,04 müNN / -0,76) und dem nordöstlichen (542,18 müNN / -0,62). Einfacher wäre es so natürlich gewesen, quasi das gesamte Grundstück anzuheben.
    Da sich aber jetzt die Problematik mit der Ansichtsfläche aufgetan hat, hätten wir so die Garage und den Weg zwischen Wohnhaus und derselben rund 40cm tiefer als den Garten.



    Hindernisfreiheit bzw. Zugänglichkeit ist hier das Stichwort. Wir entledigen wir uns der Stufe zum Garten hin und die Rampe zur Eingangstür ist mit 10° auch schon grenzwertig. Das waren einfach unsere Überlegungen.

    Pemu schrieb:

    Ist nach deinen Angaben zum Scheitern verurteilt - ohne Zahlungsangebot.

    Weil wie selbst schon festgestellt - Wertverlust des Grundstücks. Nachbar überlässt dir das Nutzungsrecht (baulich) von 5 bzw. xx m.

    Ergo Abstandszahlung. Dass man dazu alle anfallenden Kosten übernimmt sollte selbstverständlich sein.
    Wäre also im Grunde nur praktikabel bzw. realistisch, wenn der Nachbar dort weder jetzt noch absehbar in 20 Jahren etwas baulich verändern möchte. Abstandszahlung kenne ich jetzt z.B. nur aus dem Verhältnis Mieter - Vermieter.
  • Doubtfire schrieb:

    Einfacher wäre es so natürlich gewesen, quasi das gesamte Grundstück anzuheben.
    Wäre es das?

    Bedenke: Wenn Du dies tust, muss die dann durch das Anheben (=Aufschütten) entstehende Höhendifferenz zum Nachbargrundstück irgendwie baulich gesichert werden. Ein Hangabfangung? L-Steine? Mauerscheiben? was auch immer.

    Irgendwie wird die Problematik lediglich Richtung nachbarliche Grenze verschoben. Muss dann eben dort gelöst werden und kostet auch Geld. Vielleicht sogar mehr als dies auf dem Grundstück , unter Beibehaltung eines Hanges oder einer leichten Terrassierung, kosten würde.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thomas B ()

  • Ja, diesem Fanal müssen wir uns wohl am Ende stellen. Zumindest was die Garage als auch den Gang zwischen Wohnhaus und Garage in den den Garten angeht. Angedacht sind beim Garten bisher L-Steine zur Hangsicherung.

    Am Ende müssen wir den Drops mit der tieferen Garage wohl lutschen. Vielleicht suche ich die Tage mal den örtlichen Galabauer auf, ob der nicht ein paar Ideen hat, die Problematik mit der Stufe von Garage zum Garten zu lösen. Angedacht war ja die Fahrräder im hinteren Teil der Garage zu lagern, und dafür die Tür am westlichen Ende zu nutzen damit man nicht ständig an den Autos vorbei muss (Schrammen lassen grüßen).
  • Dann rede mal mit dem zuständigen Sachbearbeiter, dass dies nicht nur mit einer Baulast funzt, sondern, dass in BW auch eine Abweichung nach §6 Abs. 3 machbar ist. Der betreffende Nachbar muss dann ausdrücklich (schriftlich) zustimmen, dass er nichts gegen das BV einzuwenden hat und dann kann es durch eine Abweichung genehmigt werden.
    Ich hänge mal eine pdf an, wie das in anderen Baurechtsbehörden gehandhabt wird und wie ich es mehrere Jahre selbst gehandhabt habe. ;)
    Dateien
  • @Bauberater

    Ist doch bereits geschrieben worden, dass der TE eine Befreiung von den Abstandsflächen nur bekommt, wenn der Nachbar hierzu die Zustimmung erteilt. Die Frage ist, ob der Nachbar zustimmt, weil er dann die Abstandsfläche per Baulast auf sein Grundstück übernehmen muß und damit die künftige Bebaubarkeit seines eigenen Grundstücks einschränkt.

    Man müßte folglich zunächst mit dem Nachbarn reden, ob und ggfls. gegen welche Ausgleichszahlung er zustimmt.
  • [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
    Es gibt nicht nur "Schwarz" und "Weiß", man kann auch miteinander reden und argumentieren. Vielleicht kennt der Sachbearbeiter in Ulm die Auslegung des § 56 nicht. Man kann so etwas auch OHNE Abstandsbaulast regeln. Dann muss man auch mit dem Nachbarn reden und ihm auch eine Ausgleichszahlung anbieten. Aber die Zahlung wird nicht so hoch wie bei einer Baulast und das Grundstück des Nachbarn wird nicht durch eine Baulast "entwertet". War nur ein Vorschlag und ein Zeig, dass es auch anders gehen kann.

    Edith sagt:
    Wenn das alles so klar ist, wie du es schreibst Eric, warum macht dann ein Mod. das Thema nicht ganz zu?