Kalkputz auf Trockenbauwänden

    • Kalkputz auf Trockenbauwänden

      Ein privater Bauherr wünscht aus "baubiologischen Gründen" die Massivwände seines Hauses (Stahlbeton-Filigran und Kalksandstein) mit einem Kalkputz zu verputzen. Auf Nachfrage meint er damit vor allem die Feuchteabsorptions- und Speicherfähigkeit des Kalkputzes.

      Die nicht tragenden Wände des Hauses sollen im DG aus Gewichts- und Schallschutzgründen als Trockenbau-Ständerwände ausgeführt werden. Auch diese möchte der Bauherr nun nach intensiver Beratung durch einen baubiologisch interessierten Freund gerne mit Kalkgipsputz verputzen lassen.

      Es stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, eine beidseitig doppelt beplankte GK-Ständer-Wand zusätzlich auch noch zu verputzen. Glatt genug wäre sie ja bei Ausführung in Oberflächenqualität Q3 oder Q4 auch ohne. Feuchtigkeit kann sie auch so ausreichend puffern.

      Was sagt ein großer Anbieter von GK-Bau- und Putzsystemen dazu? Aus Iphofen heißt es: Ja, kann man machen, man hat dann alle "lufthygienischen" Qualitäten eines Kalkputzes, aber auch die Kosten eines Putzaufbaus mit 3 - 4 Arbeitsschritten in Höhe von 35,- bis 40,- €. Wenn allerdings "nur" eine einheitliche Oberflächentextur aller Wände gewünscht wird, wäre (vereinfacht) eine Spachtelung bzw. ein Feinputz auf Haftgrund ausreichend - etwa zum halben Preis. Die GK-Ständerwände machen demnach beides mit.

      Was meinen die Fachkundigen und Kollegen dazu?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Ich bin grundsätzlich kein Freund von "baubiologischem Hokuspokus". Das ist nämlich das meiste davon.

      GK-Platten putzen ist für mich eigentlich widersinnig, denn welche Aufgabe hat Putz ursprünglich? Eine optisch und in der Ebenheit gleichmässige Fläche zu schaffen. Und luftdicht zu machen.
      Sorbtion, Speicherfähigkeit, Alkalität sind nette Nebeneffekte, aber nicht der Ursprungszweck von Putz.

      Wenn man denn auf die Effekte auf die Raumluft Wert legt, dann wäre für mich Lehmputz das Mittel der Wahl und nicht Kalkputz.

      Aber gut - das ist alles MEINE Meinung.

      Der Bauherr ist "versaut"

      Skeptiker schrieb:

      nach intensiver Beratung durch einen baubiologisch interessierten Freund
      Dagegen kommst Du nur noch mit dem Preisargument an und wenn das nicht zieht, dann .....

      Technisch ist das machbar.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:

      Wenn man denn auf die Effekte auf die Raumluft Wert legt, dann wäre für mich Lehmputz das Mittel der Wahl und nicht Kalkputz.
      Feuchtigkeitsabsorbierend sind Gips, Lehm oder Kalk. Was sind die Unterschiede?

      - Gips hätte den Vorteil einer ganz ähnlich glatten Oberfläche als Trockenbauwand (nur gespachtelt) oder geputzte Massivwand, Dünnschicht möglich
      - Kalk wäre gegenüber Gips etwas fester, benötigt einen Arbeitsgang mehr, Dünnschicht möglich
      - Lehm (sehr weich) ... ?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Ist zwar DIY :D - ich habe das gerade mal selbst probiert.
      Ziel ist aber eher die Optik.

      GK-Platten dick verputzen ist widersinnig.
      Man kann auf die Platten 1-2mm dick die Eimerdispersion als Oberputz aufziehen - sieht zwar dann auch wie kalk aus, fühlt sich an wie Kalk - ist aber mM. nicht mehr Öko als Dispersion.
      (Ich bin nicht der Dsipersionsfreund bei Putzen).
      Aus dem Sack ist das ein größerer Zirkus mit Haftbrücke usw. - bringts nicht. Braucht eigentlich nen Kalkuntergrund.

      Technisch: was ist da weniger feuchtigskeitsregulierend als bei Gips oder Kalkgipsputzen?
      Und wenn das nicht Natur bleibt was reguliert, sorptiert da noch?
      Nachdenken kostet extra!
    • Ich hab Kaseingrund und Kalkglätte auf GKBI im Bad. Ob das baubiologisch messbare Effekte hat? Letztenendes ist es überall drauf. So dass ich beim GKB nicht wechseln wollte.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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