Haus schaut nach Schlagregen wie eine Ritterburg aus

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Im Zuge der Aktualisierung auf EFB 2.0 werden umfangreiche Wartungsarbeiten (voraussichtlich) vom 27.04 durchgeführt. Wir Entschuldigen, dass das Forum ab 19 Uhr nicht mehr erreichbar sein wird. Bei planmäßigen Durchlauf sind wir spätestens am darauf folgenden Tag (Samstag) wieder erreichbar.

    • Haus schaut nach Schlagregen wie eine Ritterburg aus

      Hallo liebes Expertenforum,

      wir haben im letzten Jahr Haus gebaut und nach und nach wird alles laaangsam fertig. Im Juni/Juli wurde die Aussenfassade verputzt. Der Maler kam, hat dem Haus eine Farbe verpasst und das Gerüst wurde abgebaut.

      Jetzt hat es ja in der letzten Zeit doch immer wieder mal stark geregnet und unsere Fassade wurde nass. Dass unsere ausgewählte Farbe (Silikatfarbe) Wasser aufnehmen kann, ist uns durchaus bewusst und ein diffusionsoffener Anstrich war auch gewünscht.

      Allerdings zeichnet sich nach Schlagregen quasi jeder einzelne Ziegelstein ab. Das empfinden wir als äußerst unschön und noch dazu befürchten wir auf Dauer Langzeitschäden am Ziegelwerk.

      Es gab einen Termin mit Putzer, Aussendienstmitarbeiter der Putzherstellerfirma und Malermeister. Keiner ist sich einer Schuld bzw. eines Fehlers bewusst.

      Gemauert ist das Haus mit dem S9-Ziegel . Die Ziegel sind verklebt.

      Zum Putz: Die erste Lage auf dem Ziegel besteht aus dem Leichtgrundputz A50e. Die gesamte Fassade wurde mit einer Gewebespachtelung versehen. Der Oberputz besteht aus Edelputz 301 mit 1 mm Körnung.

      Die Trocknungszeit wurde evtl. nicht bis auf den letzten Tag eingehalten, da der Putzhersteller wohl gesagt hat, dass bei den momentanen Temperaturen (es wurde im Juni verputzt), es auch reicht, wenn man lediglich 10 Tage wartet. Der Putzer kam dann ca. nach 12 Tagen zum Gewebe auftragen. Den genauen Zeitpunkt könnten wir bei Bedarf nachvollziehen.

      Mit dem Auftragen des Edelputzes wurde begonnen am Freitag, den 23.06.2017. Dazu machte der Putzer ein Muster an einer Garagenwand. Dieses gefiel uns sehr gut und er sollte so am ganzen Haus verfahren.

      Mittags dann hatte unser Sohn (6 J.) einen Unfall und musste mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Wir waren nicht mehr auf der Baustelle vor Ort. In der Woche drauf war der Putzer fertig und wir wieder alle zu Hause. Da viel uns auf, dass der Edelputz leider ganz und gar nicht dem Muster aus der Garagenwand entsprach (er ähnelte vielmehr einem "Muschelputz" aus den 70er Jahren.)

      Wir haben den Putzer darauf angesprochen und er versuchte, mit Schleifpapier die groben Unebenheiten zu "entschärfen". Am nächsten Tag meldeten wir uns wieder beim Putzer, weil die Struktur nach wie vor sehr deutlich zu sehen war. Dieser kam dann, hatte einen Eimer mit angerührtem Putz dabei und trag diesen auf die gesamte Fasssade auf um die Unebenheiten einigermaßen zu füllen. Der Putz ist immer noch nicht wie das Muster, aber daran kann man wohl nichts mehr ändern.

      Also beauftragten wir den Maler. Dieser strich die Fassade mit einer Color Silikatfarbe. Der Maler bemerkte während der Arbeiten, dass der Untergrund ungewöhnlich viel saugt und nicht wie eigentlich üblich eher eine "spiegelglatte" Oberfläche hat.

      Als die Maler fertig waren, wurde das Gerüst abgebaut. Einen Tag vorher war ein ergiebiger Regenschauer und die Westseite vom Haus hat durch den Regen einer Ritterburg geähnelt. Es zeichnete sich jeder einzelne Ziegel ab. Die Fugen waren nass, der Ziegel trocken.

      Unsere Vermutung ist nun, dass der Putz durch die nachträgliche Bearbeitung beschädigt wurde und die Ziegel und Fugen deshalb bei Regen zum Vorschein kommen.

      Hat hier irgendjemand schon einmal so etwas gesehen, weiß woher sowas kommt, bzw. wie man dies beheben könnte?

      Da baut man 1 x im Leben, ist mit Feuereifer dabei, freut sich täglich auf´s und über´s Haus - und dann sowas... :(

      Sorry, das war jetzt lang, aber ich weiß nicht, welche Info´s ich hätte weglassen können....

      Bin sehr gespannt auf Antworten!

      ♥liche Grüße
      Elisabeth
      Bilder
      • Haus west (2).jpg

        132,23 kB, 960×1.280, 103 mal angesehen
      • Haus west.jpg

        96,49 kB, 1.152×864, 106 mal angesehen
      • IMG-20170731-WA0001_1501736951042.jpg

        80,1 kB, 1.152×864, 94 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von R.B. () aus folgendem Grund: Namen entfernt, die Profis wissen wohl was damit gemeint ist.

    • So etwas habe ich ehrlich gesagt bis dato noch nicht gesehen.

      Immerhin schützt ein monumentaler Dachüberstand die Giebelwand. Die sollte ja fast bis zum Boden trocken sein.

      Stattdessen sieht man Feuchteabzeichnungen bis knapp unterm Dach....wie mag das Wasser dahingekommen sein? Extremer Wind?

      Viele Möglichkeiten sehe ich nicht.

      Stark/ stärker saugender Unterrund...vielleicht. warum aber nur im Bereich der Fugen?

      Mauerwerksfugen evtl. dich aufgetragen (sehr viel Kleber/ Mörtelfugen. Unwahrscheinlich. das sorgt zwar für minimale Wärmebrücken, die aber eher schneller, denn langsamer trocknen.


      Auf dem letzten Bild sieht man ja sehr schön bis wohin der Schlagregen kam. Dort ist die Fassade flächig nass (dunkler). Die Fugenabzeichnungen gehen aber deutlich über diesen Bereich hinaus.

      Gibt es Bilder aus der Rohbauphase?
    • E. aus A. schrieb:

      Dieser kam dann, hatte einen Eimer mit angerührtem Putz dabei und trag diesen auf die gesamte Fasssade auf um die Unebenheiten einigermaßen zu füllen.
      Nur mal spekuliert.

      So etwas könnte u. U. passieren, wenn der "angerührte Putz", welchen der Gute im nachhinein aufgetragen hat, eben um solch einen "Auftrag" überhaupt zu realisieren, zu dünn - und somit nicht richtig abgebunden war.
      Gruß Werner 8)
    • Bilder vom Rohbau gibt es natürlich. :)

      Hab mal eins angefügt, das genau diese Wand zeigt.

      Könnte es denn sein, dass der Edelputz durch das nachträgliche Schleifen derart beschädigt wurde, dass er nun "saugt"? Dieser letzte Auftrag , also die "2. Edelputz-Lage" war in der Tat sehr dünn, denn sie sollte ja nur zum "Füllen" der groben Unebenheiten sein.

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] B: Ja,da war sicher Wind mit im Spiel.


      ---------- 9. August 2017, 14:45 ----------

      Ach ja, dann noch was: Beim Bild, wo man die Fugen sieht und das komplett nasse Mauerwerk haben wir die Theorie, dass die Wand eben durch den Dachüberstand nicht so sehr nass wurde und die Fassade - bis auf die Fugen - schon abgetrocknet ist. Eigentlich so, wie es dann flächig an der gesamten Fassade auf den anderen Bildern aussah.
      Bilder
      • 20170522_103322.jpg

        252,04 kB, 1.152×780, 97 mal angesehen
    • Das mit den Rollokästen ist uns noch gar nicht aufgefallen! =O

      Was uns allerdings aufgefallen ist, ist dass auch eine Stahlbetonstütze direkt unter der Firstpfette diese Abzeichnungen aufweist.

      Wie kann das sein? Wie gesagt, wir hatten ja auch die Vermutung, dass es an dieser "Nacharbeit" liegt, bzw. dass vielleicht auch die Oberfläche durch das Schleifen nicht mehr "dicht" ist, bzw. sich dieser Putz mit dem Mauerwerk nicht verträgt und es durch die verhältnismäßig dunkle Fassadenfarbe umso mehr sichtbar ist, es bei einer weißen Fassade vielleicht gar nicht auffallen würde.

      Ein Foto vom Gewebe habe ich leider leider nicht. Aber ich habe gerade ein Foto gefunden, bei dem man sieht, dass die Rollokästen ganz zu Beginn auch mit Gewebe verspachtelt wurden.
      Bilder
      • 20170527_135004.jpg

        292,62 kB, 1.152×864, 88 mal angesehen
    • E. aus A. schrieb:

      die Rollokästen ganz zu Beginn auch mit Gewebe verspachtelt wurden.
      Verspachtelt - ja. Gewebe - ???

      Die dunklen Stellen folgen ja scheinbar wirklich den Steinfugen. Das Mauerwerk sieht aber geklebt aus. Also können saugende und damit feuchtere Fugen eigentlich nicht sein.

      Bist Du G A N Z sicher, das da ein Gewebe eingearbeitet wurde?? Für mich sieht das aus, als sei da der Putz durch die Spannungen aus dem Mauerwerk entlang der Fugen gerissen, weil eben KEIN Gewebe eingearbeitet wurde!
      Und wo erstmal ein Riss, aber kein Gewebe ist, läuft der Riss auch auf dem Rollokasten weiter.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:

      Bist Du G A N Z sicher, das da ein Gewebe eingearbeitet wurde??
      Gute Frage!

      Denn: Das letzte Bild zeigt dass offensichtlich Gewebe an den Stürzen (Rollokästen) eingebettet wurde, was ja erstmal korrekt ist (wenngleich eine zusätzliche Diagonalarmierung am Sturzende zu fehlen scheint). Warum aber diese lokalen Gewebe, wenn doch die gesamte Fassade mit einer vollflächigen Gewebespachtelung versehen worden sein soll? Wurde diese wirklich eingebracht?

      Ab eines bestimmten Hellbezugswertes verlangen einige Hersteller mittlerweile (oder besser: sie empfehlen es) eine vollfl. Gewebespachtelung. Gerade bei hochdämmendem Mauerwerk.

      Ein Foto dieser Spachtelung wäre evtl. hilfreich.

      Und: Was sagt denn der Verputzer zu dem sich abzeichnenden Fugenmuster? Als "ganz normal" wird er es ja wohl nicht allen Ernstes darstellen wollen.
    • Genau, könnte es sein, dass diese Risse in der unteren Schicht sind, Wasser durch die hauchdünne letzte Schicht durchdringt und alles deshalb ungleich trocknet?

      Wir haben den Putzer ja einmal darauf angesprochen, er hat vorgeschlagen, die Fassade mit einer Silokonharz-Farbe zu streichen, um die Abzeichnungen nicht mehr zu sehen. Was haltet ihr von dieser Aussage?
      Bilder
      • IMG_7989.jpg

        226,84 kB, 1.152×977, 81 mal angesehen
    • In technischer Hinsicht kann ich nichts beitragen, aber wir hatten vor zwei Jahren ein Mandat eines Bauherren, weil sich an seinem Haus auf einer WDVS-Fassade nach Regenfällen Streifen entlang der WDVS-Platten abzeichneten, die genauso aussahen, wie auf deinem Foto - im Grunde wie Feuchtigkeitsstreifen.



      Absolut alle, auch ein vom Gericht bestellter SV, rätselten herum, wie es kommen könne, dass zwischen die Plattenfugen Feuchtigkeit hinein kommen könne.



      Schließlich entnahm der SV an zwei Stelle Probewürfel aus der WDVS-Fassade und es stellte sich heraus, dass die Putzschichten erheblich zu dünne (weit unterhalb der Normstärken) aufgetragen worden waren. Wir wissen alle zwar immer noch nicht, wie es dadurch nach Regenfällen zu einer Streifenbildung kommen kann, die wie Streifen aus feuchtem Putz aussehen, aber es war ein Mangel gefunden worden und die Fassade musste somit inkl. WDVS-Platten und Gewebe neu gemacht werden.



      Prozess zwar gewonnen, aber das eigentliche Rätsel blieb aus meiner Sicht weiterhin ungelöst.


      Was ich damit andeuten möchte: vielleicht mal die Putzstärke und –qualität ermitteln lassen?

      Was meint ihr hier mitschreibenden technischen Experten?
      ______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
      Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854
    • Vielen Dank für eure Beiträge - das ist wirklich sehr interessant!

      Die Stärke des Putzes war Gesprächsthema, als alle da waren. Nachdem die Aussensteckdosen noch nicht gesetzt sind, konnten wir zumindest an diesen Stellen einen kurzen Blick auf die Dicke der 1. Schicht werfen. Also, erheblich zu dünn scheint die nicht zu sein. Wir denken sogar, dass sie mit rund 2 cm korrekt ist. Das wäre natürlich noch ein Punkt, den man überprüfen sollte.

      Das Mauerwerk wurde an keinem Tag abgedeckt. Es gab auch Tage, an denen es richtig stark regnete - laut Maurer trocknet das aus.

      Grundsätzlich hoffen wir, dass wir uns mit dem Putzer gütlich einigen können, da am Ende eines Hausbaus natürlich die finanziellen Mittel erst einmal ziemlich ausgeschöpft sind.

      Abgesehen davon, dass wir eine mineralische Fassade wollten, kämen natürlich nochmal die Kosten des Malers auf uns bzw. den Putzer zu und auch an den Maler, der die Rahmen um die Fenster gepinselt hat und an der anderen Giebelseite einen Spruch aufgeschrieben hat. Dies müsste alles nochmals gemacht werden.
      Bilder
      • IMG_0783.jpg

        114,7 kB, 1.152×768, 98 mal angesehen
    • Ich bin für das Thema kein Experte aber was passiert mit dem Putz eigentlich bei dem Schleifvorgang? Wird da die Oberfläche nicht "zugesetzt"? Dann noch der dünne Auftrag des Putzes.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

      * Administrative oder moderative Beiträge in rot
    • Also es war schon recht heiß, aber wahrscheinlich nicht täglich über 30°C.

      Zwischen 1. Lage und Gewebe vergingen ca. 14 Tage, was laut Putzer aber mit dem Hersteller abgesprochen wurde und für OK befunden wurde wegen dem warmen Wetter.

      Der Effekt ist an allen Seiten gleich, an der Garagenwand nicht so stark, wobei die auch mit einem anderen Stein gemauert wurde.

      An der einen Seite der Garage, an der das Stück Musterputz aufgetragen wurde ist es nicht. Das ist die einzige Seite, die nicht nachträglich bearbeitet wurde. Aber darauf ging der Putzer überhaupt nicht ein.

      Was bedeutet "überlagert"?
    • Alfons Fischer schrieb:

      vermute ich zu geringe Putzfestigkeit.
      Aber inwieweit zeichnet sich dann das darunterliegende Fugenbild in Form nasser Flächen ab?

      Evtl. keine Haftung in diesem Bereich. Keine Haftung mit Untergrund = geringerer Wärmetransport/ Wärmespeicherfähigkeit = kühlerer Oberfläche = länger nass?

      Und: Wie kann es sein, dass die Fassade (Beitrag #1, drittes Bild) durch Schlagregen benetzt ist, das merkwürdige Fugenbild sich aber auch deutlich außerhalb (oberhalb) des von Regen betroffenen Bereichs abzeichnet?


      E. aus A. schrieb:

      Aber darauf ging der Putzer überhaupt nicht ein.
      Aber irgendwas wird er doch dazu zu sagen haben, oder?
    • Thomas B schrieb:

      Aber irgendwas wird er doch dazu zu sagen haben, oder?
      Ja:
      Das haben wir schon immer so gemacht.

      :whistling:

      E. aus A. schrieb:

      wir haben im letzten Jahr Haus gebaut und nach und nach wird alles laaangsam fertig.
      Sag mal - wie siehts denn INNEN aus. Seid Ihr schon drin? Gerade fertig geputzt und Estrich frisch gelegt?

      Nicht das es Baufeuchte von innen ist, die durch das recht kühle Wetter durchdringt oder Kondensation durch partielle Bauteilabkühlung erzeugt.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen