London und die Dämmung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • London und die Dämmung

      Hallo Forum,

      Das Thema ist ja schon gut durch die Runde bekannt. Brand der Hochhauses in London.

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]

      Wenn ich mir dieses Video anschaue und mich auf as Brandverhalten der Fassade konzentriere, sieht man ...
      A) (bei 8 Sec) die linke Fassadenecke flächig brennen und tropfen, Stücke nach unten fallen
      B) (bei 16 Sec) die linke Fassadenecke, sich der Brand hinter dem Putz weiter nach unten durchfrisst.
      C) (bei 24 Sec) rechts oben an der abgebrannten Fassade es noch mächtig knistert.
      D) (bei Sec 30) eine Sprühnebellöschung eingesetzt wird


      Nun die Fragen:

      1. Handelt es sich dabei wie ich vermute um die bekannte Styropordämmung mit gleichem Brandverhalten? (andere Normung ggf? in GB bzgl Brandschutzmittel?)
      Das Gebäude wurde die letzten 2 Jahre wohl saniert.
      2. Brandriegel werden in D ja empfohlen oder sogar vorgeschrieben ( Miwo Dämmung in gewissen abständen) ?
      3. Wie qualitativ ist der Löschversuch einzuschätzen in der gezeigten Situation. Zufall? Anhang bekannter eigenschaften von Dämmung und Putz.

      Ich will bissle Rückschlüsse auf fachlicher ebene ziehen und das bissle hinterfragt haben.
      Vielleicht haben wir ja ein paar Fach- Infos und nen Meinungsaustausch.
      :corn:

      Hier noch ein Bild zur Fassade


      ---------- 15. Juni 2017, 13:43 ----------

      Noch zwei Bilder eins vor "Moderniesierung"
      und ein aktuelles mit Fassadenteilen im Istzustand

      Copyright - Urheber_
      Von Natalie_Oxford on Twitter - [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.], CC-BY 4.0, [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
      Von R Sones, CC BY-SA 2.0, [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
      Bilder
      • brand-hochhaus-london.jpg

        244,08 kB, 1.152×768, 11 mal angesehen
      • Grenfell_Tower_fire_(wider_view).jpg

        152,14 kB, 1.152×863, 11 mal angesehen
      • Grenfell_Tower,_London_in_2009.jpg

        35,57 kB, 275×430, 11 mal angesehen
      Manche Diskussionen dauern länger als das handwerkliche probieren und ausführen. :sos: :lol:
    • wie es zu diesem vollbrand kommen konnte,
      ist noch rein spekulativ. die fassade jedenfalls war
      massgeblich daran beteiligt

      aber man regt sich oftmals auf, in deutschland sei alles genormt
      und geregelt. in england, geht man vermutlich (noch, das wird sich nun
      vermutlich ändern) etwas laxer mit dem thema um.

      hier mal eine "musterbauordnung" hochhäuser deutschland.
      als erste orientierung.

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
    • Was bitte soll der *****ß?
      Weder Brandursache noch Fassadendetails sind bekannt, noch nicht mal alle Toten geborgen und beerdigt und schon wittern die Fassadendämmungsverdammer und -gegner Morgenluft mit Brandgeruch und wollen daraus irgendwelchen Honig saugen.
      Widerlich!

      IM Radio (NDR Info) war vorhin auch schon ein Feuerwehrsprecher, der daraus gleich wieder seine Tiraden wider Polystyroldämmung begründete.

      Mal kst von einer hinterlüfteten, in der Kaminwirkung nicht unterbrochenen Vorhangfassade, mal von brennbarer Dämmung am gesamten Haus die Rede.
      Keiner hat belegbare Infos zur Ursache, geschweige denn zur Ausbreitung.

      Nicht mal die engl./Londoner Gesetzgebung zur Dämmung von Hochhäusern ist bekannt. Schon gar nicht, ob diese eingehalten wurde.
      Aber schon ist wieder Spekulatius.

      Ich würde es allein schon wegen der Pietät gegenüber den noch ungeborgenen Toten für mehr als angemessen halten, diese Debatte sofort einzustellen!
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Laut einem eben erschienen Artikel im Guardian ([Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]) handelte es sich in London um mit Polyethylendämmung gefüllte Aluminiumverbundplatten. Ein Artikel, der die Fakten aus dem Guardian wiederholt findet sich in der heutigen [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]

      Demnach handelt es sich nicht um ein EPS-WDVS!

      In Deutschland gibt es meines Wissens kein entsprechendes Materialkomposit mit Zulassung zum Einsatz oberhalb der Hochhausgrenze (22 m Fussboden höchstes Vollgeschoss).
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Skeptiker schrieb:

      Demnach handelt es sich nicht um ein EPS-WDVS!
      das dürfte in D ab 22m höhe (max.höhe der drehleiter
      ca.30m) in deutschland, aber sowieso nicht genehmigungsfähig sein.

      vermutlich lag da aber auch noch einiges andere im argen,
      im gebäudeinneren.

      völligste katastrophe, ich hoffe, so traurig dieses elend ist,
      alle beteileigten lernen daraus.
    • Skeptiker schrieb:

      In Deutschland gibt es meines Wissens kein entsprechendes Materialkomposit mit Zulassung zum Einsatz oberhalb der Hochhausgrenze (22 m Fussboden höchstes Vollgeschoss).
      Das sollte dringend verschärft werden. Immerhin fällt ein 8-Geschosser noch unter diese Grenze, wenn ich 3 m als Geschosshöhe ansetze.

      EPS bis Gebäudeklasse 3 fände ich ok, bei allem darüber sollte die Fassade nicht brennbar sein. Möglichkeiten gibt es ausreichend.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • es ist echt traurig, dass man nur durch katastrophen, sich
      weiter entwickelt, bez. "verbessert" .

      bedenklich ist aber doch, dass es eine mietervereinigung gab/gibt,
      die eklatante mängel beim brandschutz bemängelt hat, im vorfeld.
    • Glücklicherweise brennt es recht selten. Ich möchte mir nicht ausmalen, was passieren würde, wenn z.B. in Manhattan ein Hochhausbrand ausbräche. Letztes Jahr war ich dort in einem wohl recht alten Hotel, wo es nur 1 Treppenhaus und 1 Aufzug gab. Nicht auszudenken, wenn das Treppenhaus verraucht ist und die Flammen aus den unteren Fenstern schlagen.

      Egal, was jetzt in London die genauen Ursachen sind - beim Brandschutz hört der Spaß auf. Bei uns wird es vermutlich ein bisschen Diskussion geben mit dem Tenor "So etwas kann bei uns niemals passieren", und dann ist business as usual angesagt.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • wie alt ist der bau? um die 50 jahre?

      wie möchte man die hochhäuser, weltweit auf
      den neusten stand bringen? schwierig.

      aber wenn da über 600 menschen drin wohnen/sich aufenthalten,
      in mitteleuropa? brandschutz, kümmert keinen?

      ich denke mal," london und die dämmung", war ein reichlich
      dämmlicher TE-start. dämmung ist vermutlich nur ein
      neben-schauplatz.


      ---------- 15. Juni 2017, 18:12 ----------

      meine bescheidene meinunung bez. fassade.

      das waren sandwichpaneele. der kern dieser sandwichpaneele
      ist schwer entflammbar. es gibt ihn aber auch durchaus, in nicht
      entflammbar.

      ab 22m höhe, in deutschland undenkbar, dass man panelle, verbaut,
      die nur schwer entflammbar sind, anstatt, nicht entflammbaren.
    • In London gibt es mehrere Fragen, vor allem die warum so schnell ein Brand über die ganzen Geschosse über die Fassade sich ausbreitete. Danaben das Thema Rettungswege.

      Die Tage gab es auch einen Hochhausbrand in D in Stutensee. Der hatte nicht "die" Ausbreitung, wirft aber auch Fragen auf. Auch zum Thema Rettungswege. ggf. auch zur Fassade.

      Also auch in D funktioniert es nicht immer wie es soll.
      Nachdenken kostet extra!
    • Pemu schrieb:

      Also auch in D funktioniert es nicht immer wie es soll.
      mit sicherheit nicht!

      man muß auch mal kompromisse eingehen, z.b.
      innerstädtisch.

      aber das ist ein punkthochhaus. wo sich ca.600 menschen
      aufgehalten haben.
      da gibt es eigentlich keine kompromisse bez. brandschutz.
    • In diversen Meldungen hieß es schon wenige Stunden nach dem Ausbruch des Feuers, dass beim Umbau oder der Nutzung des Hochhauses möglicherweise Brandschutzvorgaben nicht beachtet wurden. Bevor also hier munter spekuliert und Verschärfungen des Baurechts fordert werden, sollten die Bergung der Toten und vor allem die Ergebnisse der Untersuchung des Brandverlaufes und dessen Ursachen abgewartet werden.

      Deshalb halte ich jetzt erstmal dazu die Finger still, :closed: (for me)!
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Also seid mir nicht böse,
      aber das war schon so gewählt von der Thematik her. und auch vom Titel.
      Denn das ist doch das war die nächsten Tage so aufflammen wird in den Köpfen vieler anderer.. durch die Medien und Reporter.

      Ich hatte mir bis dato nie Gedanken darüber gemacht, bis wann man das typische Styropor verwenden kann (Bautypus Hochhaus)
      Ich bin kein Hasser oder Befürworter von WDVS aus Styropor. Ich hatte beim Anblick des Brandverlaufes Bilder im Kopf vom Brandverhalten von Dämmfassaden aus Styropor.

      Mir sind fakten viel lieber. Aber was wird man in den Medien schon an Fakten bekommen? nichts. Da ist es sicherer ein Fachforum zu befragen.
      Manche Diskussionen dauern länger als das handwerkliche probieren und ausführen. :sos: :lol: