Schallschutztür, Sinnhaftigkeit

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    • Schallschutztür, Sinnhaftigkeit

      Hallo,

      mein Haus ist ziemlich hellhörig, da teilweise offen gebaut. EG massiv, Innenwände 11,5cm KS-Stein. OG Holzständer, Innenwände 15cm, Holzfasserdämmstoff, doppelt beplankt (eine Seite doppelt GK, andere Seite OSB & GK).
      Da ich eine KWL habe, habe ich Überstromöffnungen oben in die Zarge eingefräst. Damals eine tolle Idee für die Theorie, aber wenn man erstmal im Haus wohnt, ist die Idee für die Tonne. Die Türblätter haben eine Röhrenspanneinlage.
      Wenn die Kiddies im Bett sind, wird nur noch geflüstert. Wenn Baby im Bett ist, müssen alle anderen Kiddies immer leise sein. Ziemliche blöde Situation.
      Was kann ich also machen?
      Austausch der Türen durch eine Schallschutztür incl. neuer Zarge. Für die KWL-Zirkulation soll es Absenkabdichtungen mit Luftzirkulation geben....
      Doppeltürblätter einbauen?
      Räume mit Eierkartons ausstatten?

      .....
      Hat jemand Ratschläge, was ich machen kann, um diese Situation zu entschärfen? SInd Schallschutztüren sinvoll?

      Danke und Gruß,
      Peter
    • Peter1953 schrieb:

      Räume mit Eierkartons ausstatten
      Hilft nicht. Eierkartons nehmen den Hall aus der Raumakustik, nicht die Lautstärke. :D

      Schon mal geprüft, ob die Blätter wirklich Röhrenspan sind. Wäre nicht das erste Mal, das Röhrenspan angeboten und abgerechnet, aber Pappwabe verbaut wurde.

      Off-Topic:
      Tipp vom dreifachen Papa:
      Laß die Kinder sich an die Geräusche gewöhnen. Ja, ist zu Beginn anstregend, aber danach schlefen die auch, wenn nebenan die Welt untergeht
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • RSP Türen sind nicht gerade der Brüller bezügl. Schallschutz, da hätte ich zumindest Vollspantüren genommen, evtl. mit absenbarer Bodendichtung
      wobei die Einbausituation zu beachten ist, ein gutes Türblatt alleine reicht meist auch nicht
    • Peter1953 schrieb:



      Was kann ich also machen?

      zuerst mal prüfen, ob tatsächlich die Türen die Schwachstelle sind. Deine Wandaufbauten lassen das zwar vermuten, aber nicht dass der Schall nachher einen anderen Weg nimmt, und Zeit und Aufwand umsonst waren.

      Ob es sich tatsächlich um RSP handelt, das sieht man bzw. hört man wenn man daran klopft. Ansonsten Türblatt auf die Waage stellen, dann sieht man es auch. ;)

      Dann solltest Du sicherstellen, dass die Türen auch dicht schließen. Selbst der Anpressdruck auf die Dichtungen hat einen Einfluss auf die Schalldämmung. Sollte das Türblatt zu weit vom Boden entfernt sein, dann kannst Du den Effekt überprüfen, indem Du vor die Tür auf den Boden einen Teppich oder sonst irgendwas packst. Hauptsache da kommt kein Schall durch. Sollte sich damit die Schalldämmung deutlich verbessern, dann könnte man eine Bodendichtung (absenkbar) nachrüsten lassen. Im einfachsten Fall von innen am Türblatt befestigen, dadurch wird der Schall der unter der Tür durch kann um bis zu 40dB reduziert, und die Schalldämmung wird besser als die < 30dB für das Türblatt. Man kann auch vom Schreiner unten in das Türblatt eine Nut fräsen lassen und dort eine absenkbare Dichtung einbauen, dadurch lassen sich Schallschutztüren mit einer Schalldämmung bis zu 50dB(A) bauen. Sehr wahrscheinlich ist aber das Türblatt und die Schalldämmung durch den Einbau (Zarge) deutlich schlechter. Man müsste dann also weitere Maßnahmen ergreifen, damit die Bodendichtung ihre Stärke auch ausspielen kann.

      Ob solche Maßnahmen wirklich erforderlich sind, das musst Du selbst entscheiden. Wie gesagt, man kann an einzelnen Stellen zwar ein bisschen optimieren, aber irgendwann muss man das gesamte Konzept in Frage stellen. Dann heißt es, Zarge, Einbau, schweres Türblatt, umlaufende Dichtungen usw. halt das volle Programm.
    • Bevor wir uns detailliert mit der Tür beschäftigen sollte zuerst geklärt werden um a) welche Art von Schall es geht und b) auf welchen Wegen dieser unterwegs ist:

      1. Luftschall
      2. Körperschall

      Bei Sprache geht es um primär Luftschall, also lassen wir den Körperschall (Trittschall) erstmal weg.

      Luftschall wird von Raum zu Raum über die trennenden Wände, über die Öffnungen in den trennenden Wänden und über die die flankierenden Bauteile, also den Boden, die angrenzenden Wände und die angrenzenden Decken übertragen.

      Einschalige Holzständerwände haben mit Ständern von 60 / 80 mm bei deren beidseitiger Doppelbeplankung ein R w,R von 41 - 43 dB, Metallständerwände wären bei sonst identischem Aufbau abhängig von den eingesetzten Platten um stolze 11 - 15 dB besser!

      Als nächstes müsste man sich die Anschlüsse an Boden, angrenzende Wände und Decke / Dach anschauen. Hier macht die genaue Detailausbildung einen Unterschied von bis zu 20 dB - pro Weg!

      Über die Tür wurde schon einiges geschrieben.

      Es gibt also zahlreiche Wege der Schallübertragung. Nach deiner Schilderung muss an mehreren Details suboptimal gebaut worden sein: Die Bauart der Wände, die Überströmöffnungen, das Türblatt ... . In der Summe bedarf es meiner Meinung nach einer genauen Messung und wahrscheinlich einiger Umbauten.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker