Neue Schallschutznorm DIN 4109 von 7/2016

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    • Neue Schallschutznorm DIN 4109 von 7/2016

      Hallo,

      seit letztem Jahr gibt es die neu Schallschutznorm DIN 4109 2016, welche die alte Norm von 1989 ersetzt.

      Nach der ständigen Rechtsprechnung des BGH nahm dieser an, dass die Werte der alten Norm nicht die Regel der Technik im Wohnungsbau darstellt. Bei üblichem bis gehobenen Komfort- und Qualitätsansprüchen musste hiernach der Schallschutz mindestens dem Beiblatt 2 der DIN 4109 (damals als erhöhter Schallschutz eingeführt) entsprechen.

      Das bedeutet, wenn man nicht gerade im Bereich der einfachen und kostengünstigen Wohnraumbeschaffung (Studentenwohnheime, Flüchtlingsunterkünfte, etc...) plant, der in der alten DIN 4109 geforderte Standard nicht ausreicht.

      Die neue DIN 4109 definiert ebenfalls nur den Mindeststandard. Somit trifft oben geschriebenes ebenfalls zu.

      Die neue Norm beinhaltet nicht mehr das Beiblatt 2. Ein "erhöhter" Schallschutz der die a.R.d.T erfüllt wird nicht mehr definiert.

      Um mit dem Bauherren einen Standard zu vereinbaren der den a.R.d.T entspricht, bleibt die VDI 4100 von 2012. Hierbei ist wichtig, die Jahreszahl der VDI anzugeben, da sich der Schallschutz im laufe der Zeit verändert hat. Bei der VDI 4100 2012 entspricht SST 1 in etwa dem Beiblatt 2 der alten DIN 4109.

      Die DIN 4109 7/2016 soll übrigens in kürze bauordnungsrechtlich eingeführt werden. Die Berechnung des Schallschutzes nach der neuen Norm ist deutlich aufwendiger. Die Preise die für einen Nachweis aufgerufen werden könnten demnach ansteigen.

      Mich würde mal interessieren wie oft der Schallschutz nach VDI 4100 SST 1 oder SST 2 wirklich vereinbart wird, oder ob viele einfach nach der 4109 bauen?

      Zu guter letzt noch, ich höre dauernd, dass im Bereich des EFH kein Schallschutz zu erbringen ist. Da wäre ich sehr vorsichtig. Aus Sicht der Bauordnung gibt es keine Anforderungen für den Schallschutz innerhalb einer Wohneinheit, aber aus zievielrechtlicher Sicht hängt das von den Gerichten ab. Ich rate hier immer ebenfalls den Empfehlungen der VDI 4100 zu folgen. Ich schätze aber, dass auch hier ein Großteil der EFHs ohne geplanten Schallschutz errichtet werden.
    • danke für den hinweis.
      bei der menge der neuaufgelegten/aktualisierten vorschriften (aus verschiedenen quellen - erst vor kurzem wieder was neues bei is-argebau: mvv tb, entwurf) ist das sehr hilfreich.

      efh zur gänze, d.h. auch ohne jegliches organisatorisches bemühen, abzustricken, ist nicht zielführend.
      zuerst gehört der bauherr im rahmen der ..uups .. lph 1 :) über das thema und die lösungswege unterrichtet - und zwar durch den objektplaner.
      da regelmässig bei, sogar höchstpreisigen, efh kein fachmann für den schallschutz beigezogen wird, scheint ja alles ganz einfach :P
      bei wohnbauten erlebe ich das nicht sehr viel anders. mutig!

      deine frage nach 4109 vs bbl.2 vs. 4100 möchte ich eher nicht beantworten - du kannst es dir denken.
      die schallschutzberechnungen (hurra, wir haben doch programme) sind bereits (dank intensivberücksichtung angrenzender bauteile) richtig "spannend" geworden. schön, dass das mit der neuen 4109 noch getopt wird ;)
    • Ja, danke für die Info.

      Dann werden sich die Gerichte ja in Zukunft wieder fleissig mit Schallschutzproblemen zu beschäftigen haben. Die BGH Auffassung war gerade im Grossen und Ganzen bei den untergeordneten Gerichten und BT/ angekommen, da werden jetzt wieder Schlaule Morgenluft wittern und meinen, durch die Neufassung der Norm und die darin NICHT berücksichtigten Urteile des BGH sei nu alles wieder auf Anfang.

      :wall:

      Herr, laß Hirn herniederregnen. Aber zieh vorher die Regenschirme ein.
      Das Leben könnte so schön sein.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen