Photovoltaik und deren Sinnhaftigkeit

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  • Photovoltaik und deren Sinnhaftigkeit

    Hallo Freunde,

    ich habe auf die Schnelle keinen Thread zum Thema Photovoltaik gefunden. Unser (hoffentlich WU) Keller ist mittlerweile fertig und nächste Woche soll der Rest folgen, der dann möglichst auf dem Keller steht ;)

    Auf einer Seite im Internet habe ich ein mit unserem vergleichbares Haus gefunden, das die gleiche Luftwärmepumpe verwendet und von derselben Anzahl Menschen bewohnt wird. Der dortige Hausherr hat sich die Mühe gemacht, seine Verbräuche exakt zu protokollieren, so dass ich nun weiß, dass uns langfristig ca. 200 € / Monat Stromkosten insgesamt (Wärmepumpenzähler + normaler Zähler) erwarten. Nun überlege ich, die 2.400 € Stromkosten pro Jahr durch eine PV-Anlage nebst passendem StromSpeicher zu minimieren.

    Gibt es Erfahrungswerte, die das realistische Eigenversorgungspotential von PV-Anlagen je nach Peakleistung pro Jahr für ein Einfamilienhaus angeben? Ich weiß, das hängt von diversen Faktoren (Hauptnutzungszeiträume, Peakleistung PV-Anlage, Kapazität Stromspeicher, tatsächliche Sonneneinstrahlung etc.) ab. Eine grobe prozentuale Angabe des Einsparpotentials würde mir aber schon völlig reichen. Wenn ich z.B. bei 5 kWp und Stromspeicher nur auf ca. 30% Einsparung kommen würde, könnte man das wirtschaftlich kaum sinnvoll vertreten. Wenn es aber möglich wäre, den Gesamtstromverbrauch um weit über 50% durch Eigenversorgung zu decken, könnte ich mich für eine Anschaffung erwärmen. Bin für jeden hilfreichen Beitrag dankbar.

    Danke + Gruß
    --
    Fomes
  • Fomes schrieb:

    so dass ich nun weiß, dass uns langfristig ca. 200 € / Monat Stromkosten insgesamt (Wärmepumpenzähler + normaler Zähler) erwarten.
    Von "wissen" würde ich hier nicht reden, eher von vermuten. Es ist so gut wie unmöglich verschiedene Haushalte miteinander zu vergleichen, selbst bei der gleichen Anzahl von Personen. Ich würde auch nicht von "Euro pro Monat" reden, denn wer weiß, was für einen Tarif Du bekommen wirst.


    Fomes schrieb:

    Wenn es aber möglich wäre, den Gesamtstromverbrauch um weit über 50% durch Eigenversorgung zu decken, könnte ich mich für eine Anschaffung erwärmen.
    An " weit über" 50% glaube ich nicht, selbst wenn man alle möglichen Register der Optimierung zieht. Hier sollte man auch nicht in Prozent rechnen, denn bereits die Anlagengröße beeinflusst den möglichen Eigenverbrauch erheblich. Abgesehen davon erkauft man sich die letzten Prozent an Optimierung immer relativ teuer. Bei einer PV bedeutet das, große Speicherkapazität, intelligente Steuerung, optimiertes Nutzerverhalten usw. Dann könnte man bei optimierter PV Leistung vielleicht über die 50% kommen. Betrachtet man die Sache wirtschaftlich, dann könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass man lieber auf ein paar Prozent verzichtet und dafür die Investitionskosten sagen wir mal halbiert. ;)

    Man müsste nun Daten sammeln und anfangen zu rechnen bzw. zu simulieren. Die Solarerträge lassen sich grob simulieren, die Verteilung über den Tag kann man auch abschätzen. Das Betriebsverhalten der WP lässt sich auch abschätzen, und beim Nutzerverhalten muss man halt Vermutungen anstellen. Es ist auch fraglich, ob es sinnvoll ist, wenn sich das Nutzerverhalten ausschließlich nach der Haustechnik richten muss, nur um die Verwertung der Erträge zu optimieren. Überspitzt gesagt, wenn ich jetzt unter die Dusche möchte, dann möchte ich nicht warten, bis die Sonne einen Speicher geladen hat. Wenn ich jetzt Hunger habe, dann möchte ich kochen, und nicht warten, bis die Rahmenbedingen dafür optimal sind. Da ist es mir dann völlig egal, ob ich am Jahresende ein paar kWh mehr oder weniger selbst verwertet habe, oder diese für ein paar Cent in´s Netz einspeisen musste.

    Mit den bisherigen Infos kann man also noch keine Aussage Pro oder Contra treffen. Wenn Du ohne genauere Daten abschätzen möchtest, dann würde ich nicht mit mehr als sagen wir mal 30% Eigenverbrauch rechnen. Damit solltest Du auf der sicheren Seite liegen, die sollten immer zu schaffen sein.
  • Eine PV Anlage kann schon interessant sein, man sollte aber nicht vergessen, dass es sich dabei um eine langfristige Investition handelt. Geförderte Maßnahmen waren noch nie dazu gedacht, dass der Betreiber damit eine hohe Rendite einfährt. Hier geht es in erster Linie um eine Art Wirtschaftsförderung, denn Hersteller und Monteure haben ihren Verdienst (und Gewinn) sicher, der Betreiber muss hingegen warten und darf dafür das Risiko tragen. ;)
    So wundert es nicht, dass es schon mal 15 Jahre und mehr dauern kann, bis der Betreiber mit seiner Anlage einen echten Gewinn einfahren kann. Dabei immer vorausgesetzt, dass die Anlage so lange durchhält, ohne dass Teile ersetzt werden müssen.

    Deswegen ist es um so wichtiger, dass man im Vorfeld genau plant, und versucht zu optimieren. Erst dann kann sich eine Anlage früher amortisieren. Je früher sie sich amortisiert, um so geringer wird auch das Risiko für den Betreiber.

    Rechnen wir doch ein einfaches Beispiel. Eine Anlage mit 5kWp kostet grob 6.000,- € zzgl. Montage, Anschluss usw. sind es dann in etwa 8.000,- €. Hier zeigt sich schon die erste Schwachstelle, denn die Montagekosten sind von den Umgebungsbedingungen abhängig. Kann man die Anlage einfach auf´s Dach hängen, ein paar Meter Leitung dran, fertig, dann wird es natürlich günstiger als wenn man dafür das halbe Haus zerlegen muss, bis die Anlage endlich betriebsbereit ist.
    Nehmen wir nun an, die Umgebungsbedingungen sind optimal, keine Verschattung, ideale Ausrichtung, dann liefert die Anlage einen Jahresertrag von grob 5.000kWh. Bei 12,21Ct./ kWh an Einspeisevergütung wären das 610,- € im Jahr. Ignorieren wir Verzinsung, Inflation, Wartungskosten, etc. dann sind wir bereits bei gut 13 Jahren bis sich die Investition bezahlt macht. Rechnet man nur einen Kleinbetrag für die Betriebskosten, dann werden die 15 Jahre ruckzuck überschritten.

    Möchte man nun den Zeitraum für die Amortisation auf sagen wir mal 10 Jahre drücken, dann kann man über Eigenverbrauch nachdenken, schließlich zahlt man für die kWh Haushaltsstrom um die 25Ct, also gut das Doppelte was man an Einspeisevergütung bekommt. Entscheidend ist dann jedoch, welche zusätzlichen Investitionen erforderlich werden, und ob diese nicht den Vorteil zunichte machen, oder gar in´s Gegenteil umkehren. Ohne große Mehrkosten wird man den Eigenverbrauch nur gering ansetzen können, 20% oder 30% wären mal so typische Werte mit denen man schätzen könnte, ohne vorher die Daten genauer analysieren zu müssen.

    Man muss sich also zuerst einmal den eigenen (Haushalts)stromverbrauch anschauen. der liegt bei einer typ. Familie um die 3.500kWh im Jahr, kann aber problemlos auch 1.000kWh niedriger oder höher liegen.
    Eine Familie zahlt somit aktuell etwa 850,- € bis 1.000,- € pro Jahr für den Haushaltsstrom (je nach Tarif). Wenn man davon sagen wir mal 30% einsparen kann, genauer gesagt selbst erzeugen kann, dann entspricht dies einem Gegenwert von 300,- €.

    Die Rechnung sieht dann ganz anders aus. Es werden dann nur noch etwa 4.000kWh eingespeist, also 488,- € Vergütung + 250,- € Eigenverbrauch (1.000kWh), und schon ist man bei 738,- € p.a. Wie man sieht, ist man nun schon ziemlich nah an den 10 Jahren. Unterstellt man jetzt noch, dass die Strompreise regelmäßig ansteigen, dann wird man die 10 Jahre schnell unterschreiten können.

    Nebenbei bemerkt, es war ja im Gespräch, dass der Eigenverbrauch zukünftig unter die EEG Umlage fällt, dann müsste man diese jetzt gegenrechnen, aber für Kleinanlagen ist das Thema wohl vom Tisch.

    Jetzt könnte man natürlich auf die Idee kommen, den Eigenverbrauch weiter zu optimieren, um die Anlage besser auslasten zu können. Das wird aber ohne zusätzliche Investitionen kaum möglich sein. Für eine deutliche Steigerung des Eigenverbrauchs wird man in einen Speicher investieren müssen, denn nur so lassen sich die Erträge in die Zeiten maximaler Nutzung quasi verschieben.
    Solche Speicher werden zwar auch gefördert, aber die Investitionen sind auch erheblich. Sie können problemlos die Investitionskosten der eigentlichen Anlage verdoppeln, selbst wenn man zusätzliche Fördermittel in Anspruch nimmt.

    Bei diesen Rechnungen wird oft der Fehler gemacht, dass man zur Amortisation einfach den kompletten Eigenverbrauch heranzieht. Das ist natürlich fraglich, denn wenn ich ohne bzw. mit geringen zusätzlichen Investitionen schon 30% Eigenverbrauch (1.000kWh) erzielen kann, dann muss ich die zusätzliche Investition natürlich mit dem zusätzlichen Eigenverbrauch gegenrechnen.
    d.h. Wenn mir ein Stromspeicher den Eigenverbrauch von 30% (1.000kWh) auf sagen wir mal über 80% (3.000kWh) erhöht, dann kann ich nicht die 80% zur Amortisation heranziehen, da ich 30% ja auch ohne diese zusätzliche Investition erreiche.

    Mit den obigen Zahlen wären das also sagen wir mal 500,- € pro Jahr (2.000kWh) die man zusätzlich einsparen (selbst erzeugen) könnte, und dann wäre die Rechnung halt Einspeisung 2.000kWh = 244,- € + Eigenverbrauch (3.000kWh) = 750,- € macht insgesamt 994,- € Ertrag der Anlage.

    Stellen wir nun die 3 Varianten gegenüber, dann sieht das wie folgt aus:
    a.) Anlage "nur Einspeisung", Investition 8.000,- €, Ertrag durch Einspeisung 610,- € pro Jahr
    b.) Anlage mit Einspeisung, Investition 8.000,- € + x, Ertrag durch Einspeisung 488,- € + Eigenverbrauch 250,- € = 738,- €
    c.) Anlage mit Einspeisung, Investition 8.000,- € + y, Ertrag durch Einspeisung 244,- € + Eigenverbrauch 750,- € = 994,- €

    x = zusätzliche Investitionen für einfachen Eigenverbrauch
    y = zusätzliche Investitionen für optimierten Eigenverbrauch

    d.h. Die Steigerung des Eigenverbrauchs von grob 30% auf 80% liefert mir "nur" einen Mehrertrag von 256,- € pro Jahr

    Ach ja, Vorsicht mit pauschalen Angaben in Prozent, wenn nicht bekannt ist, worauf sich diese tatsächlich beziehen. Ich habe schon Vergleichsrechnungen gesehen, da wurden diese auf den Anlagenertrag bezogen, und plötzlich hat die Anlage mehr eingespart als der Haushalt jemals pro Jahr verbrauchen könnte. ;)

    ACHTUNG! Die obigen Zahlen dienen nur einer groben Abschätzung. Für eine genauere Berechnung müsste man weitere Faktoren mit einarbeiten, wie beispielsweise der Leistungsverlust der Paneele über die Zeit, Wartungskosten, Versicherung, Umgebungsbedingungen vor Ort, Nutzerverhalten usw.
  • Ich hatte insgeheim gehofft, dass einer oder mehrere der interessierten Menschen hier eine PV-Anlage auf dem Dach hat und seinen real erreichten PV-Anteil verrät. Die Konkretisierung der Daten zur Berechnung ist im Vorfeld naturgemäß schwer.

    Im ersten Jahr wird - wenn ich recht informiert bin - das "Estrichprogramm" die Stromkosten vervielfachen, so dass man realistische Werte erst ab Jahr zwei nach dem Einzug ermitteln könnte. Und warte ich so lang, habe ich bereits viel Sonne/Licht auf dem Dach ungenutzt gelassen. Könnte ich hingegen schon das Estrichprogramm zumindest tagsüber zum großen Teil eigenversorgt betreiben, wäre das ideal. Dann hätte man vor allem auch einen Großabnehmer tagsüber, der entgegen dem sonstigen Nutzungsverhalten (Lastspitzen morgens/abends) arbeitet. Langfristig wäre außerdem angedacht, den Wasserspeicher durch die LWWP tagsüber möglichst mit Eigenstrom auf Temperatur zu bringen und zu halten.

    Auf dieser Seite: [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] gibt es einen Solarkalkulator, der für unsere Gegend Folgendes ermittelt:
    3558 kWh Solarertrag pro JahrBasierend auf einer angenommenen Solaranlage mit ca 4 kWp.
    23 qm genutzte Dachfläche von 73 qm geeigneter Dachfläche, basierend auf einem 3D Modell Ihres Daches und naheliegenden Bäumen.
    703 € Einnahmen pro Jahr basierend auf Ihrer genutzten Dachfläche, des angenommenen Verbrauchs und Solarertrags.

    Aber 30% ... ich weiß nicht. Wenn ich eine solche Anlage auf dem Dach habe, dann mit Sicherheit auch eine Powerwall / Sonnenbatterie im Keller.

    Gruß
    --
    Fomes
  • Fomes schrieb:




    Aber 30% ... ich weiß nicht. Wenn ich eine solche Anlage auf dem Dach habe, dann mit Sicherheit auch eine Powerwall / Sonnenbatterie im Keller.
    Tja, und dann stellt sich die Frage, ob sich diese Investitionskosten auch bezahlt machen. Die 3.558kWh p.a. hätten aktuell einen Gegenwert von etwa 900,- € (25Ct./ kWh für Haushaltsstrom), wenn man sie komplett selbst nutzen könnte. Praktisch wird der Gegenwert geringer ausfallen, da ein Teil mit Sicherheit eingespeist wird.

    Aktuell im Sommer wird eine Anlage mit 4kWp Erträge zwischen 0kWh und 25kWh pro Tag einfahren, im Winter oder während der Übergangszeit nur ein Bruchteil davon. Die schwächsten Monate sind üblicherweise Nov. bis Ende Januar, schwache Monate wären Oktober und Februar. September und März liefern jeweils um die 300-400kWh, die Sommermonate Mai bis August bis zu 500kWh.

    Nehmen wir mal den aktuellen Monat. Da kann Dir die Anlage 25kWh pro Tag liefern, der Verbrauch in einem typischen Haushalt bewegt sich aber nur um die 10kWh pro Tag. Wohin also mit den überschüssigen 15kWh? Diese fallen ja an, selbst wenn der komplette Tagesbedarf durch Solar gedeckt würde, was nur möglich wäre, wenn man einen Speicher vorhält, der zumindest diesen Tagesbedarf speichern kann.
    Aber selbst wenn man den kompletten Tagesertrag speichern würde, was ist am nächsten Tag? Bewölkt, dann hat man Glück gehabt und kann den Speicher nutzen. Im Sommer gibt es aber fast immer ein paar Sonnenstunden pro Tag, selbst wenn es zwischendurch Gewitter oder Regen geben sollte. Das bedeutet, die Anlage wird immer ein paar kWh pro Tag erzeugen. Selbst wenn man es schaffen würde, den kompletten Bedarf für den Haushalt im Sommer zu speichern, dann würden immer noch 200kWh/Monat anfallen, die nicht genutzt werden könnten. Die WP könnte dabei auch kaum helfen, denn diese wird im Sommer ja nur WW erzeugen, und dafür reichen ihr 2kWh el. pro Tag aus.

    Man könnte nun die Anlage für den Sommerbetrieb auslegen, das würde aber bedeuten, dass bereits während der Übergangszeit kaum noch Solarertrag eingefahren wird. Zudem steigen die Kosten pro kWp, da eine Anlage für 2kW natürlich etwas teurer wird pro kWp als eine Anlage mit 4kWp oder 10kWp.


    Fomes schrieb:

    703 € Einnahmen pro Jahr basierend auf Ihrer genutzten Dachfläche, des angenommenen Verbrauchs und Solarertrags.
    Wenn ich die Seite aufrufe, dann sehe ich 675,- € Einnahmen pro Jahr, wobei die Berechnungsgrundlagen fehlen. Wenn man den Eigenverbrauch beispielsweise mit 30Ct./ kWh ansetzt, dann kommt man natürlich zu einem anderen Ergebnis als mit 25Ct./ kWh .
  • zum Thema Photovoltaik auf einem Einfamilienhaus kann man grundsätzlich sagen, daß sich eine Installation unter der Annahme "normaler" Bedingungen selbst trägt.
    Mit normalen Bedingungen meine ich daß keine besonderen Installationserschwernisse vorliegen und die Anlage nicht überteuert eingekauft wird.
    Mit dem Preis liegt R.B. etwas hoch, bei 5 kWp oder mehr sollten Preise um 1.200 - 1.500 Euro pro kWp netto machbar sein.
    Wenn man dann die Anlage nicht gerade auf die Nordseite montiert, reicht die Einspeisevergütung von 12,x cent/ kWh aus um die Anlage in ca. 12 Jahren damit abzuzahlen.
    Diese Bedingungen sind also nicht schlechter als zum Anfang des EEG.


    Die Amortisationszeit von + - 12 Jahren gilt für Volleinspeisung.
    Wenn man die Möglichkeit nutzt die erzeugte Energie direkt zu verbrauchen, verbessert man damit die Wirtschaftlichkeit.
    Der natürliche Direktverbrauch (=ohne besondere Maßnahmen, Speicher...) kann mit 20-35 % angenommen werden, je nach Anlagengröße und Verbrauchsprofil.
    Das gute am natürlichen Direktverbrauch ist daß er mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden ist (außer daß man dafür i. d.dR. Umsatzsteuer abführen muß)

    Ein Speicher bringt im Regelfall keine zusätzliche EInsparung, sondern er kostet wesentlich mehr als der mit ihm erzielbare Mehr-Direktverbrauch an Ersparnis bringt. Die Kosten nur für den Speicher können da durchaus in einer Größenordnung von 30 cent pro kWh liegen.
    Wer behauptet, mit einem Speicher im EFH wäre Geld zu verdienen, der lügt sich selbst oder den Anderen an.

    Eine Ausnahme sehe ich da momentan höchstens beim Caterva Speicher - der erwirtschaftet Einnahmen aus Regelenergiedienstleistung

    Für eine EFH-Anlagen Neuplanung würde ich raten eine möglichst große PV Anlage zu installieren, eben weil die sich selbst bezahlt.
    Ein Speicher kostet z. Zt. mehr als er bringt, das kann vielleicht in ein paar Jahren anders sein. Hier würde ich eher abwarten und ggf. nachrüsten

    Kompetente Hilfe bei Planung und Auslegung findet man im Photovoltaikforum.com
  • reezer schrieb:



    Mit dem Preis liegt R.B. etwas hoch, bei 5 kWp oder mehr sollten Preise um 1.200 - 1.500 Euro pro kWp netto machbar sein.

    An die 1.200,- €/kWp für eine betriebsbereite Anlage in der 5kW Klasse glaube ich nicht. Gerade bei einer Anlage die 20 Jahre und mehr funktionieren soll, würde ich mir genau überlegen, was ich mir auf´s Dach schrauben lasse. Die 1.500,- €/kWp sind schon eher realistisch. Ich hatte ja geschrieben, das hängt auch von den Bedingungen vor Ort ab. Bei Preisvergleichen sollte man immer mit durchschnittlichen Zahlen rechnen. Wenn es am Ende einen Tick günstiger wird, um so besser.
  • 10 kWp bekommst mittlerweile für um die 11.000 netto - und die würde ich mir auch immer draufpacken - alleine wegen dem Winter.

    Und dann hast Du was optisch schickes, geht also noch günstiger (z. B. blaue Module) mit 1000 kwp - und das ist nichts günstiges oder billiges, was nicht lange hält.

    Aber klar, je weniger Du drauf packst, desto teurer wird die kWp.
  • Ich hatte zwar selbst das Thema Amortisierung angesprochen, finde es unter dem Strich aber wesentlich sinnvoller, den selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen. Dass der Sommerüberschuss - wenn die Batterie erstmal voll ist, eingespeist wird, das nehme ich gern als positive Randerscheinung mit, es wäre aber nicht meine Hauptmotivation. Weitgehende Autarkie finde ich ein wesentlich lohnenderes Fernziel. Denn alles, was ein Haus von außen bezieht, wird nach bisherigem Erfahrungsstand immer teurer. kWh-Preise von über 30 Cent sind mittelfristig keine Utopie.

    Meine eigene Rechnung sieht in etwa so aus:
    Unser typischer Tagesstrombedarf (morgens 1-2 Stunden, abends 4-5 Stunden), fällt in die Zeiten, in denen Sonne knapp ist. Ich schätze, in dieser Zeit verbrauchen wir locker 70-80% unseres durchschnittlichen Strombedarfs, vielleicht mehr. Hätte ich nun eine Batterie, die eine Kapazität von ~ 7 Stunden Hausversorgung hat, müssten nach Adam Riese 70-80% unseres durchschnittlichen Strombedarfs vom eigenen Dach kommen. Bei geschätzten 4.000 kWh Bedarf /Jahr wären 70% = 2.800 kWh Eigenversorgung mit einem Gegenwert von 840 € bei 30 Cent Arbeitspreis. 840 € x 10 Jahre = 8.400 € Einsparpotential mit Batterie + x Einspeisevergütung - je nach Größe der Anlage. Für die runde Rechnung nehmen wir ~1.600 € Einspeisevergütung in 10 Jahren. Dann habe ich in 10 Jahren ca. 10.000 € mehr in der Tasche. Dem gegenüber stehen 15 - 20 t€ Investitionskosten, je nach Größe Batterie / PV-Anlage.

    Dann justiert man noch ein wenig die Verbräuche (LWWP Wärmebereitung in den Sonnenstunden, Waschmaschine - Trockner - Geschirrspüler per Zeitschaltuhr in die Sonnenstunden verlagern - ich halte das für realistisch, ohne allzu viel Komfort einzubüßen. Mal sehen, was Frauchen dazu sagt 8o
  • 30 Cent Strompreis ist schon arg übertrieben - rechnet sich natürlich schöner.

    Und nen Akku lohnt sich einfach preislich noch nicht. Warte noch 2-3 Jahre, dann passt das - nicht nur vom Preis, sondern auch der Technologie. Momentan ist das eher Liebhaberei, aber nicht wirtschaftlich und erst recht nicht ökologisch.

    Derzeit liegt mein Eigenverbrauch bei unter 20 Prozent, obwohl die WP mit dem Wechselrichter "kommuniziert" und wir darauf achten, dass die Geräte mittags laufen.
  • Wir zahlen im Moment 26,5 Cent / kWh + monatlichen Grundpreis. Je nach monatlichem Verbrauch liegen wir also schon jetzt bei ~ 28 Cent pro kWh . Mittelfristig 2 Cent mehr halte ich nicht für unrealistisch. Nein, ganz und gar nicht.

    Die unter 20% Eigenverbrauch werfen fragen auf: Welche kWp-Leistung? Wie schaut die energetische Güte des Hauses aus? Welchen Jahresstromverbrauch habt Ihr?

    Wir möchten dieses Jahr noch in einen Neubau ziehen, entsprechend niedrige Verbräuche erwarte ich.
  • die kWh aus einem Speicher kostet dich :
    - entgangene Einspeisevergütung ca. 12 cent
    - USt auf selbst verbrauchte Energie ca. 5 cent (19 % aus deinem Bezugsstrompreis incl. Grundgebühr)
    - Kosten des Speichers ca. 25 - 30 cent

    gesamt ca. 42 - 47 cent

    an deiner Stelle würd ich eher einen günstigeren Stromanbieter suchen, da ist tatsächlich was gespart.
  • Ich hatte hier woanders schon erwähnt, aber ich zahl 17 Cent/ kWh plus 6 Euro Grundgebühr - kommt halt auf die Region ab, aber um die 24-25 Cent sollten überall drin sein. Habe eine 10kWp-Anlage.

    Wieso wirft das Fragen auf? Ich spreche von derzeit - im Sommer schaffst Du selten mehr ohne Batterie. Das hat mit der energetischen Hülle ja nix zu tun - im Winter ist der EV bei 35-40 Prozent bei geschickter Koordinierung. Der Stromverbrauch hat ja mit einem Neubau erstmal wenig zu tun - unser Stromverbrauch zur Mietwohnung hat sich nur marginal verändert (natürlich nach oben). Strom für Heizung kommt on top, aber die hast Du grad in Zeiten mit viel Sonne nicht an ;).

    Trotzdem hatten wir letzten Monat Gesamtstromkosten von 40 Euro für die ganze Hütte - dank PV! Aber ist halt nur eine Momentaufnahme im Frühjahr/Sommer.
  • reezer schrieb:

    die kWh aus einem Speicher kostet dich :
    - entgangene Einspeisevergütung ca. 12 cent
    - USt auf selbst verbrauchte Energie ca. 5 cent (19 % aus deinem Bezugsstrompreis incl. Grundgebühr)
    - Kosten des Speichers ca. 25 - 30 cent

    gesamt ca. 42 - 47 cent
    Fehlt in dieser Gleichung nicht auf der Gegenseite der eingesparte Kaufpreis pro kWh ? Gesamt 47 Cent - 30 eingespart = 17 Cent Kosten einer Speicher-kWh? Würde ich sofort nehmen. :thumbup:

    Stahlhuber schrieb:

    Wieso wirft das Fragen auf?
    Vor allem aus zwei Gründen: 1. weil mir diese Fragen in dem Zusammenhang durch den Kopf gingen und 2. weil das hier ein Forum ist, dessen ausschließlicher Zweck ist, Fragen zu stellen ;)

    Ich halte die Güte der Hülle für wichtig, weil sie den gesamten Energieverbrauch wesentlich beeinflusst. Verbraucht das Haus wenig, habe ich wenig Bedarf. Habe ich weniger Bedarf, kann meine PV-Anlage bei gleicher Leistung prozentual mehr abdecken. Oder um es in Zahlen auszudrücken: PV produziert im Jahr 1000 kWh . Verbrauche ich und mein Haus 5000 kWh im Jahr, kann ich ~20% sparen. Verbrauche ich und mein Haus aber nur 3000 kWh , kann ich ~33% sparen.
  • Fomes schrieb:

    reezer schrieb:

    die kWh aus einem Speicher kostet dich :
    - entgangene Einspeisevergütung ca. 12 cent
    - USt auf selbst verbrauchte Energie ca. 5 cent (19 % aus deinem Bezugsstrompreis incl. Grundgebühr)
    - Kosten des Speichers ca. 25 - 30 cent

    gesamt ca. 42 - 47 cent
    Fehlt in dieser Gleichung nicht auf der Gegenseite der eingesparte Kaufpreis pro kWh ? Gesamt 47 Cent - 30 eingespart = 17 Cent Kosten einer Speicher-kWh? Würde ich sofort nehmen. :thumbup:

    Stahlhuber schrieb:

    Wieso wirft das Fragen auf?

    1. sehe ich da keine Gleichung, schon deshalb auch keine "Gegenseite"
    2. habe ich geschrieben was eine kWh aus einem Speicher kostet, und nicht was sie gegenüber etwas anderem mehr kostet oder sonstwas
    3. natürlich kannst du die Kosten einer einem Speicher entnommenen kWh den Kosten deines Bezugsstroms gegenüberstellen.

    Wenn du für deinen Bezugsstrom schon jetzt ca. 20 % mehr bezahlt als du bei Auswahl eines günstigeren Anbieters zahlen müsstest, und du sogar gerne darüberhinaus noch zusätzlich 17 cent pro kWh mehr bezahlen möchtest, dann ist ein Speicher sicher das Richtige für dich. Ich glaube aber in deiner Eingangsfrage das Wort "wirtschaftlich" gelesen zu haben

    mit realistischen Zahlen gegenübergestallt sind es ca. 47 cent pro kWh aus dem Speicher gegenüber ca. 25 cent bei Bezug aus dem Netz.
    Das ist dann schon ein spürbarer Unterschied, und eine irgendwie geartete Ersparnis kann ich da nicht erkennen.

    Es sei denn man legt Wert darauf sich so weit wie möglich mit selbst erzeugter Energie zu versorgen. Das ist dann aber kein wirtschaftliches oder technisches Argument, sondern ein "ideologisches"
  • reezer schrieb:

    - USt auf selbst verbrauchte Energie ca. 5 cent
    Könnte das mal ein Steuerexperte erhellen?

    Es erschließt sich mir nicht, warum ich auf selber erzeugten Strom, der nie das Haus verlässt, USt abführen muss.
    Angenommen, ich speise überhaupt nicht ein, oder habe eine PV-Insel (kein Netzanschluß), dann muss ich doch wohl auch keine USt zahlen - oder?
    Warum dann für den anteilig selbst-entnommenen Strom? Ich muss ja auch keine USt für erzeugte Wärmeenergie aus einer Wärmepumpe abführen.
  • einfach gesagt: wenn du die PV Anlage als Unternehmer betreibst, kriegst du die Mehrwertsteuer aus dem Kaufpreis erstattet und führst sie dafür von der Einspeisevergütung ab.
    Wenn du dann Strom selbst verbrauchst ist das eine Entnahme aus dem Unternehmen die du Umsatzversteuern musst.
    Wie der Bäcker der selbst eine Breze isst.
    Alternativ kannst du die Kleinunternehmerregelung wählen, dann fällt das mit der Umsatzsteuer weg.
    Bei einer PV Inselanlage oder einer Wärmepumpe ist das anders, die betreibst du im. Regelfall auch nicht als Unternehmen das heißt du hast die Anschaffung dann brutto.
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