Engpässe bei der MDI-Herstellung "Force Majeure"

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    • Engpässe bei der MDI-Herstellung "Force Majeure"

      Moin Moin Dachdeckerkollegen und Häuslebauer,

      der eine oder andere wird es ja schon mitbekommen haben, derzeit gibt es bei den großen Herstellern aufgrund von "Force Majeure" (höhere Gewalt) Engpässe mit der PIR / PUR Herstellung. Es besteht grundsätzlich das Problem, das ein Teilstoff zur Herstellung - MDI (Methylendiphenylisocyanate) - nicht in ausreichenden Mengen produziert werden kann.

      Betroffen davon wird der Flachdachmarkt sein, in dem PIR / PUR sehr häufig bei der Gefälledämmung Anwendung findet. Heißt also nach der HBCD-Krise, rollt die nächste Ungewissheit auf das Dachdeckergewerbe zu. Die Folge werden vermutlich explodierende Preise auf den Märkten in Europa sein und damit wird das bauen weiter verteuert. Wie sich die Probleme auf z. B. Fassadendämmung auswirken bleibt abzuwarten.

      Liest man die Meldungen zwischen den Zeilen, so könnte man den Eindruck gewinnen hier findet mal wieder exzellente Lobbyarbeit statt. Wir haben es unlängst mit der Entsorgungskrise gesehen, die immer noch nicht überwunden ist. Es wirkt vieles als würden hier künstliche Verknappungen geschaffen um den Preis und die gute Konjunkturlage für satte Renditen auszubeuten. Preisabsprachen? Finden doch nur in dunklen Räumen statt :whistling:

      Die Industrie, dein Freund und Helfer :sarkasmus:
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • keine Ahnung wo MDI bzw die Rohstoffe dafür vorwiegend hergestellt werden, ich kenne aber ähnliche Probleme aus dem Pharmabereich bei meiner Frau.
      Inzw. produzieren alle großen Pharmahersteller in Indien, u.a. auch die "Rohstoffe"/Wirkstoffe, die für die individiuelle Herstellung von Medikamenten hierzulande benötigt werden.
      Seit die Produktion nach Indien gewandert ist, gibt es ständig Engpässe. Wo früher 1-2 pro Jahr etwas nicht liefer- oder herstellbar war, ist es heute ein Dauerthema.
      Ursachen: Streiks, Explosionen, Brände usw usf...

      Muss also nicht zwingend "Lobbyarbeit" sein, wobei die bei der Pharmaindustrie auch hervorrangend funzt ;)
    • Amerika, Deutschland, China, Spanien - gibt ziemlich viele Werke. Aber nur wenige die in Europa das Endprodukt auch verkaufen dürfen. Schaut man sich die Meldungen am Jahresanfang an, wo MDI und TDI extrem angezogen haben kann man nicht so wirklich von Force Majeure ausgehen. Klar als Grund geht das immer. Beim Chemieriesen ist angeblich der Engpass an Synthesegas schuld, der das Werk in China lahm legt. Der andere hat angemeldet, weil das Werk in Bruhnsbüttel defekt ist. Ehrlich gesagt glaube ich daran nicht.

      Aber als Handwerker/ Endverbraucher kannst die Pille eh nur schlucken und mit leben. Angeblich sollen zum Teil auch die Preise in China schuld sein, der bezahlt halt mehr wie der Europäer. Das konnte ich aber nicht verifizieren, steht ja schlecht sorglos irgendwo geschrieben ;)
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    • Nach Aussage eines der weltweit größten XPS-Herstellers spielt der Massenanteil für XPS im Bauwesen am Gesamtumsatz nur eine untergeordnete Rolle von ca. 25 - 35 Prozent. Da gelte auch für PUR , PIR ... relevanter seien andere Einsatzbereiche: Fahrzeugbau, Verpackungsindustrie ... der dt. Dachdecker leidet also in bester Gesellschaft!
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Welche Rolle spielt das jetzt? Fakt ist, das jetzt schon Engpässe vorhanden sind oder es gar kein Material mehr gibt - Wartezeit unbekannt. Gerade bei terminierten Baustellen könnte das doch spannend werden. Die Menge um die sich nun geprügelt wird ist doch nebensächlich die Entwicklung daraus kann nur in eine Richtung gehen nämlich in eine Preissteigerung gipfeln. Die wird am Ende der Endverbraucher bezahlen, das ist sicher.

      Oligopole Marktsituationen muss ich dir ja sicherlich nicht erklären. Verwechsel meine Worte bitte nicht mit einem "Jammern". Auf der anderen Seite befeuert es andere Wirtschaftszweige und spielt den "Ökos" in die Tasche. Nur doof, wenn hohe Wärmedämmstoffe erforderlich sind. Am Ende bekommt der zu erst, der mit dem meisten Geld wedelt. Und ja ich finde schon, dass die HBCD-Krise wie auch die bevorstehende Preisexplosion das Bauen in der Quintessenz verteuert haben. Bist du nicht der Meinung? ;)
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    • Da scheint jemand eine aus der Mücke einen Elefanten machen zu wollen, um weitere Preiserhöhungen für das eigene eh schon sehr teure Produkt zu rechtfertigen.

      Informationsdienst Kunststoff schrieb:

      Die Verarbeiter von MDI in Europa sollten noch nicht erleichtert aufatmen, weil die Wartung der Produktion von Huntsman (The Woodlands, Texas / USA; [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]) in den Niederlanden beendet ist (siehe KIWeb vom [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]). Denn nur die eine von insgesamt zwei Anlagen hat bisher den Betrieb wieder aufgenommen, wie ein Sprecher auf Nachfrage von KI bestätigte. Bei der anderen stieß der Erzeuger auf „unvorhergesehene technische Probleme", die ein Wiederanfahren bislang verhindern. „Wir arbeiten unter Hochdruck daran das Problem zu lösen", heißt es aus der Unternehmenszentrale in den USA. Ein Termin konnte jedoch nicht genannt werden.

      Es ist nicht klar, wie viel von der insgesamt 430.000 jato umfassenden MDI-Kapazität in Rozenburg derzeit läuft, da Huntsman Einzelkapazitäten der beiden Linien nicht nennt. Auszugehen ist jedoch von einer etwa hälftigen Verfügbarkeit. Zusammen mit der ausgefallenen Linie von Covestro (D-51373 Leverkusen; [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]) in Brunsbüttel (siehe KIWeb vom [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]) sind damit laut der KI-Datenbank Polyglobe ([Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]) zurzeit etwa 15 Prozent der gesamten MDI-Kapazität in Europa außer Betrieb.
      (fetter Kursivsatz und Unterstreichung von mir).
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Das ist ja echt blöd. Den Hersteller den ich angerufen habe, der teilt mit, dass keine Aufträge mehr angenommen werden und mittlerweile nicht mehr produziert werden kann. Wann wieder geliefert wird, darüber schweigt er sich aus. Angeblich hätten die Chinesen große Kontingente an verfügbarem MDI aufgekauft ;-).

      Für Bauvorhaben die dieses Jahr fertig werden sollen, muss eine Alternative gefunden werden.

      Phenolharzschaum ( WLS 022) kann eine Alternative sein, doch glücklich bin ich damit nicht (Thema Ausdünstung etc.)

      Hat jemand Erfahrungen mit VIP Dämmung im Flachdachbereich. Das Gefälle könnte ja mit z.B. EPS hergestellt werden. Es ist, wie immer, der K(r)ampf um die durch die Architekten gewünschten geringen Aufbauhöhen ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kalle () aus folgendem Grund: Produktbezeichnung auf Phenolharzschaum geändert

    • Vakuumdämmung im Flachdachsektor ist nun ja, teuer? Verdammt teuer... Spätestens beim Brandschutz könnte es lustig werden Systeme zu mischen. Windsog will ich mir gar nicht ausmalen, alles heilt der Kleber :D aber ich muss zugeben ich bin bei Vakuum auch nicht sooo fit. [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Wie sieht das bei Dir aus? Schon öfter gehabt?
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    • J.B. schrieb:

      Das ist ja echt blöd. Den Hersteller den ich angerufen habe, der teilt mit, dass keine Aufträge mehr angenommen werden und mittlerweile nicht mehr produziert werden kann. Wann wieder geliefert wird, darüber schweigt er sich aus. Angeblich hätten die Chinesen große Kontingente an verfügbarem MDI aufgekauft ;-).
      15 % der Jahres-Produktionsmenge in Europa fällt aus und dann steigen die Weltmarktpreise, weil der Chinese alles aufkauft? Da werden einfach die Margen wieder verbessert!
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Das gibt es schon sehr lange. Müsste ich jetzt genau nachschauen wann die ersten verarbeitet wurden. Es gibt zu früher keinen Vergleich, weil es die damaligen Anforderungen heute nicht mehr gibt. Die sind heute ein vielfaches höher. Das einzige was man im Vergleich zu früher ziehen kann und was auch bei PIR / PUR geht ist die Benutzung von Kompaktdächern (In bitumen eingeschwemmte Dämmung). Das wird heute aber kaum noch gemacht, eher bei besonders schützenswerten Bauten (Krankenhaus, Museum usw.) Ist jetzt auch nicht die tollste Arbeite mit kochendem Bitumen zu hantieren. Aber der Kesselbraten ist lecker! :D
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    • Kalle schrieb:

      Wie sieht das bei Dir aus? Schon öfter gehabt?
      Jepp, soviel, dass ich es noch nie in einem LV gesehen habe. :lol: Ehrlich gesagt habe ich mich damit noch nicht beschäftigt, aber was nicht ist, kann ja noch werden...
      Die Hauptprobleme bei der Vakuumdämmung sehe ich mehr in den Bereichen der Verarbeitung/Transportschäden, weil schneiden/bearbeiten ist ja nicht und je nach Lieferzeit kann das böse ins Auge gehen, wenn die letzte Platte defekt ist und Ersatz 4 Wochen Lieferzeit hat.
      Bei dem wahrscheinlich hohen Preisen würde ich es begrüßen, dass Aufmaß erst zu machen, wenn die Maurer ( ich habe nix gegen die Maurer, nur das war ein ganz Spezieller ) keine Veränderungen mehr am Bauwerk vornehmen können :thumbup: ... letztes Jahr erst gehabt, Neubau mit Attika, Attika sollte laut Plan in 36,5 cm Breite ausgeführt werden, die Gefälledämmung nach dem Plan bestellt und vom Architekten freigegeben worden, damit bloß keine Verzögerung entsteht, Gefälledämmung wurde angeliefert, wir haben begonnen die Kehllinien zu schnüren und einzumessen und TaTa: mangels Steinen wurde die Attika in 24 cm Breite ausgeführt, :cursing: das ganze ist dann noch relativ einfach durch eine 12 cm Attikadämmung dachseitig beseitigt worden, nach Rücksprache mit Architekt und Statiker ( die Mauerabdeckungen in DB Lack beschichtet mit 4 Sonderecken ausserhalb der 90° waren ja auch schon bestellt, weil Ecken und Beschichtung ja auch nicht von heute auf morgen zu bekommen ist )
      Ich denke mit einer Vakuumdämmung wird die Bauerei wieder etwas entschleunigt und wenn die erste Säge angesetzt ist um was passend zu machen und es zischt, dann höre ich die ersten Artisten schon wieder schreien, was das für ein Schei... Zeug ist, obwohl, wahrscheinlich kommt die Folie drüber und im nächsten Winter wird dann erst mal gestritten wo der Tauwasserausfall herkommt...
    • Ich hatte das Zeug zu letzt in Berlin in den Händen. Nicht zur Verarbeitung aber so eine Schulung drüber. Ist, muss ich gestehen, aber auch relativ wieder aus dem Kopf geflogen. Irgendwas soll es da geben um die Platten zu schützen, die Werkseitig aufgebracht wird und sogar schneiden ermöglicht in einem gewissen Maß. Aber frag mich nicht genau jetzt, ich kann heute Abend mal schauen. Muss jetzt erst mal die Schulbank drücken und mich vollquatschen lassen :thumbup:
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    • Lawrence schrieb:

      Ich hoffe nicht zu leiden. Ich bekomme Bodendämmplatten aus PUR
      Je nachdem wann das ausgeführt werden soll, könnte man sich überlegen, die Dämmung jetzt schon zu bestellen, und Zwischen zu lagern, ich bekomme fast täglich von Verschiedenen Lieferanten mails, dass einzelne Hersteller bereits nicht mehr nachliefern/ausliefern können, ohne ein Ende des Engpasses nennen zu können. :huh: Wenn einzelne jetzt schon anfangen ( es waren keine Kleinen Hersteller ) ist es nur eine Frage der Zeit, bis die anderen auch nachziehen.
    • Ich habe heute eine Mail von meinem Händler bekommen , jetzt ist schon von höherer Gewalt die Rede , die Preisbindung zu Angeboten wird aufgehoben , und eine Lieferzeit kann nicht benannt werden .
      Da wird wohl wieder das EPS in die engere Wahl kommen oder andere Alternativen .
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • Force Majeure ist ja nix anderes wie "höhere Gewalt". Alternative hat mls schon genannt - phenolharze. Irgendwann wird es sich aber auch wieder beruhigen. Bis dahin dürfen einige halt tiefer in die Tasche greifen...
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