Außenputz mineralisch oder Silikonharzputz?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Außenputz mineralisch oder Silikonharzputz?

      Hallo zusammen,

      wir bräuchten an dieser Stelle mal einen Rat von (weiteren) Profis. Wir haben uns mittlerweile für Kalksandstein mit WDVS entschieden, auch auf den Rat von unserem Planungsbüro hin. Wir waren erst sehr auf monolithischen Wandaufbau fixiert, aber da z.B. die Aufsatzkästen, die Ränder bei der Decke und einige unserer Ecken sowieso gedämmt werden müssen (dort kommt dann Pfeiler und Eckfenster hin), haben wir nun gesagt, wir machen komplett KS und WDVS .

      Der Außenputz soll auf jeden Fall zweifarbig werden. Heller Putz als Basis und kleine Absetzungen vorne, hinten und an den Ecken in dunklerem Ton. Unser Fenster sollen ähnlich RAL7015 werden und über die Farbe der Absetzung an sich diskutieren wir noch.

      An sich war für mich immer klar, dass natürlich eine dickschichtiger Edelkratzputz das beste und langlebigste ist und der Silikonharzputz gleich auf Platz 2 kommt in Sachen Qualität und Langlebigkeit. Ich dachte gerade, dass der Silikonharzputz weniger vergrünt, aber unser Planungsbüro ist da andere Meinung und empfiehlt uns mineralischen Putz. Ich war jetzt noch nicht soweit, dass wir über konkrete Produkte reden, evtl. - ich kann hier nur deuten, da unsere nächstes Gespräch auch erst nächste Woche ist - evtl. vergleichen die ja dickschichtigen Mineralputz gegenüber sehr dünnem Silikonharzputz?

      Ich habe etwas recherchiert und ist_eagal sieht in einer eigenen Broschüre den ist_egal (Marmor-Scheibenputz auf Kalk-Zement-Basis) und den ist_egal (Siliconharzputz) auf einem Level in Bezug auf Verschmutzungsresistenz, während das Diffusionsverhalten beim ist_eagl von ist_egal selbst als besser bewertet wird. Der ist_egal (Kratzputz) wird genauso bewertet wie der ist_egal. ist_auch_egal weißt auf der eigenen Webseite ebenfalls einen Vergleich aus und hier kommt natürlich der eigene Lotus-Effect-Putz am besten weg. Aber viel interessanter, lt. Webseite-ist_auch_egal hat der Siliconharzputz eine bessere wasserabweisende Wirkung und einen besseren Widerstand gegen Algen und Pilze als mineralischer Putz.

      Da mehrere Lösungen nebeneinander existieren und anscheinend auch alle Putze verkauft werden, sind wir etwas ratlos. Nur soviel vorab, Silikatputze und rein organische Putze müssen wir uns, wenn wir eine hohe Qualität haben wollen, nicht anschauen, oder?

      Mir ist auch völlig klar, dass der Silikonharzputz völlig anders als der mineralische Putz funktioniert. Der mineralische Putz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt diese auch wieder ab. Der Silikonharzputz weißt Feuchtigkeit ab. Der mineralische Putz ist alkalisch und damit von Grund auf resistenter gegen Schimmel. Andererseits meint mancher, dass diese Alkalität mit der Zeit verloren geht.

      Das Problem am Edelkratzputz ist dann wieder, dass er nur beschränkt tönbar ist. Wenn wir mit der Farbauswahl klar kommen, dann ok. Streichen sollte man ihn ja nicht, dann gehen die guten Eigenschaften (Absanden) verloren. Außerdem gehört wohl einiges an Können dazu, einen Edelkratzputz zu verarbeiten. Da müssten wir dann unser Planungsbüro sowieso fragen, ob einer der Fachbetriebe, mit welchen sie zusammenarbeiten, das überhaupt kann. Unser Planungsbüro hat für jedes Gewerk ein paar Firmen, mit welchen sie regelmäßig zusammenarbeiten, in diesem Rahmen würden wir auch gerne bleiben. Hier wissen wir zumindest, dass Erfahrungen vorhanden sind.

      Ich würde gerne zum nächsten Gespräch nochmal etwas informierter gehen, habt ihr noch ein paar Hinweise? Wir möchten eine möglichst langfristig wartungsfreie Fassade, nicht schon nach 5 Jahren eine Algensanierung machen. Auch wenn wir Silikonharzputz machen würden, wurde uns dazu geraten, trotzdem nochmal zu überstreichen. Beim mineralischen Putz ist der Anstrich ja eh Pflicht und beim Edelkratzputz darf kein Anstrich dran.

      Der Unterputz sollte auf jeden Fall mineralisch und möglichst dick sein (im Rahmen der Vorgaben des Herstellers), oder? Es gibt bei Silikonharzputz ja die Wahl zwischen mineralischem und organischem Unterputz.

      Aber was tun beim Oberputz? Mineralisch? Silikonharz? Auf Edelkratzputz bestehen und mit den Farben leben, welche möglich sind?


      ---------- 30. April 2017, 12:28 ----------

      Entschuldigung wegen der Erwähnung von Marken. Ich dachte als Quellennachweis wäre es ok. Ich habe mir noch ein paar weitere Herstellerinformationen angesehen. Soweit ich mich informiert habe, gibt es grundsätzlich zwei entgegengesetzte Konzepte:
      - hydrophobe Oberflächen, evtl. mit Bioziden und Fungiziden (Aber auch ohne möglich?)
      - hydrophile Oberflächen mit Silikatfarbe

      Einige Hersteller vertreten das eine, andere vertreten das andere. Grundsätzlich hat aber anscheinend jeder Hersteller beide Lösungen im Programm. Ein Hersteller hat uns unser Planungsbüro übrigens genannt (für Farben) und dieser Hersteller vertritt die Schiene hydrophil mit Silikatfarbe.

      Dachüberstände sind geplant mit etwa 60 cm, so dass eher Tauwasser statt Regenwasser das Problem sein müsste. Das dürfte dann auch eher für Variante hydrophiler Mineralputz mit Silikatfarbe sprechen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gast1234 () aus folgendem Grund: hersteller- und produktnamen entfernt, bitte die nub's beachten!

    • Großer Nachteil von Kunstharz: er wird nicht gestrichen... Da kann man dann nix nachbessern wenn man mal Mist gebaut hat.
      Grad eine große Baustelle fertig mit so einem Putz, was für ein Scheiß wenn man nicht mal einen kleinen Schmutzfleck wegtupfen kann... (Umläufe von teilweise nur 50 cm Breite mit Dampfsperre bituminös, Gefälledämmung, Foliendach... Und der Architekt hat alles schon fertig verputzen lassen...)
    • Wir tendieren im Moment stark zu mineralischem Putz und zweifach gestrichen mit Silikatfarbe. So haben wir es jetzt auch abgesprochen mit unserem Planungsbüro. Die endgültige Entscheidung hat noch etwas Zeit, aber so wird es wohl werden. Ganz endgültig müssen wir das noch mal mit dem Putzer absprechen. Wir wissen ja leider jetzt noch nicht, wer in ein paar Monaten gerade Zeit für unser Haus hat.