Bodengutachten vor Grundstückskauf

  • Bodengutachten vor Grundstückskauf

    Hallo,

    wenn man ein Bodengutachten vor Grundstückskauf durchführen möchte und sich auch mit dem Verkäufer darüber einig geworden ist:

    an welchen Stellen lässt man bohren, wenn man noch nicht zu 100% sicher ist wo das Haus später positioniert werden soll?
    Macht es Sinn, oder muss (sollte) man dann in der späteren Planungsphase noch ein zusätzliches Bodengutachten durchführen lassen?
  • gibt es einen bebauungsplan, der die hauslage beschreibt?
    dann würde ich in dem fenster untersuchen.
    oder wunschposition? habt ihr euch mal mit einen architekten beraten? Man kann ja auch die hausposition und größe vorplanen ohne finale aufteilung des hauses.
    wie homogen ein baugrund ist, hängt von vielen randbedingungen ab.
    in der nähe von flüssen gibt es immer wieder ablagerungen, die keiner erwartet hätte. neben wunderbarem kies kommt plötzlich eine lehm oder gar treibsandlinse.
    ein örtlicher architekt kennt sicherlich die tücken in deiner region.
    Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)
  • entweder findest du die idealposition auf dem grundstück oder die wird als baufenster im bebauungsplan vorgegeben. dann wird dort gebohrt und ausgewertet. baust du danach doch an einer anderen stelle, kann eine nochmalige untersuchung die folge sein.
  • Laut B-Plan muss in einem Baufenster von 15m x 14m gebaut werden.
    Wenn nun unser Haus nur 10m x 10m werden soll, macht es dann trotzdem Sinn in den äußeren Ecken des Baufensters bohren zu lassen?
    Oder versuchen so genau wie möglich zu bestimmen wo das Haus steht und dann dort die Bohrungen durchführen lassen?

    Wie ist es überhaupt beim Bodengutachten.
    Entscheidet der Geologe wo gebohrt wird?
  • bei einer teilfläche von 10 x 10 m innerhalb des baufensters von 15 x 14 m hat meistens wenig veränderungen in der geologie zur folge. ob du bei probebohrungen z. b. eine torflinse triffst, kommt eher einem lottotreffer gleich.

    dem geologen sollte schon die position zur untersuchung angesagt werden.
  • Fragt sich zunächst mal, was mit der Untersuchung erreicht werden soll: geht es um potentielle Belastungen, um allgemeine Bebaubarkeit oder beides.
    Wenn der Anbieter das weiß, sollte er vernünftige Vorschläge für die Positionierung der Aufschlüsse machen können.
    Bei vielen Grundstücken kommt es bei der porsitionierung nicht auf den Meter an.
    Wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass die Verhältnisse inhomogen sind muss halt evtl. später nochmal nachgebohrt werden.
    Ergebnisse von Mischprobenuntersuchungen für die Entsorgung des Aushubes dürfen auch bei vilen Annahmestellen nicht älter als sechs Monate sein.
  • KatMat schrieb:

    Ergebnisse von Mischprobenuntersuchungen für die Entsorgung des Aushubes dürfen auch bei vilen Annahmestellen nicht älter als sechs Monate sein.
    Danke für den Hinweis, dann macht eine chemische Analys zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich noch keinen Sinn.

    KatMat schrieb:

    Fragt sich zunächst mal, was mit der Untersuchung erreicht werden soll: geht es um potentielle Belastungen, um allgemeine Bebaubarkeit oder beides.
    Hauptsächlich geht es um die allgemeine Bebaubarkeit. Wenn bei dem Gutachten natürlich Belastungen festgestellt werden, dann ist das ebenfalls von Interesse.
  • Häufig können Geologen eine Einschätzung des zu erwartenden Baugrundes auch auf Grund Ihrer Ortskenntnis oder geologischer Karten machen.

    Es geht ja hier -so habe ich es verstanden- nicht darum schon im Vorfeld ein schlüssiges Abdichtungskonzept zu entwickeln, sondern doch eher um die Einschätzung bebaubar / nicht bebaubar (wobei "nicht bebaubar" in einem neuen Baugebiet schon mal ungewöhnlich wäre) Also sagen wir: Voraussichtlich mit normalem Aufwand bebaubar vs. Pfahlgründugen & Co.

    Ich weiß daher nicht, ob es gleich ein echtes Baugrundgutachten sein muss....
  • Thomas B schrieb:

    Ich weiß daher nicht, ob es gleich ein echtes Baugrundgutachten sein muss....
    Und wie frage ich dann ein "unechtes" Baugrundgutachten an?
    Der Geologe möchte ja auch etwas verdienen.

    Bei Erschließung des Baugebietes wurde auch schon ein geotechnischer Bericht erstellt.
    Hier weiß ich leider nicht an welcher Stelle untersucht wurde, vielleicht lässt sich das aber noch in Erfahrung bringen.
    Laut B-Plan:
    0,10m - 0,20m Mutterboden
    bis ca. 0,50m unter OK Gelände Auffüllungen ungebundener Trag-Deckschichten
    bis ca. 2,90m unter OK Gelände schluffiger Tallehm
    tiefer als 2,90m unter OK Gelände Talsand
    mittlerer höchster Grundwasserstand liegt bei etwa 7m

    Ich erwarte hier nun weder Felsen noch andere Unregelmäßigkeiten.
    Die Frage ist nur, ob man vor Kauf auf Nummer sicher geht und ein Gutachten speziell für das Grundstück anfertigen lässt.
  • Natürlich braucht's ein "echtes" Baugrundgutachten.

    Aber jetzt geht es doch erstmal um die Kaufentscheidung, oder?

    Für den Bau, für die Planung, für die Statik muss ein solches erstellt werden.

    Nach den groben Infos aus dem geotechnischen Bericht dürfte die Baugrubensohle wohl im Übergangsbereich Sand/ Lehm liegen.

    Was kann da drohen? Vielleicht etwas Bodenaustausch. Vielleicht gar nichts.

    Ein Geologe, den man dann im Nachgang ohnehin mit einem Baugrundgutachten beauftragen würde, kann anhand dieser Kenndaten schon sagen passt/ passt nicht/ könnte Probleme geben weil ich habe da in der Nähe auch schon was ganz anderes erlebt/...

    Oder anders: Wenn Dir jetzt ein komplettes Baugrundgutachten erstellt werden würde: würdest Du den Inhalt verstehen?
  • hallo
    was war denn vorher in dem gebiet? acker, wiese, ödland usw.? wie ist denn der gewannenamen?
    z.b. brunnenwiese, sensmannswiesen, lehmenkaut, goldberg, sandhübel, usw. sagen meistens schon was über die geologie aus und in verbindung mit dem aufwuchs kann man grobe rückschlüsse ziehen.
    wenn das gebiet bis vor kurzem noch gepflanzt wurde geh zu dem bauern, der kann dir auf 2 m genau die problemstellen nennen. ( gut ich kenn halt bei mir um umkreis alle )

    gruss aus de palz
  • Ich werde mal die Stadt fragen ob sie mir das bereits erstellte Gutachten geben und die entsprechenden Sondierpunkte nennen kann.

    Das Gebiet ist als Fläche für Landwirtschaft sowie zum Teil als Grünfläche mit der Zweckbestimmung ‚Fläche für

    Sport- und Spielanlagen‘ dargestellt. Es stand vorher ein Sportplatz hier.

    Ich hätte mir dann natürlich das Gutachten erklären lassen oder mir externe Hilfe geholt um einschätzen zu können, wie es mit Altlasten aussieht oder evtl. Schadstoffen.