Uneinigkeit Architekt/Bauingenieur und ausführende Baufirma --Haftung

    • Uneinigkeit Architekt/Bauingenieur und ausführende Baufirma --Haftung

      Hallo,
      Ich habe eine Frage in der Hoffnung, dass jemand mehr weiß. Wir stehen derzeit kurz vor Baubeginn unseres EFHs. Im letzten Jahr haben wir vor Grundstückskauf mit unserem Bauingeneur und gleichzeitig Statiker zwei Probeschürfen gemacht, bei denen jeweils ein Grundwasserspiegel ab Ca. - 2,80m festegellt wurde(kein Bodengutachten).Daher wurde eine weiße Wanne als Keller geplant. Nun ist dernderzeitige Wasserstand bei -1,80m und die Baufirma hat eine Bedenkeanzeige gestellt bzgl der Wandstärke und Bewehrung des Kellers.Ziel ist die Entbindung von der gemeinsamen Haftung mit dem Ingeneur bzgl.des Kellers.
      Nun frage ich mich:
      - Bleibt die Planung so bestehen, haftet der Bauingeneur im Schadensfall?
      - Oder sind wir als Auftraggeber in der Haftung wenn wir den Planer nicht zum umplanen beauftragen?

      Wäre schön, wenn jemand sich auskennt.
      Danke
    • dann ist der verantwortliche planer seinen pflichten nicht nachgekommen und hat dich nicht beraten.

      jetzt muss er wahrscheinlich auf eigene kosten die planänderung veranlassen, damit die bedenken des bauunternehmers ausgeräumt werden.

      vertrag mit dem planer nach HOAI?
    • derartige pegelmessungen sind allein kein ausreichendes planungswerkzeug,
      trotzdem kann´s passen.

      Gast1234 schrieb:

      auf eigene kosten die planänderung
      nur, wenn eine planänderung erforderlich ist - wos ma ned wissn > ggfs. prüfen lassen.

      stichworte für die suche: unterschied zwischen wu-keller oder -konstruktion und wu-beton; fugenband; bemessungswasserstand oder BWS oder HHW; ggfs lichtschächte oder wasserdichte fenster.

      wenn das betonbauwerk die abdichtungsfunktion übernehmen soll: mindestbauteildicke aus wu-richtlinie beträgt 24/25cm;
      mindestbewehrung > je nach konzept zur rissbreitenbeschränkung.

      mind. ein teil davon sollte zwischen planer und bauherr geklärt (und dokumentiert) sein.

      i.ü. gibt es nicht viel bauigel, die sich architekt nennen dürfen.
    • Palino schrieb:

      Hallo,
      Ich habe eine Frage in der Hoffnung, dass jemand mehr weiß. Wir stehen derzeit kurz vor Baubeginn unseres EFHs. Im letzten Jahr haben wir vor Grundstückskauf mit unserem Bauingeneur und gleichzeitig Statiker zwei Probeschürfen gemacht, bei denen jeweils ein Grundwasserspiegel ab Ca. - 2,80m festegellt wurde(kein Bodengutachten).
      weshalb dann kein bodengutachten?
      das kostet nicht die welt.

      dein architekt muss dich explizit auf ein bodengutachten hinweisen
      (schriftlich). wenn nicht, hat er ein problem.
      du aber auch, baugrund ist bauherrenrisiko.
    • Palino schrieb:

      Daher wurde eine weiße Wanne als Keller geplant. Nun ist dernderzeitige Wasserstand bei -1,80m und die Baufirma hat eine Bedenkeanzeige gestellt bzgl der Wandstärke und Bewehrung des Kellers.
      Das verstehe ich nun leider nicht.

      Es war eine WW geplant. Nun ist der Wasserstand höher als ursprünglich "ermittelt" (bzw. zu einem Zeitpunkt X für diesen Zeitpunkt festgestellt).

      Nicht schön? Schlimm?
      Wieso eigentlich?

      Es ist doch eine WW geplant. Das ist das Maximum des Möglichen. Bei einem höheren Grundwasserspiegel wird doch nicht plötzlich eine bessere WW gebaut. Oder vorher eine "schlechtere".

      Eine WW muss druckwasserdicht sein. Die Bewehrung ist entsprechend der Belastung und der Nutzungsklasse auszulegen.

      Da EFH, gehe ich mal von der Nutzungsklasse A aus (was sonst).

      Inwieweit und weshalb und wieso werden Bedenken angemeldet? War die WW vorher eine "WW light"? (so etwas gibt es natürlich gar nicht....)

      Welcher Art sind die Bedenken des BU ? Wie begründet er diese?
    • Danke Thomas. Genau meine Überlegungen, ich habe mich nur nicht getraut das zu schreiben, da ich davon ausging, dass ich irgendetwas an der Eingangsfrage nicht verstanden habe.

      Mich wundert auch warum Wandstärke und Bewehrung bemängelt wird, vielleicht hat die Firma ja einen Fehler in der WW-Planung entdeckt.
    • das wasser szeht jetzt 1,8 m unter gelände, d. h. der keller steht im wasser, die hütte hat auftrieb und die frage lautet jetzt, wurden die auftriebskräfte berücksichtigt?
    • Auftrieb?

      Sollte ja wohl kein Problem sein.

      1. Während der Erstellung der WW muss natürlich eine Wasserhaltung betrieben werden. Man will ja nicht Unterwasser arbeiten.

      2. Danach werden die weiteren Geschoße auf dem Keller errichtet. Das dürfte den Keller ausreichend belasten, das Gebäude ausreichend schwer machen. Eine verfüllte Baugrube stabilisiert ebenfalls.

      3. Flutöffnungen (=Kellerfenster) ggf. dafür nutzen: zum Fluten.

      Auftrieb kann es m.E. nicht sein, da der TE auf Bewehrung und Wandstärke abzielte.....an den LS kann's demnach nicht liegen

      Mir ist das alles zu unklar.

      Fragt sich halt ob jemals eine WW gerechnet war....
    • s'gibt ja 2 Möglichkeiten:

      - die Planung der weißen Wanne ist nicht 100%ig (Wandstärke, Fugen, Betonsorte, Statik, Rissbreitenbegrenzung...wwi)
      - die Planung ist korrekt, aber die Baufirma sucht Schlupflöcher für Nachträge

      denn eine echte Weiße Wanne an sich ist ja nicht verkehrt, selbst bei einem Wasserstand von einer Handbreit unter OK. Wanne. Dem Auftrieb kann man auch mit entgegenwirken, wenn zum Beispiel ein paar Paletten Ziegel auf der Kellerbodenplatte (sinnvoll angeordnet) zwischengelagert werden. Schlimmstenfalls müssen sie einzeln wieder nach oben getragen werden.
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • OLger MD schrieb:

      Dem Auftrieb kann man auch mit entgegenwirken, wenn zum Beispiel ein paar Paletten Ziegel auf der Kellerbodenplatte (sinnvoll angeordnet) zwischengelagert werden.
      hallo
      für wie lange sollen die paletten da stehen bleiben?
      1,00 m im wasser kann durchaus eine verstärkung der bodenplatte ( dicke oder bewehrungsgrad ) erforderlich machen da es zu einer lastüberlagerung kommen kann.

      gruss aus de palz
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