Auslauf von Normen für funkenden Geräten...

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    • Auslauf von Normen für funkenden Geräten...

      Ich bin ja mal gespannt, wie die Kuh wieder vom Eis gezerrt wird... Beim Styropor hat es ja laange gedauert und für viiel Verwirrung und Ärger gesorgt...
      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] du steckst doch bestimmt mitten drin im Thema, Einzelprüfung eines jeden elektronischen Gerätes, da platzt doch der Markt...

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    • HPF schrieb:



      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] du steckst doch bestimmt mitten drin im Thema, Einzelprüfung eines jeden elektronischen Gerätes, da platzt doch der Markt...

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      Praktisch wäre das nicht machbar. Die Prüfdauer liegt je nach Komplexität des Prüflings bei mehreren Tagen, dazu kommen noch einige Stunden für den Papierkram.

      Feelfree hat den richtigen link gefunden. Es war bisher immer so, dass ein Verkaufsstopp nicht durchgesetzt wurde, und man sich einfach auf die "alten" Normen berufen hat. Das war noch nie ein Problem, denn genau betrachtet, gibt es ja die Normen, die werden auch nicht wesentlich geändert, sondern sie müssen halt erst noch unter der RED veröffentlicht werden. Mir wäre nicht bekannt, dass es Planungen gibt, ETSI Normen für "Funkgeräte" grundlegend zu ändern. Es wird aber so sein, dass man unter der RED keine EMV und LVD Normen mehr veröffentlich, wie das früher unter der R&TTE der Fall war.

      Nebenbei bemekert, viele ETSI Normen verweisen sowieso "nur" auf andere EN-Normen, bzw. die dort genannten Grenzwerte und Anforderungen.

      Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, dass sich die Hersteller an eine benannte Stelle wenden, die dann anhand der aktuellen Normenlage abschätzen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Gerät auf den Markt gebracht werden darf. Diese benannten Stellen hätten dann entscheiden können, dass die bisherigen Normen als Übergangslösung ausreichend sind. Somit wäre es ein einfacher administrativer Vorgang gewesen. ich kann mir nicht vorstellen, dass es dabei Probleme gegeben hätte, denn der Regulierer hätte dafür sicherlich die notwendige Rückendeckung gegeben.

      Was mir gerade noch einfällt, die Normen für EMV und Elektrische Sicherheit, bei denen ja die zugehörigen Direktiven zur gleichen Zeit geändert (aktualisiert) wurden, wurden rechtzeitig im Amtsblatt veröffentlich, und werden schon längst angewandt. Warum ETSI hier so einen Aufstand probt, das verstehe ich auch nicht. Vielleicht wollen sie auch mal wieder wichtig sein.
    • R.B. schrieb:

      Es war bisher immer so, dass [..] man sich einfach auf die "alten" Normen berufen hat. Das war noch nie ein Problem
      wär schön, wenn das berufen auf "alten" stand mit einführung der eurocodes auch im bauwesen gegolten hätte.
      aber nein, wir brauchen mind. 5x mehr verordnungen, um neu geplante gebäude qualitativ anzupassen.
      qualitativ? uuups ..
    • mls schrieb:

      R.B. schrieb:

      Es war bisher immer so, dass [..] man sich einfach auf die "alten" Normen berufen hat. Das war noch nie ein Problem
      wär schön, wenn das berufen auf "alten" stand mit einführung der eurocodes auch im bauwesen gegolten hätte.
      Jepp.

      Bei den von mir angesprochenenen Normen ist es doch so, dass die grundlegenden Anforderungen schon seit Jahrzehnten bekannt sind. Mit neueren Ausführungen gibt es meist nur kleinere Veränderungen, die für die meisten Produkte sowieso nicht anwendbar sind. Alle paar Schaltjahre kommen dann einmal etwas größere Veränderungen, beispielsweise wird dann bei Emissionsmessungen der Frequenzbereich nach oben erweitert, aber das war´s auch schon. Bsp.: Früher hat man bis 1GHz gemessen, und nachdem immer mehr WLAN, BT, usw. auf den Markt kam, hat man die obere Frequenzgrenze halt erweitert, aktuell bis 6GHz. Es gibt nur wenige Normen die auch Messungen bis 18GHz fordern, meist im MIL Bereich (dann teilweise noch höher), und die machen das schon seit Jahrzehnten so.

      Man muss sich auch einmal die Schutzziele vor Augen halten, die diese Normen bzw. Richtlinien verfolgen. Da geht es um den Schutz von Geräten und vor allen Dingen Personen. Wenn die Niederspannugnsrichtlinie eine Prüfung mit 2kV fordert, dann zeigt die Erfahrung, dass es egal ist, ob ich dann mit 2kV oder 2,5kV prüfen. Geräte die bei 2,5kV die Grätsche machen, haben meist grundlegende Probleme, und lösen sich dann auch bei 2kV schon in Luft auf.

      oder nehmen wir mal die Grenzwerte für die EMV-Emissionsmessungen. Mir kann keiner erklären, warum der Grenzwert einer EN55022 (jetzt 55032) ausgerechnet bei 30dBµV/m (Klasse B, 10m Messentfernung, Frequenzbereich 30MHz-230MHz) liegt, und von 230MHz-1GHz dann bei 37dBµV/m. Warum nicht 32dBµV/m oder 28dBµV/m? Diese Grenzwerte wurden irgendwann einmal vor gefühlt 100 Jahren festgelegt, wobei man die damalige Technik im Auge hatte, also die Geräte die zu prüfen waren (kaum hochfrequente Taktquellen) und die zur Verfügung stehende Messtechnik (im Vergleich zu heute nicht besonders empfindlich).

      Ich hatte ja geschrieben, dass zeitlich auch die neue EMV-Richtlinie und Niederspannungsrichtline eingeführt wurden. Mit der neuen EMV Richtlinie wurde dann erstmals die EN55032 harmonisiert, aber für 99% der Produkte ist es völlig egal, ob man nach der letzten aktuellen EN55022 die Messungen durchführt oder nach der neuen EN55032. Die Ergebnisse sind identisch.

      Ab und zu werden halt "Neuerungen" eingeführt, meist auf Druck einiger Hersteller, die dann wieder neue Geräte verkaufen möchte, denn schließlich muss jedes Labor dann wieder investieren. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, und weiß dies in der Praxis auch einzuschätzen.