Abdichtung historisches Mauerwerk

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    • Abdichtung historisches Mauerwerk

      Hallo zusammen,

      ich habe hier eine Ausschreibung liegen, da soll das Fundamentmauerwerk eines Schlosses aus Gipsmauerwerk ausgetauscht und neu aufgemauert werden. Dabei soll zur horizontalen Abdichtung "Bitumenpappe mit Walzbleieinlage" abschnittsweise eingebaut werden. Hab ich noch nie gehört. Kennt jemand das, Hersteller?
      Danke für Hinweise!
      Jochen
    • Ich glaube kaum, dass Du das noch bekommen wirst - aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Bleihaltiges LÖtzinn z. B. gibts nicht mal mehr für den Hobbyelektroniker zu kaufen, der einmal im Jahr ne LED lötet.

      Ich würde wetten, da hat wieder ein ahnungsloser Denkmaler seinen Kopp durchgesetzt. Datt war mal so datt mutt wieder so Ich würde bei AG anfragen, ob er denn eine Bezugsquelle dafür kennt. (Nicht benennen kann, darf er ja nicht)
      Wenn der sagt, ja ich kenne eine Quelle, die kann morgen X Meter liefern, dann macht Suchen Sinn.

      Sonst musst Du mies sein und dem die Ausschreibung zerschiessen, in dem Du im Anschreiben erklärst, dass Du in Pos. XYZ keinen Preis eingesetzt hast, weil es das Material nicht gibt. Dazu ein Nebenangebot mit einer machbaren Lösung.

      Der kann dann nämlich bei allen anderen Bietern nachfragen, ob sie denn wirklich bleihaltiges Material angeboten haben und wehe, die haben das nicht. Da platzt das LV :D
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:


      Sonst musst Du mies sein und dem die Ausschreibung zerschiessen, in dem Du im Anschreiben erklärst, dass Du in Pos. XYZ keinen Preis eingesetzt hast, weil es das Material nicht gibt. Dazu ein Nebenangebot mit einer machbaren Lösung.

      LV :D
      so hoch würde ich das nicht hängen, ist ne freihändige Vergabe.

      Elopant schrieb:

      Kann es sein, dass hier eine Mauerfuge mit Bleiwolle ausfüllen gemeint ist?
      nee, das soll die horizontale Fuge sein. Ursprünglich war das alles mit Gips Bruchmauerwerk gemauert. Durch die Feuchtigkeit wird das Gipsmauerwerk schnell mürbe. Vor vielleicht 100 Jahren wurde das Fundament schon mal mit VZ unterfangen, das wird als tragfähig angesehen. Inzwischen ist die mittlere Schicht jedoch auch stark verwittert und ein Teil das Gebäudes bereits ca. 10 cm abgesackt. Das schadhafte Mauerwerk soll abschnittsweise ausgebrochen und mit VZ ausgemauert werden. Als horizontale Abdichtung soll das Bitumen-Walzblei eingebaut werden.
      Jochen
    • Was ist daran jetzt so schwer? Es gelten die a.R.d.T . und da gibt es keine Bitumenschweißbahn unter Mauerwänden, Punkt. Alle zugelassenen Produkte sind noch in der Din 18195-2 (?) aufgeführt. Andernfalls in die neuen Teile schauen. Das dem Denkmalamt schreiben und fertig. Auch das Amt kann sich nicht über Gesetzlichkeiten hinweg setzen.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • Doch von a.R.d.T . reden wir immer weil es schlicht Vertragssoll ist. Wurde rechtssicher etwas anderes vereinbart? Wenn nicht gilt a.R.d.T . Das sind hier dann G200DD, R500 und Dergleichen. Die Walzbleieinlage gibt es nicht mehr und hat technisch dort auch keinen Sinn. Das kann man den zuständigen doch vermitteln oder nicht? Rohfilzeinlage oder Glasgewebe sind die heutigen Träger. Selbst Jute wird man wohl kaum noch irgendwo bekommen, bei Blei siehts wohl noch schlimmer aus.
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    • Kalle schrieb:

      Das kann man den zuständigen doch vermitteln oder nicht
      Die zuständigen dort wissen das genauso gut wie du oder ich. Es soll trotzdem aus denkmalschutzgründen so gemacht werden. Das ist die Zielvorstellung.
      Es gibt doch noch Walzblei, aber die Bitumenpappe mit Walzbleieinlage gibt es nicht mehr? habe ich das aus den vorhergehenden Posts richtig verstanden? Oder weiß noch jemand was?
      Jochen
    • Ruf beim vdd e.V an. Wenn DIE nix haben dann gibt es in DE auch nix mehr. Ich würde den Weg gehen die Gegenseite zu überzeugen. Da ist in meinen Augen die Energie besser aufgehoben.
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    • die kernfrage ist bereits beantwortet, mehr woass i a ned.
      den denkmalpflegerischen ductus, fern moderner ardt , kann ich nachvollziehen.
      ähnliche erfahrungen haben wir mit holzsanierungen (insbes. anschlüsse oder verstärkungen).
      daher vermute ich, das thema horizontalabdichtung kommt nochmal nach vergabe.

      wer im denkmal jede sanierung nach ardt bewerkstelligt, bekommt die 1m-ehrenmedaille.
    • Markus welchen technischen Sinn soll die Bleieinlage haben? Vorallem wie will man das Oxidationsbitumen daran zum halten bekommen? Hast dir schon mal die AL Einlage in einer S4 angesehen? Die is noch dünner als die Alufolie deiner Hausregierung. 2 Streifen G200DD dazwischen dat dünnste Blei und ordentlich Kleber - dann entsprichst wohl der "Vorgabe".
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    • Kalle schrieb:

      2 Streifen G200DD dazwischen dat dünnste Blei und ordentlich Kleber
      und bei der lv-auswertung heisst´s .. eene meene muh und raus bist du.
      ohne über die technische komponente deines vorschlags nachzudenken - das ist jedenfalls eine hübsch teure lösung, joo, so verdient man geld .. aber nur, wenn man´s im nachgang durchkriegt. lv-ausfüllen kannst du dir sparen ;)
      es gibt handwerklich genügend alternativen, die technisch mind. gleichwertig sind > LV-bearbeitung wie #3 ..
    • Wäre es nicht besser zu einem Architekten zu gehen, der Erfahrung in der Sanierung altehrwürdiger Gemäuer hat? Die haben Tricks auf Lager, die kennt man sonst gar ned. Mit den ardt braucht man bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude nicht her kommen, wenn man die möglichst originalgetreu wieder herstellen will. Aber es gibt andere Verfahren, um das Gemäuer so da stehen zu lassen, wie dazumal, aber mit neueren Mittelchen. Solche Dinge sind nicht gerade einfach und man viel falsch machen und so das denkmalgeschützte Gebäude nachhaltig schädigen.
      -

      Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...
    • [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Mir ist das alles zu hoch - bin wohl zu pragmatisch. Ich sehe keinerlei technische Erfordernis für diese Forderung und am Ende ist es nur ein Auswuchs von einem Sachbearbeiter der es so gerne hätte. Den Einsatz vermutlich aber nicht mal rechtfertigen kann. Machen lassen würde ich sagen. Das ist wie, wenn in LV 's falsche Angaben gemacht werden oder Dinge völlig Zusammenhangslos drin stehen.
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    • Kalle schrieb:

      Doch von a.R.d.T . reden wir immer weil es schlicht Vertragssoll ist.
      Im Denkmal???

      Die DIN beschreibt sich selber als nur für den Neubau geltend, es sein den.......
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • DIN ist doch nicht automatisch a.R.d.T ? Klar Erstellungszeitpunkt und die damaligen Regelwerke zählen für die Beurteilung was damals gängig waren. Wenn diese nun aber ersetzt wurden, warum fordert man etwas was es nicht mehr gibt? Flachdächer macht heute doch auch keiner mehr im Bürstenstreich verfahren obwohl das mal up to date war. Weil die Erkenntnis dazu führte dass dies nicht mehr praktikabel ist.
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    • Kalle schrieb:

      Wenn diese nun aber ersetzt wurden, warum fordert man etwas was es nicht mehr gibt?
      vielleicht hat einer der bieter 3km von dem zeug auf lager ..

      Off-Topic:
      bei neubauten (bautechnik wie auch organisation) ist es nicht immer leicht, aufgrund weniger infos einen sachverhalt einzuschätzen. bei bestandsbauten, erst recht bei denkmälern, gilt das noch viel mehr. wie ich schon in #13 vermutete: "das thema horizontalabdichtung kommt nochmal nach vergabe." ist wohl keine vob-ausschreibung.
    • Skeptiker schrieb:

      Da gilt auch keine ENEV!
      Dass ist mir schon klar. Hier geht es ja nicht um Aspekte die der Gestaltung dienlich sind sondern rein technische Funktion haben. Um es mal plakativ zu machen:

      "Holzverbindung im Denkmal nur genagelt, weil es zur Erstellung keine Schrauben gab"

      Das wäre eine entsprechend gleich hirnverbrannte Anforderung. Aber lassen wir das, ich spreche vermutlich kein Denkmälisch um das logisch nachvollziehen zu können. Soll vorkommen :bier:
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    • Skeptiker schrieb:

      Kalle schrieb:

      DIN ist doch nicht automatisch a.R.d.T ?
      Doch, aber nur in der Neuherstellung. Und Denkmal ist sowieso Denkmal! Da gilt auch keine ENEV!
      naja, ich bin da ein bisschen pingeliger. ;)

      natürlich gilt da die EnEV, die EnEV gilt immer!
      Nur kann u.U nach §24 von den Anforderungen abgewichen werden, sofern die Erfüllung der Anforderungen nach EnEV die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen...

      Sicher gibt es auch am Denkmal einige Bauteile, bei denen die Einhaltung der EnEV weder die Substanz noch das Erschenungsbild beeinträchtigen. Diese sind also auch im denkmalgeschütztem Bestand entsprechend auszubilden.