Online-Handel

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    • Online-Handel

      So, ich mach Mal ein neues auf...
      Da wir das Thema ja in einem anderen thread diskutiert haben, von dem ich mich aber verabschiedet habe nun ein Versuch.
      Winter, kalt KD kommt, Pumpe defekt.
      Austauschen? Ja! Rechnung kommt, Kunde ruft an: Warum ist die Pumpe bei euch 30 € teurer als im Netz?
      Lieber Kunde, wir halten diese Pumpe für dich vor, weil wir wissen, das diese Dinger gern am Wochenende ausfallen. Wir können aber auch gern die Pumpe wieder ausbauen und warten, bis deine Pumpe von R....r eingetroffen ist.

      Montage der beigestellten Duschwanne: Monteur kommt, Duschwanne ist defekt. Lieber Kunde sende bitte die Duschwanne zurück, wenn sie in 4 -5 Wochen wieder da ist, kommen wir gern wieder. Den Einsatz heute musst Du selbstverständlich bezahlen.
      Und jetzt los mit der Diskussion ;)
      Im zweiten schritt gebe ich euch mal eine kleine Lehrstunde in BWL (Betriebswirtschaftslehre) um Mal den Mythos R....r zu entschärfen. Aber erst will ich Argumente lesen...
    • Ja Alfred , jetzt bin ich auch mal auf die Diskussion gespannt.
      Selbst , wenn der BH die Sachen ausreichend vorher geliefert bekommen hat , heist das ja nicht das die bis zum Einbau auf Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit geprüft wurden .
      Das wird eben auch gerne vergessen , das der Handwerker gewisse Dinge einfach für den Notdienst vorhalten muss , bzw dabei haben muss . Das Kostet alles Geld .
      Gut so eine Pumpe wird sicher in max 48 Stunden da sein , aber ne Badewanne mit Spedition , das kann schon mal etwas dauern .
      Dann kommt es ja noch drauf an , ab gegen Rechnung oder Vorkasse , da spielt die Bank auch gerne noch ein Paar Tage mit dem Geld der Kunden .


      ---------- 23. März 2017, 21:31 ----------

      Ich habe selber auch immer das Glück gehabt , das sowas immer am Wochenende oder nach Feierabend passiert . Sei es Rohrbruch oder Verstopfung oder Heizungsausfall
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • Mal etwas kontrovers: Warum macht der HW sich eine Platte über welchen Vertriebsweg er sein Material bezieht? Ja, irgendwann wird vermutlich der Handel in der heutigen Form überflüssig sein - weil schlicht Wegrationalisiert. Würde es mich stören die gleiche Ware bei Versandhäusern wie Amazon etc. zu bestellen? Nö, wenn es meine Kosten senkt und ich mir einen Wettbewerbsvorteil erkaufe? Who cares?

      "Just in Time" ist doch heute schon Gang und Gäbe. Baustellen sind in der Regel planbar, damit auch das Material (Wie viel, wann, wo) Ob nun der Fachhandel per LKW anliefert oder das Versandhaus kann mir ziemlich egal sein. Natürlich bei gleichbleibenden Service. Auf den Fachhandel als Vorräter kann man dann bei Dingen zurückgreifen, wo die Ware gleich mitgenommen werden muss. Der Handwerker ersetzt doch schon heute in weiten Teilen sein Lager gegen das des Fachhändlers.

      Was ich an der Diskussion eher weniger verstehe ist die Preisgestaltung die der Kunde erwartet. Ein Onlinehändler hat andere Kostenstrukturen als der Fachhändler. In wie weit man da eine Vergleichbarkeit erzielen kann ist mir nicht klar. Kochen zwar alle mit Wasser der eine vielleicht nur mehr und der andere weniger.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

      * Administrative oder moderative Beiträge in rot
    • Alfred1, Deine beiden Beispiel sind doch absolut in Ordnung?

      Und trotzdem werde ich (bzw. habe ich) 'nem Handwerker, der mir auch den Waschtischunterschrank fürs doppelte des Preises anbietet, 'nen Vogel zeigen. Dito bei der Klobrille.

      Da übernehme ich gerne das Gewährleistungsrisiko und auch das Risiko dass ich Rückversand und Co im Fall des Falles an der Backe habe und vielleicht auch etwas warten muss, wenn ich damit 4-stellig sparen kann.


      Ja - natürlich darf der Handwerker den Ausbau und Neuausbau dann extra abrechnen, wenn was nicht stimmt, no risk, no fun.


      Unterm Strich: bekomm ich was vom Handwerker mit Gewährleistung, ist Aufschlag auf Material das normalste und fairste der Welt.
      Die Argumentation "bauseits darf ich nicht, weil die Welt so böse ist. Gewährleistungsausschluss ist nicht möglich und Dienstverträge werden von Gerichten als Werkverträge ausgelegt", lasse ich aber aktuell mangels handfester Nachweise eurerseits nicht gelten.


      Anderer Fall: wenn ich von Garnitur X (zum Großhandelspreis) ein Upgrade auf Garnitur Y mache. Warum soll ich dann mehr bezahlen, als der offensichtliche preisliche Unterschied im Internet? Das Gewährleistungsrisiko + Handlingkosten etc. (im Preis von X enthalten) wird ja nicht größer, nur weil die Holzsorte oder Farbe 'ne andere ist.
    • bliblablub schrieb:

      Und trotzdem werde ich (bzw. habe ich) 'nem Handwerker, der mir auch den Waschtischunterschrank fürs doppelte des Preises anbietet, 'nen Vogel zeigen. Dito bei der Klobrille.
      Kennst Du das Kalkulationsschema des Betriebes? Weißt Du welche Kosten er auf das Material schlägt und es dir daher enorm hoch vor kommt? Ich mache mal ein Beispiel aus meiner Branche:

      Willst ein DFF verbaut haben, nun bekommst ein Angebot. Dort sind Material und Lohn separat ausgewiesen. Material ist mit dem Listenpreis berechnet - der HW wird vermutlich aber 20-30% Rabatt bekommen. Der wird dir aber nicht gewährt, da damit sagen wir 25% der Gemeinkosten gedeckt werden. Der Lohnsatz wird um den Faktor gemindert. (Wollen ja nicht doppelt abrechnen ;) )

      Nun, verarscht Dich der HW? Kannst du erahnen, dass er dich abzocken will? Nein, du siehst nur das es im Internet vermutlich günstiger ist. Was ja effektiv ein Trugschluss ist - denn bei dem Verbau des Materials wirst die fehlenden 25% halt mit dem Lohn bezahlen müssen.
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    • Kalle schrieb:

      Kennst Du das Kalkulationsschema des Betriebes? Weißt Du welche Kosten er auf das Material schlägt und es dir daher enorm hoch vor kommt?
      Ich bin der festen Überzeugung, dass die Handwerker, die ihre Gemeinkosten NICHT Anlass/Ursachenbezogen umlegen, in den nächsten 10 Jahren, wenn der Onlinehandel noch mehr in den Vordergrund rückt, ein großes Problem bekommen werden.

      Will heißen:
      - Gemeinkosten für Gewährleistung/Risiko/Warenhandling etc. gehören aufs Material.
      - Sonstige Gemeinkosten auf den Stundensatz / die Dienstleistung draufschlagen.


      Ansonsten gibts dauerhaft Diskussionen um den Preis des Materials. Und unzufrieden Kunden. Und Handwerker, die sich über unzufriedene Kunden beschweren, die die krummen Kalkulationen nicht verstehen.

      "Normale" Aufschläge wirst du immer dem Kunden erklären können. 100% ?
      Weil der Azubi jedes 2te Waschbecken zerdeppert, oder warum? Oder weil du 'ne krumme Mischkalkulation machst?


      Und wenn du jetzt sagst "bist du verrückt, wie soll das gehen"?
      Was machen alle die Branchen, die auch nicht auf Material aufschlagen, weil sie reine Dienstleister sind? Die bekommen ihre Kalkulation ja auch gebacken.
    • Gegenfrage: Wer hat noch kein Notebook/Rechner/Tablet/Smartphone online gekauft, weil es dort billiger ist als beim Fachhändler?
      Ich bin nun nicht in der Situation, ein Ladengeschäft zu haben - aber es gibt noch einige Kunden, die es zu schätzen wissen, dass die Computer, die sie von mir zusammengeschraubt bekommen haben seit vielen Jahren stabil laufen.

      Kalkulatorisch mache ich das voll transparent: Da die Webschops für Endkunden bei Computerteilen meist billiger sind als die für Wiederverkäufer, reiche ich den Preis zuzüglich Versand einfach durch. An der Stelle würde es mich zuviel Zeit und Nerven kosten, mir bei jedem Einzelteil eine Kalkulation zu überlegen. So kommt diese Diskussion gar nicht erst auf.

      Dafür rechne ich dann für Montage und Konfiguration den vollen Stundensatz ab.
      Mir ist schon klar, dass das im Privatkundengeschäft so schwierig ist - die erwarten meist, einen Rechner pauschal für z.B. 30 EUR zusammengeschraubt und konfiguriert zu bekonnen. Privatkunden habe ich (glücklicherweise) nicht.

      Diese Entwicklung fand halt bei Computerhardware schon vor einigen Jahren statt. Welche Artikel in anderen Bereichen in Zukunft betroffen sein werden, wird dann wohl am Markt ausgetestet werden. Das wird dann halt ein gewisser Lernprozess für den Dienstleister/Verkäufer/Handwerker wie auch für den Kunden.
    • Kalle schrieb:

      Was ich an der Diskussion eher weniger verstehe ist die Preisgestaltung die der Kunde erwartet

      Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich erwarte als Kunde primär das Gefühl fair behandelt zu werden. Das Internet versetzt uns heute in die Lage binnen weniger Minuten Vergleiche anzustellen. Wenn ich dann herausfinde, dass mir eine Badewanne für den doppelten Online-Preis angeboten wird, werde ich eben skeptisch und würde mir zumindest wünschen diesen Aufpreis plausibel gemacht zu bekommen. Und natürlich im Zweifel die Möglichkeit auf bestimmte Leistungen zu verzichten (z.B. die Gewährleistung).


      bliblablub schrieb:

      Anderer Fall: wenn ich von Garnitur X (zum Großhandelspreis) ein Upgrade auf Garnitur Y mache. Warum soll ich dann mehr bezahlen, als der offensichtliche preisliche Unterschied im Internet?

      Weil das Risiko, gemessen an der preislichen Differenz, prozentual mitsteigt. Wenn dem Azubi alle 20 Baustellen ein Waschbecken für 200 Euro runterfällt, muss ich diese 10 Euro pro Baustelle einkalkulieren. Nun ist es aber eben nicht immer ein Waschbecken für 200 Euro, sondern dann und wann auch mal eines für 2000 Euro - es bietet sich also an für jeden Auftrag einen gewissen Prozentsatz der möglichen Schadenssumme einzukalkulieren (hier eben 5%) und das sind dann eben bei der Differenz von 1800 Euro zwischen den beiden Waschbecken auch gleich mal 90 Euro zusätzlich zum Aufpreis nach Liste.

      wuselklaus schrieb:

      aber es gibt noch einige Kunden, die es zu schätzen wissen, dass die Computer, die sie von mir zusammengeschraubt bekommen haben seit vielen Jahren stabil laufen.

      Das wiederum ist eigentlich ein schönes Beispiel dafür, wieso so viele Kunden mit Unverständnis reagieren. Du, bzw. deine Dienstleistung hat im Prinzip doch keinerlei Einfluss darauf wie "haltbar" das Ergebnis am Ende ist. Das ist beim Waschbecken im Bad nichts anderes als bei PCs. Ist die Hardware defekt/beschädigt hat der Kunde die gleichen Gewährleistungsrechte wie du (es wird ihm sogar noch ein wenig erleichtert) und wendet sich an den Hersteller/Verkäufer. Ist die Frist um, guckt er bei dir ebenso in die Röhre wie an anderer Stelle.
      Die Montage ist in beiden Fällen sicherlich tendenziell risikobehaftet, aber doch, offen gestanden, derart simpel, dass mit Schäden im Regelfall nicht zu rechnen ist. Was bleibt sind Schäden, die sich erst nach einiger Zeit zeigen und auf die Installation zurückzuführen sind. Nur, was sollen das für Schäden sein bei denen nicht zumindest sofort (und vermutlich meist berechtigt) "Der Kunde wars!" gerufen wird?!

      Ich kann hier beim besten Willen keinen Mehrwert für den (Privat-)Kunden erkennen, wenn man mal übertriebene Ängstlichkeit oder Faulheit außer Acht lässt.
    • wuselklaus schrieb:

      Da die Webschops für Endkunden bei Computerteilen meist billiger sind als die für Wiederverkäufer, reiche ich den Preis zuzüglich Versand einfach durch. An der Stelle würde es mich zuviel Zeit und Nerven kosten, mir bei jedem Einzelteil eine Kalkulation zu überlegen.
      Ich weis ja nicht wen Du so alles Umsatzabhängig bezahlen musst , aber der Steuerberater rechnet doch meistens nach Umsatz ab, oder etwa nicht . Da zählen dann auch durchgereichte Umsätze mit dazu .
      Beim durchreichen entstehen doch auch Kosten , welche doch eigentlich auf die Ware aufgeschlagen werden sollten und nicht auf den Stundensatz.


      ---------- 24. März 2017, 07:09 ----------

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.]
      Ich glaube , es ging um vom Kunden geliefertes Material .
      Klar kann auch der HW sein Kram Online bestellen .
      Ich habe da mal ein schönes Beispiel , wie es nicht laufen soll :
      Kunde von mir wollte ein Schornsteinfeger - Wohnraumdachfenster , hat mir ein Onlinepreis gemailt mit Link , und ich habe Ihm gesagt , kann ich nicht günstiger anbieten , bitte bestelle es dort . Gesagt getan , nach 8 Tagen , haben Sie das Falsche geliefert, er gleich die Annahme verweigert und Kontakt mit dem Händler aufgenommen. Aussage: wir prüfen das und schicken dann das andere .
      Ich glaube es hat geschlagene 4 Wochen gedauert bis das richtige dann ankam . Natürlich unversehrt und alles I.O.
      Aber , wenn an sowas ein fester Termin steht /hängt , dann wird es eng !
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • Kalle: wenn ich immer diese Grütze mit den Preislisten und 20 % lese. Genau daran ist der Praktiker gescheitert.

      Nehme mal die neue Preisliste von doff: xps Kubikmeter 240 Euro. Völlig utopisch.Du weisst selbst, daß Du für nen völlig anderen Preis einkaufst. Und selbst der online-Handel geht halbwegs in Sachen Realität. Wenn mir der Händler sagen würde, da gibts nur 20 % drauf auf Liste, dem würde ich aber sowas von...
      Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
    • feelfree schrieb:

      kalle, wenn es 25% sind sagt doch keiner was. Gerade im Sanitärbereich sind es aber locker 100% und mehr. Im Elektrogewerk zb gibts solche Aufschläge nicht annähernd.
      Das ist pauschal so nicht richtig. Der kalkulierte Aufschlag hängt maßgeblich vom Preis ab, bei einer Dichtung für 50Ct. ist der prozentuale Aufschlag deutlich höher als bei einer Gastherme für 2.000,- €. Das ist bei einem Online-Shop auch nicht anders, nur dass der seinen Aufschlag vielleicht im Posten Verpackung und Versand versteckt, oder einer Mindestmenge, oder einem pauschalen Aufschlag bei Kleinmengen usw.

      So mancher Online-Shop ist nichts anderes als ein reiner Verkäufer, sprich es gibt dort weder Lagerhaltung noch sonst etwas, sondern sie reichen die Aufträge einfach nur durch. Dann steht, beispielsweise im Fall einer Gastherme, der gleiche LKW vor Deiner Tür der ein paar Stunden früher beim Handwerker oder GH stand. Diese Strategie hat für den Verkäufer den Vorteil, dass er so gut wie keine Betriebskosten hat. 1 Zimmer zuhause bei Mama, 1 PC mit I-Net Anschluss, das war´s. Das ist auch der Grund, warum es bei solchen "Händlern" immer wieder zu Problemen im Gewährleistungsfall kommt, vor allen Dingen wenn es um hochwertige Produkte geht, und sich das Betriebsvermögen auf 9,50 € beläuft.

      Aber, und das muss man auch sagen, es gibt genügend Online-Shops die man jederzeit empfehlen kann. In den letzten Jahren hat so mancher GH und Fachhändler einen Online-Shop eröffnet, oder gleich eine neue Firma dafür gegründet, um das Risiko zu minimieren. Dann kommt die Ware die der Handwerker am Morgen an der Theke abholt aus dem gleichen Lager wie die, die einem Online-Kunden am Mittag per Post zugesandt wird.

      Die Aussage im anderen thread, mit der minderwertigen Qualität, ist natürlich auch nicht richtig. Kein Hersteller produziert 2 Qualitätsstufen von einem Produkt, das lohnt doch gar nicht. Wenn schon, dann wird eine neue "einfachere" Produktserie aufgelegt.

      Achtung, bisher reden wir noch von seriösen online-Shops. Betrüger gibt es natürlich überall, erst Recht im online-Bereich. Da sehe ich auch das große Risiko für den Endverbraucher, der sich meist nicht die Mühe macht, seinen Verkäufer vorher zu überprüfen. Da wird nur auf den Preis geschaut. Kein Mensch macht sich Gedanken darüber, ob der angebotene Preis überhaupt realistisch sein kann, und das sind dann die Kunden die Lehrgeld bezahlen.
    • Ich glaube, Sanitär ist so ziemlich das blödeste Beispiel für die Erläuterung von Handwerkerpreis vs. Onlinehandel.

      Als ich vor Jahren unser eines WC umbaute, hab ich ein etwas spezielles WC eines großen Keramikhestellers gesucht.
      Bei meinem lokalen Sanitärgroßhändler mit Badausstellung 6xy €. ;( Die Anfrage an die Dame, wieviel Rabatt ich bekäme, wurde mit Gegenfrage nach meinem Installateur beantwortet. Nachdem ich ihr verraten hatte, das sei ich selbst, gab sie huldvolle 3% :lol:

      Ein paar Tage später im Baumarkt mit dem Biber (auch kein Tiefpreishort) das gleiche WC für 198 €. Als ich dann nochmal bei der Dame vom Großhändler nachgefragt habe, bekam ich zur Antwort, dann müsse ich eben da kaufen.
      Ich hab dann online gekauft. War incl. Frachtanteil usw. im Rahmen des Ben Kenobi Preises.

      Später hab ich dann erfahren, wo diese Mondpreise herkommen. Die Ausstellung ist gleichzeitig Bemusterungszentrum eines großen hier ansässigen Franchise-GÜ und die Mondpreise dienen den geknebelten Sanilötern der Sanierung ihrer Preise!

      Das ist auch der Grund, warum im Sanibereich so oft nach der Beistellung der Objekte gefragt wird - die unseriöse Preisgestaltung der Badausstellungen!!!!


      Ach ja, mittlerweile geben die Sani-Großhändler hier keine Bemusterungslisten mehr an die Bauherren raus. Nur noch an die Sanilöter. Auf meine Frage, wie ich denn ein LV machen solle, dass ja erst den Handwerker als Ergebnis ergibt, kam nur viel Lamentieren über den online- Handel. Eine Diskussion mit sachlichen Argumenten über den Eindruck, den die damit hinterlassen, wird regelmässig abgewürgt.
      Ich schicke meine Bauherren mittlerweile zu den grossen Online-Händlern zum Bemustern.


      Wenn bei mie ein Bauherr ein neues oder selten verarbeitetes Material haben möchte und will wissen, was das denn kostet, wirds richtig spannend.
      Hersteller anrufen. UVP-Liste ist schon fast ein besseres Geheimnis als die Durchwahl vom Pabst. Wenn Du die hast, kommt der wirklich spannende Teil. OK, und wieviel % bekommt der Handwerker am Ende so ca. Das können wir Ihnen nicht sagen, Preise bekommen nur unsere Kunden, wir wissen ja nicht .......
      Manchmal habe ich das Gefühl, unmoralische Angebote würden weniger Empörung auslösen als die Anfrage nach dem tatsächlichen Verkaufspreis.

      Welcher Eindruck kommt denn beim Verbraucher an? Alles Betrüger.


      Ich denke, wenn DA mal aufgeräumt würde, würde das viel Vertrauen der Endkunden zurückgewinnen


      ---------- 24. März 2017, 08:12 ----------

      R.B. schrieb:

      Kein Hersteller produziert 2 Qualitätsstufen von einem Produkt, das lohnt doch gar nicht. Wenn schon, dann wird eine neue "einfachere" Produktserie aufgelegt.
      Vorsicht - bei weisser Ware und den grossen Elektronik-Händlern gibts genau das. Da ist dann z.b. der Boden eines Geschirrspülers schnell mal aus Plaste statt aus Edelstahl.
      Erkennbar nur an der letzten Stelle einer 10, 15 oder 20-stelligen Typenbezeichnung, die dann ein X statt eines A ist.
      Scheinbar aber macht man ein super Schnäppchen.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • MoRüBe schrieb:

      Kalle: wenn ich immer diese Grütze mit den Preislisten und 20 % lese. Genau daran ist der Praktiker gescheitert.

      Nehme mal die neue Preisliste von doff: xps Kubikmeter 240 Euro. Völlig utopisch.Du weisst selbst, daß Du für nen völlig anderen Preis einkaufst. Und selbst der online-Handel geht halbwegs in Sachen Realität. Wenn mir der Händler sagen würde, da gibts nur 20 % drauf auf Liste, dem würde ich aber sowas von...
      Die wirklich interessanten Preislisten bekommst du als HW,Planer oder Kunde gar nicht zu sehen. Theoretisch. Das sind die EK-Preislisten des Grosshandels. Und wenn dir doch mal so eine Liste in die Hände fällt, fällst du vom Glauben ab.

      • Vermutlich wird die Zukunft in Richtung Internetplattform als virtueller Marktplatz und Versand direkt vom Hersteller gehen.
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:



      R.B. schrieb:

      Kein Hersteller produziert 2 Qualitätsstufen von einem Produkt, das lohnt doch gar nicht. Wenn schon, dann wird eine neue "einfachere" Produktserie aufgelegt.
      Vorsicht - bei weisser Ware und den grossen Elektronik-Händlern gibts genau das. Da ist dann z.b. der Boden eines Geschirrspülers schnell mal aus Plaste statt aus Edelstahl.Erkennbar nur an der letzten Stelle einer 10, 15 oder 20-stelligen Typenbezeichnung, die dann ein X statt eines A ist.
      Scheinbar aber macht man ein super Schnäppchen.
      Ich kenne es so, dass hierfür eine neue Modellbezeichnung angelegt wird, oder es wird daraus gleich ein "neues" OEM Produkt.
      Das was Du beschreibst kenne ich von Produkten die über einen langen Zeitraum produziert werden, da wird dann schon einmal "nachentwickelt". Dann wird aber nur das "neue" Produkt verkauft und nicht alt und neu parallel (bzw. nur für einen kurzen Übergangszeitraum).
    • Das Problem in Deutschland ist der x-stufige Vertriebsweg. Da wollen ganz einfach zu viele an einer Sache verdienen. Und zwar nur fürs Rechnung schreiben mal eben 20 % Und hör mir auf mit Fachhandel, die sind auch oft dumm wie Bohnenstroh. Bauen könnte in Deutschland viel günstiger sein, wenn das nicht wäre. Aber gerade die Hzg/San-Mafia hat es geschafft, ihre Pfründe zu sichern. Kein anderes Gewerk hats so perfektioniert.

      Und die HändlerEK/VK-Listen sind auch nur Makulatur. Am Jahresende gibts den großen Bonus. Und ist der Händler einer Gruppe angeschlossen, bekommen die auch noch was ab.

      Das ist mein Job. Den Handel rauszukicken.

      Nehmen wir noch mal das BeispielWP: warum muß ein Sanilöter 30% an einer Pumpe verdienen, wo er nach Einbau nix mehr mit zu tun hat?? Es ist immer schön, wenn ich die Innungstreffen sehe, wie die Bonzen da mit Ihren Q5 und größer ankommen. Ja ja, sie nagen am Hungertuch :lol:
      Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
    • MoRüBe schrieb:



      Nehmen wir noch mal das BeispielWP: warum muß ein Sanilöter 30% an einer Pumpe verdienen, wo er nach Einbau nix mehr mit zu tun hat?? Es ist immer schön, wenn ich die Innungstreffen sehe, wie die Bonzen da mit Ihren Q5 und größer ankommen. Ja ja, sie nagen am Hungertuch :lol:
      >>Bist Du bereit 65 € Stundenlohn zu bezahlen? Die größe des Autos hat nix mit dicker Marie zu tun, sondern mit Selbstwertgefühl. Meistens läufts eh über die Firma.
    • alfred1 schrieb:

      MoRüBe schrieb:

      Nehmen wir noch mal das BeispielWP: warum muß ein Sanilöter 30% an einer Pumpe verdienen, wo er nach Einbau nix mehr mit zu tun hat?? Es ist immer schön, wenn ich die Innungstreffen sehe, wie die Bonzen da mit Ihren Q5 und größer ankommen. Ja ja, sie nagen am Hungertuch :lol:
      Die größe des Autos hat nix mit dicker Marie zu tun, sondern mit Selbstwertgefühl.
      Bauherren wäre es allemal lieber, wenn das Selbstwertgefühl von Handwerkern von ihrer gut abgelieferten Arbeit käme!
    • alfred1 schrieb:

      MoRüBe schrieb:

      Nehmen wir noch mal das BeispielWP: warum muß ein Sanilöter 30% an einer Pumpe verdienen, wo er nach Einbau nix mehr mit zu tun hat?? Es ist immer schön, wenn ich die Innungstreffen sehe, wie die Bonzen da mit Ihren Q5 und größer ankommen. Ja ja, sie nagen am Hungertuch :lol:
      >>Bist Du bereit 65 € Stundenlohn zu bezahlen?

      Warum nicht? Auch 75,- € wären denkbar oder 85,- €, aber das soll doch bitte schön der Markt entscheiden.
      Wenn ich eine Ware oder Leistung anzubieten habe die gefragt ist, dann kann ich damit einen höheren Preis erzielen, und wenn ich nichts anzubieten habe, dann gibt´s auch kein Geld. Wer sagt denn, dass eine Handwerkerstunde 40,- € + MwSt. kosten muss? Es gibt vielleicht Handwerker die benötigen 50,- € + MwSt. um kostendeckend arbeiten zu können, und andere denen reichen 30,- € + MwSt.

      Die Zeiten ändern sich.
      Es kamen Supermärkte -> es wurde gejammert
      Es kamen Discounter -> es wurde gejammert
      Es kamen Baumärkte -> es wurde gejammert
      Es kamen Importe aus Asien -> es wurde gejammert
      Es kam der Online- Handel -> es wird gejammert

      Irgendwie wiederholt sich das, und erstaunlicherweise gleichen sich die Argumente immer wieder. Die "Anderen" verkaufen nur Schrott, die "Anderen" ruinieren Arbeitsplätze, man hört immer nur "die Anderen" und niemals "Wir haben Mist gebaut". Mit Mist meine ich hier nicht fachlich, sondern betriebswirtschaftlich. Wenn ich als Selbständiger vor Probleme gestellt werde, dann habe ich 2 Möglichkeiten. Entweder jammern, und irgendwann abschließen, oder mich halt der Herausforderung stellen und das Beste daraus machen.

      Wo ist das Problem mit dem Online-Handel? Selbstverständlich wird der Online-Handel Arbeitsplätze kosten, so mancher GH wird kürzer treten müssen (die Tante Emma Läden sind auch verschwunden), aber das wird durch neue Arbeitsplätze wieder ausgeglichen. Wenn neue Geschäftsmodelle auf den Markt kommen, dann sorgt das zu Beginn immer für etwas Chaos, aber das legt sich wieder.

      Also, wo ist das Problem? Der Handwerker kann sich doch überlegen, welche Stärken er hat, und welche Schwächen, und sich dann entsprechend positionieren. Das unternehmerische Risiko trägt er sowieso. Unter Umständen muss er halt sein Geschäftsmodell umstellen, nichts ist für die Ewigkeit. Wir haben Vertragsfreiheit, niemand kann einen Handwerker dazu zwingen einen Auftrag zu den Konditionen x anzunehmen (außer er ist angestellt, dann hat sein Chef das Sagen). Für die Kunden gilt, wenn ich mir die Freiheit nehme mein Material zu kaufen wo ich will, dann habe ich auch die Freiheit so lange nach einem Handwerker zu suchen, bis ich einen finde der mir das Material verarbeitet, oder ich kann den Kauf als Lehrgeld abschreiben. Was am Ende günstiger wird, das weiß man im Vorfeld nie.
    • R.B. schrieb:

      alfred1 schrieb:

      MoRüBe schrieb:

      Nehmen wir noch mal das BeispielWP: warum muß ein Sanilöter 30% an einer Pumpe verdienen, wo er nach Einbau nix mehr mit zu tun hat?? Es ist immer schön, wenn ich die Innungstreffen sehe, wie die Bonzen da mit Ihren Q5 und größer ankommen. Ja ja, sie nagen am Hungertuch :lol:
      >>Bist Du bereit 65 € Stundenlohn zu bezahlen?
      Wo ist das Problem mit dem Online-Handel? Selbstverständlich wird der Online-Handel Arbeitsplätze kosten, so mancher GH wird kürzer treten müssen (die Tante Emma Läden sind auch verschwunden), aber das wird durch neue Arbeitsplätze wieder ausgeglichen....
      Da stimme ich Dir völlig zu. Problematisch wird diese Entwicklung allmählich für die europäischen Innenstädte, bei denen das Aussterben der Einzelhändler zu Leerstand und damit in einer Abwärtsspirale zu drastischem Attraktivitätsverlust führt. Ich erzähle immer wieder gerne die Geschichte von einem Freund, der in den Niederlanden als Stadtplaner arbeitet. Denen sagen die Developer schon seut Jahren, dass sie in den EGen keinen Einzelhandel mahr haben wollen. "Das braucht keiner mehr", allenfalls Gastronomie und Freizeit.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Skeptiker schrieb:

      R.B. schrieb:

      alfred1 schrieb:

      MoRüBe schrieb:

      Nehmen wir noch mal das BeispielWP: warum muß ein Sanilöter 30% an einer Pumpe verdienen, wo er nach Einbau nix mehr mit zu tun hat?? Es ist immer schön, wenn ich die Innungstreffen sehe, wie die Bonzen da mit Ihren Q5 und größer ankommen. Ja ja, sie nagen am Hungertuch :lol:
      >>Bist Du bereit 65 € Stundenlohn zu bezahlen?
      Wo ist das Problem mit dem Online-Handel? Selbstverständlich wird der Online-Handel Arbeitsplätze kosten, so mancher GH wird kürzer treten müssen (die Tante Emma Läden sind auch verschwunden), aber das wird durch neue Arbeitsplätze wieder ausgeglichen....
      Da stimme ich Dir völlig zu. Problematisch wird diese Entwicklung allmählich für die europäischen Innenstädte, bei denen das Aussterben der Einzelhändler zu Leerstand und damit in einer Abwärtsspirale zu drastischem Attraktivitätsverlust führt. Ich erzähle immer wieder gerne die Geschichte von einem Freund, der in den Niederlanden als Stadtplaner arbeitet. Denen sagen die Developer schon seut Jahren, dass sie in den EGen keinen Einzelhandel mahr haben wollen. "Das braucht keiner mehr", allenfalls Gastronomie und Freizeit.
      das ist leider ein Problem das sich unsere Gesellschaft selbst zuzuschreiben hat. Wenn wir nicht mehr bereit sind, die Angebote vor Ort zu nutzen, dann werden diese Angebote natürlich mit der Zeit verschwinden. Kein Mensch kann einen Laden aus Spaß an der Freude betreiben.
      Dieser Effekt trifft die kleineren Gemeinde und Städte schon seit vielen Jahren, mit voller Wucht. Die Menschen müssen zwar irgendwie ihren täglichen Bedarf decken, nicht alles läuft da über Online-Bestellungen ab, aber der Umfang ist drastisch gefallen. Je nach Größe der Ortschaft gibt es dann noch einen Supermarkt der alles anbietet, und der Rest verschwindet in der Versenkung. Selbst Banken ziehen sich dort zurück, und unterhalten bestenfalls noch einen Raum mit ein paar Automaten.

      Als nächstes trifft es dann die Kleinstädte, in denen es nicht genügend Bewohner gibt, um mal andere Geschäftsmodelle zu "testen".

      In den umliegenden größeren Städten sieht man bereits Baumaßnahmen, wodurch die Innenstädte komplett umgestaltet werden sollen. Weg von der Einkaufsmeile der 70er, hin zu einem, ich nenne es mal "Aufenthaltsbereich". Auch in den Städten wollen die Leute nicht den ganzen Tag und die ganze Nacht in ihren paar m² verbringen, also setzt man in den Innenstädten wieder mehr auf Vielfalt.
      Ich bin aber kein Stadtplaner, habe das nur aus K´he und HD mitbekommen. In K´he wird die komplette Innenstadt umgestaltet, Verkehr raus, selbst die Straßenbahn wird quasi unter die Erde verlegt (aber nicht komplett als U-Bahn), und die Innenstadt soll für Bewohner und Besucher wieder attraktiver werden. Ob´s klappt? Ich weiß es nicht, aber besser als abwarten und zuschauen, wie alles den Bach runter geht.