Anbau: Planung, Hinweise, Kostenschätzung

  • Anbau: Planung, Hinweise, Kostenschätzung

    Hallo allerseits,

    wir möchten gerne ein Haus (Rhein Main Gebiet) in Richtung Garten erweitern und brauche Expertenrat, einmal, ob wir die wesentlichen Punkte bedacht haben, bevor wir uns professionellen Rat holen, und dann noch allgemeine Tipps? Vielleicht kann ja auch jemand etwas zu den zu erwartetenden Kosten sagen?

    Der Anbau soll zweigeschoßig sein und auf beiden Ebenen ca. 25qm = 50qm insgesamt bringen. Die Maße des geplanten Anbaus sind etwa 3,80m * 6,20m, Deckenhöhe ca. 2,80 im EG, 2,40 im OG, also rund 120 Kubikmeter.
    Die linke Seite steht frei, die rechte schließt bündig an die Nachbarwand an.

    Auf beiden Ebenen sollen 2x bodentiefe Fenster (unten doppelte Terrassentüren zum Garten, oben geteilte, also nur der obere Teil zu öffnen) eingebaut werden. Außerdem möchten wir auf der linken Seite noch jeweils 1 schmales bodentiefes Fenster (nicht zu öffnen, nur wegen Lichteinfall) einbauen. Verschattung unten mit Rolläden, oben keine.

    Es ist keine Unterkellerung geplant. Der jetzige (18qm eingeschossig, noch unterkellert) Anbau wird abgerissen, die Außentreppe vom Keller in den Garten wird geschlossen und überbaut. Ca. 40cm Betongeländer muss abgetragen werden, dann kommt die neue Bodenplatte drüber.
    Die bestehende Wand in Richtung Garten wird auf ca. 2m entfernt und per T-Träger abgestützt. Statiker hat keine Bedenken angemeldet, war allerdings bisher nur „Ferngutachten“ basierend auf Bildern und Grundrissen. Nehmen wir jetzt mal an, dass das klappt.

    Der Höhenunterschied Boden EG zum Garten sind rund 40 cm, so dass wir zwei oder drei breite Stufen vom jetzigen EG in den neuen Anbaubereich planen. Das ist auch so gewollt, um dort eine etwas höhere Decke zu haben.
    Im 1. OG würde der Anbau auf gleicher Höhe an das bestehende Haus anschließen. Der jetzige Fensterausschnitt wird entsprechend unten für die Tür zum neuen Zimmer erweitert. Auf dem bestehenden Hausteil steht ein Satteldach, für den Neubau planen wir ein Flachdach.

    Bezüglich Dämmung haben wir uns noch keine großen Gedanken gemacht, ich sag mal als Laie „Standard“, also nichts Besonderes, sondern so, dass die Energie nicht einfach verblasen wird. Ebenso das Dach natürlich, und insbesondere, damit es sich oben im Sommer nicht aufheizt. Die Heizung sollte ausreichend sein, um den zusätzlichen Raum zu beheizen (ansonsten steht sowieso demnächst ein Austausch an).

    Ansonsten Boden, Wand, Elektro, Heizung gemäß Notwendigkeit, keine Sonderwünsche.

    Planungsrechtlich haben wir schon inoffiziell grünes Licht bekommen, ist natürlich noch kein offizieller Bauantrag raus. Aber das können wir hier erstmal ignorieren.

    Wir haben uns gedacht, dass Holzständerbauweise günstiger als gemauert käme, aber ich habe mittlerweile 100 Foren gewälzt, habe aber keine eindeutige Antwort bekommen, vielleicht wisst Ihr ja was?

    Ein Bauingenieur hat mit für den Preis Neubau pro Kubikmeter 450 EUR genannt, dann komme ich hier auf etwa 54.000,-, was mir irgendwie verdächtig niedrig vorkommt, was meint Ihr?

    Anbei noch eine Skizze, bitte killt mich nicht für dieses Kindergartengekritzel, habe gerade noch nichts besseres :)

    Vielen lieben Dank vorab schon für alle Tipps!!



  • Ca. 1000,- €/m2, das erscheint mir etwas zu wenig. Auch wenn es sich um einen Anbau handelt, und somit Wärmeerzeuger zum Beispiel keine Rolle spielen, viele Arbeiten werden aufgrund der kleineren Flächen teurer pro m2 als bei einem kompletten Haus.

    HRB könnte eine interessante Alternative sein, Dämmung gem. EnEV erreicht man relativ einfach, aber auch das gibt es nicht gratis.

    Man müsste nun alle notwendigen Leistungen zusammenstellen und dann Angebote einholen. Ob dann die 100T € all inclusive erreicht werden, das kann ich nur vermuten, würde mich zumindest nicht wundern. Hängt dann auch von der Ausstattung ab (Bodenbeläge, Art der Fenster usw). Es könnte aber genau so gut irgendwo zwischen den 54 und 100 T€ liegen, also hinsetzen, planen, rechnen, Angebote einholen, dann weiß man mehr. Alles andere ist bestenfalls eine Schätzung.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von R.B. ()

  • R.B. schrieb:

    Angebote einholen, dann weiß man mehr. Alles andere ist bestenfalls eine Schätzung.
    Man kann so etwas schon im Vorfeld rechnen (schätzen), aber eine gewisse Unsicherheit bleibt natürlich immer. Eingriffe in den Bestand sind im Vorfeld schwer preislich festzumachen. Aber mit einiger Erfahrung und etwas "Sicherheit" (also etwas Extra-Geld im Hinterkopf) geht das schon recht gut.


    h_steinba schrieb:

    Ein Bauingenieur hat mit für den Preis Neubau pro Kubikmeter 450 EUR genannt
    Das ist sogar ein recht hoher m³-Preis...für einen Neubau. Nicht exorbitant hoch, nicht zu hoch, aber eben hoch.

    Für einen Umbau/ Anbau kann er aber deutlich zu niedrig sein.

    Rein aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass da wohl schon um die 75 - 100k bei rauskommen können. Abbruch, Anschluss an Bestand, viele Kleinmaßnahmen (Beispiel: wie verhält es sich mit E-Leitungen in den abzubrechenden Wänden? Andere Leitungen? ...).

    So etwas muss man tatsächlich sehr genau rechnen. Aber machbar ist das durchaus!
  • 3,80 * 6,20 ergeben keine 25 qm, einseitig bündig anbauen kann ins höschen gehen, wenn der bestand nicht lotrecht steht, kann das bescheiden aussehen. dann lieber 15 - 20 cm abstand einplanen.
  • Gast1234 schrieb:

    3,80 * 6,20 ergeben keine 25 qm, einseitig bündig anbauen kann ins höschen gehen, wenn der bestand nicht lotrecht steht, kann das bescheiden aussehen. dann lieber 15 - 20 cm abstand einplanen.
    ja ich habe etwas aufgerundet, wir haben auch noch nicht die endgueltigen Maße. Da es ein Doppelhaus ist kann ich momentan nur vermuten, dass es ordentlich gelotet ist, eine Lücke wäre doch optisch auch nicht so toll. Handelt man sich dann nicht auch noch ganz andere Probleme ein, die Abdichtung etc ist dann doch viel komplizierter?

    Thomas B schrieb:

    R.B. schrieb:

    Angebote einholen, dann weiß man mehr. Alles andere ist bestenfalls eine Schätzung.
    Man kann so etwas schon im Vorfeld rechnen (schätzen), aber eine gewisse Unsicherheit bleibt natürlich immer. Eingriffe in den Bestand sind im Vorfeld schwer preislich festzumachen. Aber mit einiger Erfahrung und etwas "Sicherheit" (also etwas Extra-Geld im Hinterkopf) geht das schon recht gut.

    h_steinba schrieb:

    Ein Bauingenieur hat mit für den Preis Neubau pro Kubikmeter 450 EUR genannt
    Das ist sogar ein recht hoher m³-Preis...für einen Neubau. Nicht exorbitant hoch, nicht zu hoch, aber eben hoch.
    Für einen Umbau/ Anbau kann er aber deutlich zu niedrig sein.

    Rein aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass da wohl schon um die 75 - 100k bei rauskommen können. Abbruch, Anschluss an Bestand, viele Kleinmaßnahmen (Beispiel: wie verhält es sich mit E-Leitungen in den abzubrechenden Wänden? Andere Leitungen? ...).

    So etwas muss man tatsächlich sehr genau rechnen. Aber machbar ist das durchaus!
    ja so im Bereich 80k hatte ich mich gedanklich auch eingestellt. Frage, warum ist der cbm Preis Neubau/Anbau so unterschiedlich?

    Macht die Holzständerbauweise da einen Unterschied? Unabhängig vom Preis, ist das die bessere Wahl?

    Ein ganz naive Frage, sind das Brutto oder Nettopreise? Kommt da die Mwst. noch oben drauf?



    Im Abriss Bereich sind keine "lebenswichtigen Organe", das war selbst Mal in den 60ern ein Anbau. In den neuen Anbau kaemen nur Elektro und Heizung.
  • BKI sagt zu Anbauten an Wohnbauten (von mir leicht gerundet):

    500 €/m3 BRI
    BruttoRaumInhalt = Gesamtvolumen aller Bauteile und der von ihnen umschlossenen Räume

    1.600 €/m2 BGF
    BruttoGrundFläche = Summe der Grundflächen aller Geschossebenen, gemessen an ihrer Außenkontur

    2.200 €/m2 WF
    WohnFläche = Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung

    Die obigen Zahlen geben die Baukosten für den Hochbau und die Haustechnik inkl. Mwst. an, aber ohne die Außenanlagen, Ausstattung wie Küchen und ohne die Baunebenkosten wie z.B. die für Planung und Genehmigung(en). Diese belaufen sich zusammen meist auf grob zusätzliche 25 - 35 % der o.g. Kosten.

    Anbauten sind deshalb teurer, weil a) überproportional mehr teure Gebäudehülle erreichtet werden muss und weil sich b) die Nebenkosten und die der Baustellenrichtung regelmäßig auf eine relativ kleine Nutzfläche verteilen. Hinzukommen oft höhere Kosten für die Baustelleneinrichtung und -logistik.

    (Und bevor hier über den Sinn der Definition dieser Kostenkennwerte diskutiert wird: Sie sind so in den DIN 276 und 277 festgelegt und zwar im Kern seit rd. 100 Jahren. Sie haben sich in der Planungspraxis, die weit mehr als nur EFH umfasst, seither bewährt.)
    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
  • h_steinba schrieb:

    Frage, warum ist der cbm Preis Neubau/Anbau so unterschiedlich?
    Recht einfach zu beantworten.

    Einiges hatte Wolfgang schon geschrieben (=Skeptiker), hinzu kommt, dass erstmal Geld in Abbruch und in Anschlußbereich investiert werden muss. Anschließen an Heizkreise, Mauerwerksanschlüsse, Übergänge alt - neu, anputzen von ausgebrochenem Mauerwerk (Altbau), Fundamentierung des Anbaus auf gewachsenem Boden (evtl. in der alten Baugrube) usw. Das heißt, das Geld benötigt wird, ohne dass auch nur ein einzelner m² neuer Wohnfläche erzeugt wird. Somit verteilen sich diese Kosten dann preissteigernd auf die m²-Kosten für den Anbau
  • Ein paar Punkte, die man im Vorfeld zum Thema TGA schonmal bedenken sollte:

    - Liegen im Baufeld Ver-/Entsorgungsleitungen, die evtl. umverlegt werden muessten?
    - Reichen die im Haus vorhandenen Anschluesse (Gas,Wasser, Abwasser, Elt...) mit ihren Kapazitaeten fuer den Anbau aus?

    Waehrend der Planung sollte man sich ueber die moeglichen Anbindepunkte (Grundleitungen, Gas, Wasser, Elt, Heizung, Erdung...) zwischen Altbau/Neubau tiefere Gedanken machen.
    Ebenso ueber die Problempunkte waehrend der Bauphase,z.B. Provisorien, Bereitstellung Bauwasser/Baustrom/Bauheizung.
  • Hallo und Guten Morgen,

    bezüglich Anbau an ein bestehendes Haus habe ich inzwischen auch meine Erfahrungen. Hier wurde mit bezüglich der Kosten quasi ein "Unmöglich" ausgestellt ;) ( nicht das ich das jemandem übelnehme, nicht falsch verstehen). Wenn Du magst, lies Dir doch mal meinen Thread dazu durch, vielleicht ist da ja das ein oder andere dabei was hilfreich für dich ist.
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