Ungefähre Kosten für Dachsanierung?

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    • Ungefähre Kosten für Dachsanierung?

      Hallo Bau-Experten,

      ich muss eine Hälfte meines Hausdaches erneuern und wüsste gerne von euch, was das so ungefähr - Pi mal Daumen - kosten könnte.

      Zu erneuern sind etwa 120 Quadratmeter (Neigung 30 Grad):
      Alte Ziegel entfernen, Lattung und Konterlattung entfernen, alte Bitumenbahn entfernen.
      Auf die Dachverschalung neue Unterdeckbahn auftragen, Konterlattung und Traglattung, mit Betondachziegeln neu eindecken.

      Ich bitte um eine grobe Einschätzung der Kosten :)
    • Pascal111 schrieb:

      Ich bitte um eine grobe Einschätzung der Kosten
      Hallo Pascal,

      das ist leider so nicht möglich, nicht mal grob! Was wir dir aber sagen können ist, dass du mit deinem Vorhaben ziemlich sicher unter die EnEv fallen wirst und damit gesetzlich verpflichtet bist Dein Dach auf den möglichen Energiestandard zu verbessern. Ob Du der Verpflichtung nachkommst ist zwar eine andere Frage, ich würde es jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen, nur weil es nicht groß kontrolliert wird.

      Da das verbessern des Energiestandards einige Rattenschwänze mit sich bringt ist eine "Teilsanierung" baupraktisch und aus wirtschaflichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll. Man wird hier an vielen Stellen die Wahl zwischen Pest und Cholera haben müssen. Welchen Grund gibt es denn, dass die eine Dachseite erneuert werden muss?

      Vielleicht hast Du ja für uns ein paar Fotos - die sagen öfter mehr als tausend Worte ;)
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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    • R.B. schrieb:

      Pascal111 schrieb:

      Ich bitte um eine grobe Einschätzung der Kosten :)
      Ich würde mal mit einem Budget von 80,- €/m2 +- 20% rechnen.

      Danke, mit der Kostenschätzung von R.B. hab ich schon mal eine Orientierung. :)

      Kalle schrieb:

      Pascal111 schrieb:

      Ich bitte um eine grobe Einschätzung der Kosten
      Welchen Grund gibt es denn, dass die eine Dachseite erneuert werden muss?
      Ich habe bei größerer Schneeschmelze, also meist im Februar, folgendes Problem:

      Vom Dach her dringt tropfenweise Wasser ein, die Flecken sind dann auf dem Dachboden (nicht ausgebaut, unbeheizt), deutlich zu sehen - aber nur unter der Nordseite des Daches. Mehrmals gab's bei Winterende auch kleine Flecken an der Wand in den Zimmern darunter, eindeutig auf Wasser von oben zurückzuführen. Der Dachdecker erklärte mir, dass sich Schmelzwasser stellenweise aufstaut und unter die Ziegeln dringt.

      Infos zu meinem Dach: Auf den Sparren befindet sich eine Bretterverschalung, darauf sind Bitumenbahnen genagelt. Dachlatten mit Konterlattung (also senkrecht und quer). Darauf liegen Braas Betondachziegel Doppel-S. Das Dach ist 30 Jahre alt und hat - auf der undichten Nordseite - ungefähr die Ausmaße von 11 x 11 Metern; Dachneigung ca. 30 Grad. Der Dachdecker, der sich das angesehen hat, meinte, dass das Wasser an den Nägeln eindringt, mit welchen die Dachpappe an den Stößen vernagelt ist. Er konnte mir aber keine einfache Reparaturmaßnahme empfehlen - eine teure wollte er mir - dankenswerter Weise - nicht aufplaudern. ?(

      Was meint Ihr? Lässt sich das Dach abdichten, ohne gleich alles bis zu den Bitumenbahnen runterreißen zu müssen?
      Danke schon mal für jeden Hinweis!
    • Hallo Pascal,

      ich denke hier weniger an aufstauendes Schmelzwasser, eher an Tauwasserausfall durch fehlende Dampfsperre/Luftdichtigkeitsebene. Die Feuchtwarme Raumluft kommt an die rel. kalte Schalung, hier kommt es zum Tauwasserausfall/evtl. Eisbildung da die Bitumenbahn vom sd-Wert ziemlich dicht ist. Wenn jetzt die Frostperiode rum ist, taut das Eis auf und es kommt zur Fleckenbildung raumseitig, weil die Wärmedämmung gesättigt ist und keine weitere Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Das Problem wird durch eine Umdeckung, so wie von dir beschrieben, nicht behoben und wird ohne zusätzliche Maßnahmen wieder auftreten. Zumal es auch noch die Anforderungen der EnEV zu beachten gibt.
    • Pascal111 schrieb:

      R.B. schrieb:

      Pascal111 schrieb:

      Ich bitte um eine grobe Einschätzung der Kosten :)
      Ich würde mal mit einem Budget von 80,- €/m2 +- 20% rechnen.
      ............Der Dachdecker erklärte mir, dass sich Schmelzwasser stellenweise aufstaut und unter die Ziegeln dringt.

      ........... Der Dachdecker, der sich das angesehen hat, meinte, dass das Wasser an den Nägeln eindringt, mit welchen die Dachpappe an den Stößen vernagelt ist.

      Und warum sollte das ausgerechnet nur auf dem Norddach passieren?
      Wie sieht das Dach von außen aus? Wäre vielleicht einmal eine Reinigung fällig? (Moos etc.)
      Hast Du vielleicht Bilder auf denen man die Wasserspuren sehen kann?
      Wie ist der Dachboden von den Räumen darunter abgetrennt? Bodentreppe?

      Ich vermute mal, der Dachdecker hat das Dach von außen noch nicht begutachtet. Vielleicht sieht man dort mehr.
    • R.B. schrieb:

      Pascal111 schrieb:

      R.B. schrieb:

      Pascal111 schrieb:

      Ich bitte um eine grobe Einschätzung der Kosten :)
      Ich würde mal mit einem Budget von 80,- €/m2 +- 20% rechnen.
      ............Der Dachdecker erklärte mir, dass sich Schmelzwasser stellenweise aufstaut und unter die Ziegeln dringt.
      ........... Der Dachdecker, der sich das angesehen hat, meinte, dass das Wasser an den Nägeln eindringt, mit welchen die Dachpappe an den Stößen vernagelt ist.
      Und warum sollte das ausgerechnet nur auf dem Norddach passieren?
      Wie sieht das Dach von außen aus? Wäre vielleicht einmal eine Reinigung fällig? (Moos etc.)
      Hast Du vielleicht Bilder auf denen man die Wasserspuren sehen kann?
      Wie ist der Dachboden von den Räumen darunter abgetrennt? Bodentreppe?
      Ich beobachte immer, dass der Schnee auf dem Norddach höher liegt und auch länger liegen bleibt: Das würde die Sache mit dem Schmelzwasser bestätigen. Algen sind auf den Ziegeln, Moos weniger. Der Dachboden (Spitzboden) ist durch eine Holzdecke (einschließlich Steinwoll-Isolierung) von den Zimmern darunter abgetrennt, die ausklappbare Bodentreppe ist immer geschlossen - also kaum Möglichkeit, dass Dampf in größeren Mengen aufsteigt. Tatsächlich hat der Dachdecker das Dach von außen inspiziert und an mehreren Stellen unter die Ziegeln geschaut. Er hat mir auf der Digi-Cam auch Wasserspuren bei den Nägeln gezeigt. Es wird wohl doch auf irgend eine Form von Abdichtung (von außen) hinauslaufen. :/
    • Wasserspuren außen sind ja noch nicht das Problem, ich frage mich, wie Wasser in ausreichender Menge an diesen Stellen nach innen kommen soll. Du schreibst, dass selbst in den Räumen unter dem DG Wasserspuren sichtbar waren, dafür braucht es schon mehr als ein paar Tropfen die durch die genagelte Stelle kommen.
      Meine Frage zur Bodentreppe zielten auf das ab, was Elopant schon geschrieben hat. Die Überlegung war, dass es sich um Kondensat am kalten Norddach handelt, während auf der Südseite die Sonne den Schnee schneller abtaut und das Dach erwärmt.
    • Kein Ziegel/Betondachstein ist dicht, regensicher ja. Soll heißen, selbst bei einem neuen Dach können Wasserspuren auf der Unterspannbahn/Unterdeckbahn sein, hierfür ist diese auch da, um gelegentlich auftretende Feuchtigkeit durch Regen mit Wind oder Flugschnee vom Gebäudeinneren fern zu halten. Wenn es an der Eindeckung liegen sollte, müsste das Problem/Wassereintritt bei jedem Niederschlag stattfinden, das macht es aber nicht, sondern nur nach bzw. in der Winterzeit nach Frost/Schnee. Ist in der Geschoßdecke eine Dampfsperre verbaut? Ist die vorhandene Dachbodentreppe wärmegedämmt und an die Dampfsperre angeschlossen? Ist der jetzige Speicher durchlüftet, bzw. gibt es die Möglichkeit hier zu lüften? Gibt es Dachschräge im Wohnraum? Das sind alles Punkte die mit bedacht werden müssen, da die jetzige Ausführung mit Schalung und Bitumenbahn nicht gerade optimal für ein wärmegedämmtes Dach sind.
    • @R.B.
      schon mal was von Eisschanzenbildung gehört ?
      Das Problem kann aber natürlich auch so sein wie Elophant beschrieben hat . Ich würde aber Eisschanzenbildung nicht ausschließen .
      Ich will es mal erklären ,
      Im Traufbereich liegt Schnee , im Firstbereich wird der Schnee von der Sonne getaut, aber er schaft es nicht bis zur Rinne , und gefriert im Traufbereich , da nun zwischen den Ziegeln Fugen sind , kann dann das Wasser da eindringen, und sollte aber eigentlich dort auf der schadlos Unterdeckung abfließen können .
      Ohne Bilder und ohne vor Ort gewesen zu sein , ist das aber nur :glaskugel: .
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • AndyG schrieb:

      @R.B.
      schon mal was von Eisschanzenbildung gehört ?

      Ja, ob Du´s glaubst oder nicht. ;)

      Ich hatte auch nach Moos gefragt, weil diese Stellen sehr leicht vereisen, und es dann leichter zu einem Rückstau kommen kann. Dieses Wasser sollte aber unter der Eindeckung abgeführt werden, oder aber es ist ein großer Schaden vorhanden, dass so viel Wasser in den Innenraum und durch diesen dann in die Wohnräume unter dem DG gelangen kann. Ein paar Nagelstellen reichen dafür in meinen Augen nicht aus.

      Das sollte wirklich genauer untersucht werden, denn sonst hat der TE vielleicht ein neues Dach, aber im nächsten Winter wieder das gleiche Problem.
    • Eine Dampfsperre befindet sich schon in der Geschoßdecke: Die Steinwoll-Isolierung hat ja vorne eine Alu-Schicht. Allerdings ist die Bodentreppe nicht isoliert oder gedämmt - es ist einfach ein Sperrholz-Deckel!

      Genauer zu meinem Norddach: Unter der oberen Hälfte ist der "Spitzboden" mit den Wasserflecken über den verplatteten Dachstuhl-Zangen, auf denen man geht. - Die untere Hälfte des Norddaches ist Dachschräge, also gleich unter der Dachisolierung die Holzdecke mit Kinderzimmer und Diele darunter: Hier sind an den Wänden (Innenseite der Außenwand) kleine Wasserflecken, von oben kommend, zu sehen.


      ---------- 14. März 2017, 13:51 ----------

      "Eisschanzenbildung", die den Hohlraum zwischen Ziegeln und Bretterverschalung (bzw. Bitumenbahnen) ausfüllt, ist in unseren Breiten wahrscheinlich nicht zu fürchten. Es reicht wohl schon eine dichte Schneelage auf dem Dach: Von unten her kommt Wärme und taut den Schnee stellenweise, ober kanns aber wegen einer gefrorenen Schneelage nicht abfließen → also drückt das Wasser zwischen den Ziegeln durch auf die Bitumenlage, die ihrerseits genagelt und somit nicht ganz dicht ist. ||
    • Pascal111 schrieb:

      Hier sind an den Wänden (Innenseite der Außenwand) kleine Wasserflecken, von oben kommend, zu sehen.
      Ist ein Zeichen dafür, dass die Alukaschierung auf der Steinwolle doch nicht so gut für eine Dampfsperrschicht geeignet ist, wie sich das der Hersteller damals gedacht hat, auch in Bezug auf Anschlüsse an Mauerwerk u.ä. :whistling:
      Idealerweise wird mal eine Probeöffnung an 2-3 Stellen gemacht und dann ein Sanierungsvorschlag ausgearbeitet, dass bringt mehr wie einfach mal eine Dachhälfte machen und im nächsten Winter vor dem selben Problem stehen.
    • Du gehst das Problem falsch an. Es ist nicht zielführend ein Dachdecker nach dem anderen zu sich zu bestellen. Alle irgendwas anbieten zu lassen und am Ende genau so Ahnungslos da zu stehen.

      Du solltest Dir entweder einen unabhängigen Berater besorgen, der eben nicht nur an dir verdient weil er Material und Arbeitsstunden verjubelt, sonder sein Geld gemessen an der Beratungsleistung bekommt.

      Oder Alternativ solltest Du den Dachdeckern konkrete Vorgaben machen. Die sollten in "etwa" so aussehen:

      Problemstellung
      Ursachenforschungen (Probebohrung mit Kameraabfahrt, Öffnen der betroffenen Stellen von außen)
      Lösungsansatz
      Kostenvoranschlag

      Danach solltest Du ein Fazit ziehen. Das wird aber keiner in einem kostenlosen Kostenvoranschlag leisten wollen, wenn der Betrieb sich überhaupt in der Lage sieht systematisch vorzugehen. Kosten für die Denkarbeit können am Ende mit einer Beauftragung ja verrechnet werden. Alles eine Frage wie man den Vertrag gestaltet.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

      * Administrative oder moderative Beiträge in rot