Nach wievielen Jahren muss man eine heute erstelltes Dach in etwa erneuern?

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    • Nach wievielen Jahren muss man eine heute erstelltes Dach in etwa erneuern?

      Hallo zusammen,

      Und noch ein zweites Thema was mich immer wieder bei der Betrachtung der verschiedenen U-Werte und Amortisationszeiten eines Daches interessiert hätte.

      Von wie vielen Jahren Haltbarkeit eines neu errichteten Daches geht man heute aus bevor man anfängt z.B. die Dämmung zu sanieren? Wenn ich mir beispielsweise die meisten Amortisationsrechner ansehe, dann wird dort oft eine zu erreichende finanzielle Amortisationszeit von etwa 20 Jahren angenommen.

      Ist dieser Wert bei einem Dach sinnvoll (im anderen Thread hier, habe ich was von 40-60 Jahren gelesen) oder doch eher zu niedrig oder auch schon zu hoch angesetzt?

      Vielleicht ist mein Gedanken Gang auch völlig falsch. Ich freue mich natürlich auch dann auf Kommentare von euch.

      Vielen Dank und Viele Grüße,

      Denis
    • Das hängt doch primär von der Ausführung, Eindeckung, Wartung ab. Ich wüsste jetzt keinen Grund, warum ein Dach mit Dachziegeln, das regelmäßig gewartet wird, nicht 50 Jahre und älter werden sollte.
      Mal die Dachdecker nach Erfahrungswerten fragen, ich würde behaupten, die meisten Dächer müssen nur dann vorher saniert werden, wenn ein Schaden nicht erkannt wurde, der sich unbemerkt weiter ausgebreitet hat, und irgendwann ist nicht nur die Eindeckung, oder Teile davon, hinüber, sondern vielleicht der halbe/ganze Dachstuhl. Dann kommt man an den Punkt an dem eine komplette Sanierung sinnvoll oder gar notwendig wird.

      Wichtig ist in meinen Augen, dass man regelmäßig sein Dach untersucht bzw. untersuchen lässt, damit Schäden sofort erkannt werden. Dann kann man diese meist noch günstig beheben. Tropft das Wasser schon durch die Decke im OG, dann ist der Schaden meist schon so umfangreich, dass es mit ein bisschen "reparieren" nicht mehr getan ist.
    • Ich habe mir schon gedacht, dass sich das nicht so auf eine genaue Zahl hin festnageln lässt.

      @Baumal

      Sagen wir mal ein Standard EFH Satteldach mit obigem Aufbau.

      @R.B.

      Würde man unter "regelmäßig gewartet wird" einfach das regelmäßige untersuchen des Daches verstehen oder? (ja als bald Neubau Besitzer hat man erstmal keine Ahnung und stellt deswegen wohl oft dumme Fragen :-)) Mir ging es auch abseits vom regelmäßigen untersuchen darum, wie lange die Bestandteile (Ziegel, Sparren etc.) "normalerweise" halten. (ich befürchte das kann man auch nicht so genau sagen. :) )

      Aber generell entnehme ich dem Kommentar, dass man bei sinnvoller Wartung ohne riesige Sanierungskosten auskommt und damit das Dach schon deutlich >20 Jahre in seinen Grundbestandteilen bestehen bleibt. Und daraus folgend auch eine längere Amortisationszeit für bestimmte Dämmschichten beim neuen Dach in Ordnung wäre.

      VG Denis
    • denis schrieb:


      Würde man unter "regelmäßig gewartet wird" einfach das regelmäßige untersuchen des Daches verstehen oder? (

      Richtig, regelmäßig schauen ob sich Dachziegel gelöst haben, (oder irgendetwas anderes), ob Dachziegel zerbrochen/zersprungen sind usw. Das sollen aber die Dachdecker hier im Forum erklären, die wissen das besser.


      denis schrieb:


      Mir ging es auch abseits vom regelmäßigen untersuchen darum, wie lange die Bestandteile (Ziegel, Sparren etc.) "normalerweise" halten. (ich befürchte das kann man auch nicht so genau sagen. :) )

      Dachsparren halten eine gefühlte Ewigkeit, so lange sie nicht durch äußere Einflüsse zerstört werden. Feind Nummer 1 ist Wasser, das durch das Dach eindringt. So lange das Holz trocken bleibt passiert dem gar nichts, bis es irgendwann in ein paar hundert Jahren von alleine zu Staub zerfällt. Als Feind Nr. 2 würde ich Überlast annehmen, das Dach ist ja für bestimmte Lasten konstruiert, und wenn es da mal zu Extrembedingungen kommt, vielleicht auch noch länger anhaltend, dann kann sich Holz deformieren und sogar brechen.

      Bei der Dacheindeckung ist es etwas schwieriger, weil diese ja ständig dem Wetter ausgesetzt ist. Es gibt Dächer die mit Blechen eingedeckt werden, beispielsweise Kupfer, die kriegt man kaum kaputt. Ich habe ein Dach mit Dachziegeln (Ton) die sehen nach nun 40 Jahren noch fast so aus wie am ersten Tag. Ein weiteres Dach mit Dachsteinen (Beton) das intensiver Wartung bedarf. Abgesehen vom Bewuchs finden sich alle 2-3 Jahre immer wieder ein paar die zersprungen sind. Ich vermute, dass die eindringende Nässe in Verbindung mit Frost im Winter die Ursache ist. Ob die heutigen Betondachsteine besser sind, das weiß ich nicht. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass die Entwicklung in den letzten 40 jahren stehen blieb.
    • Bei Steildächer sollte man von einer Haltbarkeit > 60 Jahre ausgehen, aber auch hier muß Zwischenzeitlich was gemacht werden ( Einfassungen mit Blei bspw. halten je nach Ausführung und Qualität 20 - 40 Jahre, Dachrinnen in Zink ca. 40-50 Jahre ), bzw. ist ein Wartungsvertrag schon sinnvoll, kleine Schäden frühzeitig zu erkennen. Bei Dächer, die in den 50 oder 60 Jahren eingedeckt worden sind, rosten oft die blanken Nägel der Traglatten weg, das wird heute nicht mehr passieren, dafür gibt es andere Verdächtige, die einem Dach vorzeitig das Dienstzeitende bescheren, obwohl die Eindeckung noch eine eigentliche Restlebensdauer hat... ( sich auflösende Unterspannbahn, Mängel bei der Wärmedämmung, Dampfsperre, Luftdichtigkeit, das sind alles Sachen, die meistens ohne eine Umdeckung nicht behoben werden können )
    • Ich habe auf dem Scheunendach Tonziegeln von 1935 , das Dach möchte ich dieses Jahr erneuern , evtl übernimmt mein Nachbar die Ziegeln für seine Denkmalgeschützte Scheune , die jetzt noch mit etwa 100 Jahre alten Biberschwänzen eingedeckt ist .
      Ich habe letztes Jahr ein Dach gehabt , da war ein Runenzeichen auf der Rückseite der Tonziegeln welches in den 40er Jahren genutzt wurde und heute verboten ist , die hätten auch noch ein paar Jährchen gehalten .
      Der Dachstuhl an sich hält ewig , wenn Wasser und Insektenbefall Ihm nicht zusetzen .
      Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein
    • Die Haltbarkeit von Dächern ist von sehr vielen Faktoren abhängig.
      Lage des Daches, Dachneigung, Hinterlüftung, Beschattung, Wartung, Eindeckmaterial.......
      usw
      Dach ist eben nicht gleich Dach, das erklärt der teilweise etwas größere Preisunterschied.
      Mit vielen unserer Kunden werden Wartungsverträge abgeschlossen, eine Investition die sich lohnt. Gerade nach größeren Stürmen bleiben viele kleinere Schäden gerne unentdeckt. Bei der Wartung sehen wir alle kritischen Stellen durch und sind teilweise überrascht was Marder, Wespen und Co neben den Stürmen so an Schäden verursachen.
      Die Hersteller geben im Schnitt 20-30 Jahre auf Ihr Material. Bei vernünftiger Deckung mit etwas Wartung würde ich aber auch von min 50 Jahren ausgehen
    • Kommt auf den Umfang an. Für Standart liegst man so bei 170€/ Jahr. Rinnen reinigen und kontrollieren, Sichtkontrolle Dach, Kehlen, Bleiandichtungen, Durchdringungen und Verkleidungen kontrollieren. Gibt immer ein Protokoll, was für die Versicherungen ganz interessant ist( Viele fordern es schon)
      Ist aber nur ein grober Richtwert, kommt natürlich auf die größe und zugänglichkeit des Daches an.
    • Die Frage ist doch eher, was wird zukünftig sein das zu einer Sanierung des Daches führt? Ob nun 1900 oder 2017 - dem Deckwerkstoff ist das egal. Bei den anderen Bedingungen am Dach sieht es dann schon ganz anders aus. Luftdichtung? Wärmebrücken? Schallschutz? Wetterphänomene?

      Das Lebzeitalters eines Dachsteines, Ziegel, Metall oder Schiefer wird eher wenig der Grund einer Sanierung sein. Viel mehr ändern sich, wie jetzt mit der EnEV und dem Energiespargedanke, die Rahmenbedingungen. Das liegt aber auch am "Steildach". Geht man in den Flachdachsektor wird man schon öfter den Grund in einem Versagen der Abdichtung finden. So was liegt aber auch am unterschiedlichen Belastungsanspruch dieser zwei Dacharten. Die Wassereinwirkzeit ist bei letzterem deutlich höher.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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