Granitstele schief. Toleranz?

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    • Granitstele schief. Toleranz?

      Hallo,

      hier wurde eine Granitstele eingebaut, ragt 120 cm aus der Erde heraus und ist 60cm tief einbetoniert. Leider steht sie nicht ganz gerade

      Weiß eigentlich jemand, wie weit hier die Toleranzen gefasst sind?
      Also bis zu welchem Maß an Schiefstand dies geduldet werden muss?

      Danke für Antworten!
    • Danke schon mal für die Antwort!

      Es handelt sich um eine quadratische geflammte Granitsäule 14 x 14 cm mit Spitzdach. Die Oberfläche ist nur leicht rauh, so dass man schon recht gut sagen kann, was da gerade ist und was nicht. Man sieht die Abweichung, weil die Stele neben einer Mülltonnenbox steht. Die Abweichung ist ca. 1 cm auf 1m.
    • hmm...
      Die DIN 18202 gilt für Bauwerke und deren Teile. Nur ist eine Steele ein Teil des Bauwerks???
      Lt. 4.1 der Norm = Ja
      Denn, die Toleranzen dienen zur Begrenzung der Abweichungen von den Nennmaßen der Größe, Gestalt und
      der Lage von Bauteilen und Bauwerken.

      Die in der Norm festgelegten Toleranzen gelten aber baustoffunabhängig. Somit auch für solche Oberflächen.
      Die Frage ist dann eher wie gemessen wird.
      Für Schiefstellungen gelten die Grenzwerte für Winkelabweichungen!
      Stichmaße als Grenzwert wäre dann 8 mm bei einem Nennmaßen von über 1,0 bis 3,0 m (in diesem Fall Höhe)

      Der TE stellt fest (wie?), dass die Stele 1,2 m hoch ragt und 1,0 cm/1,0 m Schiefstellung aufweist.
      D.H. dass diese somit 1,2 cm > 0,8 cm aufweist.
      Dann wäre die Schiefstellung außerhalb der zulässigen Toleranzen.

      Nur was sagt uns dass?
      Denn.. Die Einhaltung von Toleranzen ist erforderlich, um trotz unvermeidlicher Ungenauigkeiten beim Messen,
      bei der Fertigung und bei der Montage die vorgesehene Funktion zu erfüllen und das funktionsgerechte
      Zusammenfügen von Bauwerken und Bauteilen des Roh- und Ausbaus ohne Anpass- und Nacharbeiten zu
      ermöglichen.

      Ergo,...
      die vorgesehene Funktion wird nicht tangiert
      ein Zusammenfügen von Bauteilen erst recht nicht

      Was bleibt = optische Beeinträchtigung: wenn der unvoreingenommene Betrachter ohne Hinweis aus dem üblichen Betrachtungsabstand heraus nichts erkennt, bleibt nichts!
      Wenn er es doch erkennen würde, ein Minderwert. Wenn er es nur ein bisschen erkennt, ist es auch hinzunehmen. Die Berechnung dieses Minderwerts ist aufwändiger als die Summe die hinten rauskommt.
      Als Grundlage der Berechnung werden die Kosten dieser einen Steele als Basis genommen.

      Ich glaube das lohn nicht.....
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Carden Mark () aus folgendem Grund: s angefügt

    • Du - oder ich :topic:
      Bei der beschriebenen Oberfläche, ohne genaues hinsehen, ohne des Maurers Auge, ohne Bezugspunkt - ich glaube nicht.

      Ich hatte mal einen, der behauptete ein Pfeiler wäre schief.
      Der Nachbar bejahte dieses. Er meinte es wäre klar zu erkennen.
      Ich konnte das nicht ganz so klar erkennen und bat ihn daher zu sagen in welcher Richtung.
      Er meinte die fällt oben nach rechts.

      OK. Die beiden hatten recht. Es waren irgendwas bei 4 mm.
      Aber nach links....
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • ich würde mal behaupten, eine steele mit spitzdach ist irgendwie, ein
      bauwerk, aber ich würde die schiefstellung z.B. nicht unbedingt wahr nehmen.

      das ist vielleicht, (wenn überhaupt), ein optischer " mangel".

      aber wenn man sich mal darauf eingeschossen hat, ist das dingen
      nun mal "schief". sich darüber streiten zu wollen, lohnt sich aber nicht.
      granit ist ein naturstein, was erwartest du?
    • Carden Mark schrieb:


      Die in der Norm festgelegten Toleranzen gelten aber baustoffunabhängig. Somit auch für solche Oberflächen.
      Die Frage ist dann eher wie gemessen wird.
      Richtig!
      Daher mein Einwand
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    • wasweissich schrieb:

      da gibt es manchmal kein wirkliches gerade ....
      sag ich doch .

      ausserdem könnte die optische diskrepanz an einer (meist planmäßigen) "schiefstellung" ser müllbox . die dinger sind in der regel recht rechtwinklig (weil im betonwerk mehr oder weniger maschinell gefertigt) und werden bewusst mit leichter neigung nach vorne aufgestellt , damit wasser von der oberen seite und vom boden nach vorne ab/auslaufen kann .
    • wenn ich mir solch eine "stele" aus naturstein in den vorgarten
      stelle, um etwas "natur" im vorgarten zu haben, nerven mich dann aber
      nicht 1cm auf einen meter abweichung?

      man kann es auch übertreiben. auch in der "natur" bei natursteinen
      sowieso, gibt es abweichungen......
    • Ihr habt das schon richtig erkannt, die Mülltonnenbox steht leider in die andere Richtung leicht schief, deshalb sieht man das halt deutlich. Am Boden berühren sich die Mülltonnenbox und die Stele fast und nach oben hin klafft ein immer weiterer Spalt.

      Ohne die Box würde ich der Stele nichts ansehen und ohne Stele sah man der Box auch nichts an, aber jetzt addieren sich halt die Effekte...

      Ach ja, und zur Messung: habe ich mit 2m langer Bauwasserwaage und Zollstock gemacht, sollte also passen.
    • Die Bauwasserwaage auch mal im Umschlag getestet?
      Ich kenne keine die exakt geht. Dafür hatte ich schon einige die ich zum Schutz vor weiterer Nutzung um die nächste Kante geschlagen habe.
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    • MiLeb schrieb:

      DIN 18202 regelt Toleranzen im Hochbau Stele neben Müllbox hat jetzt mal gar nichts mit Hochbau zu tun.
      Völlig richtig! Und selbst wenn, könnten beide Bauteile jeweils Winkelabweichungen nur im zulässigen Maße haben und dennoch sichtbar nicht parallel stehen. Es ist zwar naheliegend, sichtbare Parallelität benachbarter Kanten zu erwarten, aber ohne besondere Vereinbarung sehe ich als Hochbauer erstmal schlechte Karten dafür.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • da hatte ich oben schon weiter eingeharkt:


      die Toleranzen dienen zur Begrenzung der Abweichungen von den Nennmaßen der Größe, Gestalt und
      der Lage von Bauteilen und Bauwerken

      Und ein Bauwerk im weitesten Sinne ist es.


      ---------- 5. März 2017, 14:15 ----------

      Skeptiker schrieb:

      MiLeb schrieb:

      DIN 18202 regelt Toleranzen im Hochbau Stele neben Müllbox hat jetzt mal gar nichts mit Hochbau zu tun.
      Es ist zwar naheliegend, sichtbare Parallelität benachbarter Kanten zu erwarten, aber ohne besondere Vereinbarung sehe ich als Hochbauer erstmal schlechte Karten dafür.
      Sehe ich genauso.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk