Gebäudeenergiegesetz gestoppt

  • Gebäudeenergiegesetz gestoppt

    Wie man heute lesen konnte, wird das mit dem Gebäudeenergiegesetz so schnell wohl nichts mehr.

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    Es ist Wahljahr, da kann man solche Themen, die die Bürger Geld kosten, ja nicht gebrauchen.

    Klischéemodus ON


    Anstatt nur KfW55 Standard für öffentliche Gebäude, wurde wohl hinter verschlossenen Türen darüber nachgedacht, diese gleich auf PH Niveau zu bringen. Aufgrund der vielen Personen in den Ämtern, die ja eine Menge Wärme abgeben, könnte man auf eine aktive Beheizung völlig verzichten. Einsparpotenzial riesig. Durch nähere Untersuchungen hat man jedoch festgestellt, dass Beamte in den Ämtern nur einen Bruchteil der Wärme abgeben wie "normale" Personen. Namhafte Physiker haben in einer Untersuchung nachgewiesen, dass auch hier das physikalische Gesetz "Arbeit = Leistung * Zeit" weiterhin Gültigkeit besitzt. Mit Unterstüzung von Mathematikern wurde diese komplexe Formel umgestellt in "Leistung = Arbeit / Zeit", woraus man den Schluss ziehen kann, dass mit geringer werdender Arbeit (Man beachte, Zähler über dem Bruchstrich) auch die Leistung geringer wird. In Feldversuchen hat sich gezeigt, dass selbst in voll besetzten Ämtern, die notwendige Heizleistung durch die Wärme von Personen nicht einmal annähernd erreicht wird. Man hat dann versuchsweise noch die Verlustwärme der Kaffeemaschinen hinzugerechnet, womit sich die gesamte Wärmeabgabe nahezu verdoppelt hat, aber selbst damit konnte die Heizlast eines PH nicht gedeckt werden.
    Es war somit nur folgerichtig, so ein Gesetz zu stoppen. Man wird nun überlegen müssen, wie dieses Problem gelöst werden kann. Es wurde schon überlegt, mehr Bürgernähe zu zeigen, denn dann könnte man rechnen 1 Besucher = 3 Beamte, und somit die Heizleistung vervielfachen. Dieser Vorschlag wurde als nicht praktikabel abgelehnt, da die Besucher durch ihren Lärm die Ruhe in den Ämtern stören könnten.

    Klischéemodus OFF

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  • Sehr nett, Ralf, wenngleich ich tatsächlich dem Aktionismus im Bereich Wärmedämmung (Viel hilft viel) nicht mehr viel abgewinnen kann. Klar jubiliert die Dämmstoffindustrie bei weiteren Verschärfungen. Aber mittlerweile sind wir doch bei einem Verbrauch angelangt, den man nur noch mit überproportional hohen Maßnahmen weiter reduzieren kann.

    Wenn man dann die Energie bilanziert wird ja idR nur der Verbrauch gegenüber einem Verbrauch mit geringerer Dämmstoffstärke (oder anderen Maßnahmen) verglichen. Ehrlicher wäre es die Gesamtenergiebilanz darzustellen. Schließlich kostet die Erzeugung der Materialien oder der techn. Gebäudeausrüstung (KWL & Co.) auch Geld bzw. Energie.

    Eine weitere Verschärfung ist in meinen Augen nicht sinnstiftend. Meine Meinung!
  • Thomas B schrieb:

    Sehr nett, Ralf, wenngleich ich tatsächlich dem Aktionismus im Bereich Wärmedämmung (Viel hilft viel) nicht mehr viel abgewinnen kann.

    Ich mag blinden Aktionismus auch nicht, aber seien wir mal ehrlich, wenn wir darauf hoffen, dass der Markt das reguliert, dann können wir ewig warten. Wer baut freiwillig mit höherem Dämmstandard als gesetzlich gefordert? Die Menschen haben sich diesbezglich nicht geändert. KfW xx nimmt man nur mit, wenn das kostenneutral umsetzbar ist. Die wenigsten sind bereit dafür (eigenes) Geld in die Hand zu nehmen.

    Bei einem Auto kann ich mir alle paar Jahre ein besseres Modell kaufen, aber bei einem Haus? Das soll doch ewig halten, zumindest nach Meinung der Bauherren. Wer aber kann heute sagen, wie die Situation in 10 oder 20 oder 30 Jahren sein wird? oder gar in 50 Jahren?

    Wer weiß, vielleicht brauchen wir in 40 Jahren Autos die max. 1l/100km verbrauchen oder Häuser die mit max. 1.000kWh p.a. beheizt werden können. Bereits heute jammern die Menschen, dass sie einen großen Teil ihre Einkommens in Energie stecken müssen, sei es Strom, Gas, Öl, Benzin..... Ich bezweifle, dass die Einkommenssteigerungen in der Zukunft auch nur annähernd die Preissteigerung bei Energie kompensieren können. Das wird sich zweifellos auf unsere Lebensweise auswirken.
  • R.B. schrieb:

    Ich bezweifle, dass die Einkommenssteigerungen in der Zukunft auch nur annähernd die Preissteigerung bei Energie kompensieren können.
    Solange unwirtschaftliche Energieerzeugung dauerhaft subventioniert wird, ist das wohl so. Ein Ende ist jedenfalls in D nicht abzusehen. Bei den [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] aber offensichtlich auch nicht.

    Mittelfristig hoffe ich, dass man Erfolge bei der Speicherung von Windenergie erreicht. Die [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] ist eigentlich lange bekannt, vielleicht klappt es ja in absehbarer Zeit mit der wirtschaftlichen Nutzung.

    Ergänzung: Gut, dass das Gesetz erst einmal vom Tisch ist.
    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas
  • Die Politik tut ja sehr viel dafür in letzter Zeit!

    Der Zins für KfW Programm 153 wurde doch erst letzte n April auf 0,75% gesenkt.
    Nur um ihn dann gegen Ende des Jahres auf 1,21 % zu heben und mittlerweile auf 1,51 % ... (20+ Jahre Laufzeit)
    Wenn DAS mal nicht DER Anreiz ist Energie zu sparen.

    Zumal das ganze ja auch absolut nachvollziehbar ist da die Zinsen auf Sparkonten ja auch so exorbitatn gestiegen sind <X
  • Ich weiß jetzt nicht, wie die Konditionen bei 20 jährigen Krediten sind, vermute aber, dass die noch über den KfW Zinssätzen liegen.

    Man könnte aber auch die Frage stellen, warum die Politik Energiesparmaßnahmenn überhaupt fördern "muss". Nebenbei bemerkt, das ist weniger eine Energiesparförderung als vielmehr eine Wirtschaftsförderung.
  • R.B. schrieb:

    [...] Man hat dann versuchsweise noch die Verlustwärme der Kaffeemaschinen hinzugerechnet, womit sich die gesamte Wärmeabgabe nahezu verdoppelt hat, aber selbst damit konnte die Heizlast eines PH nicht gedeckt werden. [...]
    Ich habe vor ein paar Jahren in einer öffentlichen Einrichtung (nein, ich sag nicht welche und wo) bei einer Sachbearbeiterin mal eine elektrisch beheizbare Fußmatte gesehen (als ich sie darauf ansprach, hat sie es nicht dementiert). Das Büro fand ich eher überheizt.

    Wenn man also nun jedem auf Grund nicht hinreichender Arbeitsauslastung potentiell unterkühlten Mitarbeiter eine elektrisch beheizbare Fußmatte ... aber lassen wir das :D
  • So wie es aussieht soll das [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] erst einmal ab 2019 für öffentliche Gebäude gültig werden. Dann ab 2021 für die privaten Häuser. Der Termin wird durch die Einhaltung der entsprechende EU-Richtlinie notwendig.


    Gruß


    Bruno
    immer sutje

    Niemand altert einfach dadurch, dass die Jahre vergehen. Wir altern, indem wir unsere Ideale aufgeben. Die Jahre hinterlassen vielleicht Falten auf der Haut, aber die Begeisterung zu verlieren hinterlässt Falten auf der Seele. Samuel Ullmann
  • Thomas B schrieb:


    Wenn man dann die Energie bilanziert wird ja idR nur der Verbrauch gegenüber einem Verbrauch mit geringerer Dämmstoffstärke (oder anderen Maßnahmen) verglichen. Ehrlicher wäre es die Gesamtenergiebilanz darzustellen. Schließlich kostet die Erzeugung der Materialien oder der techn. Gebäudeausrüstung (KWL & Co.) auch Geld bzw. Energie.

    Eine weitere Verschärfung ist in meinen Augen nicht sinnstiftend. Meine Meinung!
    Das ist so das Totschlagargument. Ist eine Gaube/Erker/Kochinsel sinnvoll ? Kostet jeder qm Herstellung nicht auch Geld und Energie? Bei einem Wandaufbau im PH-Standard verzichte ich bei einem "normalen" EFH auf "sagenhafte" 1,5 qm Wohnfläche bei gleichem umbauten Raum, somit gleichen Kosten. Was die Nummer teuer macht im Moment, ist ein gewisser "Größenwahn" der Bauherren. Wenn ich sehe, was da mitlerweile an Elektrik in die EFH`s eingebaut wird, da braucht irgendwann jede Siedlung ein eigenes Atomkraftwerk. usw. usw.
    Ich hasse schleimerei. Aufm Bau wird Tacheles geredet
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