Landschaftsarchitekt oder nicht?

    • Skeptiker schrieb:

      Die zeitliche Perspektive eines Gartens sollte schon für 15 - 25 Jahre gedacht sein.
      Auf jeden Fall. Bei Bäumen sollte man auch bedenken, dass es i.d.R. Baumschutzsatzungen gibt, die eine spätere Fällung erschweren, durch Ersatzpflanzungen oder Ausgleichszahlungen verteuern oder gar unmöglich machen. Z.B. eine geschützte Walnuss wieder wegzubekommen, ist ganz schwer bis unmöglich.

      Ideen für einen Garten brauchen m.E. aber auch Zeit zum wachsen. Man kann sich sicher für viel Geld einen wunderhübschen Landschaftsgarten gestalten und bauen lassen, aber ob einem der dann ewig gefällt?

      Ich hatte mal einen Nachbarn (gelernter Landwirt), der hat immer gesagt: "Mit Bäumen ist es wie mit Tieren: Solange sie klein sind, sind sie süß und niedlich, wenn sie groß sind, werden sie hässlich und machen Ärger." Sicherlich übertrieben, aber es ist was Wahres dran.
      __________________
      Gruß aus Oranienburg
      Thomas
    • Wir haben für unser Grundstück (ca. 10.000 m², davon rd. 3-4.000 zu verplanen) einen Landschaftsarchitekten angeheuert. Ursprünglich sind wir gleich zu Gala-Bau Unternehmen gegangen, da sah die Planung in etwa so aus: Ok, was wollen Sie? Aha, hier eine Mauer, gut, dann mache ich das Aufmaß gleich mal. Innenhof gepflastert? Ok, hier sind ein paar Bilder, suchen Sie mal aus. Etc. Etc.
      Wir dann zum Architekten und was soll ich sagen, deutlicher Unterschied! Hat natürlich deutlich länger gedauert, aber der hat halt wirklich mit dem Urschleim angefangen, Nutzungen definiert, Blickachsen etc., so dass jetzt ein Konzept steht, von dem wir sagen können: wenn wir das Geld hätten, dann gerne gleich, lässt sich aber auch über viele Jahre peu à peu umsetzen.
      The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
      - John Maynard Keynes -
    • Lass dir für die Planung mindestens eine Sommer Zeit.

      Geh in den Garten, setz dich in jede Ecke mal hin, beobachte den Sonnenverlauf, einblicke der Nachbarn usw.

      Fahr mit dem Fahrad durch die Natur, mach Fotos von Sachen die dir gefallen, benutz die Fotosuche im Internet.

      Geh dann mit dieser Vorbildung zu nem Planer, dem du dann sagen kannst was dir gefällt.

      Vorbereitung ist alles.

      Das ein Planer alle deine Wünsche und Bedürfnisse errät ist fast unmöglich.

      Ich hab bis jetzt nur den Hang abfangen lassen und überall Rasen eingesäht. Und das mit der Gewissheit dass in Zukunft da noch der ein oder andere Bagger durch muss.
      Geplant hab ich dass der Garten in 3-5 Jahren meinen Vorstellungen entspricht. Alles in einem Rutsch durchzuplanen würde mich stressen.....
    • SirSydom schrieb:

      also hast du eine Entwurfsplanung machen lassen, oder? Was mich brennend interessiert, was sowas kostet.
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      -> Achtung, anrechenbare Kosten sind immer netto!

      Honorarzone weiß ich nicht auswendig, dazu kurz in die HOAI schauen, tippe auf III

      benötigt werden vorerst ja nur die LP 1+2, ggf. 3.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Insgesamt haben wir so schätzungsweise 4.500 EUR ausgegeben, allerdings waren das mehrere Rechnungen, so dass ich das nicht mehr genau im Kopf habe, weil wir auch noch Förderanträge beauftragt hatten.

      Ergänzung:
      Wir sind bisher bis zur Entwurfsplanung gekommen.


      ---------- 7. Februar 2017, 08:27 ----------

      Das Problem mit der HOAI - besonders für die ersten beiden Stufen - ist folgendes: man geht zum Archi und sagt: folgendes hätte ich gerne, dann plant er und wenn dann die Kostenschätzung kommt, kippt man aus den Latschen und geht nochmal über Los...

      Beispiele:
      Pflaster - bei uns kamen gute 200m² oder noch mehr an Pflasterfläche zusammen. Wir haben dann viele Teile einfach auf wassergebundene Decke "runtergestuft": sieht gut aus, ist aber deutlich günstiger.
      Hecken - vor eine Betonmauer sollte eine Buchenhecke: Die kann man schon mit 2,50 m Höhe einkaufen, nur dann kostet es natürlich ein vielfaches von dem, was es kosten würde, wenn man die Hecke klein kauft und wachsen lässt. Das Gleiche beim Linguster. In Summe kommen bei uns an die 100 - 150m Hecke zusammen, da ist der Hebel ziemlich lang.
      Mauern - ich weiß jetzt warum alle die pottebenen Grundstücke wollen: so bald man Mauern braucht, wird's teuer. Ist zwar gestalterisch nicht so spannend, aber die Kosten, oh Mann! Am besten noch schön gesetzte Trockenmauern, da werden mal eben (umgerechnet) 400 EUR für den sichtbaren m² aufgerufen...
      The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
      - John Maynard Keynes -
    • weisduwas schrieb:

      Thomas T. schrieb:

      Rasen säen und Sträucher pflanzen kann erst einmal mehr oder weniger provisorisch passieren.
      Bei größeren gehölzen schaut das aber anders aus.
      Viele können sich nicht vorstellen wie die wachsen.

      Ich hab hier ein abschreckendes Beispiel vorgefunden.

      3 Wallnuss im abstand unter 5m dabei dann Zwetschgen
      in folge war dann ein fast waagrecht wachsende wohl schmeckende Birne
      das freischneiden war das geringste so langsam hab ich sie wieder hin erzogen ca 9 J
      ersatz in der Größe hätte auch dem entsprechen gekostet

      Also ist eine Planung doch von Vorteil
      Genau, obwohl wir uns genauestens belesen hatten, haben wir in unseren Garten manche Gehölze einfach zu eng gesetzt. So kann man dann im Sommer einen Weg nicht mehr nutzen weil er vom Gehölz zugewachsen ist.

      Planen kann man anhand von Literatur auch selber, aber mit jemanden an der Seite der Erfahrung hat ist es sehr hilfreich.
      Warum sollte das kein GaLaBauer können.
      Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.
    • Rudolf R. schrieb:

      weisduwas schrieb:

      Thomas T. schrieb:

      Rasen säen und Sträucher pflanzen kann erst einmal mehr oder weniger provisorisch passieren.
      Bei größeren gehölzen schaut das aber anders aus.Viele können sich nicht vorstellen wie die wachsen.

      Ich hab hier ein abschreckendes Beispiel vorgefunden.

      3 Wallnuss im abstand unter 5m dabei dann Zwetschgen
      in folge war dann ein fast waagrecht wachsende wohl schmeckende Birne
      das freischneiden war das geringste so langsam hab ich sie wieder hin erzogen ca 9 J
      ersatz in der Größe hätte auch dem entsprechen gekostet

      Also ist eine Planung doch von Vorteil
      Genau, obwohl wir uns genauestens belesen hatten, haben wir in unseren Garten manche Gehölze einfach zu eng gesetzt. .....

      Da fehlt einem halt einfach die Erfahrung, geht zumindest mir so.