Fragen zu Bauteilen BJ 2000

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  • Fragen zu Bauteilen BJ 2000

    Servus beinander

    Bekannte eines Kollegen wollen ein Haus kaufen und hatte ihn gebeten, mal drüberzuschauen, ob ein zweiter Blick sich lohnt. Vorgelegt wurden Pläne, das Gebäude ist von einem BT/ GU / . Ich war zufällig dabei und wurde ob der U-Werte etwas stutzig und denke, dass das sehr sehr schöngerechnet wurde:

    • Fenster: 1,1 (Doppelverglasung, Kunststoff) ich komm auf ca. 1,8
    • Aussenwand: 0,22 (15cm Blähtonfertigteilwand + 14cm EPS 040) Ich geh davon aus, dass damit Beton mit Blähton gemeint ist und der müsste ein lambda=0,16 haben, damit der WErt erreicht wird
    • Dach: 0,21 (ZSPD, allerdings weiß keiner, wie stark die Sparren sind und es gibt keine Angaben <X ) und wird auch nur gegen unbeheizt in der Berechnung dargestellt ?(

    • Wände gegen Erdreich /Boden gegen Erdreich : 0,24/0,35 Darf man sich aussuchen, was wohin.

    Siehe Anhang



    Dazu gibts noch nen Schnitt (den Grundriss erspare ich Euch, wobei der einfach 08/15 ist)


    Heizung: Jetzt kommt das Schnäppchen: Elektrische Natursteinplatten (weil man da Gasanschluß, Schlotfeger und noch irgendwas spart)


    Sehe ich das richtig, dass die Werte so nicht ganz passen? Die Bekannten haben übrigens nach dem Gespräch vom Kauf abgesehen. Da sind noch andere Dinge im argen, z.B. der Preis)
    Nothing is forever, except death, taxes and bad design
  • Ist bei Fenstern tatsächlich der U-Wert eingetragen? oder nicht doch, wie in der Tabelle genannt, der k-Wert. Dann könnte der U-Wert teils deutlich höher liegen. Die Einheit W/m²K würde er auf U-Wert hindeuten. Dann wären die 1,1W/m²K (als Uw) für ein Fenster mit Zweifachverglasung schon extrem gut gewesen. Damals hätte ich eher an ein Ug von 1,3W/m²K gedacht und ein Uw von 1,5W/m²K.

    Zur Wand, bereits die Dämmung alleine schafft einen U-Wert von 0,27W/m²K. D erscheinen mir die 0,22W/m²K nicht völlig abwegig.
  • Sind nicht U- und k-Wert das Gleiche? Nach WSchVO wurden früher nur die k-Werte der Verglasung angegeben, ab EnEV war das falsch. Die eingestellte Berechnung dürfte also wahrscheinlich fehlerhaft sein. Uw von 1,1 mit Zwiefachverglasung von 2000 halte ich für ausgeschlossen.

    Davon abgesehen, wäre für mich die E-Heizung das k.o.-Kriterium. Der Kaufpreis müsste schon so niedrig sein, dass die Kosten zur Nachrüstung einer anderen Heizung berücksichtigt werden.
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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas
  • Ich würde mal bei den Fenster und dem Dach U-Werten ein dickes ? machen, vielleicht sollten die U-Werte die Heizung verschönern? Wenn schon 2 Fragezeichen sind, würde ich mir die anderen Bauteile auch genauer ansehen, ob sie auch zu diesem Gebäude gehören/ so gebaut wurden, wie berechnet. Wenn schon einzelne Bauteile auf dem Papier energetisch verbessert werden, warum dann nicht alle?
  • Die etwas unterschiedliche Berechnung kommt aber nie zu dem Ergebnis, dass der k-Wert der Verglasung der gleiche ist wie der für das gesamte Fenster.

    Das wäre mir als Kaufinteressent wieder wurscht. Ob die Fenster jetzt einen Uw von 1,35 oder 1,1 haben, macht sich bei den paar m² im Energiebedarf nicht wesentlich bemerkbar.
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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas
  • Das mag schon richtig sein, wenn aber ein Kunde dem Energieberater einen Auftrag erteilt, und bereits die Annahmen falsch sind, dann könnte er doch gleich den Auftrag vergessen, auf die Berechnungen verzichten, und selbst irgendwas schätzen.

    Die 1,1W/m²K als Uw im Jahr 2000 sind nicht plausibel, selbst als Ug kann ich das kaum glauben. Mein Bruder hat 2002/2003 gebaut, da haben die Fenster mit einem Ug von 1,3W/m²K schon richtig Geld gekostet
  • @R.B. Ich hab mit meinem U-Wert Rechner rumgespielt, bis ich den Wert für die Blähtonwand erhalten habe. Ich hab da unterschiedliche Dichten und der zweitleichteste wars dann.

    Aber dann kann ich davon ausgehen, das auch ihr die angegebenen Werte für nicht unbedingt genau realistisch haltet, sondern bestenfalls angenähert.

    Wie schon geschrieben: Das Paar hat dann vom Kauf Abstand genommen, nachdem wir die entsprechenden Problemzonen aufgezeigt hatten.
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  • @Anda:
    wenn da Blähtonwandfertigteilwand steht, kannst Du nicht einfach mit haufwerksporigem Blähton rechnen.
    Das ist eher Stahlleichtbeton. Und dafür halte ich ein lambda von etwa 1,8 - 2,0 eher für realistisch.

    die Berechnung halte ich in einigem Punkten für geschönt. Wie alt ist diese?
    Wenn diese aus der Bauzeit stammt, würde ich vermuten, dass diese so aufgehübscht wurde, dass die damalige "Ökozulage" vom Finanzamt (ich glaube, das waren 800 Mark) erhalten werden konnte. Bedingung war damals, die gültige WSVO 1995 um 25% zu unterschreiten. Da damals nur der Heizwärmebedarf berücksichtigt wurde, also die Haustechnik unberücksichtigt bliebt, konnte man das auch mit Elektroheizung (waren damals nicht selten im Neubau) erreichen.

    Bei den Fenstern war um die Bauzeit ein kg-Wert von 1,1 (1,2 nach Bauregeliste) üblich. In Verbindung mit Kunststoffrahmen (wie Holz in Rahmenmaterialgruppe 1) erreichten diese damals einen kf-Wert von 1,3 W/m²K (Glasrandverbund wurde damals noch nicht berücksichtigt).
    Mit der ab 2002 gültigen EnEV wurde der UW-Wert eingeführt, da waren identische Fenster dann bei Alu-Glasrandverbund mit UW=1,4W/m²K zu bewerten.

    die Werte für die Grundflächenbauteile halte ich bei den angegebenen Fußbodenaufbau-Höhen ebenfalls für unrealistisch, wenn nicht sogar für illusorisch. Einmal vermutlich der Treppenhausboden, das andere die Decke gegen den unbeheizten Keller.
    Gerne hat man damals bei der Kellerdecke mit einer zusätzlichen unterseitigen Dämmung gerechnet, die aber dann niemals eingebaut wurde. So nach dem Motto: wenn wirklich jemand kontrollieren sollte, kleben wir die halt noch ran.
    Praxis war damals aber (und auch in der frühen KfW-Förderungszeit), dass es nur eine Berechnung und Bestätigung vor Baubeginn gab und nicht mal eine Kontrolle nach Durchführung durchgeführt wurde. Also wurden viele Häuser nicht nach Berechnung ausgeführt. bzw. die Berechnung im Vorfeld so frisiert, dass die Förderung abgegriffen werden konnte. Leider.

    Für ein hinterlüftetes Steildach war zur damaligen Zeit der Korrekturwert 0,8 richtig. heute ist da aber mit 1,0 zu rechnen.
    Der U-Wert erscheint mir aber trotzdem für extrem gut. Ich könnte mir vorstellen, dass man den Holzanteil unterschlagen hat (ist damals häufig vorgekommen).
  • Alfons Fischer schrieb:

    wenn da Blähtonwandfertigteilwand steht, kannst Du nicht einfach mit haufwerksporigem Blähton rechnen.
    Das ist eher Stahlleichtbeton. Und dafür halte ich ein lambda von etwa 1,8 - 2,0 eher für realistisch.
    @Alfons Fischer: Hab ich auch nicht, ich hab bei mir tatsächlich Leichtbeton mit Blähtonanteil drinnen.Das lambda geht je nach Gewicht von 0,76-0,13 (1.700 kg/m³-400kg/m³). WIe realistisch diese Werte sind - keine Ahnung.

    Die Berechnung ist von 2000, ich könnte mir vorstellen, dass Deine Annahmen bzgl. Förderung der Realität entsprechen.

    Fenster: Wirklich nur 1,4? Ich hab ja nen Fensterrechner drin und ich komme eher Richtung 1,7.

    Danke für die Hinweise bzgl. Fußboden (Werte) und Dach (Berechnung gegen unbeheizt)
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  • Anda schrieb:

    Alfons Fischer schrieb:

    wenn da Blähtonwandfertigteilwand steht, kannst Du nicht einfach mit haufwerksporigem Blähton rechnen.
    Das ist eher Stahlleichtbeton. Und dafür halte ich ein lambda von etwa 1,8 - 2,0 eher für realistisch.
    Fenster: Wirklich nur 1,4? Ich hab ja nen Fensterrechner drin und ich komme eher Richtung 1,7.
    Damals haben wir die Fenster nach DIN 4108 Teil 4 ermittelt: das war ein einfaches Tabellenverfahren, bei dem zu einer Rahmenmaterialgruppe ein Glas-k-Wert zugeordnet wurde. hieraus hat sich dann der kF-Wert ermittelt.

    Wurde ähnlich auch noch in den ersten Auflagen der EnEV so gemacht, mit ein paar Anpassungen und unter Berücksichtigung des Glasrandverbunds.
  • 15 cm außenwand im keller aus blähtongedöns?

    keller scheint nicht zur warmen hülle zu gehören, da außendämmung nicht vollflächig bis zum fundament runter geht. die decke über dem keller ist nach der schnittdarstellung nicht ausreichend gedämmt.

    20 cm bodenplatte ohne streifenfundamente und frostschutzschicht darunter???

    hier liegt mehr im argen als nur der wärmeschutz!!!
    das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929