Welche Vorteile hat Fließestrich (zB spürbar bei FBH?)

    • Welche Vorteile hat Fließestrich (zB spürbar bei FBH?)

      Hallo,

      unser Generalunternehmer bietet uns gegen Aufpreis Fließestrich an.
      Dies geschah auf proaktive Anfrage von uns aus, da wir Dehnungsfugen im "großen" Küchen-Wohn-Ess-Bereich vermeiden wollen.

      Nun gilt es die Mehrkosten abzuwägen.

      Als weiterer Vorteil hört man, dass durch die schlüssigere Verbindung die Fußbodenheizung effektiver arbeitet.

      Ist da was dran oder fällt das eher in das Thema Marketing? :glaskugel:

      Gibt es vielleicht weitere Gründe, die den Einsatz von Fließestrich rechtfertigen? ?(

      Gruß Thomas
    • Nun, Fließestriche haben unbestreitbar Vorteile. Sie sind recht flott und eben auf Grund ihres Fließverhaltens sehr eben einzubauen. Höhenschwankungen wie beim händisch verteilten ZE-Estrich eher sind nicht zu erwarten. Wobei ZE-Estrich von einer vernünftig werkelnden Fachfirma auch sehr eben daherkommen sollte. Weiterhin braucht Fließestrich (Anhydritestrich, also auf Gipsbasis) ca. 1cm weniger Stärke. Das sind dann immerhin 20% an Gesamtmasse weniger, was auch ein etwas schnelleres Aufheizen zur Folge hat.

      Das mit der oder den Dehnfugen würde ich übrigens hinterfragen. Es ist ja nicht so, dass Fließestrich keine Dehnfugen bräuchte. Richtig ist allerdings, dass man deutlich größere Flächen dehnfugenfrei hinbekommt. Zumindest meistens. Nicht immer, weil auch die Raumgeometrie eine Rolle spielt. Gut sind klare Flächen. Rechteck. Nicht L-förmig. Und auch die Anzahl der Heizkreise ist zu bedenken.

      Nachteil des Anhydritestrichs: 1. Vor dem Verlegen von fest verklebten Belägen ist dieser anzuschleifen (Sinterschicht muss weg), ist aber Aufgabe deines GU , was wohl auch den von Dir angesprochenen Mehrpreis rechtfertigen soll. Ansonsten nehmen sich ZE-Estrich und Fließestrich preislich nicht viel. 2. Er benötigt sehr viel länger um auszutrocknen und neigt dazu erneut Feuchtigkeit aufzunehmen. Es kann also passieren, dass der Belegereife, gut getrocknete Anhydritestrich durch erneuten Eintrag von Baufeuchte diese aufnimmt und dann wieder getrocknet werden muss.

      Wie hoch ist denn der Mehrpreis und über wieviel m² reden wir?
    • Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es auch Fließestrich auf Zementbasis gibt.

      Vorteil von Fließestrich gegenüber einem händisch eingebrachten Zementestrich ist sicherlich der geringere Arbeitsaufwand. Durch die höhere Dichte wird die Wärmeleitung verbessert was 2-3K geringere Vorlauftemperaturen zulässt. Genau lässt sich das nicht abschätzen da jeder händisch eingebrachte Zementestrich quasi ein Unikat ist.

      Auch die Rohrüberdeckung kann reduziert werden, das System reagiert etwas schneller. Eine FBH ist jedoch kein Rennwagen, egal wie diese im Detail ausgeführt wird.
    • Moment Norbert,

      das hatte ich doch schon geschrieben, alter Plagiateur.... :)


      Thomas B schrieb:

      Das mit der oder den Dehnfugen würde ich übrigens hinterfragen. Es ist ja nicht so, dass Fließestrich keine Dehnfugen bräuchte. Richtig ist allerdings, dass man deutlich größere Flächen dehnfugenfrei hinbekommt. Zumindest meistens. Nicht immer, weil auch die Raumgeometrie eine Rolle spielt. Gut sind klare Flächen. Rechteck. Nicht L-förmig. Und auch die Anzahl der Heizkreise ist zu bedenken.
    • R.B. schrieb:

      Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es auch Fließestrich auf Zementbasis gibt.

      Vorteil von Fließestrich gegenüber einem händisch eingebrachten Zementestrich ist sicherlich der geringere Arbeitsaufwand. Durch die höhere Dichte wird die Wärmeleitung verbessert was 2-3K geringere Vorlauftemperaturen zulässt. Genau lässt sich das nicht abschätzen da jeder händisch eingebrachte Zementestrich quasi ein Unikat ist.

      Auch die Rohrüberdeckung kann reduziert werden, das System reagiert etwas schneller. Eine FBH ist jedoch kein Rennwagen, egal wie diese im Detail ausgeführt wird.
      Kannst du dazu vielleicht ein bisschen mehr schreiben?
      Wir wollen ja Sichtestrich und nun wurde uns genau dieser empfohlen.
      Wobei wir darauf hingewiesen wurden dass er ggf. etwas mehr schüsseln könnte als CA-Anhydrid
    • um welchen aufpreis geht es überhaupt?

      fließestrich ist ganz klar im vorteil, bez. der geringeren
      einbauhöhe der gesamten fußbodenkonstruktion.

      die fußbodenheizung reagiert auch etwas flexibler.
      die aufschüsselung ist gering, und der arbeitsaufwand gegenüber
      eines "zementestrich" ist enorm geringer.
      dehnfugen sind ein notwendigs übel, so oder so....
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • Da kann ich mithalten (jeweils netto)
      Zementgebundener Heizestrich, 60 mm, gemäß DIN 18560 CT F5 S 60 H45 13€/m²
      Calciumsulfatgeb. Heizestrich, 60 mm, gemäß DIN 18560 CT F5 S 60 H45 14€/m²

      Oder Angebot 2 (von einem Dipl.-Ing. Dipl.-Ing. M.Sc.(TU) )
      Zementgebundener Heizestrich, 60 mm, gemäß DIN 18560 CT F5 S 60 H45 32€/m²
      Calciumsulfatgeb. Heizestrich, 60 mm, gemäß DIN 18560 CT F5 S 60 H45 41€/m²

      :D
    • Thomas B schrieb:

      Thomas schrieb:

      Um welchen Vergleich geht es eigentlich?
      Hier sollte der TE etwas mehr Infos liefern.
      Also wir reden hier von einer Gesamtfläche EG + OG ca. 155 m2.
      Im EG werden wir Parkett und Fließen haben, im OG Parkett, Fließen und Teppich.
      Das EG hat einen Bodenaufbau von 18,5 cm, das OG von 14, cm.

      Der Bauleiter hat mir folgende Info geschickt:


      Nach Rücksprache mit dem Estrichleger betragen die Mehrkosten für einen Zementfliesestrich anstelle eines Zementestrich 825,00 € zzgl. MwSt. Wenn Sie bereit sind die Mehrkosten zu übernehmen muss nochmals geklärt werden ob Wohnen/Essen/ Kochen fugenlos hergestellt werden kann.

      Wenn ich euch richtig verstanden habe, ist der Materialpreis ähnlich (wobei bei 1 cm weniger an Höhe, müsste ja weniger Material anfallen, also geringere Materialmenge), die Verarbeitung ist deutlich einfacher und schneller (daher müsste dieser Teil günstiger werden), der Boden danach aber angeschliffen werden muss (dieser Teil wird wiederum macht es teurer).

      Und ich sollte nachfragen, um welche Art genau es sich bei dem Zementfliesestrich handelt.

      Gruß Thomas
    • Ich lese einfach mal mit.

      Bisher habe ich den Eindruck, der TE ist nur mangelhaft über Vor/Nachteile informiert. Es wird mit GU gebaut, von der Seite ist keine objektive Info zu erwarten.

      Eigentlich kann man nur raten, eigenen Sachverstand zu suchen, um auf Augenhöhe zu entscheiden.



      Bezüglich Thomas und seinem Sichtestrich: Einen Thread zu kapern ist nie gut. Und die Aufklärung die bei Sichtestrichen zwingend erfolgen muss, hätte solche Fragen nicht offen lassen dürfen.
      Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o
    • MiLeb schrieb:

      Bisher habe ich den Eindruck, der TE ist nur mangelhaft über Vor/Nachteile informiert. Es wird mit GU gebaut, von der Seite ist keine objektive Info zu erwarten.
      Eigentlich kann man nur raten, eigenen Sachverstand zu suchen, um auf Augenhöhe zu entscheiden.
      Genau daher der Thread hier ^^

      Wobei ich für mich jetzt immer noch nicht weiß, ob die 1.000 € mehr mir wirklich einen großen Vorteil bringen.

      BIs jetzt hab ich das Gefühl eher nicht.

      Gruß Thomas
    • t_heinrich schrieb:

      MiLeb schrieb:

      Bisher habe ich den Eindruck, der TE ist nur mangelhaft über Vor/Nachteile informiert. Es wird mit GU gebaut, von der Seite ist keine objektive Info zu erwarten.
      Eigentlich kann man nur raten, eigenen Sachverstand zu suchen, um auf Augenhöhe zu entscheiden.
      Wobei ich für mich jetzt immer noch nicht weiß, ob die 1.000 € mehr mir wirklich einen großen Vorteil bringen.

      Was verstehst Du unter "großem" Vorteil? Wann wäre der Aufpreis in Deinen Augen gerechtfertigt?

      Ich gehe mal davon aus, dass als Standard ein von Hand eingebrachter Zementestrich gemeint ist, der gegen Aufpreis durch einen CAF (Calciumsulfat Fließestrich) ersetzt werden kann. Zementfließestrich (CTF) lassen wir mal außen vor.

      Wie oben schon geschrieben, umschließt ein Fließestrich die FBH Rohre besser als ein normaler Zementestrich. Beim Zementestrich hängt die Wärmeleitfähigkeit auch von der Verarbeitung (Einbringen bis glätten) ab. Man kann daher nicht sagen, der Unterschied macht exakt .... aus. Bei gleicher Dicke und gleicher Vorlauftemperatur liefert eine FBH mit Fließestrich eine höhere Oberflächentemperatur und damit einen höheren Wärmestrom. Wie hoch diese Differenz ist hängt zudem davon ab, ob dem von Hand eingebrachten Estrich noch irgendwelche Zusatzmittel beigemischt wurden.

      Ganz grob kann man sagen, dass im quasi stationären Zustand die Oberflächentemperatur bei den typischen FBH Temperaturen um 1-2K höher liegen kann, bei einer FBH mit hohen Vorlauftemperaturen auch bis zu 3K. Da man heutzutage eine FBH eher für Temperaturen bis 35°C auslegt kann man mit 1-2K rechnen, was zu einem entsprechend höheren Wärmestrom führt (+10% sind problemlos möglich).

      Noch deutlicher wird der Unterschied wenn man die Aufheizphase betrachtet. Hier erreicht eine FBH mit Fließestrich den quasi stationären Zustand deutlich früher. Auch hier spielt die Vorlauftemperatur eine Rolle. Ein Fließestrich kann die Aufheizzeit problemlos halbieren, wird aber nach Abschalten des FBH Kreises auch schneller auskühlen. Während also eine FBH mit Fließestrich bei sagen wir mal 20°C Starttemperatur und 35°C VL Temperatur den maximalen Wärmestrom nach 3h erreicht, kann es bei einem Zementestrich über 6h dauern.

      Die o.g. Effekte können noch dadurch verstärkt werden, indem der CAF mit einer geringeren Rohrüberdeckung eingebracht wird. Durch die geringere Masse und geringere Rohrüberdeckung wird das Zeitverhalten der FBH schneller und die Oberflächentemperatur noch geringfügig höher.

      Bitte nicht wundern, dass ich bisher mit Zahlen sehr sparsam umgegangen bin. Das liegt einfach daran, dass ein von Hand eingebrachter Estrich nur schwer in Zahlen zu fassen ist. Deswegen würde ich mir an Deiner Stelle folgende Zahlen als "Vorteil" für einen Fließestrich merken:

      Vorlauftemperatur 1-2K höher
      Wärmestrom ca. 10% höher
      Aufheizzeit -25% bis -50% (je nach Temperaturverhältnissen)

      Was vielleicht auch noch von Interesse sein könnte, ein CAF mit ca. 6cm Dicke und 1m² Fläche hat eine Wärmekapazität von ca. 43Wh/K, 1cm Estrichdicke wären somit 7,22Wh/K. Zusammen mit der Wärme- und Temperaturleitfähigkeit lässt sich somit das Zeitverhalten auch rechnerisch abschätzen. Dies nur mal vor dem Hintergrund, dass bei Estrich immer von der "riesigen Speichermasse" gesprochen wird. Selbst an einem eiskalten Wintertag (Auslegungstemperatur) und somit hoher Heizwassertemperatur sind in 1m² Estrich gerade mal gut 400Wh gespeichert die dem Auskühlen der Räume entgegenwirken können.

      Weitere Vorteile wären ein geringes Schwindmaß, geringe thermische Ausdehnung, keine Neigung zum Schüsseln und der geringe Aufwand zum Einbringen des Estrich. Bei einem Fließestrich kann auch relativ schnell mit dem Funktionsheizen begonnen werden (typ. 7 Tage Wartezeit).

      [Dieser Link ist nur für Registrierte Mitglieder sichtbar.] Sorry wenn ich zu Sichtestrich nicht viel schreiben kann, das ist dann wirklich nicht mehr mein Revier.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von R.B. ()

    • Die erste Frage die sich mir stellt ist;
      Du sparst bei dem Aufbau 1 cm Estrich ein ...
      was soll das bitte bringen?

      Werden dann alle Höhen geändert?
      Ansonsten wäre alles 1 cm zu tief - Türöffnungen, Brüstungshöhen, TREPPENABSÄTZE, ...

      Ich sehe da den Vorteil nicht,
      bzw. müsste man sich das ganze mal im Detail UND im Gesamtkontext anschasu
    • t_heinrich schrieb:

      Thomas B schrieb:

      Thomas schrieb:

      Um welchen Vergleich geht es eigentlich?
      Hier sollte der TE etwas mehr Infos liefern.
      Wenn ich euch richtig verstanden habe, ist der Materialpreis ähnlich (wobei bei 1 cm weniger an Höhe, müsste ja weniger Material anfallen, also geringere Materialmenge), die Verarbeitung ist deutlich einfacher und schneller (daher müsste dieser Teil günstiger werden), der Boden danach aber angeschliffen werden muss (dieser Teil wird wiederum macht es teurer).
      Dann darf man es aber auch nicht als Preisargument anführen :(

      Grüße
    • Ich glaube da ging etwas durcheinander. Ich habe jetzt nicht gelesen, dass ihm sein GU angeboten hat, den Fließestrich automatisch 1cm dünner auszuführen. Lawrence hat oben in seinem Beispiel mit den Preisen (vielleicht zufällig) 1cm Differenz drin. Der Preisunterschied durch die geringere Materialmenge ist überschaubar, die restlichen Kosten bleiben ja gleich. Überlegen wir mal, bei 100m² wäre das 1m³ Estrich den man sparen könnte, das ist nicht die Welt.

      Wie sich der Aufpreis beim TE zusammensetzt, das ist nicht bekannt.
    • ich habe einen erdfeucht eingebauten Zementestrich (vom ).

      Ich habe einige Böden selbst verlegt (Teppich, Fliesen) und das Parkett im OG selbst vergeben.

      Alleine für die 65m² Parkett im OG waren Schleif- und Spachtelarbeiten für ca. 1000€ fällig.
      Lt. Aussage des Parkettlegers brauchen Sie bei Fließestrich in 90% der Fälle keine Spachtelung und können direkt auf den Boden gehen.

      Weiterhin hab ich selbst in vielen Stunden und mit Nivelliermasse für hunderte € die Räume für Teppich und PVC bearbeitet.

      Am Ende wäre ich wohl mit einem Fließestrich besser gefahren.